2010

Leseprobe: Tim Keller – Warum Gott?

Das Buch:

  • Timothy Keller: Warum Gott?: Vernünftiger Glaube oder Irrlicht der Menschheit?, Gießen: Brunnen Verlag, 2010, 336 S., 19,95 Euro.

ist ab dem 28. August 2010 im Buchhandel zu haben. Das Library Journal hat über das Buch geschrieben:

Als Gründer der Redeemer Presbyterian Church in New York City hat Keller erlebt, dass viele Menschen religiöse Überzeugungen hinterfragen und Fragen stellen wie ‚Wie kann es nur eine wahre Religion geben?‘ oder ‚Wie kann ein liebender Gott Leid zulassen‘. In diesem Buch … bringt Keller diese und andere Fragen zur Sprache und begründet seinen unbedingten Glauben an Gott. Mit Hilfe von Literatur, Philosophie und Pop-Kultur liefert der Autor überzeugende Gründe für einen festen Glauben. Es ist erfrischend, ein Buch zu lesen, das religiöse Sichtweisen präsentiert, ohne die säkulare Sicht, die in anderen Büchern präsentiert wird, über Gebühr zu kritisieren. Das Buch ist ein hervorragender Einstieg in die Diskussion und vertritt seine Position stichhaltig, gut geschrieben und gut recherchiert.

Hier eine Leseprobe (ca. 20 Seiten): Keller_Warum Gott_Leseprobe.pdf.

Jiddische Eheberatung

Ein (nicht ernst gemeinter) jüdischer Tipp für eine glückliche Ehe:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2010/08/13/dlf_20100813_0945_10056129.mp3[/podcast]

Don Quijote und der Fundamentalist

Johannes trifft den Nagel auf den Kopf:

Jesus Christus selbst, als Vorbild all derer, die ihm folgen, wurde unschuldig hingerichtet und bat dennoch um Vergebung für seine Peiniger. Sein Leben und sein Dienst waren durchzogen von Liebe und Aufopferung für andere – und das alles als einer, der gekommen war, die Bibel zu erfüllen (Mt 5,17–20; Joh 5,39). Seinen Jüngern verbot er Gewalt im Einsatz für ihn (Joh 18,11) und rügte sie, wo sie dem Wort der Bibel nicht vertrauten (Lk 24,13ff.). Derjenige, der Jesus nachfolgt, ist keine Gefahr, sondern eine Bereicherung für die Gesellschaft, weil er bestrebt ist, hingebungsvoll seinem Nächsten in Liebe zu dienen: »Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben« (1Tim 1,5).

So zieht unser Don Quijote wieder einmal gegen ein Phantom zu Felde und richtet viel unnötigen Schaden an. Doch noch tragischer als seine Gestalt, erscheinen mir jene, die zwar Christen sein wollen, doch dem Wort ihres Herrn dennoch nicht vertrauen!

Hier die vollständige Geschichte: www.nachfolgeblog.de.

Themelios 35.2

Themelios35.2-230x300.pngDie neue Ausgabe der Zeitschrift Themelios ist erschienen. Zum Inhalt gehören:

  • Carl Trueman: MINORITY REPORT: Not in the Public Interest
  • Fred G. Zaspel: B. B. Warfield on Creation and Evolution
  • Denny Burk: Why Evangelicals Should Ignore Brian McLaren: How the New Testament Requires Evangelicals to Render a Judgment on the Moral Status of Homosexuality
  • Stephen Dempster: A Member of the Family or a Stranger? A Review Article of Ancient Near Eastern Themes in Biblical Theology
  • William Edgar: Parallels, Real or Imagined? A Review Article of Jeffrey J. Niehaus, Ancient Near Eastern Themes in Biblical Theology
  • Jeffrey J. Niehaus: How to Write—and How Not to Write—a Review: An Appreciative Response to Reviews of Ancient Near Eastern Themes in Biblical Theology by Dempster and Edgar
  • D. A. Carson PASTORAL PENSÉES: Motivations to Appeal to in Our Hearers When We Preach for Conversion
  • Book Reviews

Die aktuelle Ausgabe von Themelios kann gratis hier heruntergeladen werden: themelios-35-2.pdf.

Clark H. Pinnock (1937–2010)

Der amerikanische Theologe Clark Pinnock ist am 15. August 2010 verstorben. Pinnock promovierte unter F.F. Bruce im Fachbereich Neues Testament zum Thema »Das Konzept des Geistes in den paulinischen Briefen«. Durch seine Mitarbeit bei Francis Schaeffer Anfang der 60er Jahre wandte er sich der reformierten Theologie zu. »Schaeffer«, so pflegte Pinnock damals zu sagen, »ist die wichtigste Person für mein Leben«.

Nichtsdestotrotz distanzierte sich Pinnock später von Schaeffer und migrierte zum Arminianismus. Seit den 90er Jahre zählt er zu den prominentesten Vertreter des so genannten »Open Theism«, gemäß dem die Allwissenheit Gottes nicht im traditionellen Sinn zu interpretieren sei und Gott die Zukunft nicht kennen könne (da sie keine reale Größe sei). Außerdem machte sich Pinnock für die annihilationistische Position (siehe hier) und den Heilsuniversalismus, demgemäß Menschen auch ohne Glauben an Jesus Christus das Heil erlangen können, stark.

Meine Kollege Titus Vogt stellt Pinnock’s Konzept der Allwissenheit Gottes in einer kurzen Ausarbeitung vor: Pinnock_ist_Gott_allwissend.pdf.

Postmoderne Zensurvorstöße

Andreas Müller ist ein »Hardcore-Naturalist« (so Michael Schmidt-Salomon) und ein sehr scharfer, aber in der Regel fairer, Schreiberling. In einem aktuellen Blog-Beitrag stellt er die Ausgabe von Free Inquiry zum Thema »Zensur an amerikanischen Universitäten« vor. Die Ergebnisse könnten einige Leute überraschen:

Das Titelthema der aktuellen Ausgabe von Free Inquiry (30/5) dreht sich um Zensur in amerikanischen Universitäten. Das Ergebnis: Die Zensurvorstöße stammen fast ausschließlich aus den Reihen der postmodernistischen Linken, nur selten von der christlichen Rechten, und atheistische Organisationen haben schon mehrmals die Meinungsfreiheit von Christen gegen die Linke verteidigen müssen.

In amerikanischen Universitäten gibt es sogenannte »Speech Codes«, die festlegen, mit welchen Begriffen man über Minderheiten reden darf und mit welchen nicht. Außerdem gibt es »Harassment Codes«, mit denen die Belästigung von angeblich benachteiligten Gruppen unterbunden werden soll. Ein Verstoß gegen solche Verordnungen kann echte Strafen bis hin zu einem Verweis von der Universität nach sich ziehen.

Und:

Angriffe gegen Blasphemie und Aktionen von atheistischen Studentengruppen kommen in der Regel von außerhalb der Universitäten, etwa von besorgten Eltern und von konservativen Politikern. Zum Beispiel sollte einer Universität untersagt werden, dass in ihren Räumen ein Pornofilm gezeigt werden darf, was aber keinen Erfolg hatte.

Anders sieht es aus mit christlich-konservativen Studenten, die immer wieder der Zensur ausgesetzt sind und die immer wieder von atheistischen Studentenverbindungen unterstützt werden müssen. Am häufigsten trifft es evangelikale Christen. Verantwortlich für die Zensur sind, wie erwähnt, nicht die säkular-humanistischen oder atheistischen Studentenverbindungen, sondern die postmodernistisch-linken Führungsschichten der Universitäten, sowie ähnlich gesinnte Studenten.

Ist es nicht interessant, dass diejenigen, die von sich behaupten, für alles offen zu sein, schlussendlich besonders restriktiv vorgehen? Müller: »Die Dekanin, Martha Minow, stellte fest: ›Wir ermutigen Meinungsfreiheit, aber Meinungsfreiheit sollte von Verantwortung begleitet werden.‹ Und wer nicht die selbe Meinung hat wie die postmodernistische Führungsschicht der Universität, der handelt eben verantwortungslos.«

Hier der vollständige Beitrag: feuerbringer.com.

VD: PB

Heilungsaufbruch im Bayrischen Wald

Bauer.jpgBeim Stöbern in meiner Bibliothek fiel mir eine alte Ausgabe der Zeitschrift Charisma in die Hände (Juli-September 2004). Titelthema ist ein Heilungsaufbruch unter Helmut Bauer im Bayrischen Wald. Untertitel: »Wer Jesus als Hobby hat, sprudelt über vor Freude und Begeisterung«.

Über den Völkerapostel heißt es:

In der Nacht von Pfingstsamstag auf Pfingstsonntag 1990, genau um Mitternacht, sei plötzlich – ganz unerwartet – der Heilige Geist über ihn gekommen, obwohl er vorher nie wirklich etwas mit Jesus zu tun haben wollte. Eine starke Kraft kam und blieb auf ihm. Gleich darauf begannen Wunder zu geschehen. Erst anschließend übergab er sein Leben Jesus. Seine ganze Familie und viele Verwandte fanden daraufhin ebenfalls zu Jesus.

Dass Wolfram Kopfermann, der in dieser Ausgabe noch überschwängliche Lobesworte für Wort+Geist fand (»Ich begrüße das, was zurzeit im Bayrischen Wald um Helmut Bauer geschieht, weil ich glaube, dass es ein ganz authentischer Aufbruch ist.«), sich inzwischen deutlich von der Bewegung distanziert, spricht für ihn (siehe Kurzfassung seiner Stellungnahme hier).

Ein Schild sagt mehr als …

Bei SPIEGEL Online kann man heute ein Bild bewundern, das für sich sprechen soll:

Die Botschaft scheint offensichtlich: »Wer glaubt, dass in Jesus Christus ewiges Leben zu haben ist, ist einfach ›stupid‹«. Ich habe mir die Werbung »Be stupid« darauf hin mal genauer angeschaut. Dahinter steckt eine Kampagne  des italienischer Modeherstellers Diesel, die offensichtlich an das Lebensgefühl lebenslustiger Leute appellieren will. Weisheiten wie: »Verbringe mehr Zeit mit deinem Chef (im Bett)«, »Es gibt keine falsche Weisen, etwas zu tun«, »Schluss mit den Hemmungen« sind dort zu lesen.

So schnell kann aus einem »Glauben ist beknackt sein« ein »Glauben oder beknackt sein« werden.

Das Vakuum

Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz sieht im politischen Spektrum ein Vakuum auf der Rechten. Konservative fühlen sich angesichts des (fast nur noch) sozialistischen Parteiengezänks politisch heimatlos.

Die erste Aufgabe einer anspruchsvollen politischen Rechten wäre, zu sagen, was die Politische Korrektheit der Medienlinken zu sagen verbietet. Mehr noch als Ideen braucht man dazu Mut, denn in unserer Öffentlichkeit herrscht keine Waffengleichheit. Die Medienlinke hofiert die Linken und denunziert die Rechten. Auf der Kommunistischen Plattform darf man fröhlich tanzen. Aber wehe, wenn man der »Jungen Freiheit« ein Interview gibt. Gerechtfertigt wird das mit der alten deutschen Selbstverständlichkeit, das Herz schlage links und der Geist wehe links.

Viele Akademiker, Journalisten und Intellektuelle sind aber gar nicht links, sondern maskieren sich nur so, um in ihren Institutionen überleben zu können. Wer einen »rechten« Satz sagt oder schreibt, bekommt viel Zustimmung – hinter vorgehaltener Hand. Das ist das Sarrazin-Syndrom: Du hast ja recht, aber das kann man doch nicht sagen … Hier zeigt sich besonders deutlich, dass sich der nachträgliche Kampf gegen die Nazis in den letzten fünfzig Jahren zu unserer größten Denkblockade entwickelt hat. Sie besteht in der grotesken Gleichung: konservativ=reaktionär=faschistisch. Diese Keule schwebt über jedem, der versucht, sich seines eigenen Verstandes ohne Anleitung der Gutmenschen zu bedienen.

Hier der Gastkommentar für den Tagesspiegel: www.tagesspiegel.de.

Der Staat ist kein Tugendwächter

Eva Quistorp hat in einem Kommentar für TheEuropean ein merkwürdiges Konzept der Religionsfreiheit beworben und dabei, wie es sich für eine deftige Grünen-Politikerin gehört, die Evangelikalen in die Nähe militanter Muslime gerückt.

Das Grundgesetz ist eine Komplexität von Freiheiten und Pflichten, individuellen Rechten, aber auch von sozialen Rechten, und es versucht, diese in einen Gesamtzusammenhang zu setzen. Beispielsweise sind die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Versammlungsfreiheit, die Meinungs-, Wissenschafts- und die Kunstfreiheit wichtigere grundgesetzlich garantierte Rechte. In diesem Zusammenhang ist die Religionsfreiheit nicht als Freiheit für fundamentalistische Evangelikale, holocaustleugnende Katholiken oder djihadistische Muslime, sondern nur im Zusammenhang mit der Geschlechtergleichberechtigung, der Meinungs-, Wissenschafts- und Kunstfreiheit denkbar.

Es spricht für TheEuropean, dass bereits zwei Tage später eine Replik von Alexander Kissler publiziert wurde. Er warnt in seinem Beitrag vor einer Instrumentalisierung der Religionsfreiheit durch den Staat:

Weil der freiheitliche Staat den Glauben nicht politisieren darf, sondern ihn in seiner ganzen Eigentümlichkeit respektiert, muss es dem Staat egal sein, was der Gläubige oder Ungläubige denkt. Es mag Katholiken geben, die die Schoah relativieren, antisemitische Protestanten, intolerante Muslime, verblendete Atheisten, fundamentalistische Juden und nationalistische Hindus – ebenso wie korrupte Journalisten, kriminelle Wissenschaftler und verbrecherische Künstler. Wo immer sie gegen Recht und Gesetz verstoßen, müssen sie bestraft werden. Nie und nimmer aber darf der Staat die freie Ausübung des Glaubens, des Berufs, der Wissenschaft und der Kunst prinzipiell an politische Bedingungen koppeln. Es wäre das Ende der Republik, der Abschied von der Freiheit.

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