Evangelium

D.A. Carson: Das Evangelium

Kürzlich hat der Neutestamentler D.A. Carson in Themelios das Evangelium erklärt, also gesagt, was das Evangelium ist und was es nicht ist. Hier ein Interview, in dem er ebenfalls über das Wesen des Evangeliums spricht:

Vorträge von D.A. Carson mit deutscher Übersetzung können auf der Internetseite von Evangelium21 abgerufen werden: www.evangelium21.net.

Vom Reichtum des Evangeliums

Johannes Calvin schreibt 1535 in seiner Vorrede zur Olivetanbibel über die Schönheit und den Reichtum des Evangeliums (Calvin-Studienausgabe, Bd. 1, 1994, S. 49):

Ohne das Evangelium sind wir alle unbrauchbar und nichtig; ohne das Evangelium sind wir keine Christen; ohne das Evangelium ist aller Reichtum Armut, unsere Weisheit Torheit vor Gott, alle menschliche Gerechtigkeit von Gott verdammt. Aber durch die Kenntnis des Evangeliums werden wir Kinder Gottes (Gal 4,6), Brüder Jesu Christi, Mitbürger der Heiligen (Eph 25 2,9), Bürger des Himmelreiches (Phil 3,20), Erben Gottes zusammen mit Jesus Christus (Röm 8,17), durch welchen die Armen reich, die Schwachen mächtig, die Törichten weise, die Sünder gerecht, die Verzweifelten getrost, die Zweifler gewiß und die Unfreien frei gemacht worden sind. Das Evangelium ist das Wort des Lebens und der Wahrheit, die Macht Gottes zum Heil allen Glaubenden (Röm 1,16) und der Schlüssel zur Gotteserkenntnis, der den Gläubigen die Tür zum Himmelreich öffnet, indem es sie von den Sünden freispricht, und es den Ungläubigen verschließt, indem es sie in ihren Sünden festhält (Mt 18,18). Selig sind alle, die es hören und bewahren (Lk 11,28); denn dadurch zeigen sie, daß sie Gottes Kinder sind.

Wie kommt man in den Himmel?

Kardinal Schönborn beantwortet die Frage, wie ein Mensch in den Himmel kommt. Der Kardinal ist ja ein kluger Mann, aber er antwortet buchstäblich „evangeliumsfrei“. Ach, vertrauten wir doch Jesus Christus: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?“ (Joh 12,25–26).

VD: US

Mutige Ausbotschafter

Meine Beobachtung ist, dass sich geistlich nachhaltig etwas bewegt, wo sich Hirten und Prediger unter das Wort stellen, sich von dem Wort in den Dienst nehmen lassen und es treu und mutig verkündigen. Nicht dort, wo die Predigt auf fünfzehn Minuten „Storytelling“ zusammenschrumpft, tut sich etwas, sondern dort, wo die Schrift sorgfältig ausgelegt wird.

Die bleibende Aufgabe des Predigers ist es, das Wort Gottes selbst sprechen zu lassen. Erinnern wir uns: Das eigentliche Subjekt der Rede vom Kreuz ist Gott. Gott spricht Menschen an, wo Prediger sein Wort verkündigen. Deshalb brauchen wir in unseren Gemeinden die Auslegungspredigt, die nicht dadurch lebendig wird, dass sich der Prediger um einen maximalen Unterhaltungswert bemüht und etwas „auflegt“, sondern indem er das Evangelium auslegt. Der Prediger drängt sich nicht mittels der Schrift inszenierend in den Vordergrund, sondern tritt hinter die Botschaft zurück, damit das Evangelium leuchten kann. Dann redet Gott, auch durch schwache Gefäße.

Wenn das Evangelium alles durchdringt

Die Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden (AGB) stellt sich in diesem Jahr dem Thema: „Wenn das Evangelium alles durchdringt“ und hat dazu ein Magazin mit Beiträgen von z.B. Thomas Lauterbach und Philipp Bartholomä herausgegeben. Hervorragend ist zudem die Literaturliste auf S. 22.

„Was passiert, wenn das Evangelium aus dem Zentrum gerät“, versuche ich in einem kurzen Interview auf S. 14 zu erklären:

Das Evangelium ist Gottes Antwort auf unsere Verlorenheit. Es versöhnt Sünder mit dem heiligen Gott und gibt jenen, die mit Jesus unterwegs sind, Kraft und Zuversicht.Wenn in unseren Gemeinden das Evangelium an den Rand gedrängt wird, läuft es nicht mehr rund. Evangeliumsarmut macht sich in allen Bereichen bemerkbar. Die Mission wird vernachlässigt, es gibt wenige Bekehrungen, Gesetzlichkeit und Verweltlichung ziehen ein. Mitarbeiter, die nicht vom Evangelium angetrieben sind, verlieren ihre Motivation oder brennen aus. Sehr deutlich spürt man es auch an der Gemeinschaft. Wer nicht aus Christus heraus lebt, ist zur Selbstrechtfertigung gezwungen und muss Gründe dafür schaffen, dass er ein wertvoller Mensch ist. Der destruktive Vergleich mit dem anderen zieht ein. Gemeinschaft ist menschenzentriert, von Sympathie und Antipathie bestimmt. Das Wesen christlicher Gemeinschaft ist aber – so hat es Dietrich Bonhoeffer einmal sehr schön gesagt –, dass von Gott Gerechtfertigte einander als Bringer des Evangeliums begegnen. Wo begnadigte Sünder aus dem Evangelium Kraft und Freude schöpfen und zusammenkommen, entsteht heilsame Gemeinschaft. Da wird der Blick frei für das Wohl des Bruders und der Schwester.

Hier das empfehlenswerte Magazin: agb-magazin_2014_niedrig.pdf.

Wo die Kirche Evangelium lehrt, gibt es Verfolgung

Martin Luther schreibt in seiner Vorlesung zu Gal 5,12:

Alles in allem: die Kirche muß Verfolgung leiden, wenn sie das Evangelium rein lehrt. Das Evangelium predigt die Barmherzigkeit und Ehre Gottes und öffnet den Blick für die Bosheit und die List des Teufels, ja, es malt ihn mit seinen Farben und reißt ihm die Larve der göttlichen Majestät herunter, durch die er der ganzen Welt Eindruck macht, d. h. das Evangelium zeigt, daß alle Kultübungen, Religionsübungen, Ordensstände, die von Menschen erdacht sind, ferner alle Traditionen von dem Zölibat, von Speisen etc., dadurch die Menschen Vergebung der Sünden und die Rechtfertigung erwerben wollen, gottlose und dämonische Lehren sind. Durch keine Sache wird der Teufel mehr gereizt, als durch die Predigt des Evangeliums, die nimmt ihm die Larve Gottes weg und verrät, was er in Wahrheit ist, nämlich der Teufel und nicht Gott. Darum ist es unmöglich, daß dort, wo das Evangelium blüht, keine Verfolgung statthabe oder aber der Teufel ist mit Sicherheit noch gar nicht richtig getroffen, sondern höchstens leicht berührt. Wenn er wirklich getroffen wird, ruht er nicht, sondern fängt furchtbar an zu toben und alles zu verwirren.

Wenn in Predigten das Evangelium fehlt

Hanniel hat einige Vorträge der Konferenz zusammengefasst. ideaOnline berichtet über die Evangelium21-Konferenz in Hamburg:

In vielen Predigten geht es nur noch um moralische Fragen und Ermutigung für die Zuhörer. Dadurch bleibt es bei einer menschenzentrierten Lehre. Die Botschaft von Jesus Christus fehlt aber immer häufiger. Das hat der Vorsitzende der Vereinigung „Evangelium 21“, Pastor Matthias Lohmann (München), auf deren Jahreskonferenz in Hamburg beklagt. An dem Treffen vom 24. bis 26. April in den Räumen des Hamburger „Gemeinde- und Missionswerks Arche“ nehmen rund 700 Christen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Laut Lohmann sind in vielen Gemeinden Begriffe wie Sünde und Hölle tabu. Die Vereinigung „Evangelium 21“ sei auch deshalb gegründet worden, um diese Themen ins Bewusstsein zurückzuholen.

Lohmann: „Die Hölle lediglich als schwierige Lebensumstände im Diesseits abzutun, ist eine grausame Lüge.“ Indem zentrale biblische Inhalte immer öfter ausgeblendet würden, bleibe die Botschaft von Jesu Sterben und Auferstehen für die Sünden der Menschheit immer mehr Zeitgenossen rätselhaft: „Für den durchschnittlichen Atheisten des 21. Jahrhunderts ist es eine absurde Botschaft, dass Christus für seine Sünden gestorben ist.“ Aber es sei lieblos, Menschen nicht davor zu warnen, „dass sie auf einem Weg sind, der sie ins Verderben führt“. Lohmann ermutigte dazu, „nie scheu oder zu vorsichtig zu sein, diese lebenswichtige Botschaft weiterzusagen“. Das gelte nicht nur für Pastoren, sondern für alle Christen. Sie sollten Wegweiser und Zeugen sein.

Mehr: www.idea.de

Evangelisation und Transformation

41JZNsBTfpLVom  4. bis 5. Januar 2013 fand in Herrenberg bei Stuttgart eine AfeM-Tagung zur „Transformationstheologie“ statt. Das Buch mit den Referaten und einigen Mitschriften aus den Gesprächsrunden ist inzwischen erschienen als:

  • Robert Badenberg u. Friedemann Knödler (Hrsg.): Evangelisation und Transformation – „Zwei Münzen oder eine Münze mit zwei Seiten?“, Referate der Jahrestagung 2013 des Arbeitskreises für evangelikale Missiologie (AfeM), Nürnberg: VTR, 2013, 155 S.

Der Inhalt:

  • Vorwort (Robert Badenberg und Friedemann Knödler)
  • Grußwort im Auftrag der Deutschen Evangelischen Allianz (Michael Diener)
  • Einführung in die Diskussion (Thomas Schirrmacher)
  • Wir werden missional  und streichen evangelistische Dienste!? (Ulrich Parzany)
  • Dein Reich komme – Gesellschaftstransformation verstehen (Tobias Faix)
  • Die transformatorische Theologie im Licht des Neuen Testaments (Volker Gäckle)
  • Wofür ist die Kirche da? (Ron Kubsch)
  • Evangelisation – Grund, Motiv und Ziel (Johannes Reimer)
  • Das biblische Mandat, die Welt zu retten – innerlich wie äußerlich – ganz privat und ganz global (Thomas Schirrmacher)
  • Verhaltenskodex für christliche Entwicklungshilfe – Eine Initiative der Schweizerischen Evangelischen Allianz (Marc Jost)
  • Biblical Stewardship – Biblische Haushalterschaft (Manfred W. Kohl)
  • Schlusswort (Michael Diener)

Leuten, die sich für das Thema „Gesellschaftstransformation“ und die damit  verbundene Debatte in Deutschland interessieren, sei das Buch zur Lektüre empfohlen.

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Evangelium21-Konferenz 2014

Flyer web2Vom 24.–26. April findet die mittlerweile 4. Evangelium21 Konferenz, wiederum in der Arche-Gemeinde in Hamburg statt. Das Konferenzthema lautet „Das Evangelium – das Wort der Wahrheit fürs ganze Leben“. Wir wollen gemeinsam darüber nachdenken, dass das Evangelium eben nicht nur das Wort der Wahrheit ist, durch das Menschen zum Glauben kommen, sondern eine Botschaft, die alle Lebensbereiche verändert!

Im Zentrum sollen dabei Predigten über Textabschnitte des Epheserbriefs stehen, die uns Thabiti Anyabwile halten wird. Ergänzt wird das Programm durch einige weitere Predigten aus dem Kreise von Evangelium21 und einigen Seminaren.

Unser Hauptreferent Thabiti Anyabwile ist Pastor der 1st Baptist Church in Grand Cayman, auf den Cayman Inseln. Neben seinem Gemeindedienst, ist Thabiti aktiv als Konferenzredner und Buchautor. Er hat ein großes Herz für Evangelisation und stellt sich regelmäßig Muslimischen Gelehrten im Rahmen des „Muslim-Christian Dialogues“. Sein bei der Gospel Coalition beheimatetes Blog „Pure Church“ gehört zu den am meisten frequentierten christlichen Blogs.

Weitere Referenten sind Matthias Lohmann, Kai Soltau und Christian Wegert aus dem Evangelium21 Leitungskreis und als Gast und Gastgeber zugleich, der langjährige Hauptpastor der Arche Gemeinde, Wolfgang Wegert.

Einen Flyer mit dem Programm gibt es hier: Flyer_web2.pdf.

Die Anmeldung zur Konferenz ist ab sofort möglich unter: www.evangelium21.net.

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