Religionsfreiheit

Wo Christen gefährlich leben

Nach dem Anschlag auf christlich-orthodoxe Kopten in Ägypten hat Kanzlerin Angela Merkel dazu aufgerufen, die Religionsfreiheit weltweit zu verteidigen. In vielen Ländern ist die Situation der dort lebenden Christen schwierig. Sie werden diskriminiert, verfolgt, getötet. In einer interaktiven Grafik zeigt Stern.de die Situation der Christen weltweit.

Hier: www.stern.de.

VD: BH

Schirrmacher: Islamisten bestrafen wachsenden Mut der Christen

In der islamischen Welt werden alteingesessene Christengemeinschaften zum Ziel von Terror. Die Zeitschrift DIE WELT hat mit Thomas Schirrmacher über die Lage der Christen im Orient gesprochen:

Welt Online: Die Christen werden selbstbewusst – und dafür bestraft?

Schirrmacher: Ja, der historische Deal zwischen muslimischer Mehrheit und christlicher Minderheit wird zunehmend aufgekündigt. Er bestand darin, dass die orientalischen Christen nicht laut und schon gar nicht gegenüber dem Ausland über ihre rechtlichen Benachteiligungen klagten. Im Gegenzug ließ man sie als Bürger zweiter Klasse in Ruhe.

Welt Online: Wo sonst beobachten Sie das Ende dieses »Deals«?

Schirrmacher:
Offenkundig im Irak. Nachdem einige irakische Bischöfe begannen, die Weltöffentlichkeit über ihr Leid zu informieren, verschlimmerte sich die Lage der irakischen Christen noch.

Welt Online: Stehen die irakischen Bischöfe denn geschlossen hinter der Strategie öffentlicher Hilferufe?

Schirrmacher: Keineswegs! Viele Bischöfe plädieren dafür, lieber leise diskriminiert zu werden, statt sich laut zu beschweren und dafür ermordet zu werden. Ähnlich riskant leben die Christen in der Türkei: Der Mord an den drei Evangelikalen von Malatya lässt sich ebenfalls als Bestrafungsaktion verstehen. In Malatya war ein Zentrum alteingesessener Türken entstanden, die sich zum christlichen Glauben bekehrt hatten und nun offensiv Gleichberechtigung einforderten. Einige verlangten, in ihrem Ausweis den Eintrag »Muslim« durch »Christ« zu ersetzen, andere wagten, vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen – gegen ihren Staat. So viel Selbstbewusstsein dulden Radikalislamisten nicht.

Hier: www.welt.de.

Wir sind schuld

Muslimische Intellektuelle und Alltagsrassisten sind mitverantwortlich für den Hass auf die christlichen Kopten, sagt der muslimische Journalist Hani Shukrallah aus Kairo. Er hat einen bemerkenswert selbstkritischen Kommentar zur Lage der Kopten in Ägypten verfasst. DIE ZEIT hat eine Übersetzung publiziert:

Jetzt jedoch, zwei Jahrhunderte nach der Geburt des modernen Ägyptens und zu Beginn des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts, scheint das, was bisher undenkbar war, nicht mehr jenseits unserer Vorstellungskraft zu liegen: ein Ägypten ohne Christen. Ich hoffe, dass ich, falls das eintrifft, schon lange diese Erde verlassen haben werde. Doch ob tot oder lebendig, dieses Ägypten wird ein Ägypten sein, das ich nicht wiedererkenne und dem ich nicht angehören will.

Hier: www.zeit.de.

VD: EP

Christenverfolgung ist in Nordkorea am schlimmsten

DIE WELT online hat einen Beitrag über die Christenverfolgung platziert:

Open Doors schätzt, dass weltweit rund 100 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Christen seien damit die größte Gruppe aller aus religiösen Gründen Verfolgten. Der jährlich veröffentlichte Weltverfolgungsindex erscheint seit 1993. Jedes Jahr bewertet eine internationale Arbeitsgruppe von Open Doors die Situation für Christen in Ländern mit eingeschränkter Religionsfreiheit. Kriterien sind veröffentlichte Berichte zu Übergriffen auf Christen, Informationen durch eigene Befragung vor Ort und Einschätzungen von Experten.

Der Islam ist in acht der ersten zehn Länder des Index die Religion der Mehrheitsbevölkerung. Rund 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt, schätzt Open Doors. Jedes Jahr bewertet das Werk die Religionsfreiheit für Christen in 50 Ländern anhand eigener Befragungen vor Ort, von Berichten über Übergriffe und Experteneinschätzungen.

»Gerade als Christen in der freien Welt haben wir eine besondere Verantwortung für unsere verfolgten Glaubensgeschwister«, sagt Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland. Es sei nicht hinnehmbar, dass Christen für 25 Jahre und länger in Todeszellen sitzen, in Arbeitslagern gefoltert werden oder auf der Flucht sind, weil sie sich für den Glauben an Christus entschieden haben. Der erste Hilferuf Verfolgter mit der Bitte um Gebet gehe daher an die Christen und Kirchengemeinden in Freiheit.

Hier: www.welt.de.

Die Saat der Worte

Heute ist in der FAZ der Artikel »Schrift steht gegen Gewalt« von Christine Schirrmacher erschienen (5. Januar 2010, Nr. 3, S. 29). Darin heißt es:

Der politische Islam, der Islamismus und Extremismus, hat sich die koranischen Grundlagen für die Nachrangigkeit von Christen und Juden und deren gesellschaftlich-rechtliche Benachteiligungen in den vergangenen vierzig Jahren massiv zunutze gemacht. Der Dschihadismus knüpft an die Koranverse an, die vor dem Unglauben der »Schriftbesitzer« warnen, verknüpft sie mit politischen Ereignissen wie dem Irak-Krieg oder den Folterskandalen von Abu Ghraib und stellt alles Westlich- Christliche als verdorben, verfälscht und zerstörerisch dar, dessen man sich erwehren müsse. Hassprediger in Moscheen und im Internet, in Veröffentlichungen und im Unterricht von Jugendlichen halten Hetzreden gegen die »Ungläubigen«, den Westen, die zionistische Verschwörung und das Christentum, das gekommen sei, den Islam zu zerstören. Das erzeugt in Kombination mit der eigenen desolaten wirtschaftlichen Lage Zorn gegen den Feind da draußen. Natürlich gibt es im Islam oder auch im Koran keine Anweisung, Juden und Christen zu töten und ihre Gotteshäuser in die Luft zu sprengen. Viele Prediger rufen zur Mäßigung und zum Frieden auf. Aber neben den Theologen, die die Anschläge verurteilt haben, gibt es Hassprediger, die in staatlich gelenkten theologischen Ausbildungsstätten und Moscheen etabliert sind und im Internet und Fernsehen etwa Selbstmordattentate in Palästina rundheraus rechtfertigen (wie etwa der wohl derzeit einflussreichste islamische Theologe Yusuf al-Qaradawi) und zum Dschihad aufrufen.

Nachtrag: Der Artikel ist inzwischen online: www.faz.net.

ZDF: Wo Christen verfolgt werden

Ägypten ist nicht das einzige Land, in dem Christen verfolgt werden. Laut dem neuen Verfolgungsindex rangiert es sogar auf den hinteren Plätzen (der Index ist in dem Buch Märtyrer 2010 zu finden). Im Iran, Afghanistan oder im Irak sieht die Lage der Christen viel düsterer aus.

Das heute journal des ZDF hat am 04. Januar 2010 einen sehr guten Beitrag über Christenverfolgung ausgesendet. Hier geht es zum Mittschnitt in der ZDF-Mediathek: www.zdf.de.

Algerien: Bei Missionierung droht Haft

Für unerlaubte Missionierung unter Muslimen durch Nicht-Muslime, sei es direkt oder indirekt, sehen Regelungen in Algerien drastische Strafen vor: Gefängnis bis zu fünf Jahren oder hohe Geldstrafen.

Hier ein interessanter DLF-Bericht über die Benachteiligung von Christen in Algerien:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/01/04/dlf_20110104_0944_9fb5a64e.mp3[/podcast]

Bomben gegen Christen in der Heiligen Nacht

Die Verfolgung und Diskriminierung von Christen steigt. Auch Weihnachten starben weltweit wieder Gläubige, weil sie in die Kirche gingen.

Die Lage der Christen, die wegen ihres Glaubens auf der Welt verfolgt und diskriminiert werden, hat sich im Jahre 2010 weiter verschlechtert. Das beklagen Menschenrechtsorganisationen und Politiker gegenüber der „Welt am Sonntag“. Auch über Weihnachten bekam das Thema traurige Aktualität: So wurden Christen in Nigeria und auf der südphilippinischen Insel Jolo Zielscheibe gewalttätiger Angriffe, hinter denen islamistische Terrorgruppen vermutet werden.

Hier mehr: www.welt.de.

Niederlande: Liberaler empfiehlt orthodoxen Juden Auswanderung

In den Niederlanden wächst der Hass auf Juden und andere Minderheiten. Ein prominenter Politiker rät zur Auswanderung.

Es gibt zahlreiche Anzeichen dafür, dass der Judenhass in Holland zunimmt. Nach Angaben des israelischen Informationszentrums Cidi in Den Haag hat sich die Zahl antisemitischer Delikte im vergangenen Jahr um 55 Prozent auf 167 erhöht. Eine hohe Dunkelziffer wird vermutet. Beim neuen Antisemitismus vermischen sich muslimische und alte europäische Elemente und erreichen gemeinsam den Mainstream …

All diese Entwicklungen haben Frits Bolkestein nun dazu gebracht, einen kontroversen Aufruf zu verfassen. Der ehemalige EU-Kommissar und Kopf der liberalen VVD ruft orthodoxe Juden auf, die Niederlande Richtung Israel oder Amerika zu verlassen. »Für sie gibt es keine Zukunft mehr«, so Bolkestein, der stets als Intellektueller galt.

Ist es wieder so weit? Wie traurig!

Hier: www.welt.de.

China: »Die Kirche hat keine Angst«

Nach Jahren relativer Ruhe scheint sich das Verhältnis zwischen offizieller Kirche und den Untergrundkatholiken in China zu verschlechtern. Die regierungstreuen »Patrioten« versuchen, an Einfluss zu gewinnen.

Till Fähnders, von dem auch ein Beitrag im Buch Märtyrer 2010 enthalten ist, beschreibt für die FAZ die Spannungen unter den katholischen Christen in China.

In der Kulturrevolution der sechziger und siebziger Jahre waren die Christen in China besonders brutalen Verfolgungen ausgesetzt gewesen. Kirchen wurden zerstört oder geschlossen, Priester und Bischöfe kamen in Arbeitslager. Die kleine Nachbarschaftskirche in seiner Heimatstadt Qingdao sei damals zu einer Schuhfabrik umfunktioniert gewesen, berichtet Studiendekan Chen. Seine Familie habe nur in der Nacht gebetet, während andere schliefen. Doch das Christentum habe sich im Geheimen weiterentwickelt. »Die Lehre ist, dass die Kirche keine Angst vor Unterdrückung hat«, sagt der Priester. Seit der Reformpolitik von Deng Xiaoping seien viele neue Kirchen entstanden. In China gebe es heute ein geistiges Vakuum, und das Christentum werde für viele dadurch attraktiver, sagt Chen. Die Situation seit der umstrittenen Bischofsweihe bezeichnet der Dekan aber als »sensibel«. In der derzeitigen Lage müssten beide Seiten zum Dialog bereit sein. Er meint damit wohl den Vatikan und die Regierung Chinas. Die »Patriotische Vereinigung« sieht er dabei nur als Brückenbauer zwischen der Kirche und der Regierung an. »Im Glauben sind wir mit dem Vatikan vereint. In den Bereichen der Wirtschaft, der Politik sind wir auf der Seite der chinesischen Regierung«, sagt er.

Hier der vollständige Artikel: www.faz.net.

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