Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben?

In der Zeitschrift PERSPEKTIVE mit dem Thema „Vernünftig glauben“ ist mein Artikel „Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben?: Warum ich die Heilige Schrift anders lese als Siegfried Zimmer und die Bibelwissenschaft trotzdem schätze“ erschienen (Ausgabe 3/2020, 19. Jg., S. 32–36). Der Artikel beginnt wie folgt:

In den vergangenen Jahren bin ich mehrfach Leuten begegnet, die ganz begeistert von Worthaus-Konferenzen zurückgekehrt sind. Einige dieser Besucher erklärten mir unverblümt, dass sie die biblizistischen Predigten in ihren Heimatgemeinden leid seien. So wie Peter, dem es schwerfiel, überhaupt noch zuzuhören, wenn ein Bruder auf der Kanzel stand und nur das wiederholte, was jeder Leser sowieso im Bibeltext vorfand. „Bei Siegfried Zimmer habe ich endlich mal was Neues gehört“, schwärmte er. „Der nimmt die Bibel auch sehr ernst. Aber er gräbt tiefer und berücksichtigt die Kultur, in der die Texte entstanden sind. Dieser Mann ist nicht nur ein glänzender Rhetoriker, er legt die Schrift wissenschaftlich und relevant aus“, teilte mir Peter mit einem gewissen Stolz mit. Dann wollte er wissen, was ich von Siegfried Zimmer halte.

Siegfried Zimmer bin ich bis heute nicht persönlich begegnet. Worthaus-Vorträge hatte ich freilich schon gehört. So bestätigte ich, dass Zimmer ein wortgewaltiger Redner ist, der seine Hörer in den Bann zieht und manchmal kräftig gegen andere austeilt. Zu seiner Sicht auf die Heilige Schrift konnte ich auch etwas sagen, denn sein Buch Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben? habe ich gelesen. Also habe ich berichtet, was ich dort entdeckt habe. Einiges davon will ich auf den folgenden Seiten erzählen. Ich weiß, dass ich manchem Leser damit viel abverlange.

Die Ausgabe kann hier bestellt werden: www.cv-perspektive.de.

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7 Kommentare
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Flo Gostner

Dazu ein Zitat von C.S. Lewis‘ Screwtape (aus Kapitel XXV der Dienstanweisungen für einen Unterteufel):

Setze an die Stelle des eigentlichen Glaubens eine Mode mit einer christlichen Färbung. Nütze ihren Abscheu vor „immer denselben alten Dingen“ aus. Dieser Abscheu vor „immer denselben alten Dingen“ ist eine der wertvollsten Leidenschaften, die wir je in einem Menschenherzen erzeugt haben. Er ist eine nie versiegende Quelle der Ketzerei in der Religion, der Torheiten im Staate, der Untreue in der Ehe und der Unbeständigkeit in der Freundschaft.

Manfred Reichelt

Man kann „Peter“ sicher gut verstehen. Es ist nun leider eine Tatsache, dass evangelikale Theologie einen denkenden Menschen nicht befriedigen kann. Aber letzten Endes auch „Worthaus“ nicht, denn das tendiert doch mehr in die Richtung alles Übernatürliche zu leugnen.
Ob so oder so, jeder, der Jesus heute nachfolgen will, muss durch die Schriftgelehrsamkeit der Pharisäer oder Sadduzäer hindurch, um zur Wahrheit zu kommen.
Ein guter Gradmesser für echten Glauben ist, inwieweit ich (jemand) etwas von Psychologie versteht:
https://manfredreichelt.wordpress.com/2017/02/17/jeder-christ-ein-psychologe/

Markus Jesgarz

Dies ist ein Kommentar zu der Aussage: https://theoblog.de/schadet-die-bibelwissenschaft-dem-glauben-2/35060/comment-page-1/#comment-86898 Es ist nun leider eine Tatsache, dass evangelikale Theologie einen denkenden Menschen nicht befriedigen kann. Meine Meinung ist: Die Aussage ist kontrafaktisch: Es ist nun leider eine Tatsache, dass evangelikale Theologie einen denkenden Menschen nicht befriedigen kann. Im Beitrag: Warum ich ein Christ, Protestant und Evangelikaler bin https://www.academia.edu/40830990/Why_I_Am_a_Christian_Protestant_and_Evangelical von Doug Potter steht unter „Protestant“ ab dem 3. Absatz: Zweitens, dass Jesus Christus die Errettung lehrte, vor Gott gerechtfertigt zu sein durch den Glauben an ihn, unabhängig von allen guten Taten oder Werken, die wir getan haben oder tun werden (Römer 4). Als solche verdienen die guten Werke, die wir vollbringen, nicht unsere ewige Errettung vor Gott. In der Tat sollten wir darin wachsen, gute Werke zu tun, zu unserer moralischen Verbesserung und himmlischen Belohnung, was für das Wachsen in der Treue von entscheidender Bedeutung ist. Und dieser offenbarte Glaube sollte nicht allein sein (d.h. ohne Werke, Jakobus 2). Die Werke helfen zu… Weiterlesen »

Markus Jesgarz

Dies ist ein Kommentar zu der Aussage: https://theoblog.de/schadet-die-bibelwissenschaft-dem-glauben-2/35060/comment-page-1/#comment-86900 Einige haben versucht, diese Lehren, die das Evangelium wahr machen, herunterzuspielen, zu verändern oder anzugreifen. Daher bin ich durch meinen Glauben verpflichtet, wie von Jesus Christus und seinen Aposteln gelehrt, solche wesentlichen Lehren wie die göttliche Inspiration der Schrift, die dreieinige Natur Gottes und die menschliche Verderbtheit aufrechtzuerhalten; Die jungfräuliche Geburt Christi, die Sündenlosigkeit Christi, die Gottheit und die Menschlichkeit Christi; die Notwendigkeit der Gnade Gottes, die Notwendigkeit des Glaubens, Christi sühnender Tod, körperliche Auferstehung und Himmelfahrt; seine priesterliche Fürsprache und sein zweites Kommen. Meine Meinung ist: Die Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums ist wichtig. 1. In Philipper 1,7 steht: https://www.bibleserver.com/SLT/Philipper1%2C7 Es ist ja nur recht, dass ich so von euch allen denke, weil ich euch im Herzen trage, die ihr alle sowohl in meinen Fesseln als auch bei der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums mit mir Anteil habt an der Gnade. 2. Im Beitrag von Wikipedia zu „Norman Geisler“ steht unter… Weiterlesen »

Gast

Die Frage ob Bibelwissenschaft dem Glauben schadet oder ihn in neue Tiefen führt ist doch völlig falsch gestellt. DIE Bibelwissenschaft gibt es nicht!!! Es gibt nur verschiedene Wissenschaften die mehr oder weniger auf den biblischen Text, aber genauso auch auf alle anderen beliebigen Texte angewendet werden um diese zu erklären. Die einzige Frage die demnach besteht ist die, welcher Wissenschaftszweige wir uns in welchem Maße und unter welchen Vorentscheidungen bedienen. Dies kann je nach Ausleger und theologischer Schule sehr unterschiedlich sein und führt so auch zu unterschiedlichen Hermeneutiken. Ob und wie diese verschiedenen Hermeneutiken dem Glauben schaden ist dann eine sehr subjektive Entscheidung und kann objektiv im Sinne von „bis hier hin und nicht weiter“ nicht mehr entschieden werden. Denn wer von uns kann denn diese Grenze ziehen?? Der biblische Text tut es nicht! Menschen wie Herr Zimmer ziehen sie eben weiter, andere enger. Beides kann den Glauben schaden als auch ihn neue Tiefen führen.

DanielV

Schwierig wird es, wenn die Theologie am Ende in der Anthropologie versenkt wird… egal ob evangelikal-fromm, oder agnostisch, oder mystisch-esoterisch.

In der Frage nach Methoden und Gottesbild fand ich diesen Vortrag klärend und weiterführend:

Prof. Armin Baum – Die historisch kritische Methode in der Bibelwissenschaft:
https://www.youtube.com/watch?v=LcoqNAOdnwI

Markus Jesgarz

Dies ist ein Kommentar zu der Aussage auf der Seite 35 von 50 in der Seitenangabe im 2. Absatz am Anfang: http://new.cb-buchshop.de/FTP/Perspektive%202020_03.pdf Betrachten wir zweitens den Befund zum Titel „Messias“ bzw. „Christus“, so fällt auf, dass dieser während Jesu Wirken in Galiläa noch keine Rolle spielt, sondern, von den Einleitungen in die Evangelien abgesehen, erstmalig im Petrusbekenntnis erwähnt wird (vgl. Mt 16,13-20; Mk 8,27-30 und Lk 9,1821). Später ist es genau dieser Jesus, der den Messiastitel für sich in Anspruch nimmt. Meine Meinung ist:  1. Der alttestamentliche Messias musste auch Gott selbst sein. Im Beitrag: ZWÖLF PUNKTE, DIE ZEIGEN, DASS DAS CHRISTENTUM WAHR IST http://bastionbooks.com/wp-content/uploads/Twelve-Points-That-Show-Christianity-Is-True.pdf EIN HANDBUCH ZUR VERTEIDIGUNG DES CHRISTLICHEN GLAUBENS von Dr. Norman L. Geisler steht ab der Seite 103 von 192 in der Seitenangabe unter „THE OLD TESTAMENT BACKGROUND FOR CHRIST’S CLAIMS TO DEITY“ („DER ALTTESTAMENTLICHE HINTERGRUND FÜR DEN ANSPRUCH CHRISTI AUF DIE GOTTHEIT“): Der Anspruch auf die Gottheit Christi kommt lange vor seiner Geburt. Es gab… Weiterlesen »