Steve Chalke wirbt für Anerkennung homosexueller Partnerschaften

Die Zeitschrift Christianity Today hat vergangene Woche darüber berichtet, dass sich der britische Baptistenpastor Steve Chalke für die Rehabilitierung homosexueller Partnerschaften ausgesprochen hat (Ich empfehle die Lektüre der Kommentare zur CT-Meldung). Chalke, der sich seit Jahren für soziale Transformation der Gesellschaft engagiert, hat die Evangelikalen nach Einschätzung der Zeitschrift The Independent damit unter Schock gesetzt. Dabei überrascht diese Entwicklung keinesfalls. Wer sich näher mit Chalkes Publikationen befasst hat, weiß, dass er schon seit Jahren für ein Umdenken in Sachen  Sühnetheologie, Sterbehilfe oder Sexualethik plädiert (siehe z.B. Sterbehilfe im Namen Jesu?). Jetzt hat er lediglich den offensiven Schritt an die Öffentlichkeit gewagt.

Das evangelikale Internetportal Jesus.de berichtet ausführlicher über Steve Chalkes Offensive und verweist auch darauf, dass sich die Ev. Allianz in Großbritannien schnell zu dem Vorfall geäußert hat und Chalke vorwirft, die Theologie in gefährlicher Art und Weise an die Erwartungen der Gegenwartskultur anzupassen. Steve Clifford, Generalsekretär der Britischen Evangelischen Allianz, empfiehlt das Gutachten Biblical and Pastoral Responses to Homosexuality, das erst 2012 von einer Kommission erarbeitet wurde.

Das Evangelium für die nächste Generation

R.Kubsch_Das_Evangelium_fuer_die_naechste_Generation_(Edition-E21).jpgDer Pietist Philipp Jacob Spener diagnostizierte im 17. Jh. zwei Bedrohungen für die Gemeinde Jesu: außen Verfolgungen und innen Versuchungen. Er entwarf ein Reformprogramm, welches verschiedene Lebensbereiche erfassen sollte. Einen besonderen Stellenwert räumt er dabei der Theologie und der Theologenausbildung ein. Seine Anmerkungen zur Theologie sind bemerkenswert. Was er damals schrieb, klingt immer noch sehr aktuell:

Aber wir können ja nicht in Abrede stellen, dass, ob wir wohl durch Gottes Gnade die reine Lehre aus Gottes Wort noch haben, dass gleichwohl hin und wieder allgemach in die Theologie viel Fremdes, Unnützes und mehr nach Weltweisheit Schmeckendes eingeführt wird.

Das E21-Booklet:

  • Ron Kubsch: Das Evangelium für die nächste Generation, 3L Verlag, 2012, 27 S.

geht auf das Thema ein. Es kann hier gratis heruntergeladen werden: Generation_(Edition-E21).pdf.

Josia ist online!

Josia.pngIch freue mich sehr, dass ein neues Blog online geschaltet wurde. „Josia – Truth for Youth“ ist für junge Leute mit einem Herz voll brennender Leidenschaft für Gott gedacht.

Josia kurz erklärt:

Wir von Josia fühlen und wissen uns durch dasselbe Anliegen verbunden: Das Evangelium der Gnade Gottes unter jungen Menschen in Deutschland zu verbreiten und Jugendliche zu motivieren, ihr Leben voll und ganz in den Dienst unseres Königs Jesus Christus zu stellen. Wir wissen, dass wir bei diesem Vorhaben voll und ganz von der Gnade unseres souveränen Gottes abhängig sind. Wir hoffen, dass uns dieses Wissen von dem Denken befreit, irgendetwas aus eigener Kraft auf die Beine stellen zu können.

Mit unserer Arbeit haben wir nicht vor, uns von anderen Christen abzugrenzen oder die Fehler anderer aufzuzeigen. Vielmehr ist es unser Ziel, junge Christen, die von Herzen daran glauben, dass sie aus Gnade allein, durch Glauben allein und in Christus allein gerechtfertigt und erlöst sind, zu ermutigen und zu stärken. Wir wollen versuchen, gemeinsam neu zu entdecken, wie die Botschaft des Evangeliums unser gesamtes Leben ergreifen und durchdringen kann, wenn wir uns ganz auf das ausrichten, was Gott in seinem Wort zu uns sagt.

Josia bietet neben News und Veranstaltungshinweisen auch Buchvorstellungen, Predigten und Materialen rund um die Bibel. Das Projekt hat gerade begonnen und braucht noch viel Unterstützung. Wie man den Betreibern helfen kann, wird hier kurz beschrieben: www.josiablog.de.

Viel Erfolg und Gottes Segen!

Sterbehilfe: Dunkel und noch dunkler

In Belgien gibt es seit 2002 ein Recht zu sterben. Dieses Recht bezieht sich nicht nur auf körperliche Qualen, sondern auch auf seelisches Leiden. Die Entscheidungen des Einzelnen – so die Denkvoraussetzung – muss akzeptiert werden. Es stehe einem Außenstehenden nicht zu, dass subjektiv empfundene Leiden eines Einzelnen zu werten.

Kurz vor Weihnachten ist es nun in Belgien zu einem weiteren Tabubruch gekommen. Die von Universitätsärzten ausgeführte Sterbehilfe an einem taubblinden belgischen Zwillingspaar zeigt die fatale Verlinkung von Sterbehilfe und Behinderung.

Melanie Mühl hat für die FAZ dieses tragischen Fall nachgezeichnet und kommentiert. Mit gefällt, dass sie auf eine traurige Fehlentwicklung aufmerksam macht: Viele behinderte Menschen werden in unserer Gesellschaft alleingelassen:

Zwei Brüder beschließen zu sterben. Die eineiigen Zwillinge aus dem belgischen Dorf Putte heißen Marc und Eddy V., sie sind fünfundvierzig Jahre alt und wurden taub geboren. Als sie erfuhren, dass sie nun auch noch erblinden würden, sahen sie den einzigen Ausweg im Tod. Ihr ganzes Leben haben sie Seite an Seite verbracht, gemeinsam bewohnten sie ein Appartement, gemeinsam absolvierten sie eine Ausbildung zum Schuhmacher und gemeinsam starben sie nun kurz vor Weihnachten 2012. Es waren Ärzte des Brüsseler Universitätsklinikums, die ihnen die tödlichen Injektionen spritzten.

Mehr: www.faz.net.

Eine Untersuchung des „Neuen Modernismus“

Zum 100. Geburtstag von Francis Schaeffer hat das Baptist Bulletin einen Vortrag wiederveröffentlicht (Erstveröffentlichung im Februar 1951), den Schaeffer im August 1950 in Genf zum „Neuen Modernismus“ gehalten hat (Second Plenary Congress of the International Council of Christian Churches).

Hintergrund für die Ausführungen bildet Schaeffers Kritik der dialektischen Theologie und sein Gespräch mit Karl Barth. Auszüge des Briefes, den Karl Barth dann am 3. September 1950 enttäuscht an Schaeffer sandte, sind im TheoBlog bereits unter den Kommentaren veröffentlich worden.

Hier der Vortrag in Englisch: An-Examination-of-the-New-Modernism.pdf.

Das Verhältnis der Grünen zu den Kirchen

Mehrere Studien deuten an, dass die deutschen Journalisten politisch den Grünen nahe stehen (siehe dazu hier). Die Grünen sind längst in der bürgerlichen Mitte angekommen. Die Zeit ist gekommen, diese Mitte abzuschöpfen. Frau Göring-Eckardt sagte es für die Tagesthemen so: „Wir wollen die bürgerliche Mitte, wenn man sie so nennen will, niemand anderem überlassen.“

Die Grünen bemühen sich deshalb sehr um ein entspanntes Verhältnis zu den Kirchen. Dieter Rulff fragt sogar, ob es eine neue C-Partei gibt:

Weitgehend unbemerkt aber womöglich erkenntnisträchtiger war da schon die Frage, die bereits kurz vor der Urwahl die Zeitung der evangelischen-lutherischen Kirche Sachsen „Der Sonntag“ aufwarf: „Ist die Kirche Grün?“ betitelte sie einen Artikel über die politische Ausrichtung der Glaubensgemeinschaft. Bebildert war er passenderweise mit einer Aufnahme von der Dresdner EKD-Synode 2011, auf der, neben der Ratsvorsitzenden Göring-Eckardt, der sächsische Landesbischof Jochen Bohl zu sehen ist – in seinen früheren Jahren ein Führungsmann bei den saarländischen Grünen. Man muss nicht gleich so weit gehen wie der Pfarrer der lippischen Landeskirche Hans-Immanuel Herbers, der die Antwort auf die titelgebende Frage auf die knappe Formel brachte: „Die evangelische Kirche ist die kirchliche Organisationsform von Rot-Grün“.

Der folgende DLF-Beitrag deckt dankenswerter Weise auf, dass es trotz Übereinstimmung in vielen bioethischen Entscheidungen große Unterschiede zwischen dem politischen Willen der Grünen und den christlichen Werten der Kirchen gibt. Während einerseits Politiker der Grünen die thematischen Gemeinsamkeiten mit den Kirchen hervorheben, pflegt die Basis – wie der Beschluss „Säkularismus neu denken!“ der GRÜNEN JUGEND zeigt – den Atheismus. Wie aggressiv die Abkehr von einem abendländischen Wertekanon eingefordert wird, zeigt z.B. folgender Absatz aus dem Beschluss:

Die GRÜNE JUGEND will daher den Art. 140 GG [Anmerkung: es geht hier um staatskirchenrechtliche Bestimmungen] aus dem Grundgesetz streichen und das Staatskirchenrecht im Grundgesetz neu regeln. Eine weitere auf religiösen Werten beruhende Institution, die im Grundgesetz in Artikel 6 besonders geschützt wird, ist die Ehe. Die GRÜNE JUGEND fordert schon lange die Abschaffung der Ehe. Als Alternativkonzept wollen wir stattdessen den Familienvertrag einführen, der verbindliche Regelungen zwischen Personen, die für einander Verantwortung übernehmen wollen, ermöglicht. Nur so können wir der Vielfalt unserer Lebensweisen gerecht werden.

CDU-Generalsekretär Gröhe findet das zu recht „unaufrichtig“.

Hier der ausgezeichnete DLF-Beitrag zum Thema:

Theistische Evolution nach D. Alexander und BioLogos

Reinhard Junker hat eine kritische Analyse der theistische Evolution nach Denis Alexander und nach BioLogos publiziert. In der Einleitung heißt es:

In der akademischen Theologie gilt die Frage nach der Vereinbarkeit von Schöpfung und Evolution als geklärt. In Stellungnahmen der Großkirchen, in Schulbüchern und in Unterrichtsmaterial für Lehrer ist es Standard, dass eine Abstammung des Menschen aus dem Tierreich und eine allgemeine Evolution der Lebewesen den Inhalten des christlichen Glaubens nicht widersprächen. Dabei wird gewöhnlich aus seiner historisch-kritischen Perspektive argumentiert, die biblischen Schilderungen der Anfänge offenbarten ein veraltetes Weltbild, das man abstreifen müsse, um zu den eigentlichen theologischen Aussagen zu gelangen. Wer an der Historizität der biblischen Urgeschichte festhält, wurde früher als naiver Biblizist abgetan und in den letzten Jahren einer rauer werdenden Auseinandersetzung als Fundamentalist gebrandmarkt.

Nachdem es um das Thema „Schöpfung und Evolution“ aus theologischer Sicht eher ruhig geworden war, erschienen in den letzten Jahren vermehrt Bücher und Internetbeiträge zu dieser Frage, und zwar von konservativ gesonnenen Christen. Auch von evangelikalen Autoren wird dabei Evolution als mit der christlichen Schöpfungs- und Heilslehre vereinbar dargestellt und – angesichts der vermeintlichen Beweislast für Evolution – dafür geworben, dass Christen die Evolutionsanschauung mit der Abstammung des Menschen von tierischen Vorfahren akzeptieren sollten. Es gebe gute Möglichkeiten, die Bibel mit der Evolutionslehre zu versöhnen. Zwei dieser Entwürfe werden in diesem Artikel vorgestellt und kritisch untersucht.

Hier der vollständige Aufsatz: a12.pdf (siehe dazu auch: b47.pdf und a13.pdf).

J. Budziszewski und das Naturgesetz

J. Budziszewski ist Experte für politische und ethische Philosophie und zählt zu jenen Gelehrten, die eine Rückkehr naturrechtlicher Argumentationen in den intellektuellen Diskurs eingeleitet haben. Doug Wilson hat mit Budziszewski über das Naturrecht und die allgemeine Gottesoffenbarung gesprochen. Das Gespräch ist interessant, da Wilson in der Tradition von Cornelius Van Til steht und ein durchaus zwiespältiges Verhältnis zum Naturrecht hat. Richtig lustig wird es übrigens ab Minute 52:18.

Accordance Bible Software

Boris Repschinski hat für die Zeitschrift für katholische Theologie (133, S. 206–212) die Bibelsoftware Accordance besprochen. Sein Fazit:

Nach Jahren der Arbeit zunächst mit Bibleworks, dann auch mit der Stuttgarter elektronischen Studienbibliothek und zuletzt auch Logos 4 ist Accordance innerhalb kurzer Zeit zu meinem »Arbeitspferd« geworden. Die leichte und intuitive Bedienung haben die Einarbeitung relativ kurz gehalten. Der Umgang mit originalspachlichen Texten ist so einfach, dass auch Anfänger sehr schnell mit Accordance zurecht kommen. Auch das Layout der graphischen Suche in den Konstruktfenstern ist intuitiv und weitgehend automatisiert. Doch ist diese Einfachheit auch ein wenig trügerisch: Die Möglichkeiten, Abfragen zu gestalten sind so umfangreich, dass sie kaum ausgeschöpft werden können. Besonders attraktiv sind die Möglichkeiten, Suchanfragen für ganze Textgruppen zu formulieren. Hier ist Accordance schneller, flexibler und zuverlässiger als Logos 4.

Hier die Besprechung: www.uibk.ac.at.

Rudolf Otto und das „Heilige“

RudolfOtto.jpgNur wenige Werke haben das Verständnis von Religion im 20. Jahrhundert so nachhaltig geprägt wie Das Heilige von Rudolf Otto (1869–1937), der die Erfahrung des „Numinosen“ zum Zentrum aller Religionen erklärt. Das Buch ist bis heute ein Klassiker und spielt in den Diskussionen über das Verhältnis von Religion und Moderne eine Schlüsselrolle.

Der DLF hat Leben und Ansatz von Otto auf akkurate Weise vorgestellt:

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