Jonathan Edwards

Vom steten Rückbezug auf das Evangelium

 

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Mark P. Linden schreibt in seiner Dissertation (zu der ich herzlich gratuliere): Sehnsucht nach Glück im theologischen Horizont: Jonathan Edwards’ und John Pipers Beitrag zu einer erfahrungstheologischen Vertiefung eines anthropologischen Grundbedürfnisses (Tübingen: Mohr Siebeck, 2025, S. 374–375)

„Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, drum folg’ ich deinen sel’gen Zügen“, formuliert Gerhard Tersteegen in Ich bete an die Macht der Liebe (1750), Strophe 6. Statt eine „inhumane Perfektionsideologie“ zu befördern, liegt der Fokus einer Theologie des Glücks auf dem reditus ad perfectum: Die Lösung von einer rastlosen und selbstzentrierten – und dadurch unvollkommenen – Frömmigkeit liegt in der Konzentration auf das bei Gott vollkommene Glück, an welchem er die Menschen teilhaben lassen möchte. Glück bedeutet, von der Fülle, dem Überfluss des Glücks Gottes erfüllt zu sein und an diesem Glück zu partizipieren. Gerade die Auseinandersetzung mit erfahrungstheologischen Konzeptionen, die als ein maßgebliches Kennzeichen ihrer Anthropologie der Wiedergeborenen die sinnliche Erneuerung hervorheben, gebietet eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Fehlbarkeit des Wiedergeborenen und seiner Gefühle. Die für Jonathan Edwards wichtigen Verse aus 2. Pet 1,3–4 zeigen in nuce das Potenzial seines Heiligungsverständnisses für eine Theologie des Glücks: 3 Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft. Durch sie sind uns die kostbaren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr durch sie Anteil bekommt an der göttlichen Natur, wenn ihr der Vergänglichkeit entflieht, die durch Begierde in der Welt ist. Heiligung ist erstens ein Beschenktwerden durch die Kraft Gottes (V. 3), zweitens die Erkenntnis der Herrlichkeit und Kraft Gottes (V. 3f.) und drittens die Teilhabe am Wesen Gottes durch die Abwendung von vergänglichen Glücksversprechen (V. 4). Gerade angesichts der persönlichen Unzulänglichkeiten kann die Zusage seiner Kraft Gelassenheit schenken. Die Verheißung der Teilhabe an seinem Wesen – Edwards spricht in diesem Kontext von Partizipation – ist eine in hohem Maße befreiende und beglückende Zusage zugleich, die sich von einer mitunter quälenden Interospektion und selbstzentrierter Frömmigkeit zu lösen vermag. Entscheidend dabei ist die certitudo, die von Gott zugesprochene Heilsgewisseheit [sic!], nicht aber die Gier nach Erfahrung und – Edwards nannte dies „affected with their affections“ – der Wunsch nach Fixierung der Glaubensgefühle im Sinne menschlicher securitas. Das christliche Verständnis von Glück ist ein promissionales. Wer sein Glück im innertrinitarisch vollkommenen Glück Gottes gründet und daran partizipiert, ist vom Richtigen beglückt, aber bleibend gefährdet, die Abhängigkeit von Gott mit der Abhängigkeit von sich und seinen Gefühlen zu verwechseln. Passend dazu formulierte es der für John Pipers Theologie sehr prägende C.S. Lewis in Mere Christianity: „Though our feelings come and go, God’s love for us does not.“ Auch der Wiedergeborene bleibt – wie bereits deutlich wurde – gefährdet, seine Erweckung und Heiligung zur Eigenleistung zu erklären, statt sich von der unerschütterlichen Liebe Gottes abhängig zu machen – man könnte sogar noch stärker sagen: ganz von ihm absorbiert zu werden, wie es Edwards nennt.

Das Buch gibt es hier.

Die Sünder in den Händen eines zornigen Gottes

In Jonathan Edwards bekanntester Predigt heißt es: 

Alle Bemühungen und Maßnahmen, welche die Sünder sich ausdenken, um der Hölle zu entrinnen, helfen ihnen in keinem Augenblick, solange sie Christus ablehnen und damit Sünder bleiben. Fast jeder natürliche Mensch, der etwas von der Hölle vernimmt, bildet sich ein, dass er ihr entrinnen werde; er vertraut auf sich selbst zu seiner Sicherheit; erschmeichelt sich in seinen Gedanken an das, was er schon geleistet hat, jetzt noch leistet und in Zukunft noch leisten wird; jeder überlegt sich nach seinem eigenen Sinn, wie er der Verdammnis entgehen könne; er verlässt sich darauf, dass es ihm wohl gelinge und dass seine Pläne nicht scheitern können. Zwar hat er schon gehört, dass nur wenige der bis jetzt verstorbenen Menschen errettet wurden, dass also der weitaus größere Teil in die Hölle gelangt sei; aber jeder stellt sich vor, dass seine Pläne und Maßnahmen eben besser seien als diejenigen der schon verlorenen Seelen. 

Die Predigt Die Sünder in den Händen eines zornigen Gottes kann hier heruntergeladen werden: mbstexte074_2.pdf.

„Ich möchte …“

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Bild: Herold-Verlag

Der Herold-Verlag vertreibt seit kurzem einen  Tischaufsteller mit „Guten Vorsätzen für das Leben als Christ“. Dieser Tischaufsteller orientiert sich an den sogenannten „Entschlüssen“ des amerikanischen Theologen und Missionars Jonathan Edwards (1703–1758). Der Verlag schreibt darüber:

Die hierin enthaltenen Vorsätze gehen auf die „Entschlüsse“ (im Original „Resolution“) des bekannten puritanischen Predigers Jonathan Edwards zurück. Mit gerade einmal 18 Jahren verfasste Edwards über mehrere Monate hinweg seine „Entschlüsse“, die ihm dabei helfen sollten, täglich in der Verantwortung vor Gott und im Blick auf das Evangelium zur Ehre Gottes zu leben.

Im Original sind es 70 Entschlüsse. Wir haben uns entschieden, eine Auswahl zu treffen, da sich manche der Entschlüsse inhaltlich leicht wiederholen. Zum leichteren Verständnis haben wir uns nicht an die genaue Wortwahl Edwards’ gehalten, sondern die Entschlüsse umformuliert, den Sinn und das Anliegen aber stets beibehalten!

Der Kalender, der sich auch gut als Geschenk eignet, kann hier bestellt werden: www.herold-mission.com.

Jonathan Edwards: Der christliche Glaube ist vernünftig

Jonathan Edwards schreibt über die vernünftige Basis des christlichen Glaubens (zitiert aus: Gott allein!, Herold Verlag, 2019, S. 89–90):

[Jonathan Edwards] war davon überzeugt, dass Gottes Herrlichkeit, wenn sie mit den geistlichen Augen gesehen wird, auch als majestätisch und überzeugend angesehen wird. Edwards schlägt aber noch einen anderen Weg ein. Er betont zudem noch, dass unser Glaube an die Wahrheit des Evangeliums sowohl vernünftig als auch geistlich sein muss. Die Herrlichkeit Gottes im Evangelium ist der Schlüssel für beides.

Edwards sagt, dass eine Person zwar in Bezug auf die Wahrheiten des Evangeliums starke religiöse Gefühle hegen kann, diese jedoch vollkommen wertlos sind, wenn „diese Überzeugung nicht eine vernünftige Überzeugung ist“. Was meint Edwards mit „vernünftig“?

„Mit einer vernünftigen Überzeugung meine ich eine Überzeugung, die auf reellen Beweisen oder einer guten Grundlage beruht. Jemand kann die starke Überzeugung vertreten, dass die christliche Religion wahr ist, während ihre Überzeugung überhaupt nicht auf Beweisen gründet, sondern eher der Erziehung oder der Meinung anderer geschuldet ist.
So sind viele Muslime stark von der Wahrheit ihrer Religion überzeugt, weil ihre Väter, ihre Nachbarn usw. daran glauben. So scheint im Fall des rein kulturell christlichen Glaubens zwar die Ausrichtung besser zu sein, doch der Glaube an sich ist nicht besser. Denn das, woran man glaubt, mag wahr sein, während sich der Glaube doch nicht auf die Wahrheit gründet, sondern auf die Erziehung. Somit wäre diese „christliche“ Überzeugung auch nicht besser als die der Muslime. Ebenso sind die Auswirkungen, die aus dieser Überzeugung resultieren, im Prinzip nicht besser als die der Muslime.

J. Edwards: Eigenliebe oder echte Liebe

Jonathan Edwards, (Sind religiöse Gefühle zuverlässige Anzeichen für wahren Glauben, 2012, S.131–132):

Es gibt natürlich eine Art von Liebe oder Empfindung, die ein Mensch zu anderen Menschen oder Dingen hat, die klar der Eigenliebe entspringen. Sie gründet sich auf eine sich vorher vorgestellte Beziehung, die der Mensch zu dem anderen hat oder sich von dem anderen wünscht. Wenn aber das Erste, was jemanden zu einem anderen zieht, das ist, dass man die Eigenschaften und Tugenden sieht, die man als in sich selbst liebenswert erkennt, dann wird sich die Liebe ganz anders zeigen als eine Liebe, die dem Eigeninteresse entspringt. Sie unterscheidet sich von Eigenliebe, die aus einem Geschenk entspringt, welches der andere gibt, wie ein Richter den Menschen liebt und begünstigt, der ihn bestochen hat.

Die Art von Empfindung für Gott oder Jesus Christus, die aus Eigenliebe entspringt, kann keine wirklich begnadete und geistliche Liebe sein. Liebe zu Gott aus Eigenliebe kann nicht mit echter Liebe zu Gott verwechselt werden, die edlen Empfindungen entspringt. Denn Eigenliebe ist sowohl Menschen als auch Teufeln gemeinsam. An ihr ist nichts Göttliches.44 Wie Jesus fragte: „Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, was für einen Dank erwartet ihr daßr? Denn auch die Sünder lieben die, welche sie lieben“ (Lk 6,32). Liebe, die aus Eigenliebe entspringt, ist aus der Sicht Gottes wertlos. Sie erinnert uns daran, wie Satan die Rechtschaffenheit Hiobs bestreitet: „Ist Hiob umsonst gottesßrchtig? Hast du nicht ihn und sein Haus und alles, was er hat, ringsum eingehegt?“ (Hiob 1,9-10). Gott hätte nicht zugelassen, dass dieser Einwand erhoben wird, wenn die Beschuldigung nicht eine gewisse Grundlage gehabt hätte.

Es ist angemessen zu bekräftigen, dass die Grundlage echter Liebe zu Gott sein innerer Wert ist, denn er ist würdig, um seiner selbst willen geliebt zu werden. Dies macht ihn so der Liebe wert. Seine göttliche Vorzüglichkeit ist so herrlich. Deshalb ist Gott Gott: er ist um seiner selbst willen zu lieben.

Manche Menschen, welche die Herrlichkeit und Schönheit Gottes in Christus niemals erkennen, können durch Eigenliebe zur Liebe zu Gott bewegt werden. Doch Dankbarkeit kann genauso wie Zorn rein natürlich sein. Zorn entsteht, wenn Eigenliebe durchkreuzt wird. Dankbarkeit ist eine Empfindung, die jemand hat, weil ein anderer ihn liebt oder ihm irgendetwas Gutes tut. Beides ist Ausdruck von Eigenliebe. Denn es kann eine Form der Dankbarkeit geben, die aus keinerlei echter oder richtiger Liebe kommt. Christus spricht in Lukas 6,32 von dieser Art von Dankbarkeit, wenn er sagt, dass Sünder diejenigen lieben, die sie lieben. Ebenso war auch Saul sehr von Dankbarkeit gegenüber David bewegt, dafür, dass dieser sein Leben verschonte, doch er blieb von Gewohnheit her sein Feind. Wir haben viele Beispiele dieser Art von Dankbarkeit in der Schrift.

J. Edwards: Geistliche Empfindungen

Jonathan Edwards, (Sind religiöse Gefühle zuverlässige Anzeichen für wahren Glauben, 2012, S.118–119):

Der Heilige Geist gibt den Seinen religiöse Empfindungen. Also ist der Charakter und die Weise, in welcher der Heilige Geist in den Heiligen wirkt, in hohem Maße anders als alles, was ein Mensch auf natürliche Weise erkennt oder erfährt. Die Menschen, in denen der Geist Gottes wohnt, werden nicht nur geistlich genannt, sondern auch ihre Empfindungen und charakteristischen Erfahrungen. Dies unterscheidet sich völlig von allem, was für den Menschen natürlich ist. Es ist ein Werk, welches dem Heiligen Geist eigen ist.

Diese Wahrheit wird in der Schrift durch Sätze ausgedrückt wie, dass die Heiligen „göttlicher Natur teilhaftig“ werden (2.Petr 1,4) und er in ihnen bleibt und sie in Gott (s. l.Joh 4,12.15-16; 3,24). Dieses Werk bedeutet, dass Christus in ihnen ist (s. Joh 17,21; Röm 8,10). Es bedeutet, „ein Tempel des lebendigen Gottes“ zu sein (2.Kor 6,16). Es meint, durch das Leben Christi zu leben (s. Gal 2,20). Es hat damit zu tun, Gottes Heiligkeit teilhaftig zu werden (s. Hebr 12,10). Es heißt, dass Christi Liebe in einem wohnt (s. Joh 17,26). Es besteht darin, Christi Freude völlig in sich zu haben (s. Joh 17,13). Es besteht darin, in Christi Licht das Licht zu schauen und mit dem Strom seiner Wonne getränkt zu werden (s. Ps 36,9-10). Es heißt, Gemeinschaft mit Gott zu haben, an ihm teilzuhaben oder mit ihm in Verbindung zu stehen (s. l.Joh 1,3).

Dies meint jedoch nicht, dass die Heiligen an der Essenz Gottes Anteil erhalten und so mit Gott vergöttlicht oder mit Christus „verchristlicht“ werden, wie manche irrtümlich und fälschlich lehren. Sondern es heißt, um den biblischen Begriff zu verwenden, dass sie an Gottes Fülle Anteil haben (s. Eph 3,17-19; Joh 1,16), das heißt, nach dem Maß und Vermögen eines Geschöpfes an Gottes geistlicher Schönheit und Seligkeit teilhaben. Das meint das Wort „Fülle“ in der Bibel.

J. Edwards: Satan und die Schrift

Jonathan Edwards, (Sind religiöse Gefühle zuverlässige Anzeichen für wahren Glauben, 2012, S. 82–83):

Gibt es keine Belege dafür, dass der Teufel Stellen aus der Schrift nehmen und falsch anwenden kann, um Menschen zu täuschen? Dies steht sicherlich in der Macht Satans. Es ist keine große Sache, Menschen Laute oder Buchstaben ins Gedächtnis zu rufen, und wenn Satan die Macht dazu besitzt, dann hat er auch die Macht, Worte hervorzubringen, die in der Bibel stehen. Für Gefühle ist es keine größere Sache, durch Stellen der Schrift zu entstehen, wie aus irgendeiner sinnlosen Geschichte oder einem Lied. Sind Texte aus der Schrift so heilig, dass der Teufel nicht wagt, sie zu missbrauchen oder anzutasten? Hat er nicht Christus selbst frech in der Wüste herausgefordert, ihn hierhin und dorthin gebracht, auf einen hohen Berg und auf die Zinne des Tempels? Er fürchtet sich nicht davor, die Schrift anzutasten und sie für seine eigenen Zwecke zu missbrauchen. In der Tat legte er Christus eine Schriftstelle nach der anderen vor, um ihn zu täuschen und zu versuchen. Kann er dann nicht weiterhin versuchen, heute Menschen mit Stellen aus der Schrift zu täuschen? Er kann Verheißungen der Schrift anhäufen und sie verdreht anwenden, sie benutzen, um aufkommende Zweifel zu zerstreuen oder in einem armen, irregeführten Sünder falsche Freude und falsches Vertrauen zu stärken.

Auch falsche Lehrer können die Schriften benutzen. Desgleichen können verkehrte und falsche Lehrer die Schrift zu ihrem eigenen und anderer Leute Verderben verdrehen und tun es auch (s. 2.Petr 3,16). Wir sehen, wie sie die Schrift frei benutzen, sodass es keinen zu kostbaren oder heiligen Text gibt, den sie nicht zum ewigen Verderben vieler benutzen können. Das Herz des Menschen ist trügerisch, wie der Teufel, und der Mensch benutzt die gleichen Mittel, um zu täuschen.

Es ist klar, dass jeder durch das Lesen von Texten der Schrift heftige Empfindungen erleben kann wie Hoffnung und Freude. Es können einem in der Tat kostbare Verheißungen der Schrift unvermutet und ungewöhnlich in wunderbarer Folge und als wären sie gerade gesprochen ins Gedächtnis gerufen werden. Doch nichts davon ist ein hinreichendes Argument dafür, dass diese Empfindungen von Gott angeregt sind. Sie können tatsächlich die Wirkungen von Satans Trug sein.

Die Entschlossenheit von Jonathan Edwards

Jonathan Edwards wurde keine 60 Jahre alt. Dennoch hat der Theologe und Erweckungsprediger trotz schwierigster Arbeitsbedingungen ein unglaubliches Schaffenswerk hinterlassen. Caroline Schröder schreibt über seinen Fleiß und seine Entschlossenheit (Glaubenswahrnehmung und Selbsterkenntnis, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1998, S. 20–21):

„Entschlossen, mit all meiner Kraft zu leben, solange ich lebe“ — dies kann geradezu als die Devise verstanden werden, nach der Edwards sein Leben gestaltet. Selbstkontrolle und Willensstärke zeigt er u.a. da, wo er der schwachen Konstitution seines Körpers mit äußerster Disziplin begegnet. Er beginnt sein Tageswerk an Sommertagen um vier Uhr morgens und erlaubt sich im Winter, eine Stunde länger zu schlafen. Täglich verbringt er dreizehn Stunden in seinem Studierzimmer. Doch immer wieder werden ihn Krankheiten zu längeren Unterbrechungen zwingen. Die Entschlossenheit, mit der Edwards sein Leben in die Hand nimmt, ist bemerkenswert für jemanden, der später einmal alle seine intellektuellen Möglichkeiten in Bewegung setzen wird, um die Freiheit des Willens als Absurdität darzustellen. Immer wieder fällt auf, wie unvermittelt und spannungsvoll Edwards’ eigene systematische Anstrengung neben seinem Abhängigkeitsbewußtsein Gott gegenüber stehen bleibt. So klingt der Grundton seiner Theologie bereits in seinen frühen „Resolutions“ an. Alles ist da: die ganzheitliche Konzentration auf „Gottes Ehre“, auf die alle Lebensäußerungen ausgerichtet werden; die gründliche Ursachenforschung, mit der das Böse auf seinen Ursprung zurückverfolgt und aus dem eigenen Leben hinausgetrieben werden soll; das Ringen um eine Intensivierung der religiösen Erfahrung in überschaubaren Zeiträumen; die Offenheit, mit der diese Erfahrung Gott gegenüber darlegt werden soll; das Erschrecken vor der Möglichkeit, Zeit zu vergeuden, sowie die Abscheu vor einem Leben, das sich im Rückblick als vertan erweist — und: die Orientierung an einer Wirklichkeit, als habe er sie bereits gesehen?

Themelios 39.2

Them39 2Die neue Ausgabe der Zeitschrift Themelios ist online. Schwerpunktthema ist diesmal Jonathan Edwards (1703–1758).

In seinem Editorial geht D.A. Carson der Fragen nach, was eigentlich eine „Evangeliums-Sache“ ist:

Today it is very common to hear that such-and-such a topic is “a gospel issue.” We must hold to the eternal generation of the Son: it is a gospel issue. We must defend inerrancy: it is a gospel issue. We must espouse complementarianism: it is a gospel issue. We must be sabbatarians: it is a gospel issue. We must hold to a specific eschatological vision: it is a gospel issue. We must hold to substitutionary penal atonement: it is a gospel issue. Alternatively, the weight of some doctrines may be diminished by our pronouncements if we declare that something or other is not a gospel issue. We then hear statements like these: Inerrancy may be important, but it is not a gospel issue. I disagree with your understanding of the role of the nation of Israel in the history of redemption, but that’s all right: it’s not a gospel issue. Why do you make such a fuss over complementarianism? After all, it’s not a gospel issue.

Hier: Themelios39.2.pdf.

J. Edwards Brief an einen Neubekehrten

201301241917.jpgIm Jahr 1741 schrieb Jonathan Edwards einen bedeutsamen Brief an einen uns unbekannten jungen Menschen. Er wollten diesem Mann, der gerade Christ geworden war, nützliche Ratschläge für das tägliche Leben geben. Auch wenn das Schreiben über 250 Jahre alt ist, sind Edwards Ratschläge und die Herausforderungen des jungen Christen immer noch aktuell.

Der Brief wurde vom Herold Verlag in deutscher Sprache herausgegeben und kann dort gratis bestellt werden. Der Verlag, der vor allem als Schriftenmission arbeitet, ist freilich für eine kleine Spende dankbar.

Hier: www.herold-schriftenmission.de.

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