Gesellschaft

Schnelle: Christen, zum Abschuss freigegeben

Der renommierte Neutestamentler Udo Schnelle (Halle) hat in einem Leserbrief, der heute in der FAZ erschienen ist, zur Bedrohung der Christen durch den Islamismus Stellung genommen. Hier Auszüge (FAZ, 19. Januar 2011, Nr. 15, S. 32):

Der Anschlag auf koptische Christen in Alexandria zeigt deutlich die Strategie von Islamisten und konservativen islamischen Kreisen: Die islamische Welt soll christenfrei werden. Wo bis zum 7. Jahrhundert nach Christus überwiegend Christen lebten, die dann in der Regel gewaltsam zum Islam bekehrt wurden, soll es keine Andersgläubigen mehr geben. Zwar distanzieren sich viele arabische Regierungen verbal von.diesem Terror, zugleich bekämpfen sie ihn aber aus innenpolitischen Gründen nicht wirksam; Man muss kein Prophet sein, um die weitere Entwicklung vorauszuahnen: Jetzt sind auch die in Europa lebenden orientalischen Christen bedroht, und danach werden nach und nach die Christen insgesamt ins Visier genommen werden.

Dieser Terror trifft schon jetzt auf eine westliche Welt, die ihre eigenen (christlichen) Traditionen über Bord wirft, sich ständig selbst relativiert und offenbar nur noch in einer heiligen Individualität und im Geldverdienen den Sinn des Lebens sieht. Bei den Kirchen sieht es nicht viel besser aus; insbesondere die evangelische Kirche leidet schon seit Jahren an einer bemerkenswerten Selbsteinschüchterung. Wofür sie noch steht – außer verbaler sozialer Gerechtigkeit natürlich –, ist nicht ersichtlich; wirklich religiöse Inhalte traut sie sich offenbar nicht mehr zu verkünden.Mit einer solchen Haltung wird man den massiven Schrumpfungsprozess nicht stoppen können und ist man schon gar nicht auf die theologisch-ideologischen Herausforderungen der Zukunft eingerichtet: Christologie, Trinitätslehre, rituelle Gestalt des Glaubens, Religion und Recht, Staat und Kirche – welcher ethische Kodex soll gelten …

VD: AW

Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christen in Indien

Auf Wunsch der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland haben der Rat der EKD und die Kirchenkonferenz beschlossen, an einem festen Ort im Kirchenjahr der Lage von bedrängten und verfolgten Christen mit einer Fürbitte zu gedenken. Dafür wurde der 2. Sonntag der Passionszeit, Reminiszere, ausgewählt. Das Kirchenamt gibt jedes Jahr dazu eine Materialhilfe heraus, die jeweils ein Land zum Schwerpunkt macht. Im Jahr 2011 wird besonders an die bedrängten und verfolgten Christen in Indien gedacht.

Hier das Material zur Fürbitte und eine Ausarbeitung über Hintergründe der Gewalt gegen Christen in Indien (2008):

Der Tod in Anatolien

Noch immer läuft in der Türkei das Verfahren gegen die Männer, die im April 2007 drei Christen in Malatya brutal ermordeten. Anfänglich hieß es, die Täter seien »irrgeleitete Fanatiker«. Doch der Prozess offenbart, dass sie wohl gut vernetzt waren mit einer unheilvollen Parallelwelt: Dem »tiefen Staat«. Michael Martens schreibt für die FAZ:

Das Massaker von Malatya erregte nicht nur in der Türkei Aufsehen. Ausländische Medien berichteten, türkische Politiker verurteilten die Tat. Die Festgenommenen waren junge Männer im Alter zwischen 19 und 20 Jahren. Irregeleitete Fanatiker, hieß es. Zunächst war das Medieninteresse groß, auch noch im November 2007, als der Prozess um die Christenmorde begann. Doch die Welt dreht sich weiter, Interessantes geschieht jeden Tag, und der Fall geriet aus dem Blick. Wer hat schon die Zeit, akribisch einen Prozess in einer türkischen Provinzstadt zu verfolgen, Akten zu lesen, Zeugenaussagen zu vergleichen, mit Anwälten zu sprechen? Die »European Stability Initiative« (ESI), eine in Berlin beheimatete Denkfabrik, hat sich die Zeit genommen. In ihrem an diesem Mittwoch erschienenen Bericht »Mord in Anatolien – Christliche Missionare und türkischer Ultranationalismus« hat sie den bisherigen Verlauf des Prozesses auf mehr als 45 Seiten skrupulös analysiert. Das Ergebnis ist eine Beschreibung türkischer Zustände, die lesen sollte, wer sich für die Türkei interessiert, zumal der Bericht nicht nur Ansichten, sondern vor allem empirische Belege oder zumindest überzeugende Indizien für diese Ansichten enthält. Im Kern steht die Frage, wer hinter den Messerwetzern von Malatya steht, da sich der Verdacht, die fanatische Jungmännerbande habe nicht allein gehandelt, im Prozess schnell bestätigte. Der Anführer des Quintetts repräsentiert den Typ des früh Gescheiterten, der sich mit einer »großen Tat« aus seiner raskolnikowschen Grüblerexistenz befreien will. Zweimal war er durch die Aufnahmeprüfung für die Universität gefallen, ein dritter Versuch scheiterte auf halbem Wege. Wo in Petersburg eine alte Pfandleiherin als Opfer herhalten musste, richtete sich der Hass des Untüchtigen in Malatya gegen ausländische Missionare und türkische Konvertiten – allerdings nach sorgfältiger Anleitung.

Hier mehr: www.faz.net.

Doğan Akhanlı dankt

Im 10. August 2010 wurde der Kölner Schriftsteller und Menschenrechtler Doğan Akhanlı bei der Einreise in die Türkei auf einem Istanbuler Flughafen festgenommen; die Reise galt dem kranken Vater D. Akhanlıs, der während der Haftzeit verstarb (vgl. hier).

Inzwischen ist Doğan wieder frei und in Deutschland und bedankt sich für die Unterstützung während der zurückliegenden Monate:

Liebe Freundinnen und Freunde,

an dieser Stelle möchte ich Euch endlich persönlich meinen Dank aussprechen. Obwohl ich Schriftsteller bin, ist das für mich schwierig – einige von Euch wissen ja. Vielleicht liegt daran, dass für Euer unglaubliches Engagement Dankesworte zu einfach, zu wenig erscheinen.
Dass Solidarität für Menschen, die in so ernsthaften Schwierigkeiten wie ich steckten überlebensnotwendig sein kann, wusste ich ja theoretisch. Während meiner Haftzeit durfte ich praktisch erfahren, wie wichtig sie für das Leben dort, für das seelische Überleben tatsächlich ist. Eure Solidarität hat mich gelehrt, dass das Gefängnis, in welches ich gesteckt wurde, als „Ort“ verschwinden kann – in meinen Gedanken und in meinem Herzen konnte ich ja immer bei Euch sein. Manche von Euch habe ich sogar öfter gesehen als früher.
Meine für türkische Verhältnisse „frühzeitige“ Freilassung habe ich Eurem großartigen Einsatz zu verdanken. Ohne Euch hätte ich sicher anderthalb Jahre warten müssen. Wie ich überlebt hätte, weis ich nicht.
Habt Dank, liebe Freundinnen und Freunde! Ich weis das, was Ihr für mich getan habt, sehr zu schätzen. All die kleinen und großen Taten, ob Grußbotschaften oder Solidaritätsaktionen, jede einzelne war für mich wichtig.
Ich bin froh und erleichtert, dass ich mich nach meiner Freilassung doch dazu entschlossen habe mit meiner Tochter und meiner jüngeren Schwester zum Dorf meiner Kindheit zu fahren. Der Besuch des Friedhofs auf dem meine Mutter, mein „Lieblingsbruder Erdal abi“ und nun, während meiner Haft auch mein Vater begraben wurde, das Einatmen der Luft in dem Haus meiner Geburt und die Begegnung mit den liebenswürdigen Dorfbewohnern, die mich stolz wie einen verlorenen Sohn empfangen haben waren für mich heilsam und haben dazu beigetragen, dass es der türkischen Justiz nicht gelungen ist, mich in ein erneutes seelisches Exil zu schicken. Dass ich nun gesünder zurückkehre als ich fortgefahren bin, habe ich Euch zu verdanken.

Doğan Akhanlı

Acht evangelische Alt-Bischöfe attackieren die Homo-Ehe für Pfarrer

In der evangelischen Kirche ist ein Streit über die Homo-Ehe für Geistliche ausgebrochen. In einem beispiellosen Schritt haben sich acht evangelische Altbischöfe gegen einen Beschluss der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewandt, Pastoren künftig zu ermöglichen, mit gleichgeschlechtlichen Partnern im Pfarrhaus zu wohnen (siehe das neue Pfarrdienstgesetz der EKD hier). Homosexuelle Partnerschaften seien »widernatürlich und schöpfungswidrig«, heißt es in einem gemeinsamen Brief der Bischöfe, den die ZEIT-Beilage »Christ & Welt« heute veröffentlicht hat.

»Die Kirche muss homosexuellen Menschen raten, bindungslos zu bleiben«, erklärte der Sprecher der Reformgegner, Altbischof Ulrich Wilckens, gegenüber dem Blatt. Dazu müsse die Kirche stehen, »auch wenn die Gesellschaft Druck ausübt«. Die Bischöfe fordern von den 22 Mitgliedskirchen der EKD, Widerstand gegen die geplante Änderung des Pfarrergesetzes zu leisten und sich ausdrücklich gegen homosexuelle Partnerschaften von Geistlichen auszusprechen.

Der Beschluss war auf der EKD-Synode im vergangenen November einstimmig verabschiedet worden. Er muss aber noch von den Landeskirchen ratifiziert werden. An sie richtet sich der Brief der acht. Für die Bischöfe ist der Beschluss der EKD-Synode ein Zeichen, dass biblische Normen »leider auch in unserer Kirche vielfach nicht mehr ernst genommen werden, bis hinein in die Lebenspraxis mancher Pfarrer«. Eine Diskriminierung von Minderheiten können die Bischöfe in ihrer Position nicht erkennen. Ein Nein zur Lebensweise von Homosexuellen bedeute nicht, »dass diesen ihre Menschenwürde abgesprochen« werde. Die Bischöfe machen auch geltend, dass eine Öffnung für homosexuelle Partnerschaften die Beziehung zur katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen belaste.

Mit ihrem Vorstoß brechen die Bischöfe mit dem ungeschriebenen Gesetz, dass sich ehemalige leitende Geistliche nicht in die Entscheidungen ihrer Nachfolger einmischen. Zu den Unterzeichnern gehören der württembergische Altlandesbischof Gerhard Maier, sein Vorvorgänger Theo Sorg, der frühere Thüringer Bischof und Vorsitzende des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR, Werner Leich, sowie der braunschweigische Altbischof Gerhard Müller.

Nachtrag vom 21.01.2011: DIE ZEIT hat inzwischen das PDF freigeschaltet: brief-altbischoefe.pdf.

Zur Situation der ägyptischen Christen

Die Morde von Nag Hammadi haben 2010 Aufmerksamkeit auf das sich seit Längerem verschlechternde Verhältnis zwischen der muslimischen Bevölkerungsmehrheit und der christlichen Minderheit des Landes gerichtet. Menschenrechtsorganisationen, Regierungen und internationale Organisationen kritisieren die abnehmende Religionsfreiheit in Ägypten und prangern die Zunahme gewaltsamer Übergriffe und die systematische Diskriminierung von Christen an. Was sind die Hintergründe und Ursachen für diese Entwicklung?

Dr. Andreas Jacobs, Auslandsmitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ägypten, hat einen ausgezeichneten Bericht über die Lage der Christen in dem Land geschrieben.

Die Hintergründe für Nichtanerkennung des Übertritts vom Islam zum Christentum durch den ägyptischen Staat sind offenkundig. Seit 1972 gilt das islamische Recht, die Scharia, als Hauptquelle des Rechts. Ägypten bezeichnet sich als islamischen Staat. Nach klassischem islamischem Rechtsverständnis wird die Abkehr vom (islamischen) Glauben mit dem Tod bestraft. Dass diese Strafe im Ägypten der Gegenwart nicht verhängt wird, entspricht zwar dem Rechtsempfinden der allermeisten Ägypter, erzeugt auf Seiten der staatlich kontrollierten Religionsbehörden aber bereits einen gewissen Erklärungsbedarf. Eine Konversion vom Islam zum Christentum ist in Ägypten im derzeit vorherrschenden Verständnis des islamischen Rechts derart eindeutig unzulässig, dass ihre juristische Anerkennung den Staat in den Augen seiner Gegner eindeutig als »unislamisch« entlarven würde.

Wer sich mit oberflächlichen Medienberichten nicht zufrieden gibt und fundierte Hintergrundinformationen sucht, sollte sich das Dokument anschauen. Der Bericht:

  • Andreas Jacobs: »Unter muslimischer Führung: Zur politischen und gesellschaftlichen Situation der ägyptischen Christen«, KAS Auslandsinformationen 12/2010, S. 20–35

kann hier heruntergeladen werden: kas_21238-544-1-30.pdf.

Das evangelikale Gefängnis in Argentinien

Im Hochsicherheitsgefängnis Los Olmos bei La Plata (80 km von Buenos Aires) ist in den 90-er Jahren die grösste christliche Häftlingsgemeinde der Welt entstanden. Der Deutschlandfunk hat einen sehr redlichen Beitrag über die pfingstlerische Gefängnisarbeit in Argentinien ausgestrahlt:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/01/10/dlf_20110110_0941_88a8eb55.mp3[/podcast]

Ich bin eine sexistische Stereotype

Auch wenn Birgit Sauer in ihrem Aufsatz »Die Allgegenwart der ›Androkratie‹: feministische Anmerungen zur ›Postdemokratie‹« darüber klagt, dass die Gesellschaft weitgehend entpolitisiert wurde und Bürgerinnen und Bürger zu bloßen Konsumentinnen und Konsumenten (Ist das nicht eine wunderbare Sprache?) degradiert werden (siehe APuZ 1–2/2011 vom 3. Januar 2011), können sich die Feministinnen und Gender-Ideologen derzeit recht gut in Szene setzen. Der Europarat berät seit Längerem die Beschlussvorlage 12267 (hier: EDOC12267.pdf). Hinter dem Dokument steckt der Versuch, die Verwendung des Begriffs »Mutter« als ein sexistisches Stereotyp zu bekämpfen. Durch die mediale Meidung von binären Geschlechterrollen soll die Gender-Gleichheit gefördert werden. Es heißt:

When they are not under-represented or invisible, women are often represented in the media in roles traditionally assigned by society, portrayed as passive and lesser beings, mothers or sexual objects. These sexist stereotypes in the media perpetuate a simplistic, immutable and caricatured image of women and men, legitimising everyday sexism and discriminatory practices and establishing a barrier to gender equality.

Emphasizing the positive role that the media can play in promoting gender equality, the Parliamentary Assembly should invite member states to promote training, education and awareness-raising action and to strengthen women’s visibility in the media. It should invite national parliaments to reinforce their legislation on combating sexist stereotypes and penalise sexist offences. Media should favour a more balanced and non- stereotyped representation of women and men in the media and promote the gender equality dimension in their regulatory and self-regulatory authorities and training programmes.

Furthermore, the Assembly should invite the Committee of Ministers to draft a European code of good practice for member states and a handbook for the media on strategies to combat gender stereotypes in the media and incorporate, in the future Council of Europe convention on preventing and combating violence against women and domestic violence, the fight against gender stereotypes as a means to prevent gender- based violence. Finally, the Assembly could invite the Committee of Ministers to draft a new protocol to the European Convention on Human Rights, establishing gender equality as a fundamental human right.

Birgit Kelle, von 2005 bis 2008 Herausgeberin der christlichen Monatszeitung VERS1, schreibt in ihrem Kommentar zu dieser absurden Agenda:

Wenn es nicht so bitterer Ernst wäre, könnte man darüber lachen. Das Problem ist jedoch, dieser Irrsinn wird Stück für Stück gesetzlich verankert. Nicht nur in Bern oder in der Schweiz, sondern überall. Wenn wir zulassen, dass uns Bürokraten vorschreiben, wie wir zu sprechen haben, dann lassen wir zu, dass sie unser Denken steuern. Diese ganze Entwicklung erinnert beängstigend an die einstigen Zukunftsvisionen von George Orwell in seinem Roman »1984«. Wir sind dabei ein europäisches »Neusprech« einzuführen. Zuerst waren es so lächerliche Begriffe wie Mohrenkopf, die als politisch unkorrekt aussortiert wurden. Und ich bin nicht ganz sicher, wie ich angesichts der bevorstehenden Fußball-WM derzeit einen Menschen mit afrikanischen Wurzeln bezeichnen darf, »Farbiger«? «Schwarzer«? Bin ich weiß? Was ist mit Sonnenbrand? Man taumelt förmlich zwischen den Fettnäpfchen. Darf ich meinen Kindern das Lied »Lustig ist das Zigeunerleben« noch beibringen oder ist es jetzt das »Lustige Leben der fahrenden, ethnischen Minderheiten?« Faria, Faria, Ho! Mal davon abgesehen, dass dieses Leben vermutlich alles andere als lustig ist, also ein doppelter Fauxpas.

Ich glaube, das Problem beginnt erst dann, wenn sich Frauen tatsächlich durch die Ansprache oder die Darstellung als Mutter diskriminiert fühlen. Dann hätte das »Neusprech« ganze Arbeit geleistet. Noch sind wir nicht soweit. Ich kenne nur stolze Mütter und Väter. Und schön, dass meine Kinder immer noch »Mama« zu mir sagen. Oder wird das demnächst auch verboten?

Übrigens sollen in den USA die Begriffe »Vater« und »Mutter« in den Pässen durch »Elter Eins» und »Elter Zwei« ersetzt werden. Wer es nicht glaubt, hier: www.foxnews.com.

Der Kommentar von Frau Kelle ist hier zu finden.

VD: HB

Wo Christen gefährlich leben

Nach dem Anschlag auf christlich-orthodoxe Kopten in Ägypten hat Kanzlerin Angela Merkel dazu aufgerufen, die Religionsfreiheit weltweit zu verteidigen. In vielen Ländern ist die Situation der dort lebenden Christen schwierig. Sie werden diskriminiert, verfolgt, getötet. In einer interaktiven Grafik zeigt Stern.de die Situation der Christen weltweit.

Hier: www.stern.de.

VD: BH

Denis Dutton (1944–2010)

Denis Dutton, neuseeländischer Autor und Philosophieprofessor, war Herausgeber der Internetseite Arts & Letters Daily sowie von 1995–1998 Veranstalter des »Wettbewerbes für schlechtes Schreiben« (Bad Writing Contest). Bei diesem Wettbewerb wurden Geisteswissenschaftler ermittelt, die durch einen besonders unverständlichen Schreibstil aufgefallen sind.

Ruhm erreichte der Wettbewerb, als Judith Butler, die »Mutter« der postmodernen Gender Mainstream-Philosophie, vierte Preisträgerin wurde. Sie gewann den Preis für folgenden Satz:

The move from a structuralist account in which capital is understood to structure social relations in relatively homologous ways to a view of hegemony in which power relations are subject to repetition, convergence, and rearticulation brought the question of temporality into the thinking of structure, and marked a shift from a form of Althusserian theory that takes structural totalities as theoretical objects to one in which the insights into the contingent possibility of structure inaugurate a renewed conception of hegemony as bound up with the contingent sites and strategies of the rearticulation of power.

Dutton bemühte sich stets um faire Diskurse und hat deshalb unter anderem auch den Kritikern der heute prominenten Klimatheorien ein Forum eingeräumt. Am 28. Dezember ist Denis Dutton im Alter von 66 Jahren an Krebs verstorben.

Hier ein kurzer Nachruf der Zeitung Der Standard: derstandard.at.

VD: JS

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