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Die gute Nachricht – Jesus kraftvoll verkündigen

FlyerSiegerland2022Am kommenden Samstag, den 10. September 2022, werde ich auf der 44. Regionaltagung des Bibelbundes im Siegerland zwei Vorträge zum Thema „Die gute Nachricht – Jesus kraftvoll verkündigen“ halten. Die Konferenz startet um 16.30 Uhr in der Christlichen Versammlung Geisweid (Breitscheidstr. 17, 57078 Siegen).

Eine Anmeldung ist nicht notwendig, aber aus organisatorischen Gründen erwünscht. Siehe die weiteren Informationen im Flyer: FlyerSiegerland T44-2022.pdf.

Sollte Gott gesagt haben?

In dem Booklet Sollte Gott gesagt haben?, das auf einen während der E21-Konferenz 2017 in Hamburg gehaltenes Seminar zurückgeht, skizziere ich die Entwicklung der neuzeitlichen Bibelkritik von den Anfängen bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Ich gehe dabei auf aktuelle Versuche ein, zwischen Vertretern und Gegnern der Bibelkritik zu vermitteln. Vor einigen Woche ist das Booklet in einer zweiten überarbeiteten und erweiterten Auflage erschienen.

Es kann hier heruntergeladen oder bestellt werden: www.evangelium21.net.

TV: Jeden Freitag derselbe Krimi

Der ÖRR steckt nicht nur in einer System- und Personalkrise, sondern auch in einer Qualitätskrise. Giovanni di Lorenzo wies etwa kürzlich darauf hin, dass konservative Stimmen dort gar nicht mehr auftauchen (vgl. hier):

»Es sind ihrer vier: Kostenblöcke wie die für Gehälter und Pensionen, die sich nicht einfach reduzieren lassen. Die Altersstruktur der Zuschauer. Die Frage, worauf sich das Programmangebot konzentrieren soll. Und der Umstand, dass sich ein Teil der Bevölkerung vom Weltbild vieler öffentlich-rechtlicher Journalisten nicht repräsentiert fühlt, obwohl auch er für das Programm bezahlt. So gibt es heute im öffentlich-rechtlichen Fernsehen keine einzige profilierte konservative Stimme mehr.«

Claudius Seidl hat für die FAZ die desaströse Lage im Bereich Film so wunderbar beschrieben, dass ich es hier gern mal wiedergebe: 

Wie diese Gebühren verschwendet werden, offenbart sich nicht nur in der Affäre Schlesinger. Es genügt ein Blick ins Fernsehprogramm. Eine Folge „In aller Freundschaft“ kostet ungefähr ein Intendantenjahresgehalt. Ein Rosamunde-Pilcher-Film hat das gleiche Budget wie die Renovierung der RBB-Chefetage. Gegen beides wäre, da es ja seine Zuschauer findet, viel weniger zu sagen, wenn es nicht so viel davon gäbe. Zu viel, wie jede Stichprobe zeigt. An einem Montag: Donna Leon im Ersten, Bodensee-Krimi im Zweiten. An einem Dienstag: „Die Kanzlei“, danach „In aller Freundschaft“. Es gibt „Sokos“, fast schon aus jeder Mittelstadt, es gibt Barcelona-Krimis, Mordkommission Istanbul, alles aus deutscher Produktion. Und natürlich Spreewald-Krimis, Erzgebirgskrimis, „München Mord“. Was nicht nur die Verengung fast aller narrativen Möglichkeiten auf die Aufklärung von Morden und das Erfinden immer neuer und einander doch so schrecklich ähnlicher Motive zur Folge hat – letztlich also ein Bild der Gesellschaft als Ansammlung von Verdächtigen. Wer zum Beispiel die Angewohnheit hat, freitags das „heute journal“ zu sehen, und, um nichts zu versäumen, ein paar Minuten zu früh einschaltet, muss den Eindruck haben, es werde jeden Freitag derselbe Krimi immer wieder gesendet: so ununterscheidbar sind die betroffenen Gesichter, die Umarmungen der Davongekommenen, die Musik scheint ein endloser Loop zu sein.

Mehr: www.faz.net.

Liebe der Eltern zahlt sich aus

Wer in der Kindheit elterliche Zuneigung erhält, hat später seine Finanzen besser im Griff. Das haben Forscher in einer aktuellen Studie gezeigt. Die FAZ teilt mir: 

Dem südkoreanischen Wissenschaftler Tae-Young Pak und seiner Kollegin Lu Fan ist das gelungen. Sie haben sich ein Forschungsfeld ausgesucht, auf dem es aus Sicht vieler Laien eigentlich nicht allzu viel zu forschen gibt: die Liebe der Eltern zu ihren Kindern. Dass elterliche Warmherzigkeit den Kindern besser durchs Leben hilft, ist so offensichtlich, dass die wissenschaftliche Beschäftigung damit überflüssig erscheint.

Doch weit gefehlt. Denn die beiden Forscher können in einer aktuellen Studie nachweisen, dass die Zuneigung der Eltern selbst dann noch einen positiven Effekt hat, wenn die Kinder längst erwachsen sind und schon viele Jahre im Berufsleben stehen. Wer nämlich in seiner Kindheit mehr elterliche Liebe erfahren hat, kann davon bis ins höhere Alter zehren – und zwar auch in finanzieller Hinsicht: Positive Kindheitserfahrungen helfen dabei, später weniger Schulden zu machen, ein größeres Vermögen aufzubauen und insgesamt ein Leben in größerer finanzieller Zufriedenheit zu führen. 

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.faz.net.

Der Siegeszug des modernen Selbst in der christlichen Jugendarbeit?

Carl Trueman hat in seinem Buch The Rise and Triumph of the Modern Self die Psychologisierung und Sexualisierung des Selbst in der Moderne nachgezeichnet. Es geht dem Historiker darum, zu erklären, wie sich das Verständnis von Identität in der Neuzeit verschoben hat. Der postmoderne Mensch konzentriert sich auf sein Inneres und dieses Innere wird (vor allem durch den Einfluss von Sigmund Freud) als von Anbeginn sexuell aufgeladen verstanden. Identität wird zudem als etwas Flüssiges begriffen, ist also nicht vorgegeben und stabil, sondern in permanenter Bewegung, etwas, was ständig neu erschaffen werden muss (Trueman spricht vom „expressiven Individualismus“). Daher fällt die Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ heute sehr anders aus, also noch vor einigen Jahrzehnten.

Wer meint, dass diese Entwicklungen die Jugendlichen (und Erwachsenen) in den christlichen Gemeinden nicht beeinflussen, ist ziemlich naiv. Walt Mueller zeigt, worauf daher in der Gemeindearbeit mit jungen Leuten geachtet werden sollte:

„Es geht um die Sicht auf das Individuum, das Selbst. Während Sex heute oft als schlichte Freizeitaktivität hingestellt wird, soll Sexualität der Kern dessen sein, was es bedeutet, als authentischer Mensch zu leben. Das ist ein tiefgreifender Anspruch, der wohl beispiellos in der Geschichte ist.

In einem Werbespot, der im Fernsehen und Radio läuft, kann man zu Beginn eine Vielzahl von glücklichen, lebhaften jungen Stimmen hören, die durcheinander sprechen. Dann stellt der Erzähler die Frage: „Was möchtest du denn sein?“ Einige Teenager sagen etwas über die verwirrende Suche nach ihrer Identität, dann hören wir die Einladung: „Wer auch immer du sein willst, auf Instagram kannst du es werden!“

Zwei Gedanken schossen mir dabei durch den Kopf. Der erste: Da hat die Marketing-Abteilung von Instagram wirklich das aufgespürt, was unsere Kinder mit äußerster Dringlichkeit beschäftigt – die Beantwortung der alles entscheidenden Frage: „Wer bin ich?“ Und man kann sich dafür natürlich kaum einen gefährlicheren Ratgeber vorstellen als Instagram. Was mich zu meinem zweiten Gedanken bringt, der kurz und bündig lautet: „Puh!“

Da wir alle in der gleichen „kulturellen Suppe“ schwimmen, kann uns leicht die Bedeutsamkeit dieses 30-Sekunden-Werbespots entgehen. Aber wenn wir uns etwas Zeit nehmen, um über dieses kulturelle Artefakt nachzudenken, wird deutlich, dass es sowohl direktiv als auch spiegelnd ist. Diese Werbung funktioniert direktiv, weil sie unseren beeinflussbaren jungen Leuten eine Richtungsweisung vorlegt, welchem Weg sie bei dem Projekt ihrer Identitätsfindung folgen sollen. Sie ist aber auch spiegelnd, denn sie eröffnet uns einen aufschlussreichen Blick auf unsere bestehenden Grundüberzeugungen, wer wir als Menschen sind.

Carl Trueman holt mit seinem Buch Der Siegeszug des modernen Selbst (erscheint im Herbst bei Verbum Medien; Originaltitel: The Rise and Triumph of the Modern Self) den Leser aus dieser „kulturellen Suppe“ heraus und hilft uns, das Ausmaß der aktuellen Veränderungen zu verstehen. Sein erläuternder Gang durch die Ideengeschichte, die uns zum „expressiven Individualismus“ geführt hat, ist brillant. Unsere Kinder kennen höchstwahrscheinlich dieses Wort überhaupt nicht, geschweige denn, dass sie es erklären könnten. Doch unbewusst haben sie sich ihn mit nahezu jeder Faser ihres Lebens angeeignet, am deutlichsten sichtbar in ihren progressiven Ansichten über Sexualität und Geschlecht.

Ich möchte hier in diesem Artikel einigen Fragen nachgehen: „War unsere christliche Jugendarbeit mit daran beteiligt, dass sich der expressive Individualismus im Leib Christi wie Krebs ausbreiten konnte? Und wenn ja: Wie konnte der Siegeszug des modernen Selbst auch bei uns stattfinden und inwiefern hat er auf subtile Weise unsere Lehrinhalte wie auch die Gestalt und Praxis unserer Jugendarbeit verändert?“

„Unbewusst haben sich unsere Kinder den expressiven Individualismus mit nahezu jeder Faser ihres Lebens angeeignet.“
Bei der Lektüre von Der Siegeszug des modernen Selbst komme ich nicht umhin, mir Gedanken über die Ziele unserer Arbeit zu machen. Es geht doch darum, in den Kindern die Identität heranzubilden, mit der sie geschaffen wurden – statt ihnen die Übernahme einer entstellten Identität zu ermöglichen, die sie sich aus ihrer Gefühlswelt heraus selbst erschaffen. Unsere Jugendarbeit sollte einen Lebensstil der treuen Jesus-Nachfolge einschließlich Selbstverleugnung (vgl. Mk 8,34–37) fördern, indem wir die biblische Wahrheit durch eine wohlüberlegte Jugendarbeitspraxis vermitteln.

Mehr: www.evangelium21.net.

Gott fürchten? – Zwei brandaktuelle Bücher zum Thema

Matt Studer hat zwei aktuelle Bücher zum Thema Gottesfurcht gelesen, nämlich Überrascht von Furcht von Natha und Gottesfurcht von Michael Reeves. Matt schreibt:

Unsere Zeit ist durch eine unterschwellige und oftmals schwer benennbare Stimmung der Angst gekennzeichnet. Es gibt zwar schon auch reale Anzeichen für unsere Angst: den Klimawandel, politische oder wirtschaftliche Umwälzungen und neu auf dem Markt, Pandemien. Vielleicht ist Angst das falsche Wort für das, was ich meine. Im Englischen gibt es das Wort anxiety, das man mit Besorgnis, Beklemmung oder Beunruhigung übersetzen könnte. Ein unruhiges Grundgefühl, eine unbestimmte Angst, die sich nicht so recht zuordnen lässt (nicht wie bei „ich habe Angst vor der morgigen Prüfung“). Viele Menschen leiden irgendwie unter einer existenziellen Angst vor dem Leben in einem so unsicheren Universum. Kein Wunder also, dass wir unsere Angst gerne weg therapieren wollen. Der Soziologe Frank Furedi meint dazu:

[Früher] sah man Furcht als ein Mittel dazu, moralische Werte zu kultivieren … Heute, wo wir das Gefühl der Angst verabscheuen und meiden, tendieren wir dazu [dieses Gefühl] medizinisch als Krankheit zu behandeln. (How Fear Works: Culture of Fear in the 21st Century, Seite 35, meine freie Übersetzung)

Angst gab es jedenfalls immer schon. Selbst Jesus hat ja gesagt: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33.

In diesem Lichte besehen ist es interessant, dass gerade zwei aktuelle Bücher über das biblische Phänomen der Gottesfurcht auf meinem Schreibtisch gelandet sind. Das Buch von Natha Überrascht von Furcht (mittlerweile ein Bestseller) und Michael Reeves‘ Fear and Trembling: The Surprising Good News of the Fear of the Lord. Kann denn Furcht etwas Positives sein? Die Bibel spricht auf jeden Fall recht ausgelassen von Gottesfurcht (nur, dass uns dieses Thema nicht unbedingt so passt). „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit“ (Sprüche 9,10). Mehr noch, ihr Lohn ist „Reichtum, Ehre und Leben“ (Sprüche 22,4). Die erste Gemeinde der Christen, die uns oft als Vorbild dient, erlebte nicht nur Zeichen und Wunder. Sie „lebte in der Furcht des Herrn“ (Apg 9,31). Gottesfurcht wird am Ende gar als die „Summe von allem“ bezeichnet: „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen“ (Prediger 12,13). Also vielleicht doch ein Thema, mit dem man sich näher beschäftigen sollte.

Hier mehr: www.mindmatt.com.

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Öffentlich-rechtliche Umerziehung

Rundfunk und Fernsehen maßen sich eine sprachliche Erziehung an, die ihnen nicht zusteht. Sie verhalten sich dabei nicht nur zutiefst undemokratisch, es widerspricht auch dem Auftrag der öffentlich-rechtlichen Medien, meint Heike Schmoll in ihrem Kommentar für die FAZ. Optimistisch prognostiziert sie, dass die Sprachgemeinschaft dem Ökonomieprinzip folgen wird und sich die unkomplizierten Schreib- und Sprechweisen durchsetzen werden:

Davon, dass es Frauen und andere Identitäten ausschließe oder nur mitmeine, kann nicht die Rede sein. Wer so argumentiert, interpretiert grammatische Strukturen wissentlich oder unwissentlich fehl. Aber die soll es nach Auffassung einer Minderheit auch lieber nicht geben. Laut einer internen Anweisung für den Sprachgebrauch in Ministerien soll das generische Maskulinum möglichst gemieden werden. Warum eigentlich? Weil es angeblich nicht gendergerecht ist, was auch immer das eigentlich sein mag? Durch ihr Gendern stärken die Sender die Aversion der Mehrheit, sich minderheitskonformen Sprachideologien anzuschließen.

Vermutlich wird sich das Gendern in einigen Segmenten einbürgern – an Universitäten und Hochschulen, obwohl auch die eigentlich verpflichtet sind, die amtliche sprachliche Norm zu befolgen. Aber bisher hat die Sprachgeschichte gelehrt, dass die Sprachgemeinschaft dem Ökonomieprinzip folgt. Das bedeutet, dass die meisten Sprecher sich umständlicheren Formulierungen nicht anschließen werden, sondern die bequemste und verständlichste sprachliche Ausdrucksweise wählen. So wird es auch beim Gendern sein.

Und was ist mit den öffentlich-rechtlichen Medien? „Deren Aufgabe ist laut Medienstaatsvertrag, die ‚Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, der Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen‘. Doch das scheint die Sender wenig zu kümmern. Sprachliche Marotten einiger Redakteure wurden so zur allgemeingültigen Sprachnorm.“

Lassen wir uns diese unsägliche Umerziehung nicht gefallen! Ein Leser kommentierte das die geschlechtergerechte Sprache verharmlosende FAZ-Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Damaris Nübling zutreffend mit folgenden Worten:

Die Tatsache, dass seit Jahren ‚top down‘ versucht wird, die skurrilen Genderformen in der Sprache durchzusetzen, ist doch offenkundig: in der Politik, Teilen der Verwaltung, in Kirchen, Gewerkschaften, nicht zuletzt in großen Medien, insbesondere im ÖRR, neuerdings auch Großunternehmen usw. Die Prämissen der Gendervorstellungen wurden weitgehend kritiklos akzeptiert, eine Debatte drüber wollte man lange nicht führen. Jetzt aber, nachdem der Protest immer größer und zahlreicher wird, fordern Vertreter wie die Frau Professorin Toleranz ein. Und behauptet sogleich, dass Gendersprache ein ‚inklusiveres Sprechen‘ ermögliche – eine glatte Verdrehung der Tatsachen: Gendersprache ist die exklusive Sprache einer privilegierten akademischen Blase, die ihre grotesken Vorstellungen der Mehrhheit der Menschen aufzwingen will. Kein normaler Mensch spricht so!

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.faz.net.

Das spurenlose Leben

Andreas Reckwitz hat in seinem Buch Die Gesellschaft der Singularitäten den Nachweis erbracht, dass in der Kultur der Postmoderne das Allgemeine und Standardisierte nicht mehr viel zählt. Der Durchschnittsmensch steht unter einem Konformitätsverdacht. Das Maß aller Dinge sind die Besonderen, die authentischen Subjekte mit originellen Biographien und Interessen. Die  spätmodernen Gesellschaften feiern jene, die sich von anderen unterscheiden (vgl. hier).

Timo Frasch bestätigt in einem FAZ-Kommentar die Gier nach Bedeutung und benennt damit verbundene Probleme. Viele Menschen gehe es wie Wladimir Putin: Sie wären gerne eine Großmacht. Sie wollen im Hier und jetzt „die Bewunderung, die Liebe oder die Angst der anderen“.

Und was er dann schreibt, klingt ein wenig nach der „Alles ist eitel“-Passage im biblischen Buch Prediger (vgl. bes. Pred 1,1–11):

Alles, was wir im Leben tun, tun wir im Bewusstsein, dass uns nicht unendlich viel Zeit dafür bleibt. In Wahrheit finden wir uns mit unserer Sterblichkeit aber gar nicht ab, sondern versuchen ihr ein Schnippchen zu schlagen, indem wir Kinder zeugen, Häuser bauen oder Bücher schreiben, von denen wir hoffen, dass sie „bleiben“. Alles vergebens. Denn je mehr Menschen auf der Welt gelebt haben, desto mehr konkurrieren um die knappen Ressourcen Erinnerung und Gedenken. Selbst wenn wir nach unserem Tod noch im Internet zu finden sind – keiner wird mehr danach suchen. Den meisten Literaturnobelpreisträgern geht es ja jetzt schon so. Die angeblich ganz Großen wie Cervantes oder Beethoven werden, sollte die Menschheit überleben, natürlich auch weiterleben. Doch als was? Als Projektionen, die vermutlich von Cervantes und Beethoven im Himmel, sollte es den denn geben, nicht wiedererkannt werden.

Während früher die Religion den Größenwahn noch relativieren konnte, will heute fast jeder – da die Ewigkeitsperspektive fehlt – die maximale Selbstverwirklichung in der Zeit: „Die Selbstermächtigung des Menschen, die natürlich auch viel Gutes gebracht hat, wurde seinerzeit noch abgefedert durch die Religion. Aber auch das könnte sich bald erledigt haben. Dann sagt keiner mehr, Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück, sondern nur noch: Du kannst alles schaffen, wenn du es nur wirklich willst.“

Dabei, so das Fazit von Frasch, braucht es dringend mehr Menschen, die damit zufrieden sind, keine Spuren zu hinterlassen.

Hier mehr (allerdings hinter einer Bezahlschranke): www.faz.net.

Dictionary of the Presbyterian & Reformed Tradition in America

D.G. Hart und Mark Noll haben eine hilfreiche Quelle für das Studium und das Verständnis der Geschichte der presbyterianischen und reformierten Kirchen in Amerika herausgegeben.  Das Dictionary of the Presbyterian & Reformed Tradition in America ist ein dreihundertseitiges Wörterbuch, das Artikel über wichtige Personen, Ereignisse, Lehren und Konfessionen der reformierten und presbyterianischen Kirchen in den USA  enthält. Hier sind z.B. Einträge über Charles Hodge, B.B. Warfield oder die Princeton Theology zu finden. Die Beiträge sind kurz und präzise gehalten.

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