Praktische Theologie

Kohlbrügge: Heiligung

201009092051.jpgHermann Friedrich Kohlbrügge (1803–1875) war ein niederländischer Theologe und Pastor an der Niederländisch reformierten Gemeinde in Elberfeld. In einer Predigt über Röm 7,14 wies er auf »die Radikalität der Sünde des Menschen auch und gerade in seinem Bemühen um Heiligung hin und betonte, daß Gott Gottlose und nicht Heilige gerecht macht« (Quelle hier). Über die Heiligung schrieb er einmal (Licht und Recht, Heft 12, S. 55)

Der Heilige Geist kann es nicht lieben, dass man sagt: »Ich bin heilig in Christo Jesu«, und dass man zu gleicher Zeit ein Sklave des Sichtbaren ist und der verborgenen Lust, wer Vater und Mutter, Rind oder Weib, die Welt und das Durchkommen durch die Welt und Ehre bei den Menschen lieber hat als den Herrn, von dem sagt der Herr selbst: »Er ist meiner nicht wert«, und wiederum: »Habe abgehauen, was dich ärgert«. Eben so wenig kann der Heilige Geist es lieben, daß man gleichsam zwischen Himmel und Erde schwebt, um eine Notwendigkeit der Heiligung als Lehrbegriff zu behaupten und dann wiederum solche Notwendigkeit für sich selbst wegzuwerfen und sich vor dem Richterstuhl Gottes hinter die Gerechtigkeit Christi zu verkriechen, als wäre die Heiligung für diese Erde da und die Gerechtigkeit Christi, um in den Himmel zu kommen.

Nun meine Frage: Was meint Kohlbrügge mit »als wäre die Heiligung für diese Erde da und die Gerechtigkeit Christi, um in den Himmel zu kommen«?

Was denken afrikanische Bischöfe über die Kirche im Westen?

In Entebbe (Uganda) treffen sich derzeit 400 afrikanische Bischöfe der Anglikanischen Kirche, um über die Zukunft der Kirche in auf ihrem Kontinent zu beraten. Der »Council of Anglican Provinces of Africa« (CAPA) trifft sich zum zweiten Mal in der seiner Geschichte. Von der Konferenz ist zu hören:

Die Konferenz der 400 afrikanischen Bischöfe, die sich hier treffen, richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Kirche in Afrika. Die Bischöfe interessieren sich wenig für den Westen und sehen keine Zukunft für die Verbundenheit mit einer sterbenden Kirche, die sich mehr für praktizierte Homosexualität als für die Ausbreitung des Evangeliums interessiert.

Quelle: www.virtueonline.org.

Don Quijote und der Fundamentalist

Johannes trifft den Nagel auf den Kopf:

Jesus Christus selbst, als Vorbild all derer, die ihm folgen, wurde unschuldig hingerichtet und bat dennoch um Vergebung für seine Peiniger. Sein Leben und sein Dienst waren durchzogen von Liebe und Aufopferung für andere – und das alles als einer, der gekommen war, die Bibel zu erfüllen (Mt 5,17–20; Joh 5,39). Seinen Jüngern verbot er Gewalt im Einsatz für ihn (Joh 18,11) und rügte sie, wo sie dem Wort der Bibel nicht vertrauten (Lk 24,13ff.). Derjenige, der Jesus nachfolgt, ist keine Gefahr, sondern eine Bereicherung für die Gesellschaft, weil er bestrebt ist, hingebungsvoll seinem Nächsten in Liebe zu dienen: »Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben« (1Tim 1,5).

So zieht unser Don Quijote wieder einmal gegen ein Phantom zu Felde und richtet viel unnötigen Schaden an. Doch noch tragischer als seine Gestalt, erscheinen mir jene, die zwar Christen sein wollen, doch dem Wort ihres Herrn dennoch nicht vertrauen!

Hier die vollständige Geschichte: www.nachfolgeblog.de.

Subkulturelles Christentum

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Brett McCracken hat mit Hipster Christianity: When Church and Cool Collide ein Buch über subkulturelle Formen des Christentums geschrieben. Hier das Inhaltsverzeichnis:

  1. Is Christianity Cool?
  2. The History of Hip
  3. Hipsters Today
  4. The History of Hip Christianity
  5. Christian Hipsters Today
  6. Christian Hipster Churches
  7. The Emerging Church
  8. Social Justice, Missional, and the New Christian Left
  9. Reframing Christian »Art«
  10. Wannabe Hip Churches
  11. What’s So Wrong with Cool?
  12. Authentic Christian Cool
  13. Reversing the Ripple Effect

Scot McKnight schreibt zum Buch:

Brett McCracken courageously and accurately sketches the perennial temptation to sacrifice faithfulness on the altar of “cool.” Every pastor, youth pastor, college chaplain, and Christian college professor needs to sit down with Hipster Christianity, read it carefully, and take a good hard look at whether we are being faithful or being cool. The best example of generous orthodoxy I’ve seen yet.

Das erste Kapitel kann hier heruntergeladen werden: freeChapter.pdf.

Das vollständige Buch:

  • Brett McCracken: Hipster Christianity: When Church and Cool Collide, Baker Book House, 210 S., ca. 13 Euro

gibt es hier:

VD: JT

Space Church

Ich mag Filme. Und ich baue ab und an auch Bezüge zu Filmen in meine Predigten ein. Trotzdem würde ich nicht empfehlen, auf der Grundlage von Kinofilmen im Gottesdienst zu predigen. Die Aufgabe des Predigers ist die Verkündigung des Wortes von Christus (vgl. Röm 10,17). Punkt.

Eine Gemeinde in den U.S.A. startet demnächst eine Predigtreihe zu Kinofilmen und bewirbt das Programm mit einem originellen Trailer. Der Trailer zeugt von der Kreativität der Gemeindemitarbeiter, ist wirklich gut gemacht. Zugleich offenbart er, sicher völlig ungewollt, eine gewisse Tragik: Auf das Popkorn kommt es an.

Ich habe nichts gegen gute Unterhaltung. Aber Gottesdienste wie Unterhaltungsprogramme zu gestalten, immer mehr an die Konsum- und Erwartungshaltung der »Zuschauer« anzupassen, scheint mir ein gut gemeinter, aber kein guter Weg zu sein.

Hier der Trailer:

Predigtkultur: Die Andacht zum Herunterladen

Ein Pastor bräuchte mindestens 20 Stunden für die Vorbereitung einer guten Predigt (Bibelstudium, Textübersetzung, Exegese, Anwendung, Ausarbeitung). Die Praxis sieht anders aus. Viele Prediger sind so mit Verwaltungsaufgaben, Kasualien und Seelsorge eingedeckt, dass die Zeit für eine gründliche Aufbereitung der Sonntagspredigt fehlt. Eine Versuchung.

Das Deutschlandradio hat einen kurzes Beitrag über das Für und Wider der Predigtdatenbanken produziert:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2010/07/27/dlf_20100727_0955_9f6bd68f.mp3[/podcast]

Drei Tipps für das Hörende Gebet

Während Gott sich in der Bibel (nur) zu allgemeinen heilsgeschichtlichen Fragen mitgeteilt hat, ist das Gebet ein Raum, in dem er sich uns Menschen ganz persönlich offenbart. Insbesondere dann, wenn wir die Technik des »Hörenden Gebetes« erlernen, werden wir die Erfahrung machen, dass Gott nur das Beste für uns will. Dann, wenn er persönlich mit uns spricht, spüren wir, dass wir geliebte »Königskinder« sind und Gott ganz für uns da ist.

Also: Ich nehme mich zurück, lasse die eigenen Gedanken los und warte darauf, dass Gott sich mir durch Bilder, Eindrücke, Stimmen, Schmerzen, Geschmacksempfindungen, Träume oder Farben mitteilt. Auf Gott hören heißt, mein subjektives, in einer Gebetsbeziehung entstandenes Erleben als göttliche Information zu bezeichnen. Dieses Hören auf die Stimme Gottes in meiner Seele kann ich in Seminaren und auf Schulungen erlernen.

Hier noch einige Tipps, die dir dabei helfen können, Gott in dir noch klarer zu hören:

  1. Speise vor dem Schlafengehen ein Rumpsteak sowie ein großes Stück Zwiebelkuchen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Gott im Schlaf mit dir spricht.
  2. Das Lesen der Bibel fördert das unterscheidende und selbstkritische Denken. Wenn du ganz auf die Lektüre dieses alten Buches verzichtest, wirst du Gottes lebendige Ansprache noch intensiver wahrnehmen.
  3. Solltest du einmal den Eindruck haben, dass Gottes Stimme in dir schweigt, deklariere dein Denken als Gottes Reden. Dann kannst du dir völlig sicher sein, dass Gott es ist, der in dir spricht.

Viel Spass!

Was Not tut

Es gibt in der dynamischen christlichen Szene einen Leiterwahn. Durch Schulungen von Leitern sollen Gemeinden auf eine neue, auf eine höhere Ebene geführt werden (siehe auch hier). Die armen Leiter. Können sie diese Lasten wirklich tragen?

Leiterausbildung ist wichtig. Aber Programme, Leitbilder, Persönlichkeitsentwicklung, Visionen und allerlei »Tools« werden nicht weiterhelfen, solange geistliche Leiter das Anliegen der ersten Jünger in Jerusalem vernachlässigen. Die Jünger bekannten in Apg 6,4:

Wir aber werden festhalten am Gebet und am Dienst des Wortes.

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