Gesellschaft

Polyamore Liebe

Sie lieben nicht nur einander, sondern auch noch andere Partner. Sie reden offen miteinander über ihre Gefühle und „besiegen“ ihre Eifersucht. Katrin Hummel macht die FAZ-Leser mit einem skurrilen Familienmodell vertraut, dass auf die Wahrheit des gefühlten Augenblicks setzt:  

Auf einem breiten Sofa liegen, zwischen Bilderbüchern auf einer bunten Patchworkdecke, die beiden älteren Kinder. Sie haben Fieber, Florian fühlt ihnen die Stirn, kocht Tee und schmiert Brötchen. „Ob er mit einem Kumpel Skat spielt oder mit einer anderen Frau ins Bett geht, ist mir egal. Man sollte das tun, was man will“, sagt Marie. „Mach ich doch auch so: Mal will ich Schokolade essen, mal will ich Sex mit einem anderen Mann.“

Sie meint das nicht so wurstig, wie es klingt. Sie kann das, was sie seit acht Jahren lebt, in vielen überzeugenden Worten darlegen und ist doch nicht der Meinung, dass jeder so leben sollte und könnte wie sie selbst. Im Kern geht es den Hardenbergs darum, ehrlich miteinander zu sein, den anderen in seiner Entwicklung zu unterstützen und ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten.

Eifersüchtig sind sie trotzdem manchmal. Zwei Tage nach der Hochzeit zum Beispiel verbrachte Florian eine Nacht mit einer gemeinsamen Freundin. „Ich dachte, er liebt mich gar nicht“, erzählt Marie, „und hatte eine ganz schlimme Nacht.“ Inzwischen aber spürt sie, wie sehr er sie liebt, und er sagt es ihr auch immer, wenn er von einer anderen Frau kommt.

Mehr: www.faz.net.

Die ungläubigste Region der Welt

Ein nachhaltiges Erbe der SED: Nirgendwo sonst gibt es so wenige Menschen, die einer Religion angehören, wie auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Wie ist es dazu gekommen? Eine Reise durch den Osten Deutschlands auf der Suche nach Antworten, ist das Titelthema der WELT AM SONNTAG vom 31. März 2013.

Alan Posener schreibt:

Als die Forschungsgruppe „General Social Survey“ im vergangenen Jahr die neuesten Ergebnisse ihrer Langzeitstudie über den Glauben an Gott in verschiedenen Ländern veröffentlichte, waren hierzulande viele schockiert. Während etwa in den Philippinen 94 Prozent und in Westdeutschland 54 Prozent der Befragten angaben, sie hätten immer an Gott geglaubt und würden es weiterhin tun, waren es in der früheren DDR nur 13 Prozent – von denen ja viele offensichtlich nicht an den persönlichen Gott der christlichen Glaubensbekenntnisse glauben, der Gebete erhört und am Leben jedes Einzelnen Anteil nimmt. In Westdeutschland hingegen glauben noch 32 Prozent, also fast die Hälfte der Konfessionsgebundenen, an den persönlichen Gott, den ihre Kirchen verkünden; nur neun Prozent bekennen sich als Atheisten.

Einer, den die Ergebnisse der Studie nicht schockiert haben, ist Professor Gert Pickel, der an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig Religionssoziologie lehrt. „Die Ergebnisse sind nicht neu“, sagt er. „Seit 1981 werden diese Daten erhoben, ich arbeite auch mit ihnen, und sie belegen konstant einen weltweiten Trend, den wir Säkularisierung nennen. Diese Entwicklung ist in Ostdeutschland besonders stark ausgeprägt, aber sie findet fast überall in der Welt statt. Übrigens sind die Ergebnisse für China und Vietnam etwa noch schlimmer.“

Mehr: www.welt.de.

Gefährlicher Glaube

Das ZDF bringt am Freitag, den 29. März 2013, um 19.30 Uhr eine Terra-X Sendung über Christenverfolgung. Zu den Gästen der Sendung gehören die Professoren Heiner Bielefeldt, Thomas Söding und Thomas Schirrmacher. Das ZDF schreibt:

Brennende Kirchen und flüchtende Menschen: Das sind keine Bilder aus der Vergangenheit, sondern aktuelle Nachrichtenbilder vor allem aus dem Nahen und Mittleren Osten. Gezeigt werden immer häufiger Christen und andere Minderheiten, die ihren Glauben und Überzeugung nicht friedlich ausüben können, ausgegrenzt und verfolgt werden. Die Dokumentation geht zu den Anfängen des Christentums zurück und fragt: Warum sterben seit 2000 Jahren Menschen im Zeichen des Kreuzes? Warum provoziert dieser Glaube immer wieder Gewalt und Gegengewalt? Hat Jesus das gewollt oder zumindest in Kauf genommen? Was führt zu Brutalität und Hass, mit denen damals und heute gegen Christen vorgegangen wird?

Mitleid mit Martenstein

Der Zeit-Kolumnist Harald Martenstein hat erlebt, wie schnell man als Autor einen Shitstorm auslöst. Sein Vergehen? Eine Glosse über die geplanten Unisex-Toiletten in Berlin-Kreuzberg. Wenn es um Genderpolitik geht, hört in Deutschland der Spaß auf. 

Jan Fleischhauer schreibt in seiner Kolumne:

Jetzt aber hat es auch Martenstein richtig erwischt. Er halte sich sicher für „liberal, aufgeschlossen, aufgeklärt“, schrieb am Dienstag der berühmte Medienjournalist Stefan Niggemeier in seinem Blog über den noch berühmteren Kollegen. Tatsächlich liefere er dem bürgerlichen „Zeit“-Publikum aber „dieselbe Mischung aus Ignoranz, Intoleranz und Desinteresse an Fakten“, wie sie auch die „Bild“ auszeichne.

Was ist passiert, mögen Sie sich fragen. Hat Martenstein plötzlich die Beherrschung verloren und angefangen, wild herumzukrakeelen? Hat er einen rassistischen Witz gemacht oder sich frauenfeindlich verhalten? Nein, der Mann von der liberalen, aufgeschlossenen „Zeit“ hat sich in seiner Kolumne der vergangenen Woche über einen Beschluss der Bezirksversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg mokiert, neben den Toiletten für Männer und Frauen auch sogenannte „Unisex-Toiletten“ für Menschen einzurichten, die nicht so genau sagen können, ob sie nun Mann oder Frau sind.

Man darf sich in der „Zeit“ über alles Mögliche auslassen, ohne dass dies Konsequenz hätte: über weiblichen Führungsstil, Tierschutz oder vermeintliche Nazis im Kulturbetrieb. Sogar das Holocaust-Mahnmal war bei Martenstein schon mal Anlass für Sottisen, ohne dass dies Anstoß erregt hätte. Nur mit den Sorgen der sexuell Unentschlossenen, beziehungsweise „Transgender“, sollte man keine Scherze treiben. Da hört der Spaß auf, wie man sieht.

Mehr: www.spiegel.de.

UN-Menschenrechtsrat diskutiert über Religionsfreiheit

Vor einigen Tagen diskutierte der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen den Jahresbericht zur Religionsfreiheit. Der DLF hat u.a. mit dem deutschen UN-Sonderberichterstatter Heiner Bielefeldt über aktuelle Entwicklungen gesprochen. Im Beitrag wird deutlich, dass die Religionsfreiheit zunehmend gefährdet ist, übrigens auch in einem Nachbarstaat.

Ehe im Wandel: Ein Gespräch mit Andreas Rödder

Das Weltbild der Konservativen wankt – und zwar gehörig. Wessen Ehe ist dem Staat heute noch schätzenswert? Man darf der 3sat-Sendung Kulturzeit dankbar dafür sein, dass gelegentlich Leute eingeladen werden, die nicht sprechen, was der Mainstream vorgibt oder erwartet. Am Montag hat Kulturzeit mit dem Historiker und Werteforscher Andreas Rödder gesprochen. Professor Rödder sagte dort ab Minute 3:00 etwas sehr wichtiges.

Hier: www.3sat.de.

Ware Frau

In Flatrate-Bordellen gibt es ein Bier, eine Bratwurst und unbegrenzt Frau. Männer freuen sich öffentlich auf inszenierte Gruppenvergewaltigungen und im Teenyland bieten Mädchen ihre Sex-Dienste an. Prostitution ist in Deutschland seit gut 10 Jahren straffrei. Seitdem hat sich die Situation für die Frauen deutlich verschlechtert. Sogar die Niederlande, das einzige europäische Land, das Prostitution ebenfalls vollständig legalisiert hat, rudert gerade zurück.

Es reicht. Auch in Deutschland muss sich etwas ändern, meint Chantal Louis.

Im Jahr 2002 hat die rot-grüne Regierung die „Sittenwidrigkeit“ der Prostitution aufgehoben und den Passus, der die „Förderung der Prostitution“ unter Strafe stellte, gestrichen. Das hehre Ziel: Prostituierte sollten sich kranken- und rentenversichern und ihren Lohn einklagen können, falls der Freier nicht zahlt. Die Zeitschrift EMMA und viele mit Prostitution und Menschenhandel befassten Kommissariate warnten: Den Frauen, die größtenteils aus dem Ausland kommen, würde das Gesetz nichts nützen. Und sie würden es nicht nutzen. Dafür öffnete es Zuhältern und Menschenhändlern Tür und Tor.

Genauso ist es gekommen. Wir sind ein Land geworden, das Frauenhändlern und Zuhältern die optimale Infrastruktur für ihr Geschäft mit der Ware Frau bietet. Schicke Großbordelle, von denen sich viele als „Wellness-Tempel“ verkaufen, in denen es nicht nur Whirlpools, sondern auch Frauen zur Entspannung gibt, sind wie Pilze aus dem Boden geschossen. Diese Bordelle müssen mit Frauen bestückt werden, damit der Laden lukrativ läuft.

Hier der Artikel: www.cicero.de.

VD: TW

Die verlogenen Statistiken des Alfred Kinsey

Alfred Kinsey hat mit seinen soziologischen Untersuchungen die Grundlage für die „postmoderne Sexualität“ gelegt. Leider wird in Deutschland selten darüber gesprochen, auf welch perverse und verlogene Weise seine Statistiken entstanden sind. Zu den wenigen kritischen Kinsey-Forschern gehört Judith Reisman, deren Buch Sexual Sabotage: How One Mad Scientist Unleashed a Plague of Corruption and Contagion on America 2010 erschienen ist. Ergebnisse ihrer Untersuchungen werden in dem Salvo-Artikel „Lie Charts“ zusammengefasst: Salvo_18_Lie_Charts.pdf.

In deutscher Sprache ist der Artikel „Hört ihr die Kinder weinen?“ im Jahre 2010 erschienen. Ein Zitat:

In Kinseys Fragebogen wurde niemand gefragt, ob er diese oder jene sexuelle Erfahrung gemacht habe. Er wurde nur gefragt, wann er diese oder jene Praktik ausgeübt, wann er außereheliche oder gewalttätige oder sadistische Erfahrungen gemacht und wann er mit Personen des eigenen Geschlechts, mit Kindern und Tieren sexuell experimentiert habe.

Der englische Kinsey-Biograf Jonathan Gathorne-Hardy, einer der wenigen, der Zugang zum bis heute geheimgehaltenen Kinsey-Archiv bekam, bemerkt: „Er [Kinsey] ging immer davon aus, dass Menschen alles praktiziert hatten. Es war niemals: Hatten Sie Sex mit einem Tier, sondern: Wann war es das erste Mal, dass Sie Sex mit einem Tier hatten? Wenn man das nicht hatte, war es okay; wenn man es hatte, hatte er [Kinsey] Sie in der Hand.“

Kinsey und seine Mitarbeiter machten die Erfahrung, dass sie wesentlich leichter an Daten von „unkonventionell lebenden Menschen“ kommen konnten als an Daten von durchschnittlichen College-Studenten oder von verheirateten Müttern oder Vätern, obwohl diese damals die Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung ausmachten. Schon aus „praktischen Gründen“ zog das Kinsey-Team deshalb die Befragung von Prostituierten, Homosexuellen, Gefängnisinsassen und Menschen der „Unterwelt“, wie Kinsey sie nannte, vor.

Aufgrund ihrer Befragungen kam das Kinsey-Team u.a. zu folgenden Schlussfolgerungen:

95% aller US-amerikanischen Männer sind Sexualstraftäter, 69% Stammkunden bei Prostituierten, 37% hatten schon mindestens eine homosexuelle Erfahrung bis zum Orgasmus, 17% der Farmer hatten Sex mit einem Tier.

Gleichstellung

Berthold Kohler hat den Zwang zur Gleichstellung in der FAZ kommentiert. Die Zukunft der Ehe hängt nicht von den Vorgaben des Zeitgeists, den Verrenkungen der CDU oder von den Vorstellungen des Gesetzgebers in Karlsruhe ab. Aber die traditionellen Familien – und das unterschätzt Kohler meines Erachtens – werden in Zukunft durch die linkspolitischen Umerziehungsprogramme noch mehr belastet.

Trotzdem kommentiert Kohler insgesamt gut. Besonders gefällt mir folgender Satz:

In Zeiten, in denen gesellschaftlicher Fortschritt in den Maßeinheiten der Gleichstellung gemessen wird, kämpfen Politiker, die behaupten, es gebe auch noch Ungleiches in der Welt, auf verlorenem Posten.

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