Denker ohne Punkt und Komma

Slavoj_Zizek.jpgSlavoj Žižek ist einer jener Berufsintellektuellen, die vor allem unerwartet sein wollen, ein Hysteriker wider den Zeitgeist. In dem Film »Žižek!«, der über ihn zu sehen war, erklärt er an einer Stelle, dass er nie aufhören könne zu reden. Wenn, so führt er aus, die Kette der Wörter abreißen würde, könnte das Publikum merken, dass dahinter nur ein großes Nichts zum Vorschein komme.

Weiter schreibt die FAZ:

Gestern ergoss sich Žižek orgiastischer Redestrom in die Leitartikelspalten der »New York Times«. Ein Denkanstoß zum 9. November unter der Überschrift »20 years of collaps«. Der gebürtige Slowene (und also ipse facto Osteuropa-Experte) greift zu diesem Anlass ins Repertoire des Unerwarteten und schüttelt den Kopf über den neu entflammten Anti-Kommunismus in Osteuropa – mit der pychoanalytischen Pointe, dass es sich bei diesem Anti-Kommunismus in Wahrheit um einen verdrängten Anti-Kapitalismus handele, weil – nun wieder ins Fach der politischen Theorie wechselnd – der Kapitalismus alle hässlichen Seiten des Kommunismus in sich trage: dessen Personal, dessen Korruption, dessen neue und alte Tricks.

Jemand, der bei Jacques Lacans studiert hat, muss das wahrscheinlich so sehen.

Hier der vollständige Artikel: www.faz.net.

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  1. […] Mitten in der Kapitalismuskrise wird von der linken Avantgarde der Kommunismus neu entdeckt. Ihr Star ist der slowenische Philosoph Slavoj Žižek, der Marxismus mit Pop und Psychoanalyse vermischt (siehe auch hier). […]

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