Eltern brauchen ihr Smartphone als Werkzeug, Stressventil und zur Verbindung mit der Welt. Doch Kinder bemerken die ständige Ablenkung genau – und das kann ihnen nachhaltig schaden. Diie FAZ berichtet aus der Forschung zum Thema:
Aber eine kleine Beobachtungsstudie aus den Vereinigten Staaten zeigt, dass das Smartphone sich häufig zwischen Eltern und Kind drängt. Darin wurde die Handynutzung von 58 Eltern mit ein bis fünf Jahre alten Kindern genau überwacht. Mutter und Vater holten das Gerät pro Tag im Schnitt 67 Mal für insgesamt vier Stunden hervor. Befragungen zeigen: 70 Prozent der Eltern geben zu, ihr Handy während des Spielens oder der gemeinsamen Mahlzeiten zu verwenden. 89 Prozent nutzen es täglich im Beisein ihrer Kinder.
Langsam wird klar, welche Folgen das haben kann. In einer Arbeit aus dem „Journal of Child and Family Studies“ ist zu lesen: „Die übermäßige Nutzung digitaler Geräte im Familienalltag hat die Eltern-Kind-Beziehungen grundlegend verändert, was zu einer zunehmenden Entfremdung innerhalb der Familie geführt hat und eine Generation von Kindern hervorgebracht hat, die inmitten der allgegenwärtigen Technologie um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern konkurrieren.“
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Ich behaupte mal, dass Eltern die ihr Smartphone ihren Kindern vorziehen, denjenigen gehören, die schlichtweg keine Kinder wollten und nur wegen Druck aus Familie und Gesellschaft einem Drehbuch gefolgt sind. Die brauchen dann halt etwas, um sich von ihrem gescheiterten Lebensentwurf irgendwie abzulenken. Die „Entfremdung“ ist keine Smartphone-Folge, sie ist eine schon lange bekannte Konsequenz in typischen Familien mit „Verhütungsunfällen“. Es leben über 1 Mrd. Kinder auf diesem Planeten, die eigentlich keiner wollte und für die genau dieses Unerwünschtsein Alltag ist.
In gewissen Kreisen ist immer noch die Baby-Boomer-Denke verbreitet, dass jeder Hinz und Kunz heiratet und Kinder bekommt, weil die amerikanische Regierung in den 1950ern ein Repopulations-Programm für Veteranen aufgelegt hat. Die Spätfolgen dieser geschichtlichen Ausnahmeerscheinung bekommen westliche Gesellschaften ja immer noch zu spüren, insbesondere während des natürlichen Wiederabbaus des inzwischen überalterten Bevölkerungsüberstandes zurück auf die Werte vor 1950, was sich wohl noch bis ins nächste Jahrhundert hinziehen dürfte.