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Fünf gute alte Bücher

ImageTimFür das Blog des empfehlenswerten Timotheus Magazins habe ich fünf wertvolle Bücher vorgestellt:

Kürzlich war ich mit einem unserer Kinder im Sportgeschäft, um Fußballschuhe zu kaufen. Als uns der Verkäufer fragte, ob er helfen könne, entwickelte sich ein kurzes Gespräch. „Früher“, sagte er, „haben wir beim Kauf von Sportschuhen auf die Lederqualität und die solide Verarbeitung geachtet. Heute interessiert die jungen Leute vor allem, wer in der Bundesliga welche Schuhe trägt“. „Die Hersteller bringen ja auch jedes Jahr neue Farben auf den Markt“, erwiderte ich. „Hm“, antwortete der Verkäufer. „Die Farben wechseln mehrmals im Jahr.“

Wir haben uns an die schnelllebige Kaufkultur gewöhnt. Die Hersteller wecken in uns das Bedürfnis, immer aktuell sein zu wollen. Wir wollen die Farben tragen, die gerade „in“ sind oder genau mit dem Smartphone telefonieren, das gerade frisch auf den Markt gekommen ist. Also kaufen wir.

Im Rahmen der Literatur ist es manchmal ähnlich. Was nicht neu ist, ist „out“. Sind die Schrifttypen unmodern oder die Sätze altertümlich verschachtelt formuliert, werden Bücher schnell beiseitegelegt. Dabei gibt es besonders im Raum der Theologie ältere Bücher von hervorstechender Qualität und Bedeutsamkeit. Theologische Gegenwartsliteratur kann meist alten Klassikern das Wasser nicht reichen. Deshalb empfehle ich nachfolgend einige Bücher, die nicht mehr ganz frisch sind, aber dennoch viel zu bieten haben.

Hier geht’s weiter: www.timotheusmagazin.de.

Louis Berkhof: Systematische Theologie

BerkhofVergangene Woche erschien die Dogmatik von Wayne Grudem in deutscher Sprache. In dieser neuen Woche gibt es ein weiteres Schmankerl: Die Systematische Theologie von Louis Berkhof aus dem Jahre 1932 steht ab sofort online zur Verfügung und kann als PDF-Datei oder im ePub-Format (für eBook-Lesegeräte) heruntergeladen werden. Vielen Dank an die Leute von BiblicalTraining.org, die mit Können und Fleiß das Buch gesetzt haben.

Louis Berkhof lehrte fast vierzig Jahre am Calvin Theological Seminary. Seine Systematik zählt zu den besten Dogmatiken, die im 20. Jahrhundert geschrieben wurden. Berkhof lag wenig daran, mit neuen originellen Ideen aufzutrumpfen. Seine Anliegen war die Treue zur Heiligen Schrift und  die sorgfältige Vermittlung der reformierte Theologie.

Einen Überblick über den Aufbau hat R. Scott Clark vor 12 Jahren zusammengestellt. Eine deutschsprachige Zusammenfassung des Buches ist kürzlich beim 3L Verlag neu aufgelegt worden.

Hier das Buch: www.biblicaltraining.org.

Biblische Dogmatik von Wayne Grudem erschienen

Dogmatik WGrudem CoverDie „Biblische Dogmatik“ von Wayne Grudem ist endlich erschienen. Damit ist das weltweit in aktuell zwölf Sprachen und mit über 300.000 gedruckten Exemplaren weitverbreitete Standardwerk in deutscher Sprache erhältlich. Es bietet „Eine Einführung in die systematische Theologie“ auf der Basis reformatorischer Theologie bei gleichzeitiger offener und fairer Darstellung und Diskussion anderer Positionen. Der Bonner Verlag für Kultur und Wissenschaft gibt dieses Buch in Co-Produktion mit arche-medien, dem Verlag des Gemeinde und Missionswerkes ARCHE (Hamburg), heraus. Dies wurde maßgeblich durch umfangreiche Hilfe vieler Mitarbeiter des Martin Bucer Seminars möglich.

Wayne Grudem glaubt, dass Theologie „gelebt und gebetet und gesungen“ werden soll (Vorwort) – doch bevor dies geschehen kann, muss sie zunächst verstanden werden. In diesem viel verkauften Lehrbuch beginnt jedes Kapitel mit einer klaren Definition der zu erörternden Lehre und diskutiert im weiteren Verlauf ausführlich deren Begründung in der Heiligen Schrift. Dann folgen Fragen zur persönlichen Anwendung, die dabei helfen sollen, die Relevanz der Lehre für das Leben des einzelnen Christen und der Kirche deutlich zu machen. Jedes Kapitel endet mit einem Loblied, das zum gemeinsamen und persönlichen Singen und Nachsinnen geeignet ist. Wayne Grudems warme, pastorale und praktische Herangehensweise an die systematische Theologie ist weithin hoch gewürdigt worden. Er belegt Seite für Seite, wie wichtig biblische Lehre ist, sowohl für das geistliche Wohl des Einzelnen als auch für das Wohlergehen der christlichen Kirche in ihrer Gesamtheit.

Stimmen zum Buch

John Piper:

„Wayne Grudems Systematische Theologie ist wegen ihrer außergewöhnlichen Gegenüberstellungen bemerkenswert. Das Buch ist gründlich, aber nicht verwirrend; direkt und unzweideutig, aber nicht rücksichtslos oder überspitzt; gut lesbar und klar, aber nicht oberflächlich; biblisch fundiert, ja von der Bibel durchtränkt, aber nicht nachlässig oder unbedacht mit den biblischen Texten umgehend; tiefgläubig und ehrfürchtig, aber nicht unkritisch oder naiv; praktisch, aber nicht dem vorherrschenden Trend entsprechend oder sentimental; umfassend, aber nicht Details überbetonend; ein Buch für die Gemeinde, aber nicht kirchen- oder denominationsgebunden. Ich gehe davon aus, dass ich jahrzehntelang darauf zurückgreifen werde.“

James I. Packer:

„Wenn Sie gehofft hatten, ein Lehrbuch für Theologiestudenten zu finden, das … Ihre geistliche nicht weniger als Ihre intellektuelle Bildung sucht, dann freuen Sie sich: Wayne Grudem hat genau das geschrieben, was Sie haben wollten, und er hat sein Vorhaben auf sehr kompetente Weise ausgeführt.“

Thomas Schirrmacher:

„Ihre große Verbreitung hat die vorliegende Dogmatik nicht vorrangig ihrer theologischen Ausrichtung an der Reformation bei gleichzeitiger Offenheit für Erweckungsbewegungen jüngerer Zeit zu verdanken. Grudem verbindet in enormer Übersichtlichkeit eine eindeutige eigene Position mit einer gut informierten Darstellung anderer Positionen.“

Christian Wegert:

„Nachdem wir im Rahmen unserer Gemeindebibelschule die Lektionen der Biblischen Dogmatik von Wayne Grudem behandelt haben, hat sich gezeigt, dass sie nicht allein ein Standardwerk für Theologiestudenten, Pastoren und Bibellehrer ist, sondern auch ein gesegnetes Hilfsmittel zur Festigung biblischer Erkenntnis für jeden Gläubigen. So hat dieses Buch für viele die Weichen zu einem gesunden Glauben gestellt. Wir freuen uns, dieses großartige Werk in deutscher Sprache mit herausgeben zu dürfen.“

Matthias Lohmann:

„Dieses Buch liefert eine umfassende und dennoch leicht zugängliche Einführung in die systematische Theologie. Grudem erklärt sowohl die wesentliche Eckpunkte der biblischen Lehre, wie auch in differenzierter Form die Themen, zu denen es innerhalb des evangelikalen Christentums unterschiedliche Positionen gibt. Ich freue mich sehr, dass dieses Standardwerk nun auch in deutscher Übersetzung erhältlich ist und kann es jedem Christen nur wärmstens empfehlen.“

Wayne A. Grudem war zwanzig Jahre lang als Professor für Biblische und Systematische Theologie an der Trinity Evangelical Divinity School, Deerfield, Illinois, tätig und ist heute Professor mit Forschungsauftrag für Bibel und Theologie am Phoenix Seminary, Arizona. Er hat akademische Grade von Harvard (B. A.), vom Westminster Seminary (M. Div.) und von der Universität Cambridge (Ph. D.) inne.

Hier das Inhaltsverzeichnis und die Einführung: Biblische_Dogmatik__S._1-50_.pdf.

Derzeit gibt es das Buch zum Einführungspreis von 49.90 Euro hier: www.genialebuecher.de.

J.I. Packer: Fünf bedeutende Bücher

Als Professor J.I. Packer danach befragt wurde, welche Bücher ihn in besonderer Weise geprägt haben, nannte er Werke, die zum Teil auch in deutscher Sprache erhältlich sind:

Hier die Bücher:

  1. John Calvin, Unterricht in der christlichen Religion
  2. 2. J. C. Ryle, Seid helig!
  3. John Bunyan, Die Pilgerreise
  4. Richard Baxter, Das Predigeramt aus Sicht eines Puritaners
  5. John Owen, Indwelling Sin and The Mortification of Sin (m.W. nicht auf Deutsch erschienen)

VD: JT

Mama und Papa sind schwul

Zwei Schwule, eine Leihmutter, ein Baby, eine homophobe Oma: So wie die ProSieben-Serie „The New Normal“ bricht das gesamte Sitcom-Genre mit dem alten Familienmodell. Es wimmelt nur so von Patchwork-Clans und 40-Jährigen Nesthockern. Die Shows spiegeln neue Freiheiten. Und neue Zwänge.

Vor zwanzig Jahren antwortete Cliff Huxtable, der Vorzeige-Vater aus „The Cosby Show“, auf die entnervte Frage seiner Frau Claire, warum sie vier Kinder hätten: „Weil wir auf keinen Fall fünf wollten.“

Inzwischen sind die Familienverhältnisse im US-Comedy-Fernsehen deutlich unübersichtlicher: Doppelväter mit Leihmüttern, Geschwisterpaare, Jungeltern, Vater-Mutter-Kind-Verbände sind nur ein paar der kunterbunten Konstellationen, die sich dort tummeln. Darin spiegeln sich nicht nur veränderte gesellschaftliche Lebensentwürfe wider, sondern auch aktuelle ökonomische Zwänge, die zum Beispiel manchen zurück in den Schoß der Sippe treiben.

Hier der SPIEGEL-Beitrag: www.spiegel.de.

Der Kirchentag der Betroffenen

Der Philosoph Alexander Grau hat für das Magazin Cicero eine gallige Polemik zum Hamburger Kirchentag verfasst:

Doch gerade darum ist das tiefe Bedürfnis nach einfachen Wahrheiten, das der Kirchentag offenbart, so erschütternd: Einfach mal gegen Krieg sein, gegen Ungleichheit und gegen Umweltzerstörung. Das tut so gut. Nicht Denken ist gefragt, sondern Bekenntnis und eine klare Richtungsanzeige – am besten nach links.

Einen Konsens anzustreben, bedeutet hier, die eigene Weltsicht durchzusetzen, also die Uneinsichtigen und Widerstrebenden zu bekehren und all jene zu missionieren, die nicht geneigt und nicht willens sind, die heilige Dreifaltigkeit aus Antikapitalismus, Pazifismus und Ökologismus anzubeten. Dass hier das Politische in einer nicht zu akzeptierenden Art und Weise religiös überhöht wird, fällt dabei schon gar nicht mehr auf.

Schroff, aber leider in mancherlei Hinsicht zutreffend.

Hier: www.cicero.de.

Sören Kierkegaard vor 200 Jahren geboren

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Sören Kierkegaard

Gestern wäre der dänische Schriftsteller und Philosoph Sören Kierkegaard 200 Jahre alt geworden. Anbei der Link zu einem kurzen ERF-Interview, das ich heute anlässlich des Jahrestages gegeben habe (beim Gespräch ist leicht zu „erhören“, dass ich gerade mit einer Erkältung und einer Pollenallergie kämpfe).

Zur Vertiefung empfehle ich den Aufsatz „Schaeffers Kierkegaard: Können wir mit ihm leben“ aus dem Buch Wahrheit und Liebe (Bonn: 2006, S. 127–180) oder die gekürzte Version: Ron Kubsch: „Kierkegaards Sprung“, MBS Texte 144 (2010). Der MBS Text kann hier unentgeltlich heruntergeladen werden: mbstexte144.pdf.

Mark Dever kommt nach München

MDeverGute Nachrichten. Dr. Mark Dever kommt Ende Juni nach München. Am 29. Juni hält er am MBS Studienzentrum eine Vorlesung über den Ersten Korintherbrief. Am 30. Juni leitet er nachmittags im Rahmen einer E21-Regionalkonferenz ein Seminar zur Ekklesiologie (Gemeindelehre) mit dem Titel: Gemeinsam Leben zur Ehre Gottes.

Mark Dever ist Hauptpastor der Capitol Hill Baptist Kirche in Washington (USA) und Präsident von 9Marks Ministries. Mark promovierte an der Universität Cambridge (UK) im Fach Kirchengeschichte. Er hat zahlreiche Bücher und Artikel veröffentlicht. In deutscher Sprache sind erschienen: Neun Merkmale einer gesunden Gemeinde (2009), Was ist eine gesunde Gemeinde? (2008) und Persönliche Evangelisation: Motivation, Inhalt, Praxis (2008). Mark und seine Frau Connie haben zwei erwachsene Kinder.

Die Vorlesung am Samstag wird in Englisch gehalten. Das Seminar am Sonntag wird in Zusammenarbeit mit Evangelium21 veranstaltet und in die deutsche Sprache übersetzt. Die Teilnehmerzahl ist pro Veranstaltung auf gute 200 Leute beschränkt. Hier gibt es einen Folder und eine Möglichkeit zur Anmeldung: www.bucer.de.

Warum sind so viele Journalisten links?

Viele der im Meinungsgeschäft Tätigen sympathisieren mit Rot-Grün. Die Gründe liegen in einer frühen Traumatisierung auf dem Schulhof, meint der US-Autor Tom Wolfe. Die These ist – wie ich finde – etwas weit hergeholt. Trotzdem liest sich „der Fleischhauer„ zum politischen Spektrum des Journalismus in Deutschland wieder packend:

Es gibt im Journalismus ein paar Wahrheiten, die meist ungesagt bleiben, auch wenn sie axiomatisch sind. Schlechte Nachrichten verkaufen sich besser als gute, weshalb Chefredakteure Kriege, Unfälle und andere Katastrophen lieben. In Redaktionskonferenzen reden vor allem diejenigen, die nachher am wenigsten zum Gelingen beitragen. Und die meisten Journalisten sind im Herzen links.

Was die politische Überzeugung angeht, sind die Zahlen eindeutig. Nach einer der größten Studien zum Thema, 2005 durchgeführt vom Hamburger Institut für Journalistik unter 1500 Journalisten aller Gattungen, verteilt sich die politische Sympathie der im Meinungsgeschäft Tätigen wie folgt:

  • Grüne: 35,5 Prozent,
  • SPD: 26 Prozent,
  • CDU: 8,7 Prozent,
  • FDP: 6,3 Prozent
  • Sonstige: 4
  • keine Partei: 19,6 Prozent.

Dem bürgerlichen Lager neigen also gerade mal 15 Prozent der in Deutschland arbeitenden Journalisten zu.

In einer Zeit, in der die Welt vornehmlich durch kleine digitale Fenster mit bewegten Bildern wahrgenommen wird, lässt sich erahnen, was das bedeutet.

Mehr: www.spiegel.de.

Der Antisemit Wagner

Die Kritik an Richard Wagner bekommt viel zu wenig Raum, meint Matthias Küntzel und schreib über den Judenhass des Komponisten:

Seine Judenfeindschaft war brutal: 1869 schlug Wagner einer konsternierten Öffentlichkeit die „gewaltsame Auswerfung des zersetzenden fremden Elements“ vor. Er freute sich, als er von den antijüdischen Pogromen in Russland erfuhr, und äußerte „in heftigem Scherz“ – so der Tagebucheintrag seiner Frau Cosima – den Wunsch, „es sollten alle Juden bei einer Aufführung des ,Nathan‘ verbrennen“. Und seine Judenfeindschaft war rassistisch: Der geniale Komponist bestand auf naturgegebenen Unterschieden zwischen Nichtjuden und Juden, die er mit „Würmern“, „Ratten“, „Mäusen“, „Warzen“ oder „Trichinen“ verglich. 1881 schrieb er König Ludwig II., „dass ich die jüdische Race für den geborenen Feind der reinen Menschheit und alles Edlen in ihr halte“.

Vom Schriftsteller Arthur de Gobineau, der 1881 in Bayreuth weilte, übernahm Wagner zusätzlich das Phantasma von der arischen Rasse. Im selben Jahr notierte Wagner die Erkenntnis, „dass das menschliche Geschlecht aus unausgleichbar ungleichen Rassen besteht und dass die edelste derselben die unedleren wohl beherrschen, durch Vermischung sie aber sich nicht gleich, sondern sich selbst nur unedler machen konnte“. Er griff damit den Nürnberger Gesetzen „zur Reinhaltung des deutschen Blutes“ vor, die Adolf Hitler 1935 in der Stadt der „Meistersinger“ verabschieden ließ.

Richard Wagner gelang es wie kaum einem zweiten, diesen Rassismus und die fundamentale Entgegensetzung von „deutsch“ und „jüdisch“ im Bildungsbürgertum zu verankern. Er galt auch deshalb als einer der Gründungsväter der antisemitischen Parteien, die 1879 im Deutschen Reich an Boden gewannen, und rühmte sich dieser Rolle noch zu Lebzeiten mit Stolz.

Mehr: www.welt.de.

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