Praktische Theologie

Die Feminisierung der Theologie

Während einige Evangelikale über die Benachteiligung von Frauen im Raum der Kirche sinnieren (vgl. z.B. hier), spricht der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf (München) offen über die Konsequenzen einer einseitig verweiblichten Theologie.

Folgendes Zitat habe ich beim Deutschlandradio aufgeschnappt:

Sie sind zumeist weiblich und eher »Muttityp als wirklich intellektuell«. So hat der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf evangelische Theologiestundenten kritisiert. Auf einer Tagung in Dresden erklärte der Professor für Systematische Theologie, das evangelische Pfarramt werde zunehmend zu einem Frauenberuf. Besonders häufig entschieden sich Studentinnen aus nichtakademischen Haushalten für diesen Beruf. Sie verbänden zumeist eher schlichte Gedanken mit der Vorstellung von einem »Kuschelgott«. Das sei auf Dauer eine bedrohliche Entwicklung für die evangelische Theologie, sagte Graf.

Archbishop Kwashi: Zeugnis geben in der Kraft des Heiligen Geistes

Archbishop Benjamin Kwashi aus Nigeria hat mit seiner Familie schon Verfolgung erlebt. Sein Haus wurde vollständig niedergebrannt. In seinem Vortrag auf dem Lausanner Kongress spricht er über Evangelisation in der Kraft des Heiligen Geistes und äussert sich, meines Erachtens völlig zu Recht, deutlich zur Kraftlosigkeit im Evangelikalismus des Westens. Wenn wir über Fußball sprechen, sind wir europäischen Christen überzeugte und entschiedene Menschen, reden wir über das Evangelium, sind wir zurückhaltend und meiden das klare Bekenntnis.

Was ist nur los mit uns? Wir sollten uns schämen! Hören wir auf unsere afrikanischen Brüder, wenn sie über das Kreuz und ein Leben in der Kraft der Auferstehung sprechen. Lernen wir von ihnen!

Rick Warren: The Battle for your Mind

Rick Warren war eingeladen, auf der Desiring God Konferenz 2010 zu sprechen. Er konnte allerdings überraschend nicht persönlich erscheinen und hat deshalb eine Videobotschaft an die Konferenz geschickt, die den den Besuchern gezeigt wurde (über die Gründe informiert er am Anfang seiner Predigt).

Inzwischen wird schon viel über die Botschaft diskutiert. Wer an dieser kontroversen Diskussion teilnimmt, sollte Warren zumindest einmal zuhören.

8 Ratschläge für eine »erfolgreiche« Gemeindearbeit

Nachfolgend acht Ratschläge für eine »erfolgreiche« Gemeindearbeit:

  1. Schaffe eine emotional und spirituell anziehende Atmosphäre. Auf diese Weise finden viele Menschen den Weg in die Gemeinde.
  2. Hebe regelmäßig hervor, dass Menschen, die an Jesus Christus glauben, enorm davon profitieren (z.B. durch Erfolg, Gesundheit oder Wohlstand). Dass Gemeindemitarbeit anstrengend ist, bekommen die Leute sowieso irgendwann mit. Meide die Kreuzestheologie!
  3. Zeige immer wieder, dass es beim Christsein auf den Willen ankommt. Die Leute sollen schnell lernen, dass eine gute »Performance« (z.B. bei Krankenheilungen) eines Sache des starken Willens ist.
  4. Transparenz beim Umgang mit Geld, Informationen und Ressourcen kostet viel Zeit und Kraft, die Du woanders (z.B. beim Marketing) besser einsetzen kannst. Wichtig ist, dass was passiert.
  5. Mit kleinen monetären Zuwendungen, initiierten Schuldgefühlen oder überschwänglicher Anerkennung kann man Prozesse in einer Gemeinde wirksam steuern. Habe den Mut, mit kleinen Aufmerksamkeiten die Effektivität zu steigern.
  6. Konzentriere Dich mehr auf die Gaben der (potentiellen) Mitarbeiter als auf ihr geistliches Wachstum. Die besten Mitarbeiter sind diejenigen, die das Evangelium nicht verstanden haben und gut reden können.
  7. Verzichte auf die theologische Schulung der Gemeindeglieder. Ausbildung »verkopft« das Christsein und fördert die geistliche Mündigkeit. Du brauchst Leute, die Dir folgen.
  8. Setze ganz auf ehrenamtliche Mitarbeit und erkläre Deinen Leuten, dass es eine Ehre ist, dabei zu sein. Schließlich werden sie im Himmel einen Lohn bekommen.

Anstoß und Begründung für diese Tipps hier: www.heise.de.

Interview mit Sinclair Ferguson

Sinclair Ferguson ist ein schottischer Theologe, der in den reformierten Kreisen für seine Arbeiten sehr geschätzt wird. Bei Ferguson beeindruckt, dass er zuerst und vor allem Pastor ist und (nur) nebenbei Systematische Theologie lehrt.

Hier ein interessantes Interview mit Sinclair Ferguson über sein Leben, den pastoralen Dienst, die Systematische Theologie und den Puritaner John Owen, mit dem er sich sehr intensiv beschäftigt hat:

[podcast]http://www.netfilehost.com/wscal/OfficeHours/09.01.10ferguson.mp3[/podcast]

Wie Piper das Predigen lernte

Ein guter Prediger fällt nicht vom Himmel. Der Schüler John Piper konnte nicht öffentlich sprechen. Als Student war er ein mittelmäßiger Redner. Heute ist er einer der meist gehörten Prediger in Amerika.

In diese Video erklärt er, wie das gekommen ist:

Lloyd-Jones: Die enge Pforte

Gott hat Martyn Lloyd-Jones zum Predigtdienst berufen (zur Biographie siehe hier). Ich habe seine Predigtlehre Mitte der 80er Jahre gelesen und wollte ihn anschließend unbedingt auch einmal hören. Also habe ich mir in England mühsam MC-Kassetten mit Predigten dieses großen Verkünders besorgt. Seine Predigten haben mich »umgehauen«. Der Doktor soll ein unglaublich liebenswürdiger Mensch gewesen sein. Auf der Kanzel war er ein Löwe.

1969 reiste Lloyd-Jones ein letztes Mal in die Vereinigten Staaten und hat in Pensacola eine Predigtreihe gehalten. Diese neun Predigten wurden nun digitalisiert und können gratis hier heruntergeladen werden. Wer heute den Doktor hören möchte, braucht keine Bestellungen im Ausland aufgeben.

Als ich mir die Predigt »The Narrow Way« über Mt 7,13–14 anhörte, hat es mich wieder »umgehauen«. Da predigt Martyn Lloyd-Jones 1969 (!) in den USA eine dreiviertel Stunde über die weite und die enge Pforte und ich habe den Eindruck, er predigt zur Kirche der Gegenwart und zu mir.

O Herr, schenke deiner Kirche Prediger des Evangeliums!

Die Predigt über Mt 7,13–14 gibt es hier:
[podcast]http://www.mlj.org.uk/mlj.nsf/f/Pensacola%209/$file/MLJ5791.mp3[/podcast]

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