Allgemein

Sämtliche allgemeinen Beiträge.

Eine Kirche namens Käßmann

Die deutsche Theologin Margot Käßmann verabschiedet sich in den Ruhestand. Ihre politischen Ansichten und ihr Privatleben kennt das ganze Land. Sonst hat sie nicht viel gesagt.

Marc Felix Serrao hat die Theologin bissig verabschiedet. Natürlich in einer Schweizer Zeitung:

Kässmann hat nicht nur konservative Protestanten irritiert, sondern auch solche, die von politischen Unterweisungen jedweder Couleur genervt sind, zumindest während des Gottesdienstes. Für diese Menschen ist ein Kirchenbesuch mit der Hoffnung auf innere Einkehr verbunden. Der profane Alltag soll vorübergehend ausgeblendet werden, damit eine Berührung oder auch nur Ahnung des Numinosen möglich wird.

Mehr: www.nzz.ch.

Christsein in Westeuropa

Westeuropa gilt als eine der säkularsten Regionen der Welt. Die Forscher des renommierten amerikanischen Pew-Zentrums haben die Einstellung zur Religion in Westeuropa untersucht. Der DLF-Redakteur hat die Studie gelesen und meint, Europa sei christlicher als erwartet und überzeugte Christen seien gegenüber Muslimen besondern kritisch.

Hier der DLF-Beitrag:

 

Upload-Filter und Leistungsschutzrecht in der EU

Während Vereine, Betriebe und Kirchengemeinden noch mit der Umsetzung der neuen Europäischen Datenschutzverordnung kämpfen (DS-GVO), deutet sich am Horizont eine Änderung des Urheberrechts an, die den Abschied von der Informationsfreiheit im Internet bedeuten könnte.

Die EU-Staaten haben im Mai eine gemeinsame Position zur Urheberrechtsreform beschlossen. Kommission, Parlament und Mitgliedsländer diskutieren derzeit hinter verschlossenen Türen über die endgültige Fassung eines neuen Urheberrechts auf europäischer Ebene. Es wird möglicherweise bald nicht mehr erlaubt sein, Zeitungsartikel und andere urheberrechtliche Veröffentlichungen kostenfrei zu verlinken. Plattformen und Blogs sollen zukünftig jeden Upload mit einer kostenpflichtigen Datenbank abgleichen, um Beiträge urheberrechtlich zu prüfen. Kritiker warnen vor „Zensurmaschinen“ und dem Ende der Informationsfreiheit.

Obwohl ich nachvollziehen kann, dass Verlage und Autoren ihre Texte besser schützen wollen, könnte das Leitungsschutzrecht die Architektur des Internet erheblich verändern.

T3n schreibt:

Jede Plattform soll zukünftig durch einen automatischen Mechanismus prüfen, ob ein Inhalt sich mit einer Datenbank voller urheberrechtlicher Beiträge beißt. Die Idee ist vergleichbar mit Youtubes Uploadfilter und alleine der Vergleich zeigt schon, wie sinnlos die Idee ist. Die Identifizierung wird schlichtweg nicht richtig funktionieren. Solche Systeme sind technisch hoch anfällig, unpräzise und in einem derart großangelegten Kontext gemeingefährliche Zensurmaschinen.

Noch wesentlich schlimmer ist die Tatsache, dass das System ganz simpel missbraucht werden kann. Jeder kann jederzeit Urheberrechte für Inhalte beanspruchen und dann sind alle Nutzer von der Gnade eines Algorithmus abhängig. Die Electronic-Frontier-Foundation beschreibt beispielsweise, was passieren würde, wenn jemand die ganze Wikipedia hochladen würde: Niemand wäre mehr in der Lage, Wikipedia-Inhalte zu zitieren oder zu verlinken, bis die Maschinerie den Unfug wieder aussortiert hätte.

Nutzer, deren Inhalte böswillig von einem anderen Nutzer als urheberrechtlich geschützt deklariert wurden, müssten erst einmal den Rechtsweg beschreiten und klagen – um ihre eigenen Inhalte wieder nutzen zu können.

Mehr: t3n.de.

Sonderaktion des Betanien Verlags

Beim Betanien Verlag gibt es derzeit eine bemerkenswerte Sonderaktion. In der Zeit vom 11. bis 30. Juni 2018 werden wertvolle Bücher zu Preisen zwischen 0,50 bis 5,00 Euro abgegeben. 

Unter den reduzierten Büchern sind etwa zu finden:

  • Jonathan Leeman: Gemeindezucht
  • Hans-Werner Deppe: Wie wird es in der Hölle sein?
  • Donald A. Carson: Ach Herr, wie lange noch?
  • Bibelnotizen mit System: Das Mitschreibbuch für Predigten und Bibelstudium
  • James Montgomery Boice, Philipp G. Ryken: Die Lehren der Gnade
  • Stephen Westerholm: Angriff auf die Rechtfertigung
  • Thomas Schreiner & Ardel Caneday: Mit Ausharren laufen
  • John F. MacArthur: Die lebendige Gemeinde
  • Michael Lawrence: Biblische Theologie für die Gemeinde
  • Kim Riddlebarger: Streitfall Millennium

Mehr hier: 

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Al Mohler: Reformation heute

Dr. Al Mohler (Foto: E21, B. Gödderz)

Auf der 7. E21-Konferenz 2017 hat Dr. Al Mohler, Präsident des Southern Baptist Theological Seminary aus Louisville (Kentucky, USA) einen Vortrag unter dem Titel „Reformation heute – Was wir von den Südlichen Baptisten lernen können“ gehalten.  Mohler beschrieb, wie eine große Denomination weg vom theologischen Liberalismus zurück zu einer biblisch-reformatorischen Theologie fand. Die Entwicklung der Südlichen Baptisten ist ein hoffnungsvolles Beispiel dafür, dass sich auch ein großer Bund theologisch erneuern kann.

Mohler teilte unter anderem folgende bemerkenswerte Erfahrung:

Der größte Widerstand gegen eine Reformation kommt aus der Mitte, von denen, die sich nicht genau positionieren wollen, die den Frieden in der Denomination unbedingt wahren möchten. Das sind diejenigen, die den hohen Preis nicht bezahlen wollen. Bei den Südlichen Baptisten war die zentrale Frage: „Wer will wirklich dabeibleiben, bis es zur Abstimmung kommt?“ Durch das ganze 20. Jahrhundert hindurch hatten vor allem diejenigen gewonnen, die den Frieden bewahren wollten. In den späten Siebzigern war jedoch klar, dass die Basisbewegung nicht mehr breit aufgestellt war. Eine deutliche Anzahl von Leuten erschien bei Veranstaltungen, um das auszudrücken. Die größten Helden unserer Reformation sind die Versicherungsverkäufer, die Lehrer und andere, die zu unseren Tagungen gekommen sind und ihre Urlaubstage geopfert haben, um bei Wahlen für konservative theologische Kandidaten, die die Wahrheit bewahren, zu stimmen. Der anglikanische Historiker John Shelton Reed kam eines Tages zu unserem Campus, um über die Reformation der Südlichen Baptisten zu referieren. Er erzählte uns, dass von außen betrachtet die Reform wie ein Bauernaufstand ausgesehen habe. Es seien nämlich nicht die Eliten gewesen, die die Entscheidungen herbeigeführt hatten. „Die Bauern mit ihren Heugabeln machten den Unterschied aus.“ Er hatte völlig Recht. Ich fragte ihn nach seinem Vortrag, warum es in seiner Kirche nicht auch so eine Reformation gegeben habe. Die Antwort, sagte er, sei einfach: „Wir haben keine Bauern.“ Durch Gottes Gnade erschienen die Bauern und verteidigten die Wahrheit.

Der Vortrag wurde inzwischen mit freundlicher Genehmigung von Albert Mohler verschriftlicht und kann als digitales Booklet von der E21-Internetseite heruntergeladen werden. Wer lieber eine gedruckte Ausgabe möchte, kann diese an dieser Stelle ordern.

James W. Sire (1933 – 2018)

SireJames W. Sire, ein Mitstreiter von Francis Schaeffer und Os Guinness, ist am 6. Februar 2018 heimgegangen. Er hat viele hilfreiche Bücher verfasst. Ein Buch, nämlich Die Welt – aus der Sicht der anderen, ist sogar in Deutschland erschienen und kann noch hier und da antiquarisch erworben werden.

Das Magazin CT schreibt:

As chief editor for IVP, Sire advanced the Christian worldview movement through the books he edited and wrote, most famously his 1976 title The Universe Next Door, which was named one of CT’s books of the year more than 30 years later.

“Sire was a keystone in the intellectual renewal of evangelicalism in the 1960s and 70s,” wrote Andy Le Peau, a longtime editor at IVP, noting that “Sire was first to publish a number of influential figures.”

CT once called Sire a “midwife” of Schaeffer, the theologian known for founding the L’Abri community. The two met back in 1968 and went on to work together on books including Schaeffer’s How Should We Then Live? and Whatever Happened to the Human Race?, as well as transcripts of his talks.

“It was a very troubled time intellectually—evangelicals were just out of the intellectual forest and ready to battle the world. [Schaeffer] set a lot of people thinking,” Sire said, likening his philosophical approach to the prophet Jeremiah.

Mehr:  www.christianitytoday.com.

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20 Anregungen für Verabredungen mit deiner Frau

Der Pastor Justin Buzzard hat ein Buch über die Beziehungen von Mann und Frau geschrieben, dass vor allem an die Verantwortung der Männer appelliert. Gerade Männer, die immer beschäftigt sind, sei es mit der Lektüre wichtiger Bücher, dem Schreiben oder dem pastoralen Dienst, dürfen sich angesprochen fühlen. Ein Beziehungskiller ist übrigens das Smartphone.

Evangelium21 hat mit 20 Tipps übersetzt. Darin heißt es:

  • Mache eine Liste von zehn Dingen, die deine Frau gerne unternimmt. Jedes Mal, wenn du mit deiner Frau ausgehst, könnt ihr eines dieser zehn Dinge unternehmen.
  • Habt ein klassisches Date: ein Abendessen und ein Kinofilm. Führ deine Frau zu einem Abendessen und einem Film aus, den sie schauen will.
  • Verbringt jeden Abend eine Stunde nur zu zweit. Redet darüber wie eure Tage verlaufen sind. Lacht gemeinsam. Pflegt eure Freundschaft. Redet ehrlich darüber, was gerade in eurem Leben vorgeht. Helft einander. Ermutigt einander. Betet gemeinsam.
  • Trage den Geburtstag deiner Frau, euren Hochzeitstag und den Muttertag jedes Jahr in deinen Kalender ein und plane, diese Tage besonders zu gestalten.
  • Besucht eure Wurzeln. Besucht den Ort, an dem deine Frau aufgewachsen ist und den Ort, an dem du aufgewachsen bist. Lernt mehr über den Hintergrund des anderen.
  • Sage deiner Frau, dass du sie liebst.

Mehr hier: www.evangelium21.net.

Turbulenzen am Moody Bible Institute

Das Magazin CHRISTIANITY TODAY berichtet über Turbulenzen am Moody Bible Institute (MBI) in Chicago (USA). Der Präsident der Einrichtung, J. Paul Nyquist, und der Geschäftsführer, Steve Mogck, haben ihr Amt niedergelegt. Der Verwaltungsdirektor Junias Venugopal ist in den Ruhestand gegangen. Das Leitungsgremium gab bekannt, dass die Zeit für eine neue Leitung gekommen sei.

Erst im Oktober 2017 hatte eine Absolventin des MBI einen Offenen Brief eingereicht und sich darin über die Einstellung einiger Dozenten und Studenten beschwert. Die Disziplinlosigkeit sei offensichtlich und bedrückend gewesen. Die Autorin des Briefes thematisierte zudem eine Verflachung der Lehre am Institut. Es werde mehr über Gesellschaftstransformation als über die Verkündigung des Evangeliums für Verlorene gesprochen. Besonders auffällig sei diese Tendenz beim Thema „Urbane Mission“.

Der Leiter der Abteilung betonte konsequent menschliche Handlungen und Heilmittel gegenüber dem Evangelium und betonte, dass es wichtig sei, unsere Werte zu leben, anstatt explizit zu sein. Als ich respektvoll sagte, dass das Evangelium das Unterscheidungsmerkmal christlichen Engagements sei, da Nichtchristen soziale Projekte ebenfalls durchführen könnten, sagte er: „Wir können uns bewusst um Menschen kümmern, ohne sie geistlich zu betreuen“. Ich kam nach vielen Diskussionen zu der Schlussfolgerung: Die Definition des Evangeliums steht der Befreiungstheologie und dem sozialen Evangelium näher als den biblischen Anliegen. Seine Idee, die er in allen Klassen, die ich besucht habe, konsequent darlegte, war, dass es im „Dienst“ nicht um Erlösung gehe; stattdessen müsse die Kirche anderen helfen, sich von den gesellschaftlichen und politischen Zwängen der Gesellschaft zu befreien.

Julie Roys, Moderatorin einer bekannten Radiosendung des Moody Bible Institutes, hatte vor wenigen Tagen außerdem den übertriebenen Luxus und fehlende Transparenz im Umgang mit Geld in der Führungsetage der Einrichtung geschildert. Sie schrieb etwa:

Von 2000 bis 2008 soll das Institut wieder eigenmächtig gehandelt haben, indem es Jerry Jenkins, dem Autor der beliebten Bücher „Left Behind“ und dann Vorsitzender des Board of Trustees von Moody, eine Luxus-Suite im obersten Stockwerk der Jenkins Hall zur Verfügung gestellt hat. 1999 spendete Jenkins Moody eine ungenannte Summe, die es dem Institut ermöglichte, das Gebäude zu erwerben, das seinen Namen trägt. Und laut einem Artikel aus dem Jahr 2006 in der Chicago Tribune verwandelte MBI zwei ehemalige große Einheiten im obersten Stockwerk des Gebäudes in eine Suite für Jenkins und seine Frau, was laut von Regierungsbeamten „verstörend“ sei.

Julie Roys wurde daraufhin ohne Angabe von Gründen gekündigt.

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