Grüne Meinungsfreiheit

Soll die Diakonie zwei theologisch konservativ ausgerichtete Organisationen ausschließen? Das fordert der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Volker Beck. Er wandte sich in einem Brief an den Präsidenten des Diakonischen Werks der EKD, Johannes Stockmeier (Berlin). Der Vorstoß des prominenten Grünen richtet sich gegen die ökumenische Kommunität „Offensive Junger Christen“ und den evangelischen Fachverband für Sexualethik und Seelsorge „Weißes Kreuz“. Die Nachrichtenagentur idea schreibt:

In seinem – von Beck veröffentlichten – Antwortbrief versichert Präsident Stockmeier, dass er auch weiterhin dafür eintreten werde, dass es keine Diskriminierung Homosexueller in Kirche und Diakonie geben dürfe. Er erhalte immer wieder Anfragen, inwieweit die Offensive Junger Christen, das ihr angeschlossene Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft und das Weiße Kreuz diese Position teilten. Deshalb suche er mit ihnen das regelmäßige Gespräch, um die Haltung des Diakonischen Werkes der EKD zu verdeutlichen. Dessen Mitglieder seien aber rechtlich selbstständige Organisationen. Das Diakonische Werk verfüge deshalb weder über eine Fach- noch eine Dienstaufsicht. Gemäß der Satzung sei das Diakonische Werk der EKD nicht befugt, in die Arbeit der Mitglieder einzugreifen. Ein Ausschluss könne nur dann erfolgen, wenn Mitgliedsorganisationen nicht mehr in Verbindung zur diakonischen oder volksmissionarischen Arbeit ihrer Kirche stünden. Abschließend schreibt Stockmeier: „Vor diesem Hintergrund ist das Gespräch mit den genannten Fachverbänden ein wichtiger Beitrag, um hier Klarheit zu erlangen und gegen eine mögliche Diskriminierung von Homosexualität einzutreten.“

Ich kann aufmerksame Staatsbürger nur bitten, genau hinzuschauen. Die Desinformationen, die Volker Beck seit Jahren verbreitet, und die politischen Forderungen, die er nachhaltig einklagt, bedrohen – finden sie Gehör – die Meinungsfreiheit, auf die er sich selbst über viele Jahre berufen hat. Gehören nicht Wissenschaftsfreiheit und Lehrfreiheit zu den bürgerlichen Grundrechten? Will Volker Beck die offene Gesellschaft tatsächlich stärken (vgl. auch den Beitrag: Die Tyrannei der liberalen Moral)?

Hier der vollständige idea-Beitrag: www.idea.de.

Kommentare

  1. Alexander Hirsch meint:

    Naja, der Beck macht seinen Job als Lobbyist – so weit, so normal.
    Erschreckender (wenn auch leider nicht überraschend) finde ich schon die Reaktion des DW-Präsidenten.

  2. @Alexander: Wohl, dieser vorauseilende Gehorsam ist erschreckend.
    Liebe Grüße, Ron

  3. Es gibt in der heutigen Gesellschaft zwei Arbeitsbereiche, in denen Christen den größten Mut aufbringen müssen, um dort „Licht und Salz“ zu sein:
    1. Als Wissenschaftler in der etablierten Forschung evolutionskritisch zu publizieren
    2. Unter Homosexuellen therapeutisch zu arbeiten

    Was sind mögliche Folgen?
    Diffamierung, Distanzierung und Isolierung, gesellschaftliche Ächtung bis hin zu persönliche Angriffen und Verhetzung.

    Mögen wir doch ganz besonders für Christen und solche Werke beten, die diese wertvolle Arbeit machen!

  4. Roderich meint:

    @Theo,
    genau. Fuer solche Werke beten, und sie finanziell unterstuetzen.

  5. @alle bisherigen Stimmen: „Vorauseilender Gehorsam?“ „zwei Arbeitsbereich, in denen Christen…. „Licht und Salz“ sein sollen? – Gut es bleibt die Frage aus welche Gründen Beck diesen Vorstoß macht. Das wäre für mich die erste Frage. – Ich persönlich halte nichts von Ausschluß. Stockmeier ist im Dialog mit diesen Organisationen. Blickt man auf seine Reaktion: ganz lutherisch: Er rückt das ganze in das rechte Licht bzw. er verortet es vernünftigerweise dorthin wo es hingehört, zumindest was das Diakonische Werk betrifft nämlich satzungsgemäßes Handeln, Dienst- und Fachaufsicht und Anbindung an Aufgabe, Auftrag und Selbstverständnis des Diakonischen Werkes. – Es geht eben gerade nicht um Lehrfreiheit und Wissenschaftsfreiheit oder (grüne) Meinungsfreiheit, diese sind bei Weitem nicht gefährdet – Es geht um grundsätzliches: Christen haben m.E. anderes zu tun als evolutionistische Positionen und die Akzeptanz homosexueller Orientierung zu „bekämpfen“ oder „dafür zu beten“ – gerade am ersten Advent. – Welche Aufgabe hat ein Theo-Blog, der sich aus den Quellen reformatorischer Tradition speist? – oder anders gesagt: In einigen Bereichen haben es die Großkirchen geschafft einen Paradigmenwechsel hinsichtlich ihres eigenen Selbstverständnisses zu vollziehen. Sicher nicht in allen Bereichen. Die röm.- katholische Kirche beharrt in Teilen auf ihren überholten theologischen Standpunkten, während die EKD langsam und zunehmend an (inhaltlicher) Substanz verliert, obwohl sie es seit der Reformation geschafft hat in entscheidenden Punkten die Reformation der „katholischen“ Kirche zu vollziehen. Das hat auch mit dazu beigetragen, das die Kirche als Glaubensgemeinschaft sich von den Menschen entfernt hat. – welche Aufgabe hat also ein Theo-Blog? Binnenkirchliche theologische Diskussionen sollten sich nicht damit beschäftigen die „Brillen“ und „Sichtweisen“ oder das „Werkzeug zu beäugen“, Wissenschaftskritik und erkenntnistheoretische Kritik in Ehren. Das Festhalten an den reformatorischen Quellen, mit einem verkürzenden oder verengenden Blick in die bereits vorhandene eigene reformatorische Tradition und Theologiegeschichte wird meines Erachtens nicht fruchten. Der alleinige Blick auf das Wort Gottes ebenso wenig, weil es ebenfalls bereits kummulierte Traditions- und Theologiegeschichte, gepaart mit neuen Axiomen bzw. theologisch Kerygmen enthält. Genausowenig wie der ausschließliche Blick auf theolog. Tradition und Geschichte mit einem wehementen festhalten an diesen, wie man es in der katholischen Lehrtradition in vielen Bereichen findet. Manchmal stelle ich fest: Der TheoBlog ist „katholischer“ oder „evangelischer“ als die römisch katholische Kirche und die evangelische Kirche zumindest was ihre theologische Paradigmatik betrifft.

  6. Roderich meint:

    @theonik,
    was wolltest Du eigentlich sagen?

  7. Schandor meint:

    @Roddy

    LOOL!

  8. @Schandor und Roderich: lesen nicht lollen
    – Um es kurz zu machen. Man sollte in der theologischen Diskussion Gespensterdebatten unterlassen. Manchmal kommt mir dieser Blog so vor. Man trägt Fragestellungen und Problematiken an ein Geschehen heran oder beschwört eine Diskussion herauf die es nicht Wert ist geführt zu werden (auch wenn ich mich zugegebenermaßen auch eingeklinkt habe, aber gerade darum um daran zu erinnern). Gott hat uns nicht einen Geist der….. sondern…..
    Unsere Großkirchen haben, vor allem hinsichtlich der theologischen Differenzen, ein nahezu paradigmatisches Faible für diese Art des Umgangs mit den Dingen, insofern gebärdet sich dieser Blog manchmal nennen wir es mal „päpstlicher als der Papst und synodaler als die EKD Synode“. Um nochmals auf den Fall zurückzukommen: vernünftige Leute wie Stockmeier machen deutlich: das ist/war Herr Beck gar nicht die Frage deshalb sind ihre Forderungen völlig fehl am Platz und bezogen auf den Blog: um (grüne) Meinungsfreiheit (auch wenn sich dieser plakative Titel gut macht), Wissenschaftfreiheit und die Frage nach der Aufgabe von Christen geht es auch nicht – vielleicht liegt es auch daran, dass ich vor etwa zwanzig Jahren (schon vor meinem Theologiestudium) beschlossen habe mich nicht mehr über das Gebaren und die theologischen Entwicklungen der Kirchen zu entsetzen sondern mich mehr danach zu Fragen was Chrtistum treibet (siehe den schönen Beitrag zur exo/egozentrik) – jetzt sollte ich eigentlich lollen was ich nicht tue. Grüße an die (mit)denkende Zunft.

  9. Schandor meint:

    @theonik

    Ja. Du hast recht. Aber bedenke: Hier werden – womöglich – Kommentare abgegeben, die sich auf ganz spezielle und bestimmte Aspekte beziehen. Manchmal entsteht eine Diskussion; aber das ist eigentlich themenfremd, denn es heißt ja da unten im Feld, wo Du schreibtst: „KOMMENTAR ABSCHICKEN“. Dein Beitrag ist etwas konfus; sag doch mal ganz einfach, was Du sagen willst, ohne alles in komplexe Sätze zu verpacken! Wir können das zwar lesen und verstehen, aber was mich betrifft: ich will nicht. Verstehst Du? Und darum hab ich „gelollt“ 😉

    Manchmal muss man sein Wissen und seine Fähigkeiten zugunsten des Moments hintanstellen, um kurrente Momente zu treffen … Und DU hast doch Esprit genug, um das zu tun!

    lg.
    S.

  10. @theonik: War die Reaktion von Stockmeier vernünftig? Wenn ja, inwiefern?
    Liebe Grüße, Ron

  11. @theonik:
    Wenn ich Dich richtig verstehe, geht es Dir im Kern darum, dass wir hier über Themen diskutieren, die uns als Christen nicht zustehen oder deren Fragestellungen für unsere heutige Zeit unangemessen sei, da z. T. auch die beiden Großkirchen bereits darüber hinweg gekommen seien. Habe ich das so richtig verstanden?

    Nun ist es so, dass wir in einer Demokratie leben, zumindest nennt sie sich so. Demokratie ist die Herrschaft des Volkes, die Herrschaft der Mehrheit des Volkes. Das bedeutet zwangsläufig, dass das Volk zunächst einmal AUFGEKLÄRT werden soll über das, was in der Politik gerade läuft. Dies ist m. E. auch mit eine Aufgabe eines TheoBlogs. Die Aufklärung über die Dinge des aktuellen Tagesgeschehens in Politik, Wirtschaft, Kultur und vieles mehr, sowie die theologische Auseinandersetzung mit diesen Themen. Dies wird durch die Kommentarfunktion hier gefördert, das finde ich sehr gut. Und es ist auch wichtig, dass ein Meinungspluralismus vorhanden sein darf. Jede und jeder darf sich hier einbringen und mitdiskutieren, Fragen stellen und Argumente einbringen. Das schätze ich ungemein. Gerade auch Meinungen abseits vom medialen Mainstream sind wichtig. Der Mainstream lebt von der „political correctness“, die alles einebnet und in eine weitere Meinungsdiktatur hineinführt. Diese Meinungsdiktatur will alles verbieten, was auch nur den geringsten Anschein von „Diskriminierung bestimmter Minderheiten“ macht. In Wirklichkeit ist dies jedoch die Gleichschaltung ganzer Bevölkerungen. Wozu Gleichschaltung führt, hat das 20. Jahrhundert zur Genüge gezeigt.

    Um das obige Thema einmal aufzunehmen: Die heutige Gleichschaltungspolitik will das kritische Hinterfragen der Hintergründe einer homosexuellen Einstellung unterbinden, obwohl noch längst nicht wissenschaftlich empirisch und einleuchtend erklärt wurde, wie dies wirklich geschieht. Wer diese Frage stellt oder Menschen zu helfen versucht, die (unglücklich) homosexuell sind, wird sofort als „politisch inkorrekt“ kriminalisiert und aus dem Diskurs ausgeschlossen. Deine Argumentation weist leider in dieselbe Richtung („überholte theologische Standpunkte“, „Paradigmenwechsel vollzogen“, etc). Dass dies genauso eine Diskriminierung ist, scheint egal zu sein. Hauptsache, man kann die kritischen Frager ausschließen und den Rest weiter gleichschalten.

    Eine Demokratie hingegen lebt vom Diskurs verschiedener Meinungen und Argumenten. Wäre es nicht an der Zeit, zu einem echten Diskurs zu kommen, in dem jeder seine Meinung frei sagen und schreiben darf, ohne dass ein Teil davon sogleich der Zensur einer falsch verstandenen „political correctness“ zum Opfer fallen muss?

    Eine Frage zum Schluss noch, theonik: Was wäre Deiner Meinung nach dasjenige, was ein Christ am ersten Advent tun sollte?

    LG
    Jonas

  12. @Ron@Jonas: Vernünftig insofern, dass er darauf verwiesen hat, dass man in einem Werk, wie dem Diakonischen im Dialog mit diesen Organisationen sein muss und zwar hinsichtlich(!) der Frage nach dem Umgang mit dem Thema der Diskriminierung von Homosexualität oder homosexueller Menschen in den eigenen Reihen, hinsichtlich der eigenen Satzungsgemäßen verfasstheit usw. und so wie ich Stockmeier verstanden habe tut er das. Insofern schmettert er Beck ab aber nicht im Sinne einer Unterbindung des Dialogs oder eines kritischen Umgangs mit dem Thema (@Jonas). Ich denke nicht, dass ein Mann wie Stockmeier einfach nur im Sinne einer „political correctnes“ handelt. Das unterstellt man ihm möglicherweise. Im Gegenteil ich erwarte, dass jemand in dieser Position gut informiert ist (oder es zumindest sein sollte). Aus diesem Grund wittere ich hier auch nicht den Untergang der Meinungsfreiheit. Selbst wenn sein Standpunkt liberaler sein sollte oder vielmehr ist, bedeutet dass nicht, dass damit automatisch eine political Correctness einhergeht, die suggeriert das man alles, was der Zeitgeist hervorbringt unterschreibt…nebenbei: Das wird der EKD vorgeworfen auch wenn man dabei vergisst, dass auch hier ein Ringen um Standpunkte stattgefunden hat, interessanterweise der katholischen Kirche nicht sie verhält gerade nicht political correct, bezogen auf das Thema Homosexualität (und viele andere Dinge) schon gar nicht, insofern sind manche auch reformatorische Christen unter uns sehr römisch katholisch und ich meine das nur bezogen auf den Standpunkt den man einnimmt…..
    Vielleicht stoßen wir aber an ein anderes Grundproblem: Das des Dialogs. Können zwei Standpunkte, die inhaltlich diametral gegenüber stehen über haupt in den Dialog treten? Gerade im Bezug auf das Thema der Homosexualität und der Einstellung aus christlicher Sicht haben wir denke ich ein Problem, weil die Ansätze nahezu inkompatibel sind. Die einen Reden von einer biologisch/genetisch bedingten, erfahrungsbedingten und geprägten Form der sexuellen Orientierung, die sich zwar nicht ändern lässt mit der man aber unter Umständen, wenn man darunter „leidet“ umgehen kann oder veränderbar ist. Dieser Standpunkt kann die Schöpfungs-Ordnung und Realität der Homosexualität nebeneinander unverbunden stehen lassen. Sünde als Zustand ist hier unter Umständen dennoch mitgedacht. Und die Anderen sprechen von einem sozial erworbenen Krankheitsbild das unbedingt therapiert werden muss.. diese Position ist leider oft religiös konservativ motiviert. Vielleicht ist das eine Antwort auf Jonas: es geht also nicht um Fragen die nicht „zustehen“ die für unsere Zeit unangemessen sind, im Gegenteil. Es sind Fragen die gerade Christen umtreiben vor allem hinsichtlich der Frage wie man das Wort Gottes in diesem Zusammenhang dann noch verstehen kann. Die Frage ist nur: Wie kommentiere. Kommentare neigen zur Provokation oder zur holschnittartigen Vereinfachung. Sie schneiden Realitäten ab und werden der Sache (meist) nicht gerecht und darauf sollten wir Achten.

    Was sollte ein Christ am ersten Advent tun? – Gottes Geist darum bitten sein Herz (immer wieder neu) für ihn zu öffnen und auf Gott auszurichten (Aber nicht nur im Advent). Ich halte es mittlerweile persönlich für eine der wichtigen Aufgaben meiner individuellen Spiritualität dran zu bleiben an meiner Beziehung zu Gott. Dazu ist meiner Meinung nach die ehemalige Fastenzeit der Advent gedacht: sich vorzubereiten. Es geht um Umkehr. Zum Glück gibt es das Kirchenjahr, dass uns immer wieder heilsgeschichtlich relevantes ins Gedächtnis ruft und vergegenwärtigt.
    Danke für die Rückmeldungen!

  13. @theonik: ich finde Deinen Kommentar sehr gut und fände es äußerst schade, diesen nicht lesen zu können. Schon allein deshalb bin ich dem TheoBlog dankbar für die Möglichkeit zum Kommentieren. Es stimmt absolut, dass Kommentare immer nur einen sehr kleinen Teil dessen abdecken können, und doch ist es sehr gut und nachdenkenswert. Deshalb vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich werde ihn mit in die kommenden Tage (Adventszeit) nehmen und es Maria gleich tun: Die Worte „im Herzen bewegen“ (Lk. 2, 19) und mich evtl. später noch zurückmelden! Vielen Dank!

    LG
    Jonas

  14. @theonik: Hier ist das Schreiben von Herrn Stockmeier: http://www.volkerbeck.de/cms/files/homoheiler.pdf. Kurz: Wenn ich könnte, würde ich OJC und WK rausschmeißen, aber ich kann es nicht.

    Liebe Grüße, Ron

  15. @Ron: Ich kann Deine Kurzfassung auch nach mehrmaligem Lesen des verlinkten Briefes nicht zwingend aus Herrn Stockmeiers Worten herauslesen. Hast Du noch weitere Infos zu Herrn Stockmeiers Sichtweise, die dafür sprechen, das Schreiben auf jene kurzgefasste Art lesen zu müssen? Oder bin ich einfach zu ungeübt im Lesen versteckter Botschaften?

    LG
    Jonas

  16. @Jonas: Ich sehe in dem Schreiben keinerlei Anzeichen dafür, dass S. die beiden genannten Werke schützt. Siehst Du Aussagen, die in diesem Sinne verstanden werden können? Der Verweis auf die Satzung muss m.E. so interpretiert werden: Die Satzung verbietet es mir, Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung dieser Werke zu nehmen. Der Verweis auf eine mögliche (!) Diskriminierung ist ausserdem politisch korrekt: „Sage oder schreibe besser nichts, was einen verletzen könnte.“

    Liebe Grüße, Ron

  17. @Ron: Muss Stockmeier dies zwingend so überdeutlich schreiben, dass er jene Werke schützt? Kann es sich nicht auch um einen doppelten Schutz der Werke handeln, indem S. seine eigene Position schützt, um die Werke weiterhin schützen zu können? Ich kann mich natürlich täuschen, ich kenne Herrn Stockmeier nicht, habe in Deinem Blogbeitrag zum ersten Mal von ihm gelesen und dann noch ein wenig gegoogelt. Wenn ich zum Beispiel seine Rede anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Baden-Württemberg lese, wo er sich engagiert dafür ausspricht, den Menschen die notwendige Zeit zum Sterben zu lassen und versucht, eine Kultur der Dankbarkeit für die Menschen, die auch in einer schweren Zeit ihres Lebens noch unter uns sind, dann habe ich ganz ehrlichen Respekt vor diesem Mann, der sich in seiner Position trotz aller gesellschaftlichen Widerstände für biblische Werte einsetzt. Die Rede kann hier gelesen werden: http://hospiz-bw.de/johannes_stockmeier_oberkirchenrat
    LG
    Jonas

  18. @Jonas: Kann ich mir nicht vorstellen. Sollte es trotzdem so sein, frage ich mich: Wo leben wir eigentlich? Dürfen wir nicht mehr sagen, was wir denken?
    Liebe Grüße, Ron

  19. @jonas und ron: Ich stimme Jonas zu, danke für die verlinkung.. ich kann da auch nichts rauslesen. Um „aktiven“ Schutz der Werke geht es meines Erachtens auch nicht. Und wie gesagt ich bin auch nicht der Meinung dass es sich um political Correctness handelt wenn er Beck so erwidert, selbst dann nicht wenn er der Meinung von Beck zustimmen würde (was ich nicht glaube), selbst dann nicht. Beck darf ja seine Meinung sagen. Ich denke jedoch das Beck mit seiner Meinung eigentlich eher Erwartungen und Forderungen formuliert und diese werden mit Verweis auf die Satzung abgewiesen. Wir wissen zwar das Angehörige dieser Gruppen anders zur Homosexualität eingestellt sind aber rechtfertig das einen Ausschluss? … mehr kann ich dazu nicht sagen…. vielleicht hilft euch das weiter. http://www.ojc.de/aktuell/fuer-beratungs-und-therapiefreiheit.html.. was ich da finde finde ich noch skuriller… mit Verweis sachlichkeit und wissenschaftlichkeit wird von der ojc die ICD Klassifizierung völlig missinterpretiert und einen entscheidenden Satz scheinbar zu übersehen scheint: Die Richtung der sexuellen Orientierung selbst ist nicht als Störung anzusehen. (das wurde schon vor zig Jahren erkannt) ICD klassifiziert hier Verhaltensstörungen IN VERBINDUNG mit der sexuellen Orientierung…nicht aufgrund…

  20. @theonik: Nun, dann sind wir eben unterschiedlicher Meinung im Blick auf Herrn S. Ich bleibe bei meinem Eindruck, dass er sich in gewisser Weise mit Beck solidarisiert.

    Könntest Du das mit der ICD-Missinterpretation noch etwas erläutern? Ich habe eben mal in meinen ICD reingeschaut und sehe hier keine prinzipielle Unvereinbarkeit zwischen der OJC-Pressemitteilung und F66.1. Es seid denn, Du verstehst F66.1 so, dass nur in eine Richtung, nämlich in Richtung gefühlter Geschlechtsidentität, gearbeitet werden darf. Das steht aber so nicht drin.

    Mal davon abgesehen, sollten wir immer im Blick haben, dass ICD oder DSM keine „heiligen Klassifikationen“ vermitteln, sondern immer Ausdruck einer Kultur und damit vergänglich sind. Der DSM V wird meine These wahrscheinlich stützen.

    Liebe Grüße, Ron

  21. @alle: Diese Meldung lief über den ARD-Videotext der EKD:

    http://www.ekd.de/aktuell_presse/vt_111125.html

    Liebe Grüße, Ron

  22. Schandor meint:

    Petrus und Paulus wollen sich verstärkt gegen eine Diskriminierung von Homosexuellen in ihren Gemeinden einsetzen. Diakoniepräsident Stephanus sagte, dass der Verband entsprechende Verstöße auch mit einem Gemeindeausschluss ahnden könne.

    Agrippa, menschenrechtspolitischer Sprecher der Nichtchristen begrüßte die Bemühungen der Diakonie. Therapien, die eine angebliche Heilung von Homosexualität versprächen, dürften unter dem Dach der Gemeinde Jesu Christi keinen Platz finden.

    So in einem Papyrus aus dem Chester-Beatty-Konvolut (vereinzelte Lesart, daher bei der Kollationierung nicht weiter berücksichtigt).

    😉 😉

  23. Es geht also darum, wie die Aussagen von Herrn S. zu interpretieren wären? Während theonik & Jonas eher optimistisch sind, bleiben die übrigen bei ihrer pessimistischen Sichtweise – eigentlich ein Streit um Kaisers Bart! Denn Stockmaier hat die Äußerungen sicher mit Bedacht so gewählt, dass jede Seite ihre Sicht herauslesen kann. Ich gebe aber zu, dass mir auch die Position der Skeptiker etwas besser nachvollziehbar scheint. Aber das besagt nix: gegebenenfalls kann der Diakoniepräsident seine Aussagen so oder so nachbessern und sich immer darauf berufen, das habe er doch schon längst so gesagt. Aber was soll er auch sonst tun? Natürlich wird er alles zu vermeiden suchen, was seine Organisation ins Kreuzfeuer einer aufgeladenen Debatte brächte.

    Ich glaube auch nicht, dass die Meinungsfreiheit durch Herrn Beck bedroht wäre; er geriert sich als schwuler Lobbyist, das ist sein gutes Recht. Vermutlich ist er wirklich der Meinung, dass solche Organisationen wie z.B. das OJC ´gefährlich´ wären. Aus anderer Perspektive muss das natürlich grotesk erscheinen. Es ist allerdings eine neue Erfahrung, dass inzwischen Christen massiv kritisiert werden für ethisch-moralische Positionen, die früher mehrheitsfähig waren.
    Aber dass der (gesellschafts-)politische Gegner schnell diffamiert und nach Eingrenzungen/Verboten gerufen wird, das hat es auch in der Vergangenheit gegeben. Bisher haben Grundgesetz sowie höchste Rechtsprechung dem allen standgehalten.

    Nebenbei: Wie der freikirchliche Präses Hörsting Stellung genommen hat, das ist schon ein besonderes semantisches Schmankerl: des „umsichtige(n) und nette(n)“ Herrn Becks Position sei „suggestiv engführend“? Das ist doch mal ein neuer Ton in der Auseinandersetzung. 😀
    Im Gegensatz zu Stockmaier könnte Hörsting Klartext reden – wenn er wollte! Aber er will es offenbar auch nicht…

  24. @ernst: Einverstanden, in allen Punkten. So einverstanden, dass ich den Text leicht ergänzt haben. 😉

    Liebe Grüße aus der Schweiz, Ron

  25. Tja, seit der EKD-Meldung (habe sie verspätet erst gesehen) muss ich zugeben, mich getäuscht zu haben. Ist schade, aber nicht zu ändern. Nun – auf jeden Fall stimmt es leider sehr, dass wir in allem einen sehr starken Linksdrall haben, was natürlich auch die Einschränkung der Meinungsfreiheit beinhaltet. Dass wir uns deshalb zum Schweigen verdonnern lassen sollen, sehe ich gar nicht ein. Es ist auch ein Beitrag zur Demokratie und zu den Menschenrechten, sich von der grünen Zensur nicht den Mund verbieten zu lassen. Ich bin auf jeden Fall auch dafür, dass wir als Christen ganz speziell diejenigen unterstützen müssen, die homosexuelle Menschen therapieren. Ebenso auch die, welche evolutionskritisch publizieren. Da stimme ich Theo und Roderich voll und ganz zu. Dies sind die am stärksten angefochtenen Arbeitszweige. Ein weiterer, der wohl bald hinzukommen wird, ist die Pflege von dementen und unheilbar kranken Menschen. Auf jeden Fall darf man gespannt sein, wie es weitergeht, und natürlich die Augen offenhalten und die Zeitung zusammen mit der Bibel lesen, so wie TheoBlog dies hier sehr vorbildlich macht! Vielen Dank dafür, Ron!

    LG
    Jonas

  26. Sorry für die Kritik ;-) meint:

    @Alexander Hirsch: so schnell sind Sie der Propaganda aufgesessen. Die Behauptungen Becks über die Haltung des DW sind gelogen. Das kann jeder erkennen, denn Beck hat den Antwortbrief des DW (unter Verletzung des Urheberrechtes) auf seiner Homepage veröffentlicht. Ich werde ihm aber nicht den Gefallen tun und das hier verlinken.

    @theonik: deine Unterstellung, die OJC würde das ICD-10 verzerrt anwenden: „Die Richtung der sexuellen Orientierung selbst ist nicht als Störung anzusehen. (das wurde schon vor zig Jahren erkannt) ICD klassifiziert hier Verhaltensstörungen IN VERBINDUNG mit der sexuellen Orientierung…nicht aufgrund…“ stimmt nicht. Das DIJG der OJC publiziert regelmäßig zum Thema und da wird deutlich, dass sie Homosexualität nicht als „Grund“ ansehen, sondern die Ich-Dystonie als Symptom betrachten, dessen Ursache es vorurteilsfrei aufzudecken glit, um dann die Ursache zu therapieren. Sie schreiben, dass die Betroffenen häufig eine Therpie wünschen, die das Problem behebt, indem das heterosexuelle Potential entwickelt wird, nicht dass das ihr Ziel wäre. Du hast die Webseite des DIJG ja schon verlinkt, da kann jeder Weiteres nachlesen.

  27. @ron: zum Thema Missverständnis. Ich bin deiner Meinung, ICD und DSM sind keine Klassifikationen, die man zu heiligen Kühen stilisieren sollte bzw. kann. Mit dem Fortschreiten psychologischer und medizinischer bzw. entwicklungsbiologischer Erkenntnisse werden auch diese sich entwickeln. Sie wären, wenn sie so nicht verstanden würden Ausdruck einer gewissen „Kultur“. Sie sind aber eben gerade kein Kulturgut. Es ist sinnvoll sie nicht als Ausdruck einer wie auch immer gearteten (liberalen oder zeitgeistorientierten? ist das so verstanden?) „Kultur“ zu beschreiben oder zu bewerten.
    Meine Aussage bezieht sich auf die Frage, auf welchem Grund sich die „Verteidigung“ der so genannten „Selbstbestimmung und Therapiefreiheit“ bewegt. Die Stellungnahme unterstellt meines Erachtens, dass weder Selbstbestimmung noch Therapiefreiheit (was auch immer das bedeutet) nicht gegeben sind oder dass irgendjemand dem leidenden Menschen das Recht auf eine Therapie und Selbstbestimmung verweigert oder denjenigen möglicherweise diffamiert.
    Wenn sich die OJC auf die Wissenschaft beruft dann vermute ich dass Homosexualität als Ganzes „heilbar“ oder homosexuelle Gefühle als „therapierbar/änderbar“ verstanden werden. Auch wenn man das nicht ausdrücklich sagt und sich sich selbst „Ergebnissoffenheit der Beratung“ und Achtung der „Selbstbestimmung des freien Willens“ attestiert. Welchen Grund hätte man sonst sich zu engagieren? Schöpfungsordnung und Nächstenliebe? Ganz glauben kann ich das nicht. Persönlich frage ich mich: sind diese Menschen danach „geheilt“? Was sagt die OJC dazu? – Anders ist die Interpretation des ICD durch die OJC meiner Meinung nach nicht zu verstehen. Hier liegt das Missverständnis, weil der ICD ja gerade nicht von Homosexualität als Störung an sich, sondern von einder Ichdystonen Sexualorientierung als Störung (in der Folge) ausgeht. Eine ich-dystone Sexualorientierung entsteht vereinfacht gesagt, wie viele andere psychische Störungen auch, gerade aus dem Widerspruch zwischen einer Weltsicht, einem bestimmten (emotionalen) Selbstkonzept, dass sich nicht mit der vorgefundenen homosexuellen Realität verträgt. Jemandem zu helfen diesen Konflikt zu lösen halte ich für eine gute Sache, seine sexuelle Orientierung und damit seinen sexuellen Gefühle wird man dadurch nicht verändern. Ein vernünftiger Psychologe oder Therapeut wird den Patienten auch nicht in diese Richtung begleiten er wird dafür sorgen, diese Persönlichkeitsanteile zu integrieren und mögliche Konflikte dadurch lösen
    Für mich stellt sich die Frage in diesem Zusammenhang noch grundsätzllicher: würden diese Menschen überhaupt an einer ichdystonie leiden, wenn die sexuelle Orientierung als solche akzeptiert wäre?

  28. @theonik: Vielen Dank für Deine Antwort! Nun, hier sind wir eben unterschiedlicher Auffassung. Während für Dich das Konzept des „sozialen Geschlechts“ nicht hinterfragbar scheint, zweifle ich an diesem Konstrukt. Ich gestehe jedem zu, dass er dem relativ jungen Modell des sozialen Geschlechts Glauben schenkt. Ich will ja nur, dass Menschen, die anders darüber denken und an der Beziehung zwischen biologischem und sozialem Geschlecht festhalten, dieses auch dürfen. Das verstehe ich unter Freiheit der Forschung.

    Liebe Grüße, Ron

  29. @ron: Danke auch für deine Antwort. Gruß!

  30. @theonik: da muss ich wohl tiefer in die Entwicklungspsychologie eintauchen. Heute ist es in der Sexualwissenschaft Konsens, dass die Sexuelle Neigung veränderbar ist und sich verändert. Nur versucht eine Homolobby ständig zu suggerieren, dass diese Veränderung nur in eine Richtung erfolge und erfolgen dürfe. Unter dieser Prämisse, versucht man genau, dass, was sie der OJC vorwerfen, man therapiert nur das Symptom und versucht einfach dass Gefühl, dass die eigene Homosexualität unerwünscht ist, durch die Bestätigung, dass sei „gut so“ zu therapieren. Nur wird dadurch die Ursache nicht geheilt. Der Ansatz der OJC ist ein anderer. Denen ist die sexuelle Neigung egal, die sind für beide Richtungen offen. Sie raten dazu, die tiefere Ursache zu finden und das Problem zu finden, dass zur Ich-Dystonie geführt hat. Das könnte tatsächlich Diskriminierung der Gesellschaft sein, aber ein echter Therapeut darf nicht vorurteilsbeladen an die Arbeit gehen. Ich habe gerade jemand kennengelernt, dessen schwuler Sohn ist mit 12 von einem Pädophilen vergewaltigt worden. Was ist da wohl das größte Trauma in seinem Leben? Was sollte der Therapeut da behandeln? Etwa die Angst vor dem Druck durch Diskriminierung nehmen? Das empfände er sicher als Hohn. Häufiger allerdings stellt sich heraus, das es Probleme mit dem Selbstwertgefühl oder der Annahme und Wahrnehmung der eigenen Männlichkeit gibt.

    Ein vernünftiger Therapeut geht also vorurteilslos an die Therapie. Es hat sich herausgestellt, dass sich bei bis zu einem Drittel der Klienten nach einer solchen Therapie die Ich-Dystonie dadurch auflöst, dass sich eine gut funktionierende Heterosexualität entwickelt. Willst du das verdammen?

  31. @Sorry: Ich möchte darauf hinweisen sexuelle Neigung nicht mit Sexueller Orientierung zu vermischen bzw. gleichzusetzen. Ich habe von sexueller Orientierung gesprochen. Das sexuelle Neigungen sich entwickeln (biologisch und sozial beinflusst) und auch ändern bzw. änderbar sind sei unbestritten. (siehe auch Eintrag zum Thema soziales Geschlecht von Ron, da wurde ich wohl missverstanden.)
    Wenn ich die Sexualwissenschaft richtig verstanden habe ist die Orientierung an sich nicht änderbar und schon gar nicht eine Störung (man Beachte den Störungsbegriff!) Die sexuelle Orientierung an sich ist nicht die „Ursache“ des Konflikts, da spielen vielmehr weitere Faktoren (Sozialisation, Gewissen, Erziehung, Moral, Identitäsentwicklung Glaube, Erfahrung usw) eine Rolle. Das Vorhandensein, Aufkommen bestimmter sexueller Neigungen, mit denen man nicht klar kommt sind Anzeichen des Ich dystonen Konflikts. Therapeutisches Arbeiten bewegt sich meiner Meinung nach auf wissenschaftlichen Grundlagen (oder sollte es zumindest) und ist damit vorurteilsfrei. Vielleicht wurde mein Kommentar so verstanden als müsste immer ein homosexueller Mensch das Ziel sein, das war nicht gemeint. Ich habe lediglich von den überwiegenden Fällen gesprochen, die nach einer Therapie sich zu ihrer Homosexualität bekennen, der Rest entwickelt sich eben in die andere Richtung, wie du richtig sagst. Wenn der Klient also Klarheit darüber gewinnt homosexuell oder heterosexuell zu sein und von möglichen Konflikten frei wird ist das eine wunderbare Sache. Wenn OJC das unter Ergebnissoffenheit versteht… wunderbar!
    Das ein „Homolobbyist“ (dieser Begriff enthält leider eine negative Konnotation) versucht nur in eine Richtung zu arbeiten oder dafür zu kämpfen das es es in die andere Richtung (in Richtung Heterosexualität) gar nicht gehen darf ist kritisch zu bemerken, da stimme ich zu. – In meinem Kommentar zweifle ich aber die Ergebnissoffenheit an. Religiös motivierte Aspekte des Handeln der OJC spielen hier meiner Meinung nach eine entscheidende Rolle und vereinfacht gesagt Homosexualität und homosexuelle Neigungen haben im christlichen Welt und Menschenbild keinen Platz (auch wenn ich diese Meinung nicht teile). Das ist ja theologisch gesehen gerade das Konfliktfeld: Schöpfungsordnung und Homosexualität/Homosexuelle Neigungen. Und an der Stelle geraten „Homolobbyisten“ und – ein Homolobbyist würde wahrscheinlich „religiöser Fundamentalist“ (ich überspitze), mit Sicherheit aneinander, sonst hätte wir diese Aktion Reaktionsgeschichte zwischen den Beteiligten nicht.

  32. @Theonik: Es ist schön, dass du der OJC jetzt Ergebnisoffenheit zugestehst. Aber auch der von dir befürchtete religiöse Druck in ihrem Hintergrund lässte ausser Heterosexualität noch mehr Auswege. Man kann auch homosexuell sein und keusch leben, indem man Enthaltsamkeit übt. Das tun auch genug Heterosexuelle mangels Gelegenheit. Christliche Frauen finden oft keinen Partner, weil es weniger männliche Christen gibt. Ansonsten leben wir in einer freien Welt ohne religiöse Unterdrückung, wer nicht an den christlichen Gott und seine Werte glauben möchte, kann gerne etwas anderes glauben und muss keine Diskriminierung fürchten. Jedenfalls nicht von der OJC oder den Christen, mit denen ich lebe.

    Wenn du auf der Unterscheidung zwischen sexueller Neigung und sexueller Orientierung bestehst, bist du aber schon auf der weltanschaulichen Schiene und hast die Wissenschaft verlassen. Wenn du die neueste Sexualwissenschaft richtig verstanden hättest, wüsstest du, dass selbst die, die von einer sexuellen Orientierung sprechen, inzwischen zugeben müssen, dass diese veränderlich ist und das beide Begriffe vertreten werden und daher weder richtig noch falsch, sondern „vertretbar“ sind.

    Wir und die OJC sind uns einig, dass die sexuelle Orientierung/Neigung bei der Ich-Dystonie nicht die Ursache ist und deshalb nicht therapiert werden sollte. Du wirst aber sicher ich-dystonen Christen zugestehen, dass sie im Rahmen der Therapiefreiheit das Recht haben, aufgrund ihres Glaubens eine ergebnisoffene Therapie statt der weithin propagierten einseitig gay-affirmativen Therapie zu suchen, die auch nach deiner Aussage nur das Symptom behandelt, nicht die Ursache?

    Das bringt mich zu einer weiteren Frage: Woher stammt dein Vorurteil, dass die OJC nicht ergebnisoffen sein soll? Das geht nähmlich so ganz ohne Anlass sehr in Richtung übler Nachrede (Wie sie Beck hier offensichtlich betreibt). Da die OJC nicht selbst therapiert, muss man nicht Handeln und Denken unterscheiden, da ihre publizierten Gedanken alles sind, was sie zum Thema leisten. Was in ihren Publikationen gibt dir Anlass, an ihrer Aufrichtigkeit bei diesem Thema zu zweifeln?

  33. @Sorry: dass beide Begriffe mittlerweile viceversa verwendet werden war mir neu..
    ..jedem sei zugestanden in Konfliktsituationen eine Therapie aufzusuchen gar keine Frage…

    .. es ist keine „Befürchtung“ bezogen auf den religiösen Druck sondern eine Vermutung. Ich erlebe immer wieder Gemeindemitglieder der unterschiedlichsten Kirchen (meist jedoch aus dem freien evangelischen oder freichristlichen Bereich aber auch aus dem katholischen Bereich) die eine „hetero affirmative“ Tendenz in ihrer Haltung zum Thema Homosexualität/homosexuelle Neigung zeigen, die zudem theologisch begründet wird. – Wenn dass auch für die OJC zuträfe würde die plakative Unterstellung Becks gegenüber Stockmeier über die OJC zutreffend. – Mich hatte ja gerade interessiert ob eine solche religiös motivierte Haltung bei der OJC vorzufinden ist. Deshalb versuche zu verstehen, ob und in welcher Weise das theologische Moment eine Rolle spielt. Auf den Seiten von OJC, DIJG und NARTH wird ja gerade nicht oder kaum theologisch argumentiert . Das hat mich verwundert und vielleicht kamen meine Fragen deshalb als Zweifel an der Aufrichtigkeit rüber. Wenn ich die Arbeit der OJC richtig verstanden habe, publizieren sie nicht einfach nur oder sind in diesem Bereich einfach nur Meinungsbildend im Sinne von Öffentlichkeitsarbeit tätig. Sie therapieren nicht (logischerweise) sie bieten aber konkrete Hilfe für Hilfesuchende Menschen an, was wunderbar ist. Insofern möchte ich Denken und Handeln schon unterscheiden und verstehen. Jedes Handeln hat eine gedankliche Motivation und in diese Richtung ging meine Frage – Wie sieht es mit dem religiösen nicht mit dem wissenschaftlichen Standpunkt aus? Der wissenschaftliche ist mir mittlerweile klar. – Es ging also nicht um eine Vorverurteilung sondern um eine vertieftes Nachfragen.
    Diese Frageperspektive mitzudenken und auch zu äußern halte ich für einen wichtigen Aspekt der Meinungsfreiheit – Ich möchte hier niemandem Übel nachreden. Ich habe ja gar keinen keinen Anlass und ich kenne ausser den Publikationen vom Theoblog und den Internetseiten der Organisationen nichts und niemanden. – Gruß!

  34. @Thonik: Zu allererst ist Homosexualität theologisch zu unscharf. Theologisch interessiert nur die „praktizierte Homosexualität“ (Fachbegriff), also weder „Orientierung“ noch „Neigung“, da es ja um Sünden (oder nicht), also Taten geht. Bei der OJC muss man unterscheiden.

    Da es sich um eine ökumenische Kommunität handelt, haben sie natürlich katholische Aspekte, allerdings nicht die katholische Doktrin in Reinform. Theologisch vertreten sie den Standpunkt, dass der Gott der Bibel praktizierte Homosexualität als Sünde ansieht. Das kann man in ihren öffentlich verfügbaren Schriften nachlesen. So hart, wie das isoliert klingt, sind sie aber nicht. Denn sie „hassen die Sünde, lieben aber die Sünder“ (Der Täter wird geliebt, wie alle Menschen, die ja alle Sünder sind. Nur die Tat wird bewertet). Sie sind weder überheblich, noch verurteilend. Ich weiß, dass dort alle möglichen Menschen mitleben und mitgelebt haben vom Ehebrecher bis zum/zur Transsexuellen. Wenn du ihren theologischen Standpunkt erfahren willst, empfehle ich dir, auf ihrer Webseite „Brennpunkt Seelsorge“ zu suchen, dort gibt es Beiträge zum Thema als PDF.

    Die konkrete Hilfe ist auch das, was sie OJC zum Thema Homosexualität geführt hat. Die OJC entstand dadurch, dass die Gründerfamilie Hoffmann Studenten einlud, mit ihr zu leben. So haben sich auch alle möglichen Leuten in schwierigen Lebenslagen entschieden, dort zeitweise mitzuleben, auch Menschen mit ich-dystoner homosexueller Neigung. Dies – und die dauernden Angriffe von Beck und Konsorten – haben dazu geführt, dass sie sich mit dem Thema beschäftigten und nicht umgekehrt. Menschen haben um Hilfe gesucht, die sich mit affirmativen Therapien nicht zufrieden gegeben wollten. Das war der Anlass, sich mit dem Thema zu beschäftigen: Gibt es auch andere Therapiemöglichkeiten? Ist praktizierte Homosexualität „gut so“?

    Wichtig ist allerdings auch, dass von Frau Vonholdt, die bei diesem Thema die OJC-Expertin ist, nicht nur theologische Standpunkte, sondern auch andere wissenschaftliche Standpunkte zur Homosexualität beschrieben werden. Da sie als Expertin vom Bundestag zum Lebenspartnerschaftsgesetz und zur Stiefkindadoption angehört wurde, musste sie auch zu außer-theologischen Fragen zur gesellschaftlichen BEWERTUNG von praktizierte Homosexualität Stellung nehmen. Siehe dazu im Einzelnen die Webseite http:// hv-cv.de (=Homosexualität Verstehen – Chancen zur Veränderung) Hier beschreibt sie nicht nur die Ich-Dystonie, sondern auch, welche erheblichen, entwicklungspsychologischen Risiken allgemein mit praktizierter Homosexualität verbunden sind. Die OJC macht also keinen Hehl daraus, dass sie die „traditionelle Ehe“ als wertvoller und gesünder ansieht und aufwerten möchte. Dies tut sie aber nicht mit abwertendem moralischem Druck oder – um zum Ausgangspunkt zurückzukommen“ in der von Beck vorgeworfenen diskriminierenden Weise, sondern im sachlichen, gesellschaftlichen Diskurs mit stichhaltigen, sachlichen, nicht mit diskriminierenden noch mit moralisierenden Argumenten.

    Ob man ihre Argumente teilt, kann jeder selbst entscheiden, wesentlich ist jedoch, dass sie ihre Argumente im fairen öffentlichen Diskurs mit fairen Mitteln zur Disposition stellen und positiv bewerben, statt (wie Beck im obigen Beispiel) unfairen Druck durch unwahre Behauptungen und Manipulation aufzubauen und negativ Menschen zu verurteilen.

  35. Nachtrag: Ich hatte heute wieder ein Gespräch mit einem Vater, der einen erwachsenen, homosexuellen Sohn hat. Wieder hat die Homosexualität keine Rolle gespielt. Aber die verhärten Fronten (unter anderem bei der „Bewertung“ der praktizierten Homosexualität) hindern die beiden daran, über ihre eigentlichen Probleme ins Gespräch und zu Lösungen zu kommen. Darum ist mir zuallererst wichtig, auf beiden Seiten das Verständnis zu wecken. Wer praktizierende Homosexuelle allein wegen dieser Praxis aus der Gemeinde mobbt, hat Paulus nicht verstanden und letztendlich Jesu Kreuzestod, denn er weiß nicht, dass er selbst Sünder ist und keinen Deut besser als der, den er verurteilt und ausschließt. (Siehe heutige Tageslosung) Was aber am Schlimmsten ist, er verbaut einem Christen den Weg zu Gott. Ich bitte daher, betet für die beiden, dass sie wieder miteinander ins Gespräch kommen und neu lernen, sich zu respektieren, akzeptieren und zu lieben.

  36. Danke!

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