Allgemein

Sämtliche allgemeinen Beiträge.

Politik: Freikirchler kommen auf den Geschmack

Ob im Schweizer Bundeshaus oder bei lokalen Wahlen: Mitglieder von Freikirchen versuchen mehr Einfluss in der Politik zu gewinnen. Die Zeiten sind vorbei, wo sie sich nur um das persönliche Seelenheil kümmerten.

Matthias Herren schreibt für die NZZ:

Dass sich Mitglieder von Freikirchen für Politik interessieren und gar ihre Vorstellungen einbringen, ist eine neuere Entwicklung. Viele der freien Gemeinden entstanden im 19. Jahrhundert mit dem Ziel, dass sich die Gläubigen ganz dem persönlichen Seelenheil widmen. Daran änderte sich bis vor wenigen Jahren wenig. Wichtig war, sich auf die persönliche Beziehung zu Gott und sein Reich zu konzentrieren. Was in den weltlichen Ratsstuben oder Parlamentssälen entschieden werde, sei von dieser, dem Untergang geweihten Welt – so die Haltung vieler Freikirchler.

Hier der vollständige Artikel: www.nzz.ch.

Haiti: Hilfe für Erdbebenopfer

Claudia Dewald, eine liebe Freundin, ist vor einigen Tagen aus der Gegend um Port au Prince zurückgekehrt. Anbei einige Fotos von der Reise.

Die Hilfsorganisation GAIN, für die Claudia in Haiti unterwegs war, kann zugunsten der Hilfe für Erdbebenopfer in Haiti hier unterstützt werden: www.gain-germany.org.

Haiti-Erdbeben_ (762)_2.jpg Haiti-Erdbeben_ (31)_2.jpg Haiti-Erdbeben_ (46)_2.jpg Haiti-Erdbeben_ (134)_2.jpg Haiti-Erdbeben_ (566)_2.jpg

Lebensschutz oder kollektiver Selbstbetrug?

51S49YP90GL._SL160_.jpgDie Reform des §218 von 1995 sollte den Lebensschutz ungeborener Kinder verbessern. Nach fünfzehn Jahren zeigt sich, dass das Ziel verfehlt worden ist. Auch wenn die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche seit 2005 leicht rückläufig ist, konnte kein überzeugender neuer Trend gesetzt werden.

Richter Bernward Büchner, seit 2002 stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht e.V., und die Ärztin Claudia Kaminski, seit 2001 Vorsitzende des Verbandes, haben vor einigen Jahren ein Buch herausgegeben, das zur längst überfälligen Auseinandersetzung mit dem deutschen Beratungskonzept und seinen Auswirkungen anregen soll. Die Publikation, die im Wesentlichen Beiträge aus einem Symposium des Verbandes wiedergibt, behandelt wesentliche Aspekte aus verfassungs- und verwaltungsrechtlicher, ärztlicher, beratungspraktischer, sozialwissenschaftlicher und journalistischer Perspektive. Im Anhang enthält es u.a. das Abtreibungsurteil des Bundesverfassungsgerichtes von 1993 im Auszug.

Zu den Autoren gehören u. a. der Jurist Christian Hillgruber, die Ärztin und Therapeutin Angelika Pokropp- Hippen, der Sozialwissenschaftler Manfred Spieker und der Journalist und Fernsehmoderator Martin Lohmann.

In diesen Tagen spricht man nicht gern, aber notgedrungen oft, von der dramatischen demoskopischen Entwicklung in Deutschland. Während derzeit ca. drei Erwerbstätige für einen Rentner aufkommen müssen, wird sich absehbar bald das Verhältnis umkehren. Es wäre natürlich zu einfach, für diese Entwicklung allein die Abtreibungspolitik verantwortlich zu machen. Aber zweifellos ist beim Lebensschutz etwas schief gelaufen! Wer sich die Mühe macht, dieses ausgezeichnete Buch zu lesen, wird wachgerüttelt. Man kann nur hoffen, dass die Publikation oft studiert wird und die sachlich hervorragend begründeten Appelle nicht verhallen.

Das Inhaltsverzeichnis zum Buch gibt es hier: LebensrechtIHVZ.pdf.

Bestellt werden kann das Buch unter:


Fanatiker des Sports

Shirl James Hoffman meint, dass sich viele Christen der Sportkultur unterworfen haben und mahnt, auch die Versuchungen in der Welt des Leistungssport ernst zu nehmen:

Let Christian athletes, mindful of sport’s temptation to pride, shun victory celebrations and consider whether the gospel’s spread is well served by on-field prayers, religious gestures, and post-game testimonies. Cheap advertisements of the faith embedded in the cheap milieu of big-time sports smack of cheap grace. Let’s scrap the tired images of Christ as coach or Christ as a teammate who is always on our side. It seems to me that hot sporting blood has a much better chance of being leavened when Christ is envisioned as one’s opponent.

Hier der lesenswerte Artikel (der allerdings auf Nordamerika bezogen bleibt): www.christianitytoday.com.

Suchen bald Millionen Männer vergeblich eine Frau?

Schon in meiner Jugend haben Experten vor den Auswirkungen der Bevölkerungspolitik in China gewarnt:

Im Jahr 2020 werden in China 24 Millionen Männer »im heiratsfähigen Alter« Schwierigkeiten haben, eine Frau zu finden. Das liege daran, dass in China zurzeit viel mehr Jungen als Mädchen geboren werden, heißt es in einer Untersuchung der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, aus der am Montag mehrere staatliche Medien zitierten. Der wachsende Männerüberschuss stehe mit der traditionellen Bevorzugung männlicher Nachkommen im Zusammenhang. Vor allem auf dem Land komme es immer noch zu übermäßigen Abtreibungen weiblicher Föten. Die Verbreitung von Ultraschalluntersuchungen seit den achtziger Jahren habe diese Entwicklung weiter verschärft.

Hier der vollständige Artikel: www.faz.net.

Gefährliche Fundamentalisten? Evangelikale in Deutschland

Gestern hat SWR2 Kontext eine Sendung über Evangelikale ausgestrahlt. Zur Sendung heißt es:

Sie sind gegen Homosexuelle und Sex vor der Ehe. Sie kämpfen gegen Dämonen und gegen Darwins Evolutionslehre. Sie nehmen die Bibel wörtlich und den Missionsauftrag bitter ernst. Und sie haben enormen Zulauf. Rund eine Million Menschen haben sich nach eigenen Angaben den so genannten Evangelikalen angeschlossen. Fundamentalistische Christen in Deutschland sind eine ernsthafte Konkurrenz für die Landeskirchen geworden. Und auch eine Gefahr für die tolerante Demokratie? Fragen an die Autorin des Buches »Mission Gottesreich«, Oda Lambrecht.

Leider wieder ein Beitrag, der den fairen Dialog auf Augenhöhe scheut und bekannte Schablonen rezitiert. Der Podcast kann hier herunter geladen werden: swr2-kontext-20100107-1905.6444m.mp3.

Taufe für Tiger Woods

Für evangelikale Christen gibt es in den USA eine eigene Medienindustrie. Sie soll vor dem Kontakt mit Pornographie, Homosexualität und Evolutionslehre schützen. Aber nicht vor der Krise.

Hier geht es zum Artikel »Taufe für Tiger Woods«, den Roman Deininger für die Süddeutsche Zeitung geschrieben hat: www.sueddeutsche.de.

Die verweigerte Taufe von Albert Camus [aktualisiert]

CAmus.jpgVor 50 Jahren starb der Schriftsteller und Philosoph Albert Camus (1913–1960) bei einem Autounfall. Sein Werk ist aktueller denn je und liefert Antworten auf die Fragen unserer Zeit. Der Rheinische Merkur schreibt dazu:

Camus bleibt präsent: Als der linke Antikommunist, der Parteien verabscheute, als Atheist Gott respektierte und die Würde des Einzelnen über politische Interessen stellte, war das genaue Gegenteil eines Fanatikers. Wissbegierde und Ehrlichkeit, Mut und Konsequenz, die Auflehnung gegen ein sich Abfinden, das alles sind Tugenden, die unsere Zeit mehr als nötig hat.

Was kaum jemand weiß und deshalb weniger präsent ist, erzählte mir vor einigen Jahren John Warwick Montgomery (Quelle liegt mir vor):

Ich lernte vor nicht all zu langer Zeit von einem inzwischen pensionierten Pastor einer Kirche in Paris, dass Albert Camus sich dort im Monat seines tragischen Todes bei einem Autounfall taufen lassen wollte. Camus hatte den Bankrott der humanistischen Existenzphilosophie miterlebt und, wie viele andere intelligente Seelen über die Jahrhunderte hinweg, kein Problem damit, den Evangeliums-Narrativen zu vertrauen.

Anmerkung vom 09.01.2010: In einer ersten Ausgabe des Beitrags schrieb ich, dass Camus sich taufen ließ. Das war ein Irrtum. Camus wollte sich kurz vor seinem Unfall taufen lassen. Der Pastor der Kirche, die Camus gelegentlich besuchte, hat jedoch die Taufe verweigert, weil Camus ausdrücklich eine private Taufe wünschte. Mehr dazu in den Kommentaren.

Die rätselhaften Fußspuren

Millionen Jahre alte Fußspuren aus der Urzeit könnten die bisherigen Theorien zur Entstehung der Wirbeltiere infrage stellen. Vermutlich eroberten die ersten Landtiere die Erde früher als gedacht (und sind damit älter als ihre Vorfahren).

Der FOCUS schreibt:

Die Entdeckung der Fußspuren wirft zahlreiche Fragen zur Evolution der sogenannten Tetrapoden (Vierfüßer) auf. Die Abdrücke sind mehr als zehn Millionen Jahre älter als alle bisher entdeckten Hinweise auf ihrer Vorgänger, der sogenannten Elpistostegalia. Elpistostegalia stellen eine Zwischenstufe zwischen Fischen und Landwirbeltieren dar und umfassen eine Gruppe von Knochenfischen, die bereits einen wirbeltierähnlichen Kopf und Körper, aber noch zwei Paar Flossen besitzen. Mit diesen dürften die ersten Landwirbeltiere also parallel existiert haben. »Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die bisher bekannten Elpistostegalia keine Übergangsform zwischen Fischen und Vierfüßern darstellten, sondern eher späte noch überlebende Relikte«, sagte Ahlberg. Daher müsse man bisherige Theorien über den zeitlichen Ablauf des Fisch-Wirbeltier-Übergangs vollständig überdenken.

Hier zwei weitere Artikel aus DIE WELT ONLINE und DER SPIEGEL.

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner