Praktische Theologie

Gottesarmer Osten

Nirgends auf der Welt glauben so wenige Menschen an Gott wie in Ostdeutschland. Auch bei der nicht mehr in der DDR aufgewachsenen Generation ist der Atheismus weit verbreitet. DIE WELT hat sich die Ergebnisse der Studie Beliefs about God across Time and Countries angeschaut, die zeigt, dass sich bei jüngeren Menschen, mit Ausnahme von Israel, der Atheismus besonders stark ausbreitet.

„Wenn Ostdeutschland nun Missionsland ist“, so Tiefensee, „dann trifft christliche Verkündigung erstmalig nicht auf andere Religionen, sondern auf ein stabiles areligiöses Milieu.“ Dieses Milieu habe sich als hochresistent für Missionsbewegungen aller Art erwiesen.

Zwar, so Tiefensee, bestehe kein Grund zur Resignation. “Allerdings müssen alle Initiativen, den Status quo zu verändern, nenne man sie Mission, Evangelisierung oder Neuevangelisierung, beachten: Erstens, dass sie den Abgrund zwischen der kirchlichen Verkündigung und den nichtchristlichen Adressaten nicht unterschätzen; zweitens, dass sie sich der Abwertung der anderen Seite enthalten; drittens, dass sie ihre Zielstellung klären, ohne die eigene Schwäche zu kaschieren.“ Kurzum, ein langer Atem werde erforderlich sein.

Solche Überlegungen mögen ja hilfreich sein. Wichtiger scheint mir zu wiegen, dass die Kirchen auf die kritischen Fragen der jungen Leute keine Antworten geben. Vielleicht, weil sie sich selbst nicht mehr sicher sind, auf dem richtigen Weg zu sein?

Mehr: www.welt.de.

Der unterschätzte Gott

Ligon Duncan sprach auf der T4G-Konferenz vor allem zu treuen Pastoren, die mit Enttäuschungen zu kämpfen haben. Auch wenn die Situationen kompliziert erscheinen oder tatsächlich sind: Unterschätzen wir Gott nicht. Gerade dort, wo wir enttäuscht werden, kommt ans Licht, wen oder was wir lieben.

Eine gehaltvolle und seelsorgerische Predigt. Eine Ermutigung für entmutigte Christen im vollzeitlichen Dienst.

1.600 Predigten von Martyn Lloyd-Jones

Martyn Lloyd-Jones Redording Trust hat entschieden, das Predigtarchiv online zu stellen. Von nun an können 1.600 Predigten und Vorträge von Lloyd-Jones über das Internet heruntergeladen werden, ohne das dafür Gebühren anfallen. Derzeit ist die Seite oft überlastet. Das sollte sich aber in einigen Tagen erledigt haben.

Es ist also die Zeit gekommen, die alten Magnetbänder wegzuwerfen. Wir haben Martyn Lloyd-Jones Redording Trust zu danken!

Hier eine Kostprobe:

Hier die Internetseite mit dem Archiv: http://www.mlj.org.uk.

Mangelnde Wertschätzung alter Menschen

Der Heidelberger Theologe Wolfgang Drechsel hat die mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung alter Menschen kritisiert. epd meldet:

„Nicht-Altsein gilt als schön“, sagte Drechsel am Samstag bei einer Tagung über Altenseelsorge in Pforzheim-Hohenwart. So werde in Medien und Werbung entweder das „Nicht-Alter“ gezeigt mit Rezepten für Anti-Aging oder Bedrohungsszenarien einer überalternden Gesellschaft Gründe für die „Abwertung des Alters“ liegen nach Auffassung des Theologen im gesellschaftlichen Streben nach einem gelingenden Leben. Dieses sei zugeschnitten auf die jungen, dynamischen und fitten Menschen, die meinten, ihr Leben selbst in der Hand zu haben. Der „Mythos des gelingenden Lebens“ übe Druck auf die Menschen aus, die sich dann immer mehr mit sich selbst beschäftigten statt mit anderen.

Die Schwachen, Gebrechlichen, Kranken und Dementen fielen aus dieser Wahrnehmung heraus, kritisierte Drechsel. Wer dagegen das Leben auch mit seinen Schattenseiten wie Schwäche, Krankheit und Tod sehe, begehe eine Art „Tabu-Bruch“. Menschen, die sich als von Gott geliebt und gewürdigt wahrnehmen, könnten eine kritische Distanz zu den gesellschaftlichen Vorurteilen einnehmen.

So ist das. Hier mehr: www.epd.de.

„Wir sind die Kirche!“ Wirklich?

Seit Jahren höre ich es: „Die Kirche ist kein Ort, zu dem wir hingehen. Wir sind die Kirche.“ Autoren wie Wayne Jacobsen (Der Schrei der Wildgänse) haben im Kirchenvolk Spuren hinterlassen und den frommen postmodernen Individualismus auf die Spitze getrieben: „Gemeinden sind Institutionen, auf die ich als Christ gut verzichten kann.“

Was Jacobsen anbetrifft, kann ich die Unterlagen von Hanniel Strebel empfehlen. Mit dem protestantischen Verständnis von „extra ecclesiam salus non est“ (dt. „Außerhalb der Gemeinde ist kein Heil“) hat sich Sebastian Heck in seinem Aufsatz „Die (Heils-)Notwendigkeit der Kirche [Gemeinde]; römisch oder reformatorisch?“ auseinandergesetzt.

Jenseits dieser wichtigen Kritiken und der Fragen um Kirchenordnung, Ämter und Sakramente, möchte ich darauf hinweisen, dass wir nicht die Kirche sind. Kirche ist nicht dort, wo wir sind, sondern dort, wo Gottes Wort von Menschen geglaubt wird und Christus als das Haupt erscheint. Der Reformator Johannes Calvin hat es 1544 gegenüber den Theologen der Pariser Universität Sorbonne so gesagt (CStA, Bd. 3, S. 72–75):

Wir alle bekennen, daß es eine allgemeine Kirche gibt und von Anfang der Welt an gegeben hat und bis zu ihrem Ende geben wird. In Frage steht die äußere Erscheinung, an der man sie erkennen kann. Nach unserer Überzeugung liegt sie im Wort Gottes. Oder besser gesagt darin, daß Christus ihr Haupt ist. Darum behaupten wir: Wie nun ein Mensch an seinem Gesicht erkannt wird, so muß man die Kirche in Christus anschauen … Laßt uns deshalb festhalten, daß die Kirche sichtbar ist, wo Christus erscheint und wo sein Wort gehört wird, wie geschrieben steht: „Meine Schafe hören meine Stimme“ (Joh 10,27).

Seelsorge: Vertiefungsseminar II

seminar_april2012.jpgBeim „Seelsorge: Vertiefungsseminar II“ (22.–27. April 2012) sind folgende Themen geplant:

  1. Ehre Vater und Mutter (Referent Marshall Brown)
  2. Ehe- und Familienberatung (Referent Beat Tanner)
  3. Depression und Angst (Referent Beat Tanner)
  4. Säkulare Psychologie und Theologie – Einführung (Referent Beat Tanner)
  5. Säkulare Psychologie und Theologische Seelsorgebewegungen (Referent Michael Martens)

Obwohl diese Studienwoche vorrangig für Studierende mit dem Schwerpunkt Seelsorgelehre organisiert wird, sind auch andere Christen eingeladen, die sich für Seelsorge interessieren.

Interessenten finden weitere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit im Flyer: seminar_april2012.pdf.

Radikale Kontextualisierung (1): Kinderbibeln ohne Gott

In den letzten Jahren sind 150 neue Kinderbibeln erschienen. Die meisten zeichnen ein neues, modernes Bild der christlichen Religion. Aus einst furchterregenden Erziehungsfibeln sind multikulturelle Wohlfühlbücher geworden. Dieser Wandel lässt sich dank einer Schenkung an die Universität Zürich eindrücklich belegen.

Hier der SF-Bericht:

VD: JO

JBC geht online

Das Journal of Biblical Counseling ist online gegangen. Das jeweils aktuelle Heft kann gratis als PDF-Datei heruntergeladen werden. Die Winterausgabe (Vol. 26, No. 1, 2012) gibt es hier: JBC-26-1.pdf.

VD: DO

C.H. Spurgeon-Archiv

Charles Haddon Spurgeon (1834-1892) war einer der größten Prediger des 19. Jahrhunderts und wird zurecht auch heute noch gern gelesen (hier ein Film über sein Leben).

An dieser Stelle  der Hinweis auf ein Archiv, das enorm viele Ressourcen rund um Spurgeon anbietet (leider nur in englischer Srache): www.spurgeon.org.

Im Netz fand ich, ebenfalls angeregt von Tim Challis,  zudem einen Link auf ein Predigtmanuskript von Spurgeon:

Wo die Freikirchen blühen

Der Schweizer Radiosender SR DRS hat gestern einen fast halbstündigen Beitrag zum Thema „Freikirchen blühen in der Schweiz“ ausgestrahlt.

Während Landeskirchen sich stetig leeren, finden Freikirchen immer mehr Mitglieder. An Wochenenden versammlen sich doppelt so viele Menschen in Freikirchen wie in reformierten Kirchen. Eine Studie des Schweizerischen Nationalfonds dokumentiert diesen Erfolg. Antonia Moser hat den Studienleiter Jörg Stolz befragt und dazu einen Gottesdienst einer Freikirche in Rapperswil besucht.

Ein Abschlussbericht der National Congregations Study Switzerland (NCSS) zur Studie:

  • Jörg Stolz, Mark Chaves, Christophe Monnot, Laurent Amiotte-Suchet: Die Religiösen Gemeinschaften in der Schweiz: Eigenschaften, Aktivitäten, Entwicklung, Université de Lausanne Institut de Sciences Sociales des Religions Contemporaines, 2011

kann an dieser Stelle heruntergeladen werden: 126_Schlussbericht_Stolz_Chaves.pdf.

Hier der Radiobeitrag:

[podcast]http://pod.drs.ch/mp3/kontext/kontext_201201161002_10208234.mp3[/podcast]

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