Autorenname: Ron

Cambridge: Vor allem Gleichheit und Vielfalt

An der Eliteuniversität in Cambridge sollen Professoren und Dozenten eine Umschulung in Sachen Rassismus erhalten. Aufgrund eines vorausgesetzten strukturellen Rassismus – es gibt nämlich mehr weiße Lehrkräfte als farbige, wird den Mitarbeitern ein Diversitätstraining als Weiterbildung verpasst. Auch mit Sanktionen muss gerechnet werden: 

Vom Rassismus heißt es zwar, er sei „strukturell“, aber wie er sich unter dieser Voraussetzung durch Kurse an Einzelnen wegerziehen ließe, ist nicht leicht zu sehen. Es soll auch Noten für die Kurse geben, die aber, heißt es, nur zu statistischen Zwecken ausgewertet werden. Wer flächendeckende Problemlösungen durchgesetzt hat, ohne zuvor flächendeckende Probleme mehr als definitorisch – „Es gibt eine Mehrheit weißer Lehrkräfte, also muss etwas getan werden“ – nachgewiesen zu haben, mag auch hier noch Spielraum für Sanktionen finden. Oder die Ausweitung der Gerechtigkeitskurse betreiben.

Mehr: www.faz.net.

Geschlechtswechsel als einfacher Sprechakt

Die Transgender-Bewegung will das körperliche Geschlecht juristisch abschaffen: Über Risiken und Nebenwirkungen wird konsequent geschwiegen. Ich empfehle den FAZ-Artikel „Die Überwindung des Fleisches“ von Thomas Thiel:

Nach den deutschen Gesetzesentwürfen soll ein Kind mit vollendetem vierzehnten Lebensjahr, also noch vor dem Ende der Pubertät und des körperlichen Reifungsprozesses, selbst – ohne ärztliche Beratung und elterliche Einwilligung – über den hormonellen Geschlechtswechsel entscheiden. Dass es in der Lage ist, diese Entscheidung zu überblicken, bevor es die Gefühlswirren der Pubertät überwunden und den körperlichen Reifeprozess abgeschlossen hat, wird von Medizinverbänden bezweifelt, zumal es darüber nicht mehr informiert werden muss.

Ein riskanter, ja gefährlicher Schritt. Denn der hormonelle Geschlechtswechsel führt nach einer britischen Studie fast immer zur späteren Geschlechtsoperation (98 Prozent). Kinder, die keine Hormone einnehmen, geben den Wunsch zum Geschlechtswechsel dagegen nach Langzeitstudien zu neunzig Prozent nach der Pubertät auf. Mit anderen Worten: Pubertätsblocker fördern der Wunsch nach Geschlechtswechsel. Nach einem Urteil des Hohen Londoner Gerichts ist ihr Einsatz ein experimenteller Akt an Kindern, dem sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Eingriffe in den kindlichen Körper anschließen wie die Amputation von Brust oder Penis, die den Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit und die Verminderung sexuellen Erlebens bis hin zur Anorgasmie zur Folge haben. Warum nehmen Grüne und FDP diese Risiken schweigend in Kauf?

Mehr: zeitung.faz.net

„Transkids“: England macht eine beispielhafte Kehrtwende in der Behandlung

Die Zahl von Kindern, die ihr Geschlecht wechseln wollen, nimmt weltweit zu. Während die Grünen in Deutschland noch eine Abschaffung der Pflicht zu medizinischen Gutachten fordern, könnte das britische Urteil des Londoner High Court gegen Pubertätsblocker international Signalwirkung haben. 

Birgit Kelle zeigt die Probleme: 

Die Zahl angeblicher Transkinder explodiert weltweit. Auch Kliniken in München oder Hamburg, wo noch vor Jahren ein Dutzend Kinder vorstellig wurden, verzeichnen inzwischen die Verfünffachung der Zahlen. Ausgerechnet in Deutschland hat man im vergangenen Jahr die adäquate medizinische Behandlung dieser Kinder kriminalisiert. Jeder Arzt, der „nichtaffirmativ“ behandelt, der also den Wunsch nach Geschlechterwechsel gerade bei Kindern auf Ernsthaftigkeit hinterfragt, steht jetzt mit einem Bein auf der Anklagebank.

Das Kind ist sozusagen mit dem Bade ausgeschüttet worden, als im Mai 2020 das sogenannte Homoheiler-Verbot als Prestigeprojekt einer demonstrativ LGBT-toleranten Hochkultur im Bundestag verabschiedet wurde und auf den letzten Metern das Gesetz auf Druck von Lobbygruppen zu einem Transheiler-Verbot erweitert wurde. Homosexuell, intersexuell, transsexuell, Geschlechtsidentität, sexuelle Identität oder sexuelle Orientierung – das hat ja irgendwie alles mit Sex zu tun, oder nicht? Im Bundestag hat man damit alle Begriffe zu einem Gesetz gepanscht. Eine allerdings logische Konsequenz, wenn Genderpolitik bedeuten soll, alle bunten „Geschlechter“ zusammenzumischen.

Mehr: www.nzz.ch.

VD: FL

Glaube ist nicht genug

Was passiert, wenn eine Journalistin in Glaubensfragen überfordert ist und trotzdem darüber schreibt, kann in der FAZ-Ausgabe vom 26. Januar nachgelesen werden (26.01.2021, Nr. 21, S. 3). Frauke Steffens liefert dort in „Der Glaube ist nicht genug“ den ultimativen Nachweis dafür, dass der neue US-Präsident Joe Biden ein überzeugter Christ ist und jene, die daran zweifeln, mehrheitlich dem rechten und vor allem rassistischem Spektrum zuzuschlagen sind.

Was macht Joe Biden zum frommen Mann? Nun, er nutzte in seiner Antrittsrede biblische Metaphern und stellte im Oval Office ein Bild von Papst Franziskus und sich auf. Dies zeige, dass er und die Trump-Anhänger christliche Werte teilten und er für den Dialog mit ihnen offen sei. Doch da ein wesentlicher Teil der republikanischen Machtbasis und der Trump-Anhänger christliche Nationalisten seien, werde es keinen Dialog geben.

Sie zitiert beispielsweise den Trump-Unterstützer Josh Hawley, der 2017 gesagt habe, dass es keinen Zentimeter des Lebens gebe, über den Jesus Christus nicht herrsche. Das deute darauf hin, „dass in diesem Denken in letzter Konsequenz nur Christen Anspruch auf volle Rechte oder etwa auch staatliche Hilfe erheben könnten“. Dass der Spruch auf Abraham Kuyper zurückgeht und dieser von der Souveränität im eigenen Kreise gesprochen hat, kann ein religiös unmusikalischer Mensch nicht wissen. Aber muss er dann darüber schreiben? Kuyper jedenfalls war Verfechter einer pluralistischen Demokratie, betonte scharf, dass alle Menschen und alle Völker vor Gott gleich sind und förderte die Religionsfreiheit.

Auch den Baptismus meint Frauke Steffens bestens zu verstehen. „Viele weiße Baptisten hängen der Vorstellung an“, schreibt sie, „dass es etwa göttliche Belohnungen für Fleiß gibt und Armut durch Sünde entstehe. Das gipfelt in der Vorstellung, durch große Spenden und viel Arbeit Heil erlangen zu können.“ Wirklich?

Dass Biden das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch in Gesetzesform gießen möchte, ist hingegen eine feine Sache. Der kann sich dabei freilich weder auf die Bibel, den Katholischen Katechismus oder Franziskus persönlich berufen. Aber wen interessiert so etwas schon?

Sowohl Trump als auch Biden profitieren von einem verbreiteten Storytelling, das sich für die Wahrheit kaum noch interessiert (Trump mochte alternative Fakten, Biden nimmt die Wahrheit wichtiger als Tatsachen). Bei vielen Leuten kommt gut an, was sich gut anfühlt. Aufgabe der Presse wäre es freilich, eine missbräuchliche Inanspruchnahme des christlichen Narratives zu benennen, wo immer es geschieht.

Das ist Steffens zumindest bei Biden nicht gelungen. Tatsächlich beherrscht dieser (oder sein Redenschreiber) das Instrument der rhetorischen Betörung brillant. Der katholische Dogmatiker C.C. Pecknold hat das an dem in der Antrittsrede verwendeten Augustinuszitat eindrücklich demonstriert. „Vor vielen Jahrhunderten“, so Biden, „schrieb der heilige Augustinus, ein Heiliger meiner Kirche, dass ein Volk eine Menge ist, die durch die gemeinsamen Objekte ihrer Liebe definiert wird. Was sind die gemeinsamen Objekte, die wir lieben, die uns als Amerikaner definieren?“ Die Antwort, die Biden gibt, hat mit den Vorstellungen von Augustinus nichts zu tun. Während der Kirchenvater darauf bestand, dass es objektive moralische Normen gibt und ein funktionierendes Gemeinwesen darauf angewiesen ist, dass Gott durch Gnade eine „Stadt“ regiert und es Gesetze gibt, die mit der Liebe zu Gott und zum Nächsten übereinstimmen, spricht der neue Präsident von „Chancen, Sicherheit, Freiheit, Würde, Respekt, Ehre und ja, die Wahrheit“.

C.C. Pecknold schreibt:

Sind wir uns einig darüber, was eines dieser Worte bedeutet? Stimmt der gewöhnliche amerikanische Arbeiter, der das Gefühl hat, dass alle seine Möglichkeiten nach China ausgelagert wurden, zu, dass wir einen Konsens über unsere gemeinsamen Möglichkeiten haben? Würden die Ungeborenen im Mutterleib oder die Nonnen, die versuchen, im Einklang mit der Tugend zu leben, oder die Studenten, die mit verwirrenden sexuellen und rassistischen Ideologien bombardiert werden, ein Gefühl dafür haben, dass alle Amerikaner eine gemeinsame Vereinbarung über Menschenwürde, Respekt und Ehre haben? Das sind die Arten von Fragen, die Augustins alternative Definition [von Gemeinwohl] hervorrufen sollte. Aber weil er den Zweck der neuen Definition herausgeschnitten hat, gibt Biden uns einen sehr schlaffen Augustinus, der nur vage liberale Pfründe von „Frieden, Frieden“ liefert.

Der Duden schafft sich ab

Sehr schön auf den Punkt gebracht:

Weil sich der Duden nun – nach 140 Jahren – identitären Obsessionen relativ kleiner Gruppen unterwirft, büßt er jede Verbindlichkeit ein – er schafft sich selber ab. Ich gehe jedenfalls weiterhin zum Bäcker – nicht zum Backshop, zur Backenden oder zur Bäcker*in.

Mehr: www.berliner-zeitung.de.

Die „Basisbibel“ ist da

Die sogenannte BasisBibel ist nun als vollständige Ausgabe mit Altem und Neuem Testament erhältlich. Die Deutsche Bibelgesellschaft wollte eine zeitgemäße Übersetzung herausgeben, bei der die Lesegewohnheiten im digitalen Zeitalter berücksichtigt werden. Die Sätze sind kurz und prägnant formuliert, jedenfalls meistens. Vierzig Übersetzer haben laut Bibelgesellschaft siebzehn Jahre an dieser Ausgabe gearbeitet.

Hier ein ganz hilfreicher DLF-Beitrag zur Basisbibel:

Ich bin gespannt, wie die Arbeit der Herausgeber kommentiert wird. Wer einmal eine fundierte, kritische Auseinandersetzung mit der sogenannten „dynamisch-äquivalenten“ Übersetzung der Bibel lesen möchte, sollte sich unbedingt Stefan Felbers Studie Kommunikative Bibelübersetzung anschauen.

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Studie: Warum studierst du Theologie?

„Warum studierst du Theologie?“ Dieser Frage geht Maximilian Baden anhand einer quantitativen, fragebogenbasierten Studie nach, die 2016 bis 2018 im ganzen deutschsprachigen Raum stattfand. Knapp 600 Erstsemester im Theologiestudium haben Auskunft zu ihrer Studienmotivation gegeben.

Hier ein DLF-Bericht zur Studie:

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Gott vertrauen, wenn deine Schmerzen sinnlos erscheinen

Sarah Taylor kämpft seit über zwei Jahrzehnten mit schweren, chronischen Schmerzen und es liegt ihr auf dem Herzen, andere Leidende darin zu ermutigen, trotzdem einem guten und gnädigen Gott zu vertrauen.

Sie schreibt:

Ich sehe auch eine Wahrheit in Sprüche 3,5–6: „Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; erkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen.“ Wenn ich mich auf meinen eigenen Verstand verlasse, dann scheint Leiden eine ziemlich armselige Art zu sein, einen Monat zu verbringen (oder ein Jahrzehnt).

Unsere Vorstellung eines ebenen Pfades wäre immer die, dass wir den Job und das Haus bekommen, uns den Traum-Mann angeln, gesunde und schöne Kinder haben, uns großartig fühlen, und glücklich und zufrieden leben bis an unser Lebensende. Unser Plan für uns selbst schließt niemals ein gebrochenes Herz mit ein, Krankheit, Verlust, nicht einmal die Unannehmlichkeiten des täglichen Lebens.

Aber wenn wir wirklich seinem Verstand vertrauen, dann denken wir daran, dass er unser guter Hirte ist (vgl. Joh 10,11), dass er uns mit ewiger und aufopferungsvoller Liebe liebt (vgl. 1Joh 4), dass er uns nur Gutes tut, auch wenn es sich nicht gut anfühlt (vgl. Röm 8,28), dass er Pläne und Absichten verfolgt, die über das hinausgehen, was wir uns vorstellen können (vgl. Eph 3,20), dass wir äußerlich aufgerieben, innerlich aber Tag für Tag erneuert werden (vgl. 2Kor 4,16), dass er unseren Glauben zu purem Gold läutert (vgl. 1Petr 1,7), dass er uns für die ewige Herrlichkeit vorbereitet (vgl. 2Kor 4,17).

Mehr: www.evangelium21.net.

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Bullinger: Das Evangelium

Heinrich Bullinger beschreibt das Evangelium folgendermaßen (Schriften IV, 2006, S. 265):

Das Evangelium ist die himmlische Verkündigung der Gnade Gottes uns gegenüber, durch die der ganzen Welt, die unter dem Zorn Gottes steht, verkündet wird, dass Gott, der himmlische Vater, in seinem eingeborenen Sohn, unserem Herrn Jesus Christus, versöhnt ist, den er uns dargegeben hat, so wie er es den heiligen Vätern einst verheißen hatte; außerdem wird verkündet, dass uns alles, was zum glückseligen Leben und ewigen Heil notwendig ist, in Christus in Fülle gegeben worden ist, der ja für uns als Mensch geboren, gestorben, von den Toten wieder auferstanden und in den Himmel aufgenommen worden und zu unserem einzigen Herrn und Retter geworden ist, sofern wir unsere Sünden erkennen und an ihn glauben.

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