Wheaton Studenten protestieren gegen Rosaria Butterfield

Als der christliche Apologet Francis Schaeffer 1965 an dem renommierten christlichen Wheaton College seine Vorlesungen über „Gott ist keine Illusion“ hielt und mit den Studenten über Ingmar Bergman und Fedrico Fellini oder die Schriften von Albert Camus, Jean-Paul Sartre und Martin Heidegger diskutierte, löste er einen kleinen Skandal aus. Michael Hamilton sagte über das Ereignis: „Am Wheaton College mussten damals die Studenten darum kämpfen, den Film Bambi zeigen zu dürfen. Nun kam Schaeffer und sprach über die Filme von Bergman und Fellini.“

Und heute? Denny Burk berichtet darüber, dass Wheaton Studenten dagegen demonstrierten, dass die ehemalige lesbische Aktivistin Rosaria Butterfield in der Kappelle des Colleges ein Zeugnis über ihre Bekehrung zum christlichen Glauben gibt. So schnell ändert sich die Kultur.

Das wunderbare Zeugnis gibt es hier:

Kommentare

  1. Matthias meint:

    Danke Ron!
    Denny Burk’s Kommentar ist für uns in Dtld sicher mindestens so zutreffend, wie für die USA:
    „I think there is a lesson here that goes beyond Wheaton College. We are witnessing a generational shift in attitudes about human sexuality—a shift that is touching the evangelical movement. The children of evangelicals are not nearly as committed to a biblical sexual ethic as their parents have been. If there are students at Wheaton who are confused about these things, you can be sure that there are students in evangelical youth groups across the country who are as well. This issue is a pressure-point in the culture, and many Christian students are standing strong. But other students are eager to see if they might relieve the pressure by combining their Christian faith with acceptance of homosexuality. What many of them fail to see is that such a compromise is a poison-pill for authentic Christian faith.“

    … und sein Aufruf ebenso!
    „The challenge for Christian pastors, teachers, professors, and administrators will be to hold the line in the face of this challenge. Biblical clarity is a necessity in this context, and so are leaders who have the courage of their convictions to require real accountability to biblical teaching. Leaders must show the emerging generation that there is no need to be embarrassed by the truth of God. We must persuade them that holding firm to the biblical message is the only path to the good life—indeed the only path to eternal life—in spite of the culture’s message to the contrary.“

    Möge der Herr uns den Mut geben, hier klar zu stehen … und die Liebe, die Rosaria Butterfield von dem Pastor erfahren durfte, als sie als Lesbin mit ihm in Kontakt kam.

  2. Roderich meint:

    “They expressed the desire for other stories to be told among the community in order to represent more than one person’s individual experience.”

    Es geht ja gar nicht um die „individuelle Erfahrung“ als Norm, sondern um die Bibel als Norm. Sonst hätten wir ja den reinsten Relativismus.

    (Offenbar hat die Uni doch jedem Studenten bei der Aufnahme klar gemacht, dass sie die traditionelle Ehe hochhalten will, und die Studenten hatten dem bei Aufnahme zugestimmt. Also ist das doch auch inkonsequent seitens der Studenten.)

  3. In diesem Zusammenhang ein ganz guter Blogeintrag.
    http://rachelheldevans.com/blog/single-story-evangelicalism-homosexuality-butterfield-
    Zitat daraus: „In her testimony, Butterfield describes leaving behind her partner, her feminism, and her liberalism to become a Christian, married to a man. ‚As a leftist, lesbian professor, I despised Christians,‘ she said. ‚Then I somehow become one!‘
    Her story left me feeling unsettled the moment I read it, not because I didn’t believe Butterfield, but because I didn’t like that she drew a dichotomy between liberalism and Christianity, feminism and Christianity, and lesbianism and Christianity…as if converting to Christianity requires leaving all those other things behind too. „

  4. @nik: Was ist den daran gut? Bitte um eine Erklärung.

    Liebe Grüße, Ron

  5. @Ron: ich denke der Text, wenn man ihn komplett gelesen hat, spricht für sich und bedarf keiner Erklärung.

  6. @nik: Die Autorin lehnt die Unvereinbarkeit von (theologischem) Liberalismus und Christentum, Feminismus und Christentum sowie Lesbianismus und Christentum ab. Wer diese Prämissen teilt, wird mit ihren Schlüssen ganz zufrieden sein. Wer – wie ich – meint, dass sich z.B. theologischer Liberalismus und (irgendwie an der Heiligen Schrift orientierter) christlicher Glauben nicht vereinbaren lassen, wird die Meinung von Rachel Held Evans gelangweilt zur Kenntnis nehmen. Was mich allerdings ärgert, ist diese Panikmache: Was für eine Gefahr für die Menschheit, welch schlimme Verallgemeinerung.

    Wenn ich gerade kein Brett vorm Kopf habe oder an Amnesie leide, ist es doch die LSBTTIQ-Lobby, die unter Berufung auf Einzelschicksale den Frommen ständig vorwirft, deduktiv zu argumentieren.
    Naja.

    Liebe Grüße, Ron

  7. @ Ron: dann doch noch ein Kommentar. Weil du dich auf den theologischen Liberalismus beziehst. Ich denke den meint die Autorin hier nicht. Es geht hier um die Bezeichnung in den USA wenn man sich als „being liberal“ bezeichnet. Also eher politische Strömung oder Gesellschaftsicht (https://en.wikipedia.org/wiki/Modern_liberalism_in_the_United_States). In politischen Lagern, konservativ vs. liberal; oder auch (auch wenn man es nicht ganz so vereinfachen sollte) Republikaner vs. Demokraten. Auf Deutschland bezogen wäre das: lässt sich (irgendwie an der Heiligen Schrift orientierter) christlicher Glaube mit einer gewissen linken politischen Sicht vereinbaren. Ich denke auf jeden Fall. Und ich denke das ist es was Rachel Held Evans (die Autorin des Blogs) an Butterfields Zitat kritisiert, die Meinung man müsse eine eher linke politische Sicht („Liberalism“) hinter sich lassen wenn man Christ wird.

  8. @nik: Nun, zwischen christlichen politisch Liberalen und theologisch Liberalen liegen in Nordamerika wahrlich keine Welten. 😉

    Liebe Grüße, Ron

  9. Roderich meint:

    @ Ja, nik, die Linke Sicht solltest Du hinter Dir lassen. 🙂

  10. @Ron: guter argumentativer Schachzug politisch Liberale in die Nähe der theologisch Liberalen zu stellen. Der Kniff ändert aber nichts an der Tatsache, dass du anscheinend den Begriff in diesem Zitat nicht verstanden hattest.
    Mit besten Grüßen.

  11. @Nik: Ich finde, die Kategorie „New Liberals“ passt wirklich gut zu Rachel Held Evans. Siehe hier:

    http://defendingcontending.com/2013/08/12/rachel-held-evans-and-the-new-liberals/

    Liebe Grüße, Ron

  12. Schlotti meint:

    Was Rachel Held Evans angeht, braucht man nun wirklich nicht krampfhaft suchen, um ihre Positionen zu den unterschiedlichsten Themen zu finden. Sie unterstützt aktiv das Gay Christian Network, hat zumindest große Sympathien für den Open Theism und erhält die Autorität der Bibel nur noch auf dem Papier aufrecht. Dennoch sieht sie sich als evangelikal an. Sollte sie es sein (und sie ist es nicht!) würde sich zwangsläufig die Frage stellen, ob der Begriff überhaupt noch etwas aussagt oder nicht vielmehr der Beliebigkeit preisgegeben ist. Daher finde ich die Beschreibung neue Liberale durchaus treffend!

    Was den Protest der Wheaton Studenten angeht, finde ich das Statement von Philip Ryken sehr gut und treffend. Er ist überhaupt jemand bei dem es sich lohnt genau hinzuhören.

    Liebe Grüße
    Schlotti

  13. Butterfield betrachte ich als eine sehr weise Person, besonders wie sie mit ihrem Zeugnis umgeht. Es ist nicht nur eine unbedingte Leseempfehlung um des geistlichen Inhalts willen, sondern auch, weil sie wunderbar schreiben kann.
    Was ist aber interessant finde ist folgendes: Im Interview mit The Record, einem Studentenorgan vom Wheaton College zeigt sie sehr viel mehr Mitgefühl mit den Demonstranten, als es konservative Kommentatoren wie Burk tun.
    Während dieses Ereignis auf der konservativen Seite, so scheint mir, überall zu diesem endzeitlichen Gemeinschaftsgefühl geführt hat – wir wussten es ja, wir haben es immer schon gesagt, seht es euch an… – geht Butterfield so anders heran. Sie sagt: „Sometimes, when I go to college campuses, I’m thinking, ‘Lord, why, really, am I here?’ And when I finally met with the demonstrators, I really believe that that meeting was why I was there, for a couple of reasons. The first is, this is a hard topic — it’s a topic filled with shame and vitriol and fear and a lived experience of pain and violence, so it is not an easy topic. And even among believers, it is very important to take the hand of the suffering and put it in the hands of the savior. You cannot do that unless you get close to the people that get hurt. So often, we like to turn the gospel into this sneaky little worldview raid, and it’s not that, it never was that. Part of why I love to meet with people who think differently than I do is because iron sharpens iron.“
    Das scheint mir eine sehr viel heilsamere und gesundere Einstellung zu den Protesten zu sein, als den Verfall des Evangelikalismus herbeizurufen.

    God Bless
    Marcus

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