»Wir haben mehr konsumiert als produziert«

George_Soros_Billington.jpgDer aus Ungarn stammende US-amerikanische Investmentbanker George Soros, übrigens ein Schüler Karl Poppers, sagt über die Folgen der Finanzkrise:

Der amerikanische Einfluss wird schwinden. Er hat bereits abgenommen. In den vergangenen 25 Jahren hatten wir stets ein Leistungsbilanzdefizit. Die Chinesen und die ölproduzierenden Staaten hingegen haben Überschüsse eingefahren. Wir haben mehr konsumiert als produziert. Während wir Schulden aufgehäuft haben, haben sie gespart und Reichtum geschaffen. Den Chinesen wird, mit wachsender Tendenz, eine Menge mehr von der Welt gehören, weil sie ihre Dollarreserven und US-Staatsanleihen in echte Aktivposten umwandeln werden. Das verändert das Machtgefüge. Die Machtverschiebung in Richtung Asien ist die Folge der amerikanischen Sünden in den vergangenen 25 Jahren.

Nebenbemerkung: Ich vermute, dass sich über den geistlichen Einfluss der USA Ähnliches sagen ließe.

DIE WELT hat eine Übersetzung des vollständigen Interviews publiziert: www.welt.de.

Jakobus 3 ohne Worte

Justin Taylor hat auf seinem Blog ein kurzes Video verlinkt (Quelle: Desiring God), das den Kommunikationsstil der Frommen vor dem sonntäglichen Gottesdienstbesuch »aufs Korn« nimmt. Es kommt mir nicht ganz fremd vor (»Asche auf mein Haupt!«). Gut anzusehen und auch ohne Englischkenntnisse fabelhaft zu verstehen.

Hier die Illustration zu Jakobus 3: www.youtube.com.

Michel Horten kommt 2009 nach Strasbourg

brochure2009-1.gifDer Apologet Michael Horton (Westminster Theological Seminary, USA) wird während der 13. Sommerveranstaltung der International Academy of Apologetics, Evangelism & Human Rights vom 7–18. Juli 2009 in Strasbourg mehre Vorträge halten. Die von Prof. Dr John Warwick Montgomery organisierte (und vom Martin Bucer Seminar unterstützte) Veranstaltung wird wie immer hochkarätig besetzt sein (z.B. Craig Parton u. Rod Rosenbladt). Leider ist die Teilnahme aber nicht ganz billig.

Hier der Flyer zur »Thirteenth Annual European Summer Study Session«: www.surfoutsider.net.

Calvin als Bibelausleger

Bei Johannes Calvin bestimmte die Auslegung der Heiligen Schrift die Dogmatik, nicht umgekehrt die Dogmatik die Exegese, wie Peter Opitz in seiner Untersuchung über Calvins theologische Hermeneutik zeigt. Opitz hebt schon in seiner Einführung Calvins fundierten Umgang mit den biblischen Texten hervor (Neukirchener Verlag, 1994, S. 1):

Calvin hat während der ganzen Zeit seiner kirchlichen Tätigkeit, in Predigten und Vorlesungen, in der Congregation und in Form von schriftlichen Kommentaren, die Schrift ausgelegt. Sein exegetisches Werk nimmt, verglichen mit seinen dogmatischen und polemischen Schriften, den weitaus größten Raum ein. Dabei ist er bestrebt, die Aussagen der Texte mit Hilfe des besten verfügbaren Instrumentariums seiner Zeit zur Geltung zu bringen. Gerade im Dienst dieser Konzentration auf den Schrifttext steht Calvins äußere Trennung von Dogmatik und Exegese, von Institutio und Kommentaren. Immer geht es Calvin aber in der Schriftauslegung darum, in den biblischen Schriften Gottes gegenwärtiges Wort zu vernehmen.

Calvin: Tiefeingefressene Vorurteile

Hier ein Zitat von Thomas Schirrmacher aus der Einleitung zur Institutio von 1536 (RVB):

Walter Kreck schrieb bereits 1960: »Der Zugang zu Calvin ist uns nicht
leicht gemacht. Tiefeingefressene Vorurteile versperren uns oft den
Weg.« Während Luther schon lange von vielen studiert und Bucer
schlicht und einfach weitgehend vergessen wurde, bestimme immer
noch das polemische Calvinbild der Gegner die meisten Leser Calvins.

Robert L. Reymond benennt die wichtigsten verheerenden Calvinbiografien
der Geschichte von Bolsec bis Stefan Zweig, die allesamt nicht auf
Forschung beruhten, sondern billige Polemik lieferten. 1577 erschien
als erste dieser Art eine Biografie Calvins von dessen persönlichem Feind
Jérome-Hermès Bolsec. Der Karmelit wurde zunächst Protestant, stritt
dann mit Calvin über die Prädestinationslehre und kehrte dann zur
katholischen Kirche zurück. Er schildert Calvin als arrogant, grausam
und dumm und behauptet, Calvin sei bisexuell gewesen und habe viele
wechselnde sexuelle Beziehungen zu Frauen und Männern gehabt.

Der scharfzüngige französische Religionskritiker Voltaire (1694–1778,
eigentlich François Marie Arouet) schoss sich, um auf den eineinhalb
Jahrhunderte zuvor lebenden Calvin, der das Frankreich des 18 Jh. nicht
beeinflusste, schärfer ein, als auf die zeitgenössische katholische Kirche
seines Landes, wie überhaupt Calvin zum Inbegriff nicht nur alles
Bösen am Protestantismus, sondern alles Bösen am Christentum überhaupt
wurde. Und manch ein Deutscher auf der Straße weiß nichts
über die Reformation, aber dass Calvin ein grausamer und eiskalter Politiker
war, ist ihm selbstverständlich.

Es sind vor allem katholische und säkulare Forscher aus Frankreich
gewesen, die das Calvinbild aufgrund historischer Forschungen grundlegend
revidiert und gezeigt haben, dass die meisten der Anklagen gegen
Calvin aus heutiger Sicht falsche Gerüchte waren.

Trotzdem halten sich bis heute viele dieser Gerüchte und charakterlichen
Fehleinschätzung nicht nur bei den innerprotestantischen Gegnern
(z.B. Lutheraner oder Täufer), sondern selbst im evangelikalen und
reformierten Bereich …

Auf Sand gebaut

Papst.jpgPapst Benedikt XVI. kommentierte die Finanzkrise während der Bischofssynode in Rom mit folgenden Worten:

Wir sehen jetzt durch den Zusammenbruch der großen Banken, dass Geld einfach verschwindet, dass es nichts bedeutet, und dass alle Dinge, die uns so wichtig erscheinen, in Wirklichkeit zweitrangig sind … Wer das Haus seines eigenen Lebens nur auf sichtbare und materielle Dinge – wie Erfolg, Karriere und Geld – aufbaut, der baut auf Sand.

Nur das Wort Gottes sei die einzig dauerhafte Realität, fügte der Papst laut n-tv hinzu.

Mehr Infos bei: www.n-tv.de.

Die »Institutio«, gleich zweimal

Glaubenslehre.jpgDie Neukirchener Verlagsgesellschaft veröffentlicht zum Calvinjahr 2009 eine Reihe interessanter Bücher. Auch das seit langem vergriffene Hauptwerk von Johannes Calvin, die Institutio Christianae Religionis, wird anlässlich des Jubiläums in der Übersetzung von Otto Weber neu aufgelegt. Nicht nur jüngere Leser werden sich darüber freuen, dass das Buch diesmal in lateinischer Schrift besonders leserfreundlich gesetzt wird.

Wer nicht warten (und Geld sparen) möchte, kann die vom Verlag RVB soeben herausgegebene erste Auflage der Institutio von 1536 erwerben. Diese kürzeste Auflage erschien erst 1887 in deutscher Sprache in der Übersetzung von Bernhard Spiess. Für die Neuauflage wurde die Übersetzung von Spiess von Mitarbeitern und Studenten des Martin Bucer Seminars sprachlich und orthographisch modernisiert. Zudem wurden die Abkürzungen und Verweise gleichgeschaltet, die biblischen Belegstellen überprüft und neue Zwischenüberschriften zur schnelleren Orientierung eingefügt.

Das Buch kann hier bestellt werden: www.amazon.de. Außerdem gibt es eine kleine Leseprobe: calvin_leseprobe1.pdf.

Die Schleichwerbung der EU

EU_Logo.jpgDie Europäische Union verteilt Steuergelder an Journalisten, damit diese zugeneigt berichten. Diese strategische »Imageverbesserung« der EU ist keine Aufklärung, sondern Schleichwerbung. Denn, so kann man in der FAZ  (bzw. im Focus) lesen:

Bei der Bewerbung um die Zuschüsse müssen die Sender … »Anzahl, Namen, Aufgaben und Sprachkenntnisse des eingesetzten Personals, insbesondere Journalisten, angeben« und die Leitlinien ihrer redaktionellen Philosophie beschreiben, berichtet das Magazin »Focus«. Die geförderten Sender verpflichten sich, »europäische Programme … regelmäßig und zu Hauptsendezeiten auszustrahlen«.

Hier die Beiträge dazu aus dem Focus und der FAZ.

Indien: Friedensmarsch und »Dharna« gegen Christenverfolgung

Leiter von Kirchen, Gemeinden, christlichen Organisationen und Institutionen halten in New Delhi seit Sonntag eine 5-tägige Protestversammlung ab, um gegen die andauernden Grausamkeiten gegen Christen in Orissa und anderen indischen Bundesstaaten zu protestieren.

Die als Dharna bezeichnete Zusammenkunft ist eine typisch indische Form, Gerechtigkeit zu fordern, bei der man traditionell vor der Tür eines Schuldners oder einer Person, die einem Unrecht getan hat, sitzt und fastet, bis die Gerechtigkeit hergestellt ist. Dieses Dharna begann am Sonntag und dauert bis 2. Oktober, das ist der Geburtstag Mahatma Gandhis. An diesem Tag wird ein Friedensmarsch stattfinden, der am Ort der Einäscherung Ghandis enden wird.

Ein eintägiges Dharna wurde letzte Woche bei Raj Ghat abgehalten, um die Aufmerksamkeit der Regierung auf die andauernde Gewalt gegen Christen zu lenken. Vertreter andere Minderheiten haben sich dem friedlichen Protest der Christen angeschlossen und es fiel die Entscheidung, das längere Dharna abzuhalten. Auch H.D. Deve Gowda, ein ehemaliger Premierminister Indiens hat sich den Protesten angeschlossen. Er kam nach New Delhi um gemeinsam mit den Christen an diesem traditionellen indischen Sitzstreik teilzunehmen. Er kritisierte die, wie er es nannte »andauernden unmenschlichen Handlungen der Bajrang Dal«, der so genannten Hindukrieger und appellierte an die Zentralregierung, die Grausamkeiten gegen Christen zu beenden.

»Ich glaube, der Herr wird dieses Ereignis verwenden und ich habe unsere Leiter in ganz Indien angewiesen, den Kontakt mit anderen christlichen Leitern zu suchen, mit ihnen Gemeinschaft zu haben und in dieser Zeit der Verfolgung an ihrer Seite zu stehen« sagte Dr. K.P. Yohannan, der Leiter von Gospel for Asia. Dr. Yohannan musste zu seinem Bedauern feststellen, dass sich zur selben Zeit, als sich indische Christen und Menschenrechtsaktivisten zum Dharna in New Delhi versammelten, die Situation in Orissa weiter verschlechterte. »Aber es wird jetzt nur wenig darüber nach außen berichtet, da die Medien von den Orten der Übergriffe ferngehalten werden, während sogar ganze Dörfer zerstört werden«, sagte Yohannan.

In einem Telefongespräch aus Indien berichtete Dr. Yohannan, was die radikalen antichristlichen Gruppen tun:

Die Politiker in New Delhi müssen wissen, dass auch jetzt radikale Hindus durch viele Bezirke ziehen und die Häuser von Hindus mit Hinduflaggen kennzeichnen. Dann gehen sie in die Häuser der Christen und geben ihnen so und so viele Tage, um zu konvertieren, ansonsten würden ihre Häuser zerstört. Wenn die Christen sich weigern, ihren Glauben zu verleugnen, ziehen die Hindus durch und zerstören ihre Häuser.

»Ich bete, dass dieses Dharna und die Gebete von Christen auf der ganzen Welt eine Auswirkung auf die Regierung haben werden«, erklärte Dr. Yohannan.

Noch werden die Dinge schlimmer. »Eine der schlimmsten Nachrichten, die ich gehört habe, ist, dass Polizisten die Menschen in den Flüchtlingslagern unter Druck setzen und versuchen, sie zur Rückkehr in ihre Dörfer zu bewegen«, sagte Dr. Yohannan. In ihren Dörfern, aus denen sie geflohen sind, würden sie attackiert und im schlimmsten Fall getötet.

Der Appell von Dr. Yohannan: »Den Christen im Westen möchte ich nur eines sagen: Bitte betet weiter!«.

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Quelle: Gospel for Asia, Übersetzung: ÖEA.

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