Hier und jetzt
Julia hats drauf!
VD: HT
Smartphones haben viele Vorteile. Das „Connecting“ mit Familie und Freunden ist einfacher geworden. Doch diese Spielzeuge verfügen eben auch über ein gewisses Suchtpotential. So mancher, der früher seine Bibel oder ein gutes Buch gelesen hat und das Gespräch von Angesicht zu Angesicht schätzte, surft heut ziellos auf seinem hochauflösenden Bildschirm daher. Simulierte Gemeinschaft kann in die Einsamkeit führen. Also, nicht übertreiben!
Folgende Ratschläge für den erfolgreichen Bücherverkauf habe ich von dem Reformationsforscher Jim West erhalten. Vielen Dank Jim!
Also:
(1) Schreibe unorthodox. Unorthodox verkauft sich, besonders wenn du den Glauben oder die Kirche abwertest.
(2) Stelle den wissenschaftlichen Konsens falsch dar.
(3) Tue so, als ob die ketzerische Sichtweise aus dem 2. oder 3. Jahrhundert tatsächlich deine eigene neue Erkenntnis sei.
(4) Schmücke dein Buch mit einem glanzvollen Einband und mit seltsamen Posierfotos von dir auf dem Rückumschlag.
(5) Gehe auf die primitivsten Aspekte und Neugierden der menschlichen Natur ein.
(6) Stelle einen Agenten ein.
(7) Eisegetisiere, eisegetisiere, eisegetisiere.
(8) Ignoriere die historische Theologie.
Wenn du diese acht Schritte befolgst, wirst du deine Bücher verkaufen. Um genau zu sein, wenn du diesen Schritten folgst, brauchst du gar nicht mehr vorzugeben, ein Wissenschaftler zu sein (weil du nicht länger einer bist). Du kannst einfach der sein, der du geworden bist: ein Ausverkäufer.
(Es sind einige Musterbeispiele erhältlich, um dich durch den Prozess zu führen. Folge einfach ihren Fußspuren, selbst wenn diese Leute beim besten Willen nicht als Gelehrte bezeichnet werden können.)
VD: NK
Die nachfolgende Grafik habe ich bei den Zeltmacher-Nachrichten gefunden (Vielen Dank!):

Wenn die Staatsmacht Demonstrationen gewaltsam auflöst, hat das vor allem einen Sinn: Der Protest soll kriminalisiert werden, meint Jakob Augstein:
Aber ganz gleich, ob der Staat die Demonstranten kauft oder verprügelt – er schätzt sie nicht. Er misstraut ihnen. Er diskreditiert sie … Jeder Widerstand ist dem Staat verdächtig. Dem Gesetz ist Folge zu leisten. Ein Staat, der seiner Demonstranten nur mit Gewalt Herr werden kann, verliert vor den Augen der Öffentlichkeit seine Legitimation. Der gewalttätige Staat ist der schwache Staat.
Beschwert sich Augstein da etwa über die Eskalationen bei den Protesten in Frankreich? Nein, er schreibt (nur) über die Entwicklungen in Frankfurt und Istanbul.
Nachfolgend ein Gastbeitrag von Hans-Christian Beese über neue „light“-Varianten des Glaubens:
Ich lese seit einiger Zeit emergente Blogs und kann sagen: Man muss ganz schön umdenken! Aber es lohnt sich, erhält man doch von (fast) allen Eckpunkten des christlichen Glaubens eine attraktive, bekömmliche „light“-Variante:
Und alle, die ihr Christenleben bisher als schmalen Weg mit enger Pforte verstanden hatten, dürfen ebenfalls aufatmen.
Ich schrieb in Klammern das Wort „fast“, weil es eine Ausnahme gibt: Vom Menschen gibt es ab sofort die „strong“-Variante: Er ist bei weitem nicht so ohnmächtig, tot und verloren, wie uns die Calvinisten weismachen wollten. Er kann, wenn er will, (auch ohne an Christus zu glauben) gerecht sein: Er muss nur einfach mal anfangen, gerecht zu handeln!
Wie gesagt, attraktiv – man muss „light“ nur mögen. Schmeckt ja schon irgendwie anders.
SchülerInnen, Studierende, Professor_Innen, Absolvent*Innen – es gibt eine Menge Vorschläge, wie man gendergerecht schreiben kann. Warum das sinnvoll sein soll und doch sinnlos sein kann, dazu informiert ungewollt der ausführliche Artikel „Die Entstehung von gendergerechten Schreibweisen“.
Im Trend liegt das „gender-gap_ “ als neue Strategie der Aneignung zur Infragestellung des binären Geschlechtersystems. Das „gender-gap_ “ schreibt _ als Leerstelle_ in Form eines Unterstrichs.
Der Unterstrich, später gender_gap (soziales Geschlecht_Leerstelle) genannt, soll alle Menschen mit einschließen, auch diejenigen, die sich nicht als vermeintliche Frauen oder Männer definieren. Er soll das zwei-Geschlechtersystem in Frage stellen, weil es einige Transgender (Transsexuelle, die das Geschlecht wechseln wollen oder sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen) und intersexuelle Menschen (Menschen deren biologische Geschlechtsmerkmale sich nicht eindeutig einem der beiden Geschlechter zuordnen lassen) nicht einschließt.
In den letzten Jahren verbreitet sich das gender-gap mehr und mehr. Wurde es am Anfang vor allem von queer-feministischen Kreisen verwendet, adaptieren es mehr und mehr Linke und selbst an Universitäten findet sich sein Gebrauch mittlerweile sporadisch wieder.19 Kritik an dieser Schreibweise gibt es derweil z.B. aus feministischer Ecke. Luise Pusch findet heute, dass das Binnen-I zur Aufnahme von Frauen eine bessere Alternative als ein angehängtes Suffix wie beim Schrägstrich/- oder Unterstrich_ ist. Den Unterstrich für Menschen, die sich nicht einem der beiden anerkannten Geschlechter zugehörig fühlen, zu verwenden, findet sie entwürdigend. Außerdem funktioniert diese Schreibweise nicht in allen Sprachen, z.B. dem Englischen, wo es gar keine männlichen und weiblichen Endungen gibt. Deshalb plädiert sie wie viele Andere für eine Entsexualisierung der Sprache durch Verwendung von Formen wie Studierende, Angestellte und Lehrbeauftragte.
Die FAZ hat gestern den Aufsatz „Unbeschreiblich weiblich und männlich“ von Emanuel Derman publiziert (FAZ vom 18.02.2013, Nr. 41, S. 30). Da Geschlechterzuschreibungen – so Derman – immer schwieriger werden, müssen wir „befreite Sexkimos“ neue Wege gehen und Schemen entwickeln, in denen sich alle – ich nenne es: „wiederfühlen“. Derman verweist auf Studenten, die von sich sagen, „ihre Identität variiere in der Zeit“, also „von Tag zu Tag oder von Woche zu Woche“. Bei so viel Bewegung ist der Vorschlag, in Zukunft das Geschlecht mit einer Leerstelle zu kennzeichnen, vielleicht gar nicht grotesk. So bleiben die Publikationen immer authentisch.
Hier der Beitrag über gendergerechtes Schreiben von Studis Online: www.studis-online.de.
Ein Zitat aus der ersten Ausgabe des Hamburger „Patrioten“ von 1724:
Es reicht nicht, ein guter Christ zu sein, man muß auch ein nützliches Glied der Gesellschaft sein.
Der 1724 in Hamburg gegründete Patriot war die bedeutendste deutsche moralische Wochenzeitschrift der Aufklärungsbewegung.