Humor

Vorsicht, Broder!

Anselm Kiefer hat den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels schon bekommen. Der böse Henryk M. Broder plädiert nun dafür, dass der Terrorist Carlos den Preis ebenfalls erhält. Ich sage nur: Vorsicht, Broder!

Man muss schon sehr viel Fantasie haben, um Kiefers Werke als einen Beitrag zum Frieden zu verstehen. Was sie vor allem verbreiten ist die schlechte Laune ihres Urhebers, manche Besucher einer Kiefer-Ausstellung eilen sofort in die Ambulanz einer psychiatrischen Klinik, um nicht wie Bojen, die aus ihrer Verankerung gerissen wurden, im tiefen Meer der Depressionen zu versinken.

Nun ist es nicht unbedingt Aufgabe der Kunst, gute Laune zu verbreiten, aber muss ein Künstler, der für seine friedensstiftende Arbeit ausgezeichnet wurde, so weit gehen, einen Massenmord zu einem Kunstwerk zu erklären? Anselm Kiefer hat vor kurzem während einer Vorlesung am Pariser College de France gesagt, Osama bin Laden habe am 11. September 2001 in New York »das perfekteste Bild geschaffen, das wir seit den Schritten des ersten Mannes auf dem Mond gesehen haben«, dabei sei es ihm nicht um einen terroristischen Akt gegangen, sondern allein darum, symbolträchtige Bilder zu produzieren.

Hier: www.welt.de.

Bilderrätsel

Wer sitzt da wohl am Computer und tippt ein Manuskript?

VD: JT

vORSICHT sATIRE

Nachfolgend ein Gastbeitrag von Johannes Strehle:

vORSICHT sATIRE

Difficile est, satiram non scribere, steht schon in der entmythologisierten Vulgata.

(Um einem möglichen Missverständnis vorzubeugen: Die Satire richtet sich nicht gegen Andreas Müller – ganz im Gegenteil.)

Der Blog Aufklärung 2.0 wird leider geschlossen. Andreas Müller kooperiert künftig mit Theoblog.

Zunächst die Realsatire:

ideaSpektrum hat in der Ausgabe 50/2010 Unter der Überschrift »Kirche – Aufbau oder Abstieg?« ein lesenswertes Interview mit Markus Dröge veröffentlicht. Seit einem Jahr ist Markus Drögeals Nachfolger von Wolfgang Huber Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) mit 1,1 Millionen Mitgliedern. (1960 hatte diese Landeskirche 2 Millionen Mitglieder mehr, 1990 nach dem Ende der atheistischen DDR immerhin noch eine halbe Million Mitglieder mehr als heute.) Diese Landeskirche »ist vor allem bekannt als Kirche der deutschen Hauptstadt, die auch als ›Welthauptstadt des Atheismus‹ bezeichnet wird.«

(Naheliegende) Frage von ideaSpektrum: Welchen Grund sollte eigentlich ein überzeugter Atheist haben, an die christliche Botschaft zu glauben?

Markus Dröge: Wir verkünden die Menschenfreundlichkeit Gottes und schätzen jeden Menschen als Persönlichkeit unabhängig von seiner Leistung. Mit dieser Botschaft können wir jeden Menschen ansprechen. Wir haben gleichzeitig mit unserer Botschaft eine starke Nähe zur Menschenwürde. So tragen wir dazu bei, dass unsere Gesellschaft von Gerechtigkeit und Nächstenliebe geprägt ist. Damit lade ich Atheisten ein, sich der christlichen Botschaft zuzuwenden.

ideaSpektrum: Ein Atheist wird Ihnen sagen: Meinen Nächsten liebe ich auch– dafür brauche ich die Kirche nicht!

Markus Dröge: Ich spreche auch keinem Nicht-Christen ab, dass er die Ethik der Bergpredigt leben kann – Mahatma Gandhi ist das beste Beispiel dafür. Ich würde aber deutlich machen, wie ich aus meinem Glauben die Kraft bekomme, Nächstenliebe zu leben …

Es ist ein Unglück für die Kirche, dass Markus Dröge nicht früher Landesbischof geworden ist. Mit dieser revolutionären, für Atheisten unwiderstehlichen Begründung hätte die Landeskirche seit 1960 nicht zwei Millionen Mitglieder verloren, und Berlin wäre heute nicht die „Welthauptstadt des Atheismus“.

Doch ein Unglück kommt selten allein. Die EKD-Synodalen waren blind. Warum haben sie nicht Markus Dröge als Vorsitzenden gewählt? Damit hätte nicht nur der unaufhaltsame Abstieg der Kirche in Deutschland beendet werden können, sondern der unaufhaltsame Aufstieg hätte begonnen. Dieser beginnt jetzt immerhin in Berlin und der übrigen EKBO. Schade, dass wir keine atheistische Regierung haben. Doch wer weiß – Markus Dröge ist alles zuzutrauen. Er wird auch eine von der christlichen Leitkultur durchdrungene Regierung überzeugen, künftig die Ethik der Bergpredigt zu leben, zumindest durch den Abzug aus Afghanistan.

Andreas Müller gehört zu den ersten Opfern des neuen Landesbischofs. Er konnte als überzeugter Atheist der Begründung von Markus Dröge nicht widerstehen. Deshalb schließt er seinen Blog und kooperiert künftig mit TheoBlog.

In Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz stehen die Leute Schlange, um in die Kirche einzutreten, wie früher – wenn es in der DDR Bananen gab.

Durch Wikileaks wurde ein Mail-Wechsel zwischen Markus Dröge und dem Dalai Lama publik. Nach der Indiskretion reagierte der Dalai Lama indigniert. Was Markus Dröge zu sagen habe, habe er, der Dalai Lama, schon immer gesagt.

Ein Restrisiko bleibt: Dass die Atheisten Mahatma Gandhi noch überzeugender finden als Markus Dröge – was die EKD verhüten möge.

Ende der Satire

Später kommt ideaSpektrum auf Markus Dröges jüngstes »Wort des Bischofs« zu sprechen, auf das Engagement des Bischofs und der Kirche für die Senkung des Energieverbrauchs zu Lasten von Verkündigung und Seelsorge. Der Bischof bestreitet dies.

Daraufhin ideaSpektrum:

Der Berliner »Tagesspiegel« scheint einen ähnlichen Eindruck gehabt zu haben: »In der evangelischen Kirche pflegt man seit geraumer Zeit die Neigung, sich als eine Mischung von Grünen und Greenpeace mit Glockengeläut zu artikulieren … Die Kirche darf sich jedenfalls nicht wundern, wenn die Stromproduzenten bald auch ein paar Gedanken zu Schlüsselfragen der Ökumene äußern. Deren Kompetenz wäre etwa gleich hoch einzustufen.«

iBible

Wie läuft es mit der Bibellektüre? Na ja? Ist vielleicht die iBible die Lösung?


Map of Online Communities 2010

Hier die aktuelle Weltkarte der Online Gemeinschaften und Sozialen Netzwerke. Die Größe einer Karte steht für das Volumen der sozialen Aktivitäten (pro Tag). Facebook führt klar. Vielleicht ein Grund mehr, sich den Film The Social Network anzusehen.

VD: RM

8 Ratschläge für eine »erfolgreiche« Gemeindearbeit

Nachfolgend acht Ratschläge für eine »erfolgreiche« Gemeindearbeit:

  1. Schaffe eine emotional und spirituell anziehende Atmosphäre. Auf diese Weise finden viele Menschen den Weg in die Gemeinde.
  2. Hebe regelmäßig hervor, dass Menschen, die an Jesus Christus glauben, enorm davon profitieren (z.B. durch Erfolg, Gesundheit oder Wohlstand). Dass Gemeindemitarbeit anstrengend ist, bekommen die Leute sowieso irgendwann mit. Meide die Kreuzestheologie!
  3. Zeige immer wieder, dass es beim Christsein auf den Willen ankommt. Die Leute sollen schnell lernen, dass eine gute »Performance« (z.B. bei Krankenheilungen) eines Sache des starken Willens ist.
  4. Transparenz beim Umgang mit Geld, Informationen und Ressourcen kostet viel Zeit und Kraft, die Du woanders (z.B. beim Marketing) besser einsetzen kannst. Wichtig ist, dass was passiert.
  5. Mit kleinen monetären Zuwendungen, initiierten Schuldgefühlen oder überschwänglicher Anerkennung kann man Prozesse in einer Gemeinde wirksam steuern. Habe den Mut, mit kleinen Aufmerksamkeiten die Effektivität zu steigern.
  6. Konzentriere Dich mehr auf die Gaben der (potentiellen) Mitarbeiter als auf ihr geistliches Wachstum. Die besten Mitarbeiter sind diejenigen, die das Evangelium nicht verstanden haben und gut reden können.
  7. Verzichte auf die theologische Schulung der Gemeindeglieder. Ausbildung »verkopft« das Christsein und fördert die geistliche Mündigkeit. Du brauchst Leute, die Dir folgen.
  8. Setze ganz auf ehrenamtliche Mitarbeit und erkläre Deinen Leuten, dass es eine Ehre ist, dabei zu sein. Schließlich werden sie im Himmel einen Lohn bekommen.

Anstoß und Begründung für diese Tipps hier: www.heise.de.

Soziologie studieren?

Falls jemand darüber nachdenkt, demnächst Soziologie zu studieren, empfehle ich die Seattle Pacific University (USA). Dort findet die Frau oder der Mann den optimalen Lehrkörper: www.spu.edu.

Emergentes Glaubensbekenntnis

Donald Carson hat kürzlich ein emergentes (ist nicht ganz ernst gemeint) Glaubensbekenntnis vorgelegt (Quelle ist eine Buchempfehlung für: Andreas J. Kostenberger u. Michael Kruger: The Heresy of Orthodoxy: How Contemporary Culture’s Fascination with Diversity Has Reshaped Our Understanding of Early Christianity):

Im Anfang war die Vielfalt und die Vielfalt war bei Gott und Gott war die Vielfalt. Ohne die Vielfalt ist nichts gemacht, was gemacht ist. Es begab sich aber, dass grantige alte ›rechtgläubige‹ Leute die Vielfalt einengten und sie schließlich ausgrenzten und als Häresie ablehnten. Doch in der Fülle der Zeit (die natürlich unsere Zeit ist) erstand die Vielfalt und zerschmetterte die Rechtgläubigkeit. Und nun, die Vielfalt sei gebenedeit, als einz’ge Häresie bleibt – die Rechtgläubigkeit.

VD: AW

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