Immer mehr Entscheidungen werden von rechnenden Maschinen getroffen. Längst greifen sie auch in unsere Alltagswelt ein. Aber wer von uns weiß schon, was ein Algorithmus ist, wie er funktioniert und vor allem, wo seine Grenzen liegen? Was wir brauchen, ist ein Zeitalter der digitalen Aufklärung.
»Du kannst dein eigenes Gehirn mit deinem eigenen Gehirn erforschen, aber nicht ganz« – so übersetzte Hans Magnus Enzensberger den Gödelschen Unvollständigkeitssatz. Er lautet: »Jedes hinreichend mächtige formale System ist entweder widersprüchlich oder unvollständig.« Jedes interessante System produziert entweder Widersprüche, oder es enthält Aussagen, die sich nicht beweisen lassen. Es muss unentscheidbare logische Aussagen geben, folgerte Alan Turing, der britische Mathematiker, dessen Konzepte von Algorithmus und Berechenbarkeit eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Computers spielten. In bestimmten Fällen kann man nicht vorhersagen, ob ein Programm beendet wird oder in eine Endlosschleife gerät. Es gibt auch keinen allgemeinen Algorithmus, der dies berechnen könnte. Aber die Annahme des interessierten Publikums und der Entscheidungsträger lautet, dass Simulationen Algorithmen zur Basis haben, die berechenbare Probleme beschreiben und entscheidbar sind.
Hier der Artikel von Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur des Computermagazins c’t: www.faz.net.
VD: TD