Von der Ungewissheit des Glaubens

Manche Leser des TheoBlogs haben nie einen postmodernen Theologen im O-Ton gehört. Hier gibt es nun die Möglichkeit, diese Erfahrung nachzuholen. Der Fundamentaltheologe Magnus Striet (Universität Freiburg) hat im DLF-Gespräch mit Andreas Main die Ungewissheiten des christlichen Glaubens offengelegt. Das Zuhören ist kein Vergnügen, aber in mancherlei Hinsicht hilfreich. Es zeigt vor allem, dass die universitäre […]

Die Geschlechterillusion

Gender-Studies haben Sukkurs an den Universitäten in Deutschland und der Schweiz. Sie vertreten die These, dass Menschen ihr Geschlecht frei wählen können. Stimmt das? Lange durften die Gender-Theoretiker ihre Behauptungen verbreiten, ohne auf Widerstand zu stoßen. Immer mehr Leute erkennen inzwischen jedoch, dass der Kaiser keine Kleider anhat. Hier ein bissiger Kommentar von Axel Meyer, […]

Identitätsfindung in der Postmoderne

Jonas Erne hat das Buch Das komponierte „Ich“: Identitätsfindung in der Postmoderne rezensiert: Der Untertitel lautet „Identitätsfindung in der Postmoderne und das christliche Menschenbild“. Der Inhalt basiert auf zwei Vorträgen, die Ron Kubsch 2010 und 2011 gehalten hat. In der Einleitung geht es um die Frage nach dem Subjekt. Wer bin ich? Diese Frage ist in unserer Zeit […]

Das komponierte „Ich“

Die klassische Annahme einer stabilen und „naturgegebenen“ menschlichen Identität wird in unserer Kultur nachhaltig hinterfragt. Prozesse wie Fragmentierung, Relativierung und Durchmischung haben zur „Entbettung“ des Menschen geführt und lassen einheitliche Identitätserfahrungen kaum mehr zu. Angesagt sind kurzweilige identitätsstiftende Erlebnisse. Leute versuchen, durch den Konsum vorgefertigter Angebote, das Andocken an eine oder mehrere Subkulturen oder durch […]

Auf der Suche nach neuen Narrativen

Europa brauche eine neue Erzählung, ein neues Narrativ, wird allenthalben gefordert, um seine Fliehkräfte wieder einzufangen. Doch das ist eine falsche Forderung, meint der Kulturwissenschaftler Daniel Hornuff: In Zeiten von Internet und Social Media gibt es die eine Erzählung schon lange nicht mehr. Ich stimme Hornuff in vielem zu. Das schließende „Machen wir das Beste […]

Zweifelhafte Therapeutisierung

Es gibt sie, die unglaublich umsichtigen und klugen Psychologen, die mit bewundernswerter Menschenkenntnis und -liebe Erschöpfte oder Traumatisierte begleiten. Heute las ich den Bericht eines Psychologen, der als Mitarbeiter von „Ärzte ohne Grenzen“ in Kriegsgebieten und Krisenregionen Menschen mit enormen psychischen Beschwerden unterstützt hat (Krieg, Kultur und Psyche, NERVENHEILKUNDE 6/2016, S. 375–377). Unumwunden beschreibt er […]

Zygmunt Bauman (1925–2017)

Der streitbare jüdisch-polnisch-britische Soziologe Zygmunt Bauman ist am 9. Januar 2017 im Alter von 91 Jahren gestorben. Er gehörte zu den bedeutenden Geisteswissenschaftlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gilt als ein Wegbereiter postmodernen Denkens. In seinem Hauptwerk Flüchtige Moderne (in dt. Sprache 2003) beschrieb er, wie DER SPIEGEL korrekt berichtet, „die Schattenseiten der postmodernen Gesellschaft: Überbetonung des […]

Die performative Theorie der Versammlung

Judith Butler hat ein Buch über die performative Theorie der Versammlung geschrieben. Gregor Quack hat mit ihr darüber gesprochen. In einer Rezension schreibt Hannah Bethke (FAZ vom 25.11.2016, Nr. 249, S. 10): Was genau ist die zentrale Botschaft? Welchen politischen und theoretischen Mehrwert haben wir von der normativen „Konstruktion des Menschlichen“, von Wortschöpfungen wie „vordiskursiv“, „resignifizieren“ […]

Die Postmoderne ist tot

Obwohl ich nicht viel davon halte, immer gleich von Epochen zu sprechen, äußerte Max Heine bereits 2013 zutreffende Kritik an dem Anspruch der Postmoderne: Auch für das gesellschaftliche Zusammenleben stellt die „radikale Pluralität“ der Postmoderne eine nicht zu unterschätzende Bedrohung dar, denn wenn alles wahr und nichts falsch ist, wenn die Idee einer ordnenden moralischen […]

Überredungskunst à la Zimmer

Im Sommer letzten Jahres hielt Siegfried Zimmer beim „Freakstock“-Festival einen Vortrag zum Thema „Das Verständnis der Moderne als ein Schlüssel zum angemessenen Verständnis von biblischen Texten“. Holger hat sich den Vortrag angehört und analysiert. Danke! Zimmers Ausführungen zum historischen Denken enttäuschen daher auf ganzer Linie. Der Boden ist bei ihm nun bereitet für ein aktuelles […]

Die totalitäre Linke in den USA

ZEIT Campus liefert in einer sehr umfangreichen Reportage Einblicke in die US-amerikanische Bewegung der „Neuen Radikalen“. Diese junge Bewegung versucht über Paradigmen der Kulturwissenschaft und Genders Studies einen Gerechtigkeitswahn zu etablieren, der an etlichen Universitäten bereits zu einem Klima des Misstrauens geführt hat. Es gibt nicht nur gnadenlose Reglementierungen, sondern Maßnahmen, die an eine Hexenjagd […]

Tiki Küstenmacher: „Das Gottesbild weitet sich“

Der evangelische Theologe Werner Tiki Küstenmacher versucht seit mehr als 30 Jahren, das Bild von Kirche mit seinen Cartoons und Büchern zu beeinflussen. Sein aktuelles Buch trägt den Titel „Gott 9.0 – Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird“. Darin entwickelt Küstenmacher ein Stufen-Modell von Religion – und Glaubenszweifel wird hier zu einer tragenden Säule. Das […]

Postmoderne: „Jeder hat recht“ ist unlogisch

Der Religionsphilosoph Professor Daniel von Wachter hat in einem Interview dem Medienmagazin pro über das Denken der Postmoderne den Wahrheitsrelativismus scharf kritisiert: Daniel von Wachter: Postmodernismus ist nicht eine Analyse des Denkens der Mehrheit der heutigen Menschen, sondern besteht aus bestimmten Behauptungen bestimmter Autoren. Zum Beispiel: Es gibt keine objektive Wahrheit; es gibt keine Wirklichkeit, […]

Event-Gottesdienste: „Gott, Sex und sowas“

Die westlichen Kirchen experimentieren mit neuen Gottesdienstformen, um Sinnsucher und kirchenferne Milieus anzusprechen. Ob Starwars oder Orgasmus – alle Themen sind kanzeltauglich geworden. Und Shakira singt dazu. Was sagte einst Kurt Tucholsky über die Kirchen? „Atemlos jappend laufen sie hinter der Zeit her, auf dass ihnen niemand entwische.“ Hier der DLF-Bericht über den Versuch der Kirchen, Menschen […]

Die Männer sind in Schwierigkeiten

Die dänische Journalistin Iben Thranholm wurde kürzlich von Anissa Naouai zur „femininen Männerkultur“ in Europa befragt. Ihre Antworten überraschen, denn sie kritisiert den postmodernen Genderwahn mit sehr klaren Worten und fordert einen „neuen Mann“. Schade, dass es keine Übersetzung gibt. Hier: VD: KS

Vom Kult der Selbstinszenierung

Essens O’Neil hat Jahre damit verbracht, sich selbst im Internet zu inszenieren. Bis zur Erschöpfung veröffentlichte sie Fotos, die so aussahen, als seien sie rein zufällig entstanden. Tatsächlich waren die Bilder „gestellt“ und enthielten oft versteckte Botschaften. Botschaften, für die eine finanzkräftige Werbebranche genug zahlte. Jetzt ist sie ausgestiegen und erzählt die Geschichte ihrer Abkehr auf […]

Gewinnspiel mit Sex-Robotern

Sie werden kommen, die digitalen Sexsklaven und -sklavinnen. Die Industrie treibt die Pornographiesierung der Gesellschaft mit ihrer Unterstützung auf eine neue qualitative Stufe und sieht in diesem Zweig erhebliche Gewinnchancen. Die Roboter werden nämlich gut zahlende Käufer in die Abhängigkeit führen und sich so zuverlässige Einnahmequellen heranziehen. Freilich werden die Kunden damit auch in eine noch größere […]

Die Infantilisierung der amerikanischen Universitäten

An den amerikanischen Universitäten wird die postmoderne politische Korrektheit allmählich zu einer gnadenlosen Ideologie, die die Meinungsfreiheit bedroht. Verantwortlich sind neben einer linken Politik auch die sozialen Medien. Um Fühlen geht es, nicht mehr um Denken oder Wissen. Anstatt etwas Objektives zu lernen, suchen Studierende Aussagen ihrer Professoren, die emotional verletzen könnten. Lehrende und Kommilitonen werden wegen […]

T. Tennant: Schluss mit der Kontextualisierung

Der Missionswissenschaftler Tim Tennant hält den Begriff „Kontextualisierung“ inzwischen für so untauglich, dass er es für angemessen hält, den Begriff durch das Wort „Übersetzung“ (engl. „Translation“) auszutauschen. Schon 2010 hat er in seinem Buch Invitation to World Missions: A Trinitarian Missiology for the Twenty-First Century  geschrieben: Heutzutage verwenden einige Kontextualisierung, um die Idee zu verbreiten, dass […]

Zu blöd für die Liebe

Die App Tinder ist für schnellen Sex gedacht und wird mit großer Romantik beworben. Das Netzwerk bedient die Ansprüche junger Menschen, die sich nicht festlegen wollen. Isabell Prophet hat für die FAZ die Bindungsunfähigkeit ihrer eigenen Generation beschrieben: Ich glaube: Großstädte sind die Schmelztöpfe der Vollidioten. Meine Generation ist zu blöd, um sich zu verlieben. […]