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Michel Foucault

Michel Foucault gehört zu den einflussreichsten Denkern des 20. Jahrhunderts. Er hat es geschafft, seine Ideen in der breiten Gesellschaft zu etablieren und spielt heute zum Beispiel in der Pädagogik eine große Rolle. Ich habe im TheoBlog mehrfach Stellung bezogen und etwa darauf verwiesen, dass zumindest für den frühen Foucault zur Entzauberung des Subjekts die Abschaffung von Verboten gehörte: „Aufhebung der sexuellen Tabus, Einschränkungen und Aufteilungen; Praxis des gemeinschaftlichen Lebens; Aufhebung des Drogenverbots; Aufbrechung aller Verbote und Einschließungen, durch die sich die normative Individualität konstituiert und sichert. Ich denke da an alle Erfahrungen, die unsere Zivilisation verworfen hat oder nur in der Literatur zuläßt“ (Michel Foucault, Von der Subversion des Wissens, 1987, S. 95).

Es ist erfreulich, dass der christliche Denker Christopher Watkin ein Buch über Michel Foucault geschrieben hat. Daniel Vullriede stellt es vor und erwähnt Stärken wie Schwächen:

Ein überaus einflussreicher Denker des letzten Jahrhunderts war der französische Philosoph Michel Foucault (1926–1984). Wer sich z.B. ernsthaft mit dem Phänomen der Postmoderne auseinandersetzen möchte, wird um diesen intelligenten atheistischen Denker nicht herumkommen.

Auch wenn Foucault sich selbst nicht als postmodernen Denker sah und nicht die einzige Schlüsselperson für diese Epoche ist; auch wenn der Höhepunkt der Foucault-Renaissance längst überschritten ist – seine Thesen und Anfragen waren rückblickend ein Katalysator für den westlichen Kulturkreis. Sie lassen sich noch heute im Bereich der Philosophie, Soziologie, Pädagogik, Kunst, sowie in den Politik-, Geschichts-, Kultur-, Medien- und Sprachwissenschaften, und nicht zuletzt in den unterschiedlichsten Ansätzen der Gender Studies ablesen. Doch wofür stand der französische Philosoph und wie können sich Christen zu ihm positionieren?

Um Foucaults Werk und Person zu verstehen, bietet Christopher Watkin eine kompakte, gut lesbare und zugleich tiefgehende Einführung. Der britische Autor arbeitet als Professor für französische Literatur und Philosophie an der australischen Monash University (Melbourne). Er zeigt, wie man sich Foucault neugierig und kritisch nähern kann, entwickelt dabei aber einen ganz eigenen Ansatz, der den Lesern kernige Alternativen zu Foucault bietet.

Für wen ist dieses Buch interessant? Christen, die philosophisch, theologisch oder apologetisch interessiert sind, werden hier eine gelungene Analyse finden; ebenso Gläubige, die im Bereich der Sozial- und Verhaltenswissenschaften unterwegs sind. Auch Leser mit ganz anderen Überzeugungen und einer atheistischen Weltanschauung können viel von Watkins Studie lernen und ihn als angenehmen, fairen und herausfordernden Gesprächspartner wahrnehmen.

Mehr: www.evangelium21.net.

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Michel Foucault soll Kinder in Tunesien sexuell missbraucht haben

Der Philosoph Guy Sorman behauptet laut Sunday Times, der 1984 im Alter von 57 Jahren verstorbene Michel Foucault sei ein pädophiler Vergewaltiger gewesen, der in den späten 1960er Jahren in Tunesien Sex mit arabischen Kindern hatte. Sorman soll unter anderem gesagt haben:

Kleine Kinder rannten hinter Foucault her und sagten „was ist mit mir? nimm mich, nimm mich“ … Sie waren acht, neun, zehn Jahre alt. Er warf ihnen Geld zu und sagte „lasst uns um 22 Uhr am üblichen Ort treffen“. Er würde dort auf den Grabsteinen mit kleinen Jungen Liebe machen. Die Frage der Einwilligung wurde nicht einmal gestellt.

Sorman erklärte sein Bedauern darüber, dieses extrem umoralische Verhalten damals nicht der Polizei gemeldet zu haben.

Dieses Bekenntnis heizt in Frankreich die Debatte über die Entkriminalisierung der Pädosexualität weiter an. Führende französische Intellektuelle, darunter Michel Foucault, Roland Barthes, Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, forderten 1977 in einer Petition die Freigabe von Sex mit Kindern unter 15 Jahren (vgl. dazu hier).

Fortan wird Foucault die Wahrheit sagen

Vor 30 Jahren starb Michel Foucault. Jürg Altwegg hat für die FAZ die letzten Tage des französischen Philosophen nachgezeichnet sowie die merkwürdige Verdrängung seiner Fehlleistungen thematisiert.

Im Lob seiner intellektuellen Ethik und Philosophie der Sexualität, das jetzt angestimmt wird, erinnert aus Anlass von Foucaults Todestag wie des dreißigsten Jahrestags der islamischen Revolution in Iran kein Mensch an Foucaults Unterstützung der Ajatollahs. Das Buch von Janet Afary und Kevin B. Anderson über »Foucault and the Iranian Revolution« ist nie auf Französisch erschienen. Die Autoren erklären seine blinde Hymne auf Chomeini, der im Februar 1979 die Macht übernahm, mit dem Hass des Denkers auf die politischen und wirtschaftlichen Systeme, auf den Staat und den Kapitalismus. Sie wird bei den laufenden französischen Foucault-Fest-und-Trauerspielen genauso ausgeblendet wie die verschämte Verlogenheit, mit der nach seinem Tod um dessen Ursache herumgeredet wurde. Auch in den Debatten über die psychiatrischen Kliniken, die Sarkozy in Hochsicherheitstrakte verwandeln will, und die Gefängnisse, aus denen wöchentlich Selbstmorde gemeldet werden, ist er merkwürdigerweise überhaupt nicht präsent.

Hartnäckig wird Foucaults Faszination für Chomeinis Revolution verdrängt. Und fast ebenso systematisch die Reise der »Tel Quel«-Redaktion 1974 nach China verharmlost.

Über die zahlreichen Merkwürdigkeiten bei Foucault gäbe es so viel zu sagen.

Hier der vollständige Beitrag von Jürg Altwegg: www.faz.net.

Michel Onfray: Phase des Untergangs

Der linke Philosoph Michel Onfray hat der NZZ ein Interview gegeben, das etwas reißerisch mit Wir sind in der Phase des Untergangs betitelt wurde (NZZ, 18.03.2022, S. 32). Zwei aufschlussreiche Zitate aus dem Gespräch zwischen Sarah Pines und dem Franzosen Onfray:

Herr Onfray, Sie sind libertärer Sozialist und Befürworter eines Europas der Nationen, wie es General de Gaulle gewollt hätte. Sie identifizieren sich mit dem linken Gaullismus. Dennoch werden Sie von der heutigen Linken als Faschist, als islamophob und als Rassist bezeichnet. Warum ist das so?

Weil diese Linke genauso wenig links  ist, wie ich Erzbischof bin. Weil diese Linke die Vermietung von Gebärmüttern, um die Leihmutterschaft einmal beim Namen zu nennen, den daraus folgenden Kinderhandel und die operative Geschlechtsumwandlung achtjähriger Mädchen mit einhergehender schwerer Hormonbehandlung zum unüberwindbaren Horizont ihrer Zivilisation erklärt hat. Es ist diese Linke, die einst den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt zwischen 1939 und 1941 absegnete.

Warum der Untertitel [des Buches Narrenschiff, R.K.] «Nachrichten aus dem Unterreich»? 

Unsere Gegenwart erinnert mich stark an das Ende der römischen Welt, als fast nichts mehr davon übrig war als wilde Verrücktheiten. Wir sind die modernen Römer der Dekadenz! Vor kurzem noch hat eine Klinik in der Ukraine, die Leihmutterschaften vermittelt und verkauft, einen Black Friday Sale ausgerufen, Eizellen und Gebärmuttervermietungen zu reduzierten Preisen angeboten. Kann man noch tiefer sinken?

Hier Mehr: www.nzz.ch.

VD: PP

Michel Horten kommt 2009 nach Strasbourg

brochure2009-1.gifDer Apologet Michael Horton (Westminster Theological Seminary, USA) wird während der 13. Sommerveranstaltung der International Academy of Apologetics, Evangelism & Human Rights vom 7–18. Juli 2009 in Strasbourg mehre Vorträge halten. Die von Prof. Dr John Warwick Montgomery organisierte (und vom Martin Bucer Seminar unterstützte) Veranstaltung wird wie immer hochkarätig besetzt sein (z.B. Craig Parton u. Rod Rosenbladt). Leider ist die Teilnahme aber nicht ganz billig.

Hier der Flyer zur »Thirteenth Annual European Summer Study Session«: www.surfoutsider.net.

Foucault: Was macht Macht?

Der französische Philosoph Michel Foucault ist einer der einflussreichsten kritischen Denker der Moderne. Ihn interessierte, wie Macht entsteht, wozu sie benutzt wird und was sie aus Menschen machen kann. Der ohne Zweifel hoch begabte Denker hat viel dazu zu sagen.

Michael Reitz hat für den Bayrischen Rundfunk ein Feature produziert, das hilfreich in Foucaults Machtdeutung einführt. Leider wird – was mich nicht überrascht – kein einziger kritischer Gedanke geäußert. Dabei gibt es so viel, was an Foucault und seiner Entgrenzungsphilosphie nach dem Tod Gottes zu bemängeln wäre: Gut und Böse als vollständig zu überwindende Ideologie, Abschaffung des Eigentums, Aufhebung aller sexuellen Tabus einschließlich der Pädosexualität, Abschaffung der Drogenverbote, seine Unterstützung der Ajatollahs, die Sympathie für das Regime in China, die Überschreitung.

Ich empfehle den Beitrag trotzdem und mache gleichzeitig Mut, auch mal ein Buch wie Die Leidenschaft des Michel Foucault zu lesen (siehe a. hier).

Wer und was dominiert die Sozialwissenschaften?

Heute habe ich in einer sozialwissenschaftlichen Datenbank mit Werken aus den Jahren 1915 bis 2012 nach dem Schlagwort „Michel Foucault“ recherchiert. Ich fand 2529 Quellen. Karl Popper ist 134 Mal, Jürgen Habermas gleich 3586 Mal verschlagwortet. Eine Anfrage zu Bonhoeffer in der gleichen Datenbank lieferte dagegen nur eine Quelle. Das Schlagwort „Realismus“ war 491 Mal, „Konstruktivismus“ dagegen 1648 Mal indexiert.

Vieles, was in diesen Werken steht, ist allerdings nur Hirngespinst, wie sich leicht mit einem Zitat von Michel Foucault beweisen lässt (Michel Foucault, Der Mensch ist ein Erfahrungstier, 1996, S. 28):

Das Problem der Wahrheit dessen, was ich sage, ist für mich ein sehr schwieriges, ja sogar das zentrale Problem. Auf diese Frage habe ich bisher niemals geantwortet. Gleichzeitig benutze ich jedoch ganz klassische Methoden: die Beweisführung oder zumindest das, was in historischen Zusammenhängen als Beweis gelten darf – Verweise auf Texte, Quellen, Autoritäten und die Herstellung von Bezügen zwischen Ideen und Tatsachen; Schemata, die ein Verständnis ermöglichen, oder Erklärungstypen. Nichts davon ist originell. Insoweit kann alles, was ich in meinen Büchern sage, verifiziert oder widerlegt werden, nicht anders als bei jedem anderen historischen Buch.

Trotzdem sagen die Leute, die mich lesen, und besonders diejenigen, die von meiner Arbeit etwas halten, oft lächelnd: „Im Grunde weißt du genau, daß alles, was du sagst, nur Fiktion ist.“ Ich antworte stets: „Natürlich; daß es etwas anderes wäre, davon kann gar keine Rede sein.“

Also: Was dominiert die Sozialwissenschaften? Schimäre!

Der Diskurs der Philosophie

Guido Kalberer hat das frisch erschienene Der Diskurs der Philosophie (#ad) von Michel Foucault gelesen und zieht ein nüchternes Fazit:

Heute müsse der Philosoph, so Foucault, die Gegenwart im Sinne Nietzsches diagnostizieren. Er muss quasi ein Arzt der Kultur sein, allerdings befreit von der Pflicht, sie heilen zu müssen. «Er ist ein Vorübergehender, der dem Vorübergehen näher ist als jeder andere.» Der Philosoph sage, was ist und geschieht. Er mache sichtbar, was eigentlich wahrnehmbar sein müsste, aber so eng mit uns verbunden sei, dass wir es übersähen. Philosophie holt laut Foucault das Ungesagte in die Sprache und richtet ihr Augenmerk auf das Ereignis, nicht das Ewige.

Mit seiner Kritik an der normierenden Kraft der herrschenden Machtdiskurse, etwa in «Überwachen und Strafen», und seiner Neugier an dem, was an den Rändern der etablierten Disziplinen geschieht, findet Michel Foucault heute wieder Gehör. Vor allem in Kreisen, die sich als divers verstehen und Zuschreibungen von eindeutigen Identitäten ablehnen.

Davon abgesehen muss man allerdings feststellen, dass seine Diskursphilosophie an Bedeutung und Einfluss verloren hat. Auch an den Akademien ist es ruhig geworden um sie: In den Sozial- und Geisteswissenschaften, zumindest hierzulande, wird sein Werk weniger rezipiert und diskutiert als etwa jenes von Niklas Luhmann oder Jürgen Habermas, aber auch als jenes von Pierre Bourdieu, der Foucaults Auffassung von Geschichte und Kultur einmal als «abstrakt und idealistisch» kritisierte. Daran wird auch «Der Diskurs der Philosophie» nichts ändern.

Sehe ich auch so. Es ist wirklich an der Zeit, Foucaults Wahnsinn zu überwinden. 

Foucaults tunesische Jungen

Wie hier am 29. März berichtet, werden gegen den französischen Philosophen Michel Foucault schwere Vorwürfe wegen Kindesmissbrauchs erhoben. Georg Blume berichtet in der heutigen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT über den Stand der Debatte in Frankreich. Ich kann die Lektüre des Artikel sehr empfehlen. Er zeigt, dass ein Übervater der sexuellen Revolution in ziemlich finstere Machenschaften verstrickt war.

Michel Foucault soll zahlreiche Kinder sexuell missbraucht haben. Der Verdacht rüttelt an dem Denkmal des französischen Philosophen, der die Kulturrevolution der 68er- Generation prägte wie kein anderer. Als Professor am Collège de France in Paris analysierte er in seinem umfangreichen Werk die Machtbeziehungen in der Kirche, der Schule, im Gefängnis und zeigte damit Unterdrückungsmechanismen auf, die vor ihm niemand so genau erkannt hatte. Er unterlegte den 68er-Spruch »Das Private ist politisch!« mit tiefgreifender historischer Empirie und Analyse. Doch nun, 37 Jahre nach seinem Tod, sieht es so aus, als könnte Foucaults Privatleben seinen längst unbestrittenen Weltruf als Philosoph dauerhaft beschädigen. »Es wird schwer sein, den meistzitierten Intellektuellen der Welt auszuradieren; dann bliebe in unseren Bibliotheken der letzten vierzig Jahre nicht mehr viel übrig«, sagt die Pariser Literaturprofessorin Tiphaine Samoyault über Foucault. Das wäre auch gar nicht ihr Ansinnen, sie schätzt das Werk Foucaults. Sie selbst hat eine hochgelobte Biografie über Roland Barthes geschrieben, der Foucaults Freund und Liebhaber gewesen war. Doch will sich Samoyault auch nicht wie viele andere in der Pariser Intellektuellenszene über die neuen Anschuldigungen gegen Foucault hinwegsetzen. »Die Vorwürfe sind glaubwürdig, was Foucaults Ausnutzung der Kinderprostitution in Nordafrika betrifft«, sagt sie, »und der aktuelle Kontext macht diese sogenannten Enthüllungen spektakulär.«

Ist das überraschend? Nein. Viele Insider wussten das schon lange. Auch der neugierige Leser postmoderner Literatur konnte entsprechende Hinweise finden, ohne dafür große Hürden überwinden zu müssen. Bereits 2010 habe ich im Blog geschrieben:

Als Heuchelei empfinde ich es auch, dass in unserer postmodernen Lebenskultur übersehen wird, dass etliche Väter der Postmoderne die »Grenzüberschreitung« erkenntnistheoretisch begründet haben. Verweisen ließe sich hier z.B. auf Marquis de Sade, Georges Bataille oder manche Prominente der 68er-Generation (siehe auch hier). Zitieren möchte ich Michel Foucault, der sich als Übervater der Postmoderne-Debatte theoretisch und praktisch für eine Sexualität »ohne Gesetz« stark machte. In einem späten Gespräch mit Edmund White sagte Foucault (Interview mit Edmund White , 12. Mai 1990, in: James Miller, Die Leidenschaft des Michel Foucault, Kiepenheuer und Witsch 1995, S. 81): „In einem gewissen Sinne habe ich während meines gesamten Lebens versucht, intellektuelle Dinge zu tun, um schöne Knaben anzuziehen.“

Vielleicht kommt ja doch noch etwas Bewegung in die Debatte über die Sexuelle Revolution? Noch einmal. Ich empfehle den Artikel sehr. Zu finden in DIE ZEIT, Nr. 15, 8. April 2021, S. 49.

Gibt es im Kiosk!

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Über die Neigung zu Sophismus und Geblende

Mario Vargas Llosa schreibt über die Selbsttäuschung von Michel Foucault und den Sophismus unserer Tage (#ad Alles Boulevard, 2014, S. 88–90):

Nicht von ungefähr erwähne ich Michel Foucault als ein paradoxes Beispiel. Seine Kritik war ernst gemeint, und sein libertäres Ideal ist unbestreitbar. Seine Vorbehalte gegen die westliche Kultur – die trotz aller Begrenztheiten und Verirrungen wie keine andere in der Geschichte die Freiheit, die Demokratie und die Menschenrechte befördert hat – verleiteten ihn zu der Annahme, leichter als in den Klassenzimmern oder an den Wahlurnen erreiche man die moralische und politische Emanzipation mit Steinwürfen auf Polizisten, mit dem Besuch einer Schwulensauna in San Francisco oder eines SM-Clubs in Paris. Und in seiner paranoiden Anprangerung der Tricks, deren sich ihm zufolge die Macht bedient, um die öffentliche Meinung ihren Diktaten zu unterwerfen, leugnete er bis zum Schluss die Wirklichkeit von Aids – der Krankheit, an der er starb – als ein weiteres Täuschungsmanöver des Establishments und seiner wissenschaftlichen Kollaborateure, um die Bürger einzuschüchtern und sie sexuell zu unterdrücken. Sein Fall ist paradigmatisch: Der intelligenteste Denker seiner Generation hatte, bei aller Ernsthaftigkeit, mit der er seine Forschungen auf den unterschiedlichsten Gebieten betrieb – Geschichte, Psychiatrie, Kunst, Soziologie, Erotik und natürlich Philosophie –, immer einen Hang zu Ikonoklasmus und Provokation, was zuweilen zu einer bloßen Attitüde geriet. Auch darin war Foucault nicht allein, er machte sich einen Generationsauftrag zu eigen, der die Kultur seiner Zeit tief prägen sollte: die Neigung zu Sophismus und Geblende.

Genau das ist ein weiterer Grund dafür, dass viele Denker ihre Autorität verloren haben, denn es mangelte ihnen an Ernsthaftigkeit, sie spielten mit den Ideen und Theorien wie die Jongleure im Zirkus mit ihren Bällen und Kegeln, was amüsant sein mag und staunen macht, aber kaum Überzeugungskraft besitzt. In der Kultur gelang ihnen dabei eine kuriose Umkehrung der Werte: Die Theorie, das heißt die Deutung, ersetzte das Kunstwerk, wurde zu seinem Daseinsgrund. Der Kritiker war wichtiger als der Künstler, war der eigentliche Schöpfer. Die Theorie rechtfertigte das Kunstwerk, es existierte allein, um vom Kritiker interpretiert zu werden, war so etwas wie eine Hypostase der Theorie. Diese maßlose Erhöhung der Kritik hatte den paradoxen Effekt, dass die Kulturkritik sich immer weiter vom großen Publikum entfernte, selbst von dem zumindest allgemein gebildeten, und betrieb so mit am wirksamsten die Frivolisierung der heutigen Kultur. Außerdem legten diese Theoretiker ihre Theorien häufig in einem derart esoterischen, eitlen und nicht selten hohlen Jargon vor, dass selbst Foucault, der ihm auch schon mal verfiel, ihn „terroristischen Obskurantismus“ nannte.

Sexueller Missbrauch und Heuchelei

C.S. Lewis hat in seiner Autobiografie Überrascht von Freude (Brockhaus 1982) die organisierte Päderastie in seinem Jungeninternat ausführlich beschrieben. Die jungen, hübschen und feminineren Jungs mussten oft in die Rolle einer Hausdirne schlüpfen, um einem oder mehreren der älteren Jungs als Lustknabe zu dienen (vgl. S. 74–76). Das war damals der Schulbetrieb.

Für Lewis ist klar, dass bei diesem Thema viel geheuchelt wird (S. 93). Ich vermute, er hat Recht. Drei aktuelle Beispiele:

(1) Kaum jemand spricht in diesen Tagen darüber, dass wahrscheinlich mehr als zwei Drittel aller Missbrauchsfälle innerhalb der Familien vorkommen. Besonders Patchwork-Familien begünstigen den Missbrauch (Quelle mit weiteren Hinweisen):

In seiner Studie »Die dunkle Seite der Kindheit« belegt der Autor [Dirk Bange], daß Religionszugehörigkeit keinen Einfluß auf die Mißbrauchs-Häufigkeit hat: sexueller Mißbrauch kommt in katholischen, evangelischen oder konfessionslosen Familien im wesentlichen im gleichen Ausmaß vor. Dasselbe schreibt Clara Wildschütte in ihrer Studie »Psychodynamik einer Mißbrauchsfamilie«. Von großer Bedeutung für die Häufigkeit sexuellen Mißbrauchs ist jedoch die Frage, ob der Täter ein biologischer oder »sozialer« Vater (neuer Liebhaber der Mutter, Stiefvater, Pflegevater) ist.

(2) Während wir einerseits eine Welle medialer Empörung erleben, scheint fast unter zu gehen, dass Roman Polanski wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung einer Minderjährigen viele Sympathien erhalten hat. Das Erste berichtete:

»Das ist lächerlich«, sagt Claudine Wilde. »Das ist einfach nur schlimm.« Auch Peter Lohmeyer hat kein Verständnis. »Arme Sau, mit über 70 noch dahin transportiert zu werden«, sagt er. »Ich denke, Guido Westerwelle sollte mal Obama anrufen. Das ist seine Aufgabe. Er hat seine Schuld eingestanden, mehrmals.« Auch international bildet sich eine breite Unterstützerfront für Polanski. Auf dem Filmfest in Zürich gab es großen Protest gegen seine Verhaftung. Mehr als 100 prominente Weggefährten haben eine Erklärung unterschrieben, auf der sie die sofortige Freilassung Polanskis fordern, darunter auch Kult-Regisseur Woody Allen, die deutschen Regisseure Wim Wenders und Tom Tykwer sowie die Schauspielerin Tilda Swinton. Sie alle nehmen den großen Künstler Polanski in Schutz und vergessen nach Meinung von Medienexperte Jo Groebel, dass der Mensch Polanski immerhin wegen Vergewaltigung einer 13-Jährigen verhaftet wurde.

(3) Als Heuchelei empfinde ich es auch, dass in unserer postmodernen Lebenskultur übersehen wird, dass etliche Väter der Postmoderne die »Grenzüberschreitung« erkenntnistheoretisch begründet haben. Verweisen ließe sich hier z.B. auf Marquis de Sade, Georges Bataille oder manche Prominente der 68er-Generation (siehe auch hier). Zitieren möchte ich Michel Foucault, der sich als Übervater der Postmoderne-Debatte theoretisch und praktisch für eine Sexualität »ohne Gesetz« stark machte. In einem späten Gespräch mit Edmund White sagte Foucault (Interview mit Edmund White , 12. Mai 1990, in: James Miller, Die Leidenschaft des Michel Foucault, Kiepenheuer und Witsch 1995, S. 81):

In einem gewissen Sinne habe ich während meines gesamten Lebens versucht, intellektuelle Dinge zu tun, um schöne Knaben anzuziehen.

Der Protest gegen den Missbrauch von Kindern stützt sich auf ein christliches Menschenbild, nach dem die Würde jedes Menschen nicht durch eines sozialen Konsens erzeugt wird. Durch die Ebenbildlichkeit wird im jüdisch-chrisltichen Kontext dem Menschen eine ihm eigene Würde zuerkannt. Diese Würde ist unveräusserlich und unbedingt zu schützen.

Foucault bezeichnete solche Vorstellungen als humanistisch und falsch und plädierte für ein Denken, dass sich von den abendländischen Strukturen löst. Er wollte die Destruktion des Subjekts, »d.h. eine ›kulturelle‹ Attacke: Aufhebung der sexuellen Tabus, Einschränkungen und Aufteilungen; Praxis des gemeinschaftlichen Lebens; Aufhebung des Drogenverbots; Aufbrechung aller Verbote und Einschließungen, durch die sich die normative Individualität konstituiert und sichert. Ich denke da an alle Erfahrungen, die unsere Zivilisation verworfen hat oder nur in der Literatur zuläßt« (Michael Foucault, »Gespräch zwischen Michel Foucault und Studenten« in: Michel Foucault, Von der Subversion des Wissens, Fischer Wissenschaft, 1987, S. 95).

Der Protest gegen den Missbrauch von Kindern atmet die Asche des Abendlandes, nicht die der Verheißungen poststrukturalistischer Theorien.

Die Abschaffung des Lehrers

Mario Vargas Llosa schreibt über den Einfluss von Michel Foucault auf die Bildungspolitik (Alles Boulevard, 2013):

In Europa wie auch in einem großen Teil der übrigen Welt gibt es seither in der Politik und in der Kultur praktisch keine Persönlichkeiten mehr, denen dieser zugleich moralische und intellektuelle Status einer »klassischen Autorität« zukommt und für die im Volk einmal die Lehrer oder Lehrmeister standen, mit Bezeichnungen wie magister, maestro, maitre, die so gut klangen, weil sie sich mit Wissen und Idealismus verbanden. Nirgendwo ist dies so katastrophal für die Kultur gewesen wie in der Bildung. Aller Glaubwürdigkeit und Autorität beraubt, hat der Lehrer – aus der progressiven Warte oftmals nur noch ein Vertreter der repressiven Macht, das heißt ein Feind, dem man zur Erlangung der Freiheit und der menschlichen Würde Widerstand leisten, den man fertigmachen muss – nicht nur das Vertrauen und die Achtung verloren, ohne die er seine Funktion als Erzieher – als Vermittler von Wissen wie von Werten – gegenüber den Schülern unmöglich ausüben kann, sondern auch den Respekt ihrer Eltern und jener revolutionären Philosophen, die nach Art des Verfassers von Überwachen und Strafen im Lehrer eines dieser finsteren Instrumente sahen, deren sich – genau wie die Gefängniswärter und die Psychiater in den Heilanstalten – das Establishment bedient, um dem kritischen Geist und der gesunden Aufsässigkeit von Kindern und Jugendlichen die Zügel anzulegen. (P. 896ff).

Und in seiner paranoiden Anprangerung der Tricks, deren sich ihm zufolge die Macht bedient, um die öffentliche Meinung ihren Diktaten zu unterwerfen, leugnete er [gemeint ist Foucault] bis zum Schluss die Wirklichkeit von Aids – der Krankheit, an der er starb – als ein weiteres Täuschungsmanöver des Establishments und seiner wissenschaftlichen Kollaborateure, um die Bürger einzuschüchtern und sie sexuell zu unterdrücken. Sein Fall ist paradigmatisch: Der intelligenteste Denker seiner Generation hatte, bei aller Ernsthaftigkeit, mit der er seine Forschungen auf den unterschiedlichsten Gebieten betrieb – Geschichte, Psychiatrie, Kunst, Soziologie, Erotik und natürlich Philosophie -, immer einen Hang zu Ikonoklasmus und Provokation, was zuweilen zu einer bloßen Attitüde geriet. Auch darin war Foucault nicht allein, er machte sich einen Generationsauftrag zu eigen, der die Kultur seiner Zeit tief prägen sollte: die Neigung zu Sophismus und Geblende. (P. 930ff)

Foucaults Traum vom rechtsfreien Paradies

Michel Foucault, zumindest der frühe Foucault, fand seine Berufung darin, jene Machtmechanismen zu demaskieren, die überall in der Gesellschaft installiert worden sind, um die Herrschaft der „Bourgeoisie“ abzusichern (oder zu erweitern). Sogar dem Humanismus ging es nach ihm nur darum, die Menschen klein und zahm zu halten. Die Erfindungen des Humanismus waren allesamt dafür da, den einfachen Leuten im Abendland dem Verlangen nach Macht einen Riegel vorzuschieben.

Das Herz des Humanismus ist die Theorie vom Subjekt (im Doppelsinn des Wortes: als Souverän und Untertan). Darum lehnt das Abendland so erbittert alles ab, was diesen Riegel sprengen könnte, wofür es zwei Methoden gibt: die »Entunterwerfung« des Willens zur Macht, d.h. der politische Kampf als Klassenkampf – oder das Unternehmen einer Destruktion des Subjekts als eines Pseudo-Souveräns, d.h. eine »kulturelle« Attacke: Aufhebung der sexuellen Tabus, Einschränkungen und Aufteilungen; Praxis des gemeinschaftlichen Lebens; Aufhebung des Drogenverbots; Aufbrechung aller Verbote und Einschließungen, durch die sich die normative Individualität konstituiert und sichert. Ich denke da an alle Erfahrungen, die unsere Zivilisation verworfen hat oder nur in der Literatur zuläßt. (Michel Foucault, Von der Subversion des Wissens, 1987, S. 95)

Foucault wusste, dass es nicht ausreicht, das Denken der Menschen in andere Bahnen zu lenken. Um die Institutionen zu zerstören, die die Herrschaft der Herrschenden sichern, mussten bestimmte Erfahrungen ermöglicht werden. Es reicht also nicht aus, Bücher verkaufen. Es braucht konkrete Erfahrungen mit Sex, Drogen und dem gemeinschaftlichen Leben, um die herrschende Ordnung zu dekonstruieren und letztlich zu zerstören. Es braucht eine Revolution. Foucault:

Wenn es nur ums Bewußtsein der Leute ginge, so würde es genügen, Zeitschriften und Bücher zu veröffentlichen und Rundfunk- oder Fernsehproduzenten zu gewinnen. Wir aber wollen die Institution angreifen, die in der schlichten und grundlegenden Ideologie gipfelt, welche sich in den Begriffen von Gut und Böse, Unschuld und Schuld ausdrückt. Wir wollen diese gelebte Ideologie in den Institutionen verändern, in denen sie sich konkretisiert und reproduziert. Vereinfacht gesagt: der Humanismus besteht darin, das ideologische System verändern zu wollen, ohne an die Institution zu rühren; der Reformismus besteht darin, die Institution zu verändern, ohne ans ideologische System zu rühren. Die revolutionäre Aktion hingegen definiert sich als gleichzeitige Erschütterung des Bewußtseins und der Institution; dies setzt voraus, daß man zum Angriff auf die Machtverhältnisse übergeht, deren Instrumentarium Bewußtsein und Institution sind. Glauben Sie, daß man die Philosophie und ihren Moralkode in derselben Weise wird lehren können, wenn das Strafrechtssystem eingestürzt ist? (Michel Foucault, Von der Subversion des Wissens, 1987, S. 95)

Der letzte Punkt ist sehr interessant. Foucault wollte nicht nur die Gefängnisse und die psychiatrischen Anstalten abschaffen. Er wollte nicht nur Schülern und Studenten nicht-repressive Erfahrungen mit Drogen und Sexualität ermöglichen. Er wollte das Rechtssystem als solches abschaffen. Er hatte vor, die Gerichte und die Rechtsprechung zu beseitigen und eine proletarische Justiz einzuführen, die auf Richter verzichtet. Als Vorbild diente ihm dabei die Französische Revolution.

Was Foucault wahrscheinlich nicht nur übersieht, sondern bewusst unterschlägt, ist die Tatsache, dass Gesellschaften ohne gute Gesetze und unabhängige Gerichte in den Terror abgleiten, so wie das auch nach der Französischen Revolution geschehen ist.

Roger Scruton hat das sehr schön herausgestellt, so dass ich ihn hier gern zitiere (Narren, Schwindler, Unruhestifter, 2021, S. 166–167):

In einer bemerkenswerten Diskussion mit einer Gruppe Maoisten 1968 zieht Foucault einige politische Konsequenzen aus seiner Analyse des Rechts, als einer weiteren »kapillaren« Form der Macht und einer weiteren Art, »Widersprüche unter den Massen zu schüren«. Die Revolution könne nur stattfinden, versichert er ihnen, »wenn der Rechtsapparat und alles, was zur Wiederherstellung des Strafapparates führen könnte, radikal eliminiert wird, und alles, was seine Ideologie wieder einführen und dieser Ideologie ermöglichen würde, in die alltägliche Praxis wieder einzuschleichen, verbannt wird.« Er befürwortet die Verbannung der Rechtsprechung und sämtlicher Formen von Gerichten und deutet eine neue Form »proletarischer« Justiz an, die auf Richter verzichten kann.

»Die Französische Revolution«, erklärt er, sei »eine Rebellion gegen die Rechtsprechung« gewesen, und dies gehöre zur Natur jeder anständigen Revolution. Hätte er über die historischen Tatsachen gesprochen, über die Revolutionstribunale, in denen Richter, Ankläger und Zeugen ein und dieselbe Person waren, wo der Angeklagte nicht das Recht hatte, zu wider-sprechen, über die Tausenden von Hinrichtungen, über den Genozid in La Vendée und all die anderen Katastrophen, die die Folgen der »Rebellion gegen die Rechtsprechung« waren – dann hätte man seine Aussagen als Warnung verstehen müssen und nicht als das, was sie wirklich waren, nämlich Zustimmung.

Doch nicht nur die Französische Revolution kann illustrieren, was geschieht, wenn die Rechtsprechung aufgehoben wird. Wenn beim Prozess gegen Angeklagte keine dritte Partei präsent ist, niemand da ist, der die Pflicht hat, die Beweise zu prüfen, der zwischen den Parteien vermitteln oder unparteiisch auf die Tatsachen schauen kann, dann wird aus »Gerechtigkeit« ein Kampf auf »Leben und Tod«, in dem eine Seite über sämtliche Waffen verfügt. So war es bei den Moskauer Schauprozessen wie auch bei den Revolutionstribunalen der Französischen Revolution. Dem Historiker Foucault muss das bekannt gewesen sein. Trotzdem verschrieb er sich bereitwillig der »proletarischen Justiz«, die den Angeklagten jeglicher Verteidigungsmöglichkeiten beraubt. Zu denken – und er scheint das wirklich gedacht zu haben –, dass diese Form der Gerichtsbarkeit die Gesellschaft von der Last der Herrschaft befreien würde, bedeutet all das zu übersehen, was er gewusst haben muss. Wenn die Gesellschaftsordnung tatsächlich aus der Substanz besteht, die Foucault »Macht« nannte, dann ist die Herrschaft des Rechts ihre beste und mildeste Form.

Die Nonnen des 21. Jahrhunderts

Die „Schwestern der Perpetuellen Indulgenz“ treten mit dem Anspruch auf, Aufklärung und Barmherzigkeit zu fördern. Tatsächlich treten sie für die Verflüssigung natürlicher Geschlechterkategorien und die Neukonfiguration von Gewissensbindungen ein. Der Orden schreibt über sein Anliegen:

Die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz, Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz („The Sisters of Perpetual Indulgence‘‘, „{International} Order of The Sisters of Perpetual Indulgence‘‘) sind eine internationale Gemeinschaft, die sich seit Ostersamstag 1979 für schwule, lesbische, bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen einsetzt und hierbei ihr besonderes Augenmerk auf die Verbreitung universeller Freude, die Tilgung stigmatischer Schuld, die Beförderung schwulen, lesbischen und transgeschlechtlichem BewußtSeins sowie die HIV/AIDS- Prävention legt. Wir verwenden in künstlerischer und freier Weise den Archetypus der Schwester und Nonne als barmherzige und dem Gemeinwohl verpflichtete Helferin und Dienerin.

Obwohl sich die „Nonnen“ verbal von der Persiflage des Christentums abgrenzen, ist die Travestie des Christlichen ihr eigentliches Thema. Sie predigen Überschreitung anstelle von Sündenvergebung. In dem Artikel „Sündige und habe Spaß dabei!“ (Berliner Zeitung vom 21.11.2013) heißt es: “Das Rezept der Schwestern ist dagegen die ‚universelle Freude‘. Geh hin und sündige, sagen diese Nonnen, und habe Spaß dabei.“

An diesem Beispiel lässt sich illustrieren, was der französische Philosoph Michel Foucault „Überschreitung“ nennt und die amerikanische Feministin Judith Butler als „Parodie-Konzept“ bezeichnet.

Durch die Geste der Überschreitung wird nach Foucault einerseits ein etabliertes Gebot verletzt und zugleich ein neues gesetzt. Die Überschreitung de- und konstruiert. Foucault verbindet diese Überschreitung unter Bezugnahme auf Georges Bataille mit dem Tod Gottes (M. FoucaultVon der Subversion des Wissens, S. 30).

Bedeutet nicht der Tod Gottes eine befremdende Verbindung zwischen dem Aufblitzen seiner Nichtexistenz und der Geste, die ihn tötet? Was bedeutet es, Gott zu töten, wenn er nicht existiert, Gott zu töten, der nicht existiert? Vielleicht bedeutet es, Gott zu töten, weil er nicht existiert und damit er nicht existiert also zu lachen. Gott zu töten, um die Existenz von jener sie begrenzenden Existenz zu befreien, aber auch um sie in die Grenzen zurückzuführen, die von jener unbegrenzten Existenz ausgelöscht werden (das ist das Opfer). Gott zu töten, um ihn auf das Nichts zurückzuführen, das er ist, und um seine Existenz im Herzen eines Lichtes wie eine Gegenwart aufflammen zu lassen (das ist die Ekstase).

Mit dem Verlust jenes Gottes, der uns sagt, was gut ist, eröffnet sich ein konstanter Raum endlicher Erfahrung. Allerdings gibt uns der Tod Gottes nicht „einer begrenzten und positiven Welt zurück, sondern einer Welt, die sich in der Erfahrung der Grenze auflöst, die sich in dem sie überschreitenden Exzess aufbaut und zerstört“ (M. Foucault, Von der Subversion des Wissens, S. 30–31).

Judith Butler schlägt das karnevalistische „Parodie-Konzept“ vor, um die „phallogozentristische Zwangsheterosexualität“ zu unterwandern. Auf diese Weise  wird die bestehende Ordnung von den gekoppelten Kategorien des biologischen (sex) und sozialien Geschlechts (gender) in Frage gestellt. Durch die parodistische Imitation von Geschlechterrollen werde laut Butler offensichtlich, dass es sich bei der binären Geschlechteraufteilung nicht um natürliche Gegebenheiten, sondern um von Menschen gemachte Instanzen handele.

Hier der Artikel über den „Orden“: www.berliner-zeitung.de.

Warum Judith Butler ihre Perspektive auf Israel immer wieder vorträgt

Warum ist Judith Butler so sehr daran gelegen, die antisemitische Gewalt und den Israelhass der Hamas zu verstehen – den Staat Israel dagegen zu delegitimieren? Der Literaturwisschaftler Magnus Klaue meint, es habe etwas mit ihren Aversionen für das abendlänische Denken zu tun: 

Das Programm der postmodernen Performativitätstheorie lässt sich so zusammenfassen: Sie versucht die Probe aufs Exempel ihrer eigenen These zu machen, dass Lüge durch Wiederholung zur Wahrheit wird. Wahrheit, darin sind sich, bei aller Differenz ihrer philosophischen und politischen Anschauungen, Jacques Derrida, Michel Foucault und Gilles Deleuze mit der amerikanischen Philosophin Judith Butler einig, bezeichnet keine „Essenz“, wie Butler derlei metaphysische Restbestände abendländischen Denkens nennt, sondern eine arbiträre Vereinbarung, an die umso fester geglaubt wird, je häufiger man sie wiederholt.

Entsprechend rituell wiederholt Butler, seit sie im Nachgang von 9/11 ihre kaum verhohlene Sympathie mit dem islamistischen Terror von Hisbollah und Hamas zu legitimieren sucht, ihre Theorie der Anerkennung als Mittel zum Verständnis antisemitischer Gewalt.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.welt.de.

Frankreichs Enthüllungsbücher

Frankreich wird derzeit durch Enthüllungsbücher über Inzest und Pädosexualität erschüttert. Höchste Kreise des Landes sind betroffen (siehe hier und hier). Camille Kouchner, die eines dieser Werke geschrieben hat, ist die Tochter von Evelyne Pisier und Bernard Kouchner. Ihre Mutter war militante Feministin, eine Zeit lang sogar die Geliebte von Fidel Castro. Der Vater war einst Außenminister, Präsident des Rats der Europäischen Union und hat „Ärzte ohne Grenzen“ begründet. Er gehörte zum Kern der sogenannten „Neuen Philosophen“ um André Glucksmann und Bernard-Henri Lévy.

Was die Sache jenseits des Kinderleids so bedrückend macht: Das ideologische Futter für Entkriminalisierung der Pädosexualität wurden von französischen Intellektuellen schon in den 70-er Jahren bereitgestellt. Es waren Lehrer, die in der Pädagogik und Philosophie der Postmoderne nach wie vor hohes Ansehen genießen, unter ihnen Michel Foucault, Roland Barthes, Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir und der besagte Bernard Kouchner. An diesen Autoren kommt kaum jemand vorbei, der heute ein Lehramt oder Pädagogik studiert, wobei über ihre „Theorien“ nur selten kritisch reflektiert wird.

Danny Michelsen beschreibt in dem von Franz Walter et. al. herausgegeben Buch Die Grünen und die Pädosexualität (2015, S. 23) die Ereignisse rund um den „Offenen Brief zur Überarbeitung des Gesetzes über Sexualdelikte an Minderjährigen“:

Die Regulierung sexueller Praktiken, gerade auch die Sanktionierung von Perversionen, wurde von vielen jungen, sich als fortschrittlich verstehenden Sexualforschern ausschließlich als Herrschaftsinstrument interpretiert, durch das die gesunde sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gestört werde. Wenn manche von ihnen die Gefahren »asozialer« Triebregungen betonten, versicherten sie zugleich, dass der Sexualtrieb »seine eigene Ordnung« habe, »die sich desto wirkungsvoller durchsetzt, je ungestörter durch äußere Hemmungen die sexuellen Bedürfnisse befriedigt werden können«. Diese Überzeugung floss in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden in die Debatten rund um die Reformierung des Sexualstrafrechts ein. Der deutsche Gesetzgeber differenzierte 1973 die bislang geltenden Unzuchtstatbestände aus und schuf so einen »strafrechtlichen Rundumschutz des Kindes vor sexuellen Kontakten jeglicher Art mit einem Erwachsenen«.

In Frankreich gab es ähnliche Bestrebungen; 1977 unterzeichneten jedoch zahlreiche Gelehrte und Schriftsteller eine Petition gegen ein Gesetz, das Sex mit Kindern unter 15 Jahren unter Strafe stellen sollte: Neben Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Jacques Derrida und Roland Barthes hatte auch Michel Foucault, der zur selben Zeit mit seinem diskursanalytischen Ansatz die historische Erforschung der Sexualität in neue Bahnen lenkte, sich gegen das Gesetz ausgesprochen. Eines seiner Hauptargumente lautete: Der moderne Staat stilisiere Pädophile zu gefährlichen Individuen und benutze sie, um immer tiefere Eingriffe in das Sexualleben der Bürger zu rechtfertigen. Dabei, so Foucault, sei es vermessen, von psychiatrischen Gutachtern anzunehmen, dass sie die Wünsche von Kindern deuten könnten und dass es so etwas wie eine essentielle »Natur« der kindlichen Sexualität gebe. Seines Erachtens gebe es keinen Grund, warum sexuelle Beziehungen, in die Kinder einwilligen, nicht erlaubt sein sollten: »Jedenfalls hat eine gesetzlich festgelegte Altersgrenze keinen Sinn. Noch einmal, man kann dem Kind zutrauen, selbst zu sagen, ob ihm Gewalt angetan worden ist oder nicht.«

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Katholische Kirche veröffentlicht umstrittenes Papier zur Prävention von Kindesmissbrauch

Die katholische Kirche in Deutschland hat ein Papier zur Prävention von Kindesmissbrauch veröffentlicht. Der Elternverein NRW e.V. schlägt allerdings Alarm. Zurecht. Denn in dem Papier werden ausgerechnet solche Pädagogen in Anspruch genommen, denen eine Nähe zur Pädosexualität nachgesagt bzw. nachgewiesen wurde: nämlich Uwe Sielert und Michel Foucault.

In dem Schreiben heißt es:

Als Vertreter der Elternschaft stehen wir ohne jedes Verständnis und zutiefst besorgt vor der Tatsache, dass die katholische Kirche ihre Präventionsarbeit auf dieser im Ansatz pädophilen „sexuellen Bildung“ aufbauen will. Nicht nur werden dort mögliche Täter geradezu dazu eingeladen, Kinder frühzeitig sexuell zu stimulieren. Hinter diesem Sielert`schen Begriff verbirgt sich darüber hinaus eine bewusste Umerziehung der Kinder und Jugendlichen: „Das heißt also auch, Heterosexualität, Generativität und Kernfamilie zu `entnaturalisieren´ und Sexualpädagogik daraufhin zu überprüfen, inwiefern sie die Möglichkeit zur selbstbestimmten Lebensführung einschränkt, wenn durch ihre Intentionen und Maßnahmen explizit oder implizit nahe gelegt wird, heterosexuell und in Kernfamilien mit leiblichen Kindern zu leben.“ Das nennt man Indoktrination. Entsprechend nennt das Positionspapier „Klischees und gesellschaftliche Bilder, die Normen schaffen.“ Die Kernfamilie aus Vater, Mutter und Kindern, ein Familienbild, das in unserem Land von der Mehrheit der Familien gewünscht und gelebt wird, wird hier als Klischee und einschränkendes Lebenskonzept abgewertet. Im Blick auf die Prinzipien Sielerts verwundert es dann leider auch nicht, dass in diesem „katholischen“ Papier zur Prävention und sexueller Bildung die Worte Ehe, Familie, Liebe und Sexualität als Sprache der Liebe und Kraft der Bindung, sowie Quelle des Lebens nicht vorkommen.

Wir Eltern sind zutiefst beunruhigt über diesen Paradigmenwechsel der Katholischen Kirche im Verständnis von Sexualität, betrifft es doch die Arbeit der Kirche in ihren vielfältigen Jugendgruppen, aber auch in katholischen Kindergärten und Schulen – es geht also um Millionen von Kindern. Wir wünschen unseren Kindern ein glückliches Leben, ein Leben, das ihnen ermöglicht, ihren Traum vom Glück zu verwirklichen: nach wie vor wünschen sich zwischen 70 und 80 Prozent der Jugendlichen eine auf Dauer angelegte Beziehung zwischen Mann und Frau und eigene Kinder.

Zur Verwirklichung dieses Traumes bedarf es seelischer Ressourcen, nämlich der Bindungsfähigkeit, der Selbstdisziplin, der Treue und der Verantwortungsfähigkeit. Wer seine Sexualität isoliert als Quelle der Lust lebt, also Unverbindlichkeit und sofortige Bedürfnisbefriedigung einübt, wird sich den Traum von einer glücklichen Familie kaum erfüllen können.

Die WELT schreibt dazu:

Als heikel kann das Papier der katholischen Kirche auch gelten, weil der einflussreiche französische Philosoph Michel Foucault darin als Experte zitiert und eines seiner Bücher als weiterführende Literatur empfohlen wird.

Foucault verstarb 1984; jüngst gab es aber Aufruhr um ihn. Der Vorwurf: Ende der 1960er-Jahre soll er sich bei seinen Aufenthalten in Tunesien an kleinen Jungen vergangen haben. Das behauptete der Essayist Guy Sorman in einem Buch und in zwei Interviews. Die französische Journalistin Chantal Charpentier bekräftigte diese – nicht bewiesenen – Vorwürfe in einem Interview mit der „Zeit“.

Fakt ist: 1977 unterzeichnete er einen Aufruf gegen ein Gesetz, dass Sex mit Kindern unter 15 Jahren unter Strafe stellen sollte. Seine Erklärung „Jedenfalls hat eine gesetzlich festgelegte Altersgrenze keinen Sinn. Noch einmal, man kann dem Kind zutrauen, selbst zu sagen, ob ihm Gewalt angetan worden ist oder nicht.“

Weiter sagt er, der moderne Staat stilisiere Pädophile zu gefährlichen Individuen und benutze sie, um immer tiefere Eingriffe in das Sexualleben der Bürger zu rechtfertigen. Dies ist etwa im Buch „Die Grünen und die Pädosexualität“ beschrieben.

Etschenberg widerspricht Foucault: „Kinder können überhaupt nicht abschätzen, was bei einem Erwachsenen, der mit ihnen sexuell aktiv wird, passiert.“

Auf Anfrage heißt es seitens der Bischofskonferenz, dass die Vorwürfe gegen Foucault zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Positionspapiers noch nicht bekannt gewesen seien: „Wie damit im Weiteren umzugehen ist, beobachten wir aufmerksam und werden ggf. Konsequenzen ziehen.“ Das stimmt zwar bezogen auf die jüngsten Pädophilie-Vorwürfe. Seine Aussagen sind aber seit den späten 70er-Jahren bekannt.

Auf ein Wort … Gott

Das Gespräch zwischen Michel Friedman und Wolfgang Huber über Gott zeigt, dass die großen Fragen noch da und relevant sind. Es zeigt allerdings auch, wie kraftlos die spätmoderne Theologie ist. 

Es lohnt sich, da mal reinzuhören: www.dw.com.

Die Entwertung des Menschlichen

Anbei ein Aufsatz, der im Jahr 2001 entstand und sich im Geiste Schaeffers kritisch mit dem Post- und Transhumanismus befasst.

In diesem Zusammenhang: Das vergangene Jahrhundert offenbarte nicht nur eine Krise der Moderne, sondern eine Krise des Menschen überhaupt. Für Sigmund Freud (1856–1939) waren die Menschen alles andere als freie Persönlichkeiten, sondern triebgesteuerte Wesen, für die Rationalität einer von vielen Verdrängungsmechanismen ist. Im Jahre 1962 sprach Theodor Adorno (1903–1969) davon, dass der Anthropozentrismus »nicht zu retten« sei. 1966 schrieb Michel Foucault (1926–1984) begeistert vom »Verschwinden des Menschen« und deutete es als Befreiung von der Enge einer anthropologischen Axiomatik. François Lyotard (1924–1998) spricht davon, dass das Erbe Kants und Wittgensteins »von der Schuldenlast des Anthropomorphismus« zu befreien sei. Zyniker wie der aus Rumänien stammende E. M. Cioran oder der deutsche Ulrich Horstmann proklamieren sogar Sätze wie »Das Paradies ist die Abwesenheit des Menschen« oder »Daß es besser wäre, wenn es nicht wäre, hat sich das Untier [gemeint ist der Mensch] immer schon auf die ein oder andere Weise eingestanden.«

Kurz: Das Menschbild der nachmodernen Denker ist tief pessimistisch und in manchem Punkten geradezu biblisch düster. Warum verweigern so viele postmoderne Christen genau in dieser Frage ihren Lehrern die Gefolgschaft und entwerfen ein Menschenbild, dass bisweilen sogar den biblischen Sündenbegriff relativiert?.

Hier der Aufsatz: Entwertung.pdf .

Ferner Spiegel

Professor Dr. Franz Walter erforscht zusammen mit Dr. Stephan Klecha auf Bitte von Bündnis 90/Die Grünen „Umfang, Kontext und Auswirkungen pädophiler Forderungen in den Milieus der Neuen Sozialen Bewegung sowie der Grünen“. In der FAZ ist heute unter dem Titel „Distanzierungstango in der Pädofrage“ eine Art Zwischenbericht erschienen (12.08.2013, Nr. 185, S. 7). Demnach war die „Entgrenzung“ in den 70ern Programm, nicht nur bei den GRÜNEN:

Die pädophile Zuwendung avancierte zum Ferment einer Umwälzung des Alltags, des Zusammenlebens, der befreienden Liebe. So war es in Frankreich. So erlebte man es, ganz besonders, in den Niederlanden. Und so entwickelte sich auch ein Teil der deutschen „Neuen Linken“.

„Darum weg mit dem Scheißsystem, auf zur sexuellen Revolution! Fang heute damit an. Die stillen Revolutionen sind oft die wirkungsvolleren.“ So lautete der Schlachtruf eines der führenden PolitPädophilen, Olaf Stüben, in der linksalternativen „taz“ vom 16. November 1979. Schon im Januar 1977 war während eines Teach-in in der Universität Frankfurt vor Hunderten Zuhörern offen für Sex zwischen Erwachsenen und Kindern plädiert worden. Einige aus dieser Szene sollten bald ihren Marsch durch die Institutionen antreten – in der neuen Partei „Die Grünen“, aber nicht nur darin.

Daniel Deckers kommentiert treffend (FAZ vom 12.08.2013, Nr. 185, S. 1) :

Das Antidiskriminierungspathos der siebziger und achtziger Jahre, das mit der Pädophilie-Debatte einen perversen Höhepunkt erlebte, ist noch längst nicht verhallt. Mittlerweile hat es selbst das Bundesverfassungsgericht erfasst. Umso aktueller ist die Frage, ob das, was einer Minderheit nützt, immer auch dem Wohl der Allgemeinheit dient – die Umwertung des Ehebegriffs lässt grüßen. Wäre die Pädophilie-Debatte auch nur ein ferner Spiegel, in dem die Gefahr kollektiver Verblendung zu erkennen wäre, es wäre viel gewonnen.

Der kollektiven Verblendung werden wir nur entkommen, wenn wir uns mit geistigen Vätern und Müttern dieser Revolution kritisch auseinandersetzen. Solange Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir oder Michel Foucault besonders im universitären Umfeld und in der Pädagogenausbildung wie Heilige verehrt werden, bleibt das Spiegelbild unscharf.

Sie dazu auch: Die Kollateralschäden der sexuellen Revolution.

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