Wir brauchen eine Revolte gegen die KI-Sprache

Laut einer Analyse des Internetdienstleisters „Graphite“ wurden im Mai des vergangenen Jahres 52 Prozent aller neu publizierten Internetartikel von künstlicher Intelligenz verfasst. Insgesamt betrug der Anteil an KI-generierten Texten im Internet – also inklusive der vor Mai 2025 publizierten Artikel – sogar 57 Prozent.

Jens Ulrich Eckhard plädiert dafür, diesem Trend etwas entgegenzusetzen. Zum Beispiel Gedichte. Denn die Poesie überfordert die Dummheit der digitalen Logik.

Zitat: 

Gedichte werden den Lauf der Zeit nicht aufhalten, generative KI wird weiter das Internet fluten. Worum es vielmehr geht, ist die Frage, wie wir uns dazu verhalten. Irgendetwas macht es mit uns, dass es seit einigen Jahren diese digitalen Maschinen gibt, die in unserer Sprache herumfuhrwerken und Sätze nach Wahrscheinlichkeiten bilden.

Einen Hinweis auf die Dimension dieser Umwälzung liefert Rüdiger Safranski, dessen für Herbst angekündigtes Buch den Titel „Die vierte Kränkung. Der Mensch im Schatten der Künstlichen Intelligenz“ trägt. Nach der kopernikanischen Wende, Darwins Evolutionstheorie und Freuds Entdeckung des Unbewussten hat nun das „rechnende Denken“ Einzug in unsere Sprache gehalten. Generative KI macht uns einmal mehr klar: Der Mensch ist nichts Besonderes, seine Kommunikation ist reproduzierbar und sein „Haus des Seins“, wie Heidegger die Sprache nannte, hat er sich fortan mit den Algorithmen zu teilen.

Gegen die Schwemmgebiete im Digitalen, die sprachliche Landschaften aus Kies und Geröll hinterlassen, hilft somit nur die Ausweichbewegung in die Höhe. Das Gedicht als karstiger Fels, in dessen Spalten züngelnde Salamander hausen. Wer Weltfremdheit aushält, wird dort oben eine schöne Zeit haben.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.welt.de.

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2 Kommentare
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Christian Bensel
1 Stunde zuvor

Ringkampf mit KI,
Atem holen wir noch nie,
Immer höher in dünne Luft,
Weg vom Algorithmus Schuft,
Dann ein Gedicht posten,
Statt den Beitrag zu ghosten.

Matze
23 Minuten zuvor

Gedichte kann man auch mit KI schreiben, aber Widerstand gegen gewisse Forem der KI macht Sinn. Gerade die Individualität der angewandten Sprache incl. Fehler oder Unzulänglichkeiten macht Menschsein aus. Das gilt auch für anderes KI generiertes wie Filme, Bilder, IT Programme. Schon bei Reinhard Mey hieß mal “ ein Stück Musik von Hand gemacht….“ Es ist auch sicher Teil der Schöpfung auch uns hier unseren individuellen Ausdruck zu lassen. Auf der anderen Seite ist KI schon ein tolles Hilfsmittel, das eben mit Vernunft eingesetzt werden sollte

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