2010

EU-Parlament fordert ungehinderten Zugang zu Abtreibung

Einen »ungehinderten Zugang zu Verhütung und Abtreibung« fordert das Europäische Parlament. Es verabschiedete am 11. Februar mit 381 Ja- und 253 Nein-Stimmen bei 31 Enthaltungen einen Initiativbericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Die sozialdemokratische EU-Abgeordnete Jutta Steinruck begrüßte das Ergebnis als wichtigen Sieg:

Die Rechte der Frauen, einschließlich das Recht auf Abtreibung und Empfängnisverhütung, sind heute entscheidend gestärkt worden.

Männer und Frauen sollten auf die sprachliche Kodierung achten: »Recht auf Abtreibung«. Das Gefälle ist eindeutig:

  1. »ist strafbar« (Abtreibungen sind in Deutschland auch seit der Neuregelung im Jahr 1995 grundsätzlich noch strafbar.)
  2. »ist erlaubt« (Im Bewusstsein der Bürger ist etwas, das praktisch kaum bestraft wird, erlaubt.)
  3. »ein Recht auf Abtreibung haben«.

Kommt irgendwann die Verpflichtung zur Abtreibung dazu, sollten verbindliche gemachte pränatale Untersuchungen auf eventuelle Behinderungen des Kindes hinweisen? Armes Europa!

Mehr dazu hier und hier: www.kath.net.

Brian McLaren: Eine neue Form des Christentums

Kevin DeYoung hat mit einer ausführlichen Besprechung des Buches:

begonnen.

Die Serie kann hier mitverfolgt werden: thegospelcoalition.org.

Auch Tim Challies hat das Buch gelesen und schreibt:

Er leugnet den Sündenfall, er leugnet die Ursünde, er leugnet die Verderbtheit [des Menschen], er leugnet die Existenz der Hölle …

Seine Rezension gibt es hier: www.challies.com.

Aktionsangebote für Accordance

Die Firma OakTree Software bietet derzeit einige Pakete zum Sonderpreis an. Unter den Sonderangeboten befindet sich auch die Mac Bibel Bibliothek. Diese gut sortierte Bibliothek macht auf einen Schlag sechs große deutsche Bibelübersetzungen auf dem Mac zugänglich:

  • Lutherbibel 1984, Ausgabe in neuer Rechtschreibung 1999
  • Gute Nachricht Bibel, Ausgabe in neuer Rechtschreibung 2000
  • Einheitsübersetzung, Ausgabe in neuer Rechtschreibung
  • Revidierte Elberfelder Bibel
  • Die Heilige Schrift, übersetzt von Hermann Menge
  • Die Schrift, übertragen von Martin Buber und Franz Rosenzweig

Die Mac Bibel Bibliothek wird bis zum 15. März 2010 für den Preis von US$ 99,00 angeboten. Mehr Informationen zu dieser Aktion hier: www.accordancebible.com.

Zur Zukunft der Theologie an den Universitäten

Der Wissenschaftsrat in Deutschland hat ein Papier mit dem Titel »Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen« herausgegeben. Nach Wolfgang Thielmann sagt der Rat damit (siehe hier):

Theologien, die Wissenschaften von Gott, gehören auf den Campus. Nicht nur, weil die christlichen ihren Platz dort durch Konkordate und Staatsverträge gesichert haben, sondern auch, weil Theologien ein Bewusstsein für die Abhängigkeiten wachhalten, denen jeder Mensch und jede Forschung unterworfen ist. Theologien, steht in dem 150-Seiten-Papier, »fördern die kritische Reflexivität der wissenschaftlichen Weltsicht und bieten Deutungsmöglichkeiten menschlicher Existenz«. Daher sieht der Rat die Existenz der Theologie an der Universität als relative Erfolgsgeschichte. Und will sie fortsetzen, mit der Autorität seiner Stimme.

Ein Hintergrund des Plädoyers für die Religion an der Universität ist der breiter werdende Bildungsmarkt. Thielmann schreibt:

Ein Hintergrund des Plädoyers für die Religion an der Universität ist der breiter werdende Bildungsmarkt. 2008 hat der Wissenschaftsrat im Zuge des Bologna-Prozesses die Freie Theologische Akademie in Gießen akkreditiert, eine Hochschule mit evangelikaler Prägung, die Gründung einer US-amerikanischen Mission. Im Jahr zuvor hatte das Theologische Seminar der deutschen Baptisten in Wustermark westlich von Berlin die Anerkennung als erste theologische Fachhochschule erhalten. Weitere Seminare vor allem aus den Freikirchen und von evangelikalen Trägern wollen folgen. Die Akkreditierungen scheinen sich mit dem Ziel des Papiers zu reiben. »Aber da muss unterschieden werden«, sagt Strohschneider: In einem Strukturpapier wie dem jetzt vorgelegten plädiert der Wissenschaftsrat dafür, »dass die Theologie nicht in der Alleinverantwortung von Kirchen und Religionsgemeinschaften stattfinden sollte, sondern im Kontext der Universität. In einem Akkreditierungsverfahren ist eine konkrete, an Kriterien gebundene Entscheidung zu treffen. Auch in einem solchen Verfahren wird aber ein Mindestmaß an akademischer Freiheit in der Einrichtung vorausgesetzt und dessen Vorliegen überprüft.« Quantitativ, sagt er, seien solche freien Hochschulen ein kleines Problem, »systematisch aber sehr interessant, weil man in diesem Bereich beobachten kann, dass es auch bei den christlichen Frömmigkeitsformen durchaus Fundamentalisierungstendenzen gibt, ganz so wie im Judentum und im Islam auch.«

Die »Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen« kann hier herunter geladen werden: 9678-10.pdf.

Das Ärgernis des Kreuzes

Francis Schaeffer schreibt ist seinem Buch Gott ist keine Illusion (Wuppertal: Brockhaus, 1984, S. S. 112–113):

Ein ernst zu nehmender Kommentar zum Dilemma des Menschen findet sich in Albert Camus‘ Die Pest. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges schleppen Ratten diese Seuche nach Oran ein, und bei oberflächlicher Betrachtung könnte man meinen, Camus wolle hier lediglich die Katastrophe schildern, die jeder Stadt zu­stoßen kann. Aber es geht ihm um tiefere Probleme. Er stellt den Leser vor eine schwere Wahl: Entweder muß er dem Arzt zur Seite stehen und die Pest bekämpfen, wobei er — so sagt Camus — gleichzeitig Gott bekämpft; oder er kann sich auf die Seite des Priesters stellen, die Pest nicht bekämpfen und damit unmenschlich sein. Dies ist die Alternative: Vor diesem Dilemma stand Camus und stehen alle, die — wie er — die christliche Ant­wort nicht kennen.
Aber auch die moderne Theologie weist keinen Ausweg aus die­sem Dilemma. Ihre Anhänger landen immer wieder bei Camus‘ Problem und Baudelaires Aussage. Wenn sie von ihrer Position aus die Welt betrachten wie sie wirklich ist, muß ihnen ihre Ver­nunft sagen, daß Gott der Teufel ist. Weil sie aber mit dieser Schlußfolgerung nicht leben können, behaupten sie in blindem Glauben, Gott sei gut. Genau das sei — so sagen sie — »das Är­gernis des Kreuzes«: Wider allen äußeren Schein und wider alle Vernunft zu glauben, daß Gott gut ist. Hier müssen wir nach­drücklich widersprechen. Dies ist nicht das »Ärgernis des Kreu­zes«! Das wahre Ärgernis besteht darin, daß man das Evange­lium noch so klar und treu verkündigen kann und die Welt sich doch an einem bestimmten Punkt davon abwenden wird, weil sie sich gegen Gott auflehnt. Die Menschen lehnen das Evangelium nicht deshalb ab, weil es ihnen sinnlos erscheint, sondern weil sie sich nicht vor dem Gott beugen wollen, der wirklich da ist. Das ist das »Ärgernis des Kreuzes«.

Glenn Penner (1962–2010)

77f0f85304.jpgZusammen mit Johannes vom Nachfolgeblog und einigen anderen Freunden habe ich vergangenes Jahr an der deutschen Herausgabe des Buches In the Shadow of the Cross: A Biblical Theology of Persecution and Discipleship (Bartlesville: Living Sacrifice Books, 2004) von Glenn Penner gearbeitet. Das Buch soll irgendwann einmal beim Hänssler Verlag erscheinen. Es ist eine ausgezeichnete theologische Abhandlung über Christenverfolgung und das Leiden der Christen.

Glenn, nicht viel älter als ich, verstarb am 26. Januar nach einer schweren Erkrankung. Auf seinem Blog sind letzte Grüße aus dem Krankenhaus sowie Nachrichten von seiner Familie zu finden. Thomas Schirrmacher und Christof Sauer haben für das IIRF einen Nachruf verfasst (nur auf Englisch).

Ich zitiere hier einen kurzen Absatz über das Leiden, den Glenn für sein Buch geschrieben hat:

Leid ist oft von einem Geheimnis umgeben. Die Frage ist, ob damit auch Glauben einhergehen kann (Lk 18,8). Werden wir unser Vertrauen auf Gott setzen, auch wenn er unsere Warum-Fragen nicht beantwortet? Wie viele von uns in ähnlichen (und sogar in weit weniger schlimmen) Situationen wollte Hiob ernsthaft den Grund dafür wissen, warum er so schwer geplagt war. Aber als Gott antwortet, nennt er in den Kapiteln 38–41 nicht die Gründe, warum Hiob leidet, sondern offenbart sich selbst. Und indem er offenbart, wer er ist, erinnert Gott Hiob letztlich daran, dass für einen Gläubigen angesichts ungerechten Leides das wichtigste Thema nicht dasjenige ist, eine Erklärung auf die Frage »Warum?« zu bekommen, sondern vielmehr eine Antwort auf die Frage »Wer?«. Hiob wird an Gottes Kraft, seine Weisheit und seine Herrschaft über die ganze Schöpfung erinnert. Gottes Antwort an Hiob lautet eigentlich: »So ein Gott bin ich. Ich weiß, was los ist, aber du weißt es nicht. Dein Leben ist immer noch unter meiner Kontrolle und Fürsorge. Wirst du mir vertrauen?« Und diese Antwort muss Hiob genügen. Das Buch Hiob hilft uns auch zu verstehen, dass Leid nicht immer die Folge von Sünde ist und auch nicht immer Gottes Methode, uns zu reinigen und/oder zu lehren, wie wir im Abschnitt »Leid als Züchtigung« gesehen haben. Hiobs Freunde beschränkten sich auf diese Antwort, und aus diesem Grund verurteilte Gott sie (Hiob 38,2; 42,8). Eine sorgfältige Untersuchung der Frage, wie Gott Leid zur Züchtigung einsetzt, scheint außerdem die Behauptung zu bestätigen, dass in Fällen, wo man ehrlich nicht sagen kann, worin in diesem Fall die Buße bestehen soll, es fraglich ist, ob das in diesem Fall wirklich Gottes Absicht ist. Sicher ist, dass Gott nicht straft, ohne vorher überführt zu haben. Bestrafung ohne Überführung wäre rachsüchtig, ebenso wie eine Strafe nach Sündenbekenntnis und Buße. Mein Rat an Menschen, die Leid erfahren, wäre der, dass sie sich bewusst in Gottes Gegenwart begeben, aufrichtig sein Angesicht suchen und seinen Geist bitten, ihr Herz und ihr Leben zu prüfen. Wenn Gott Sie nicht von Sünde überführt, oder falls ernsthaftes Sündenbekenntnis und Buße in Ihrer Lage nicht Abhilfe schaffen, dann ist es meiner Meinung nach angemessen zu sagen, dass in dieser Situation andere Faktoren im Spiel sind. Wir sind dann aufgerufen, Gott weiterhin zu lieben und ihm zu vertrauen – in dem Wissen, dass diese Reaktion die Anklagen des Satans als Lügen offenbart.

– – –

Zum Foto: Glenn Penner (links) predigt und wird von Thomas Schirrmacher (rechts) übersetzt.

»Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit«

Helene Hegemann wurde in den vergangenen Wochen wie ein Wunderkind durch die Feuilletons gereicht. Inzwischen ist allen klar, dass sie beträchtliche Teile ihres postmodernen Erfolgsromans Axolotl Roadkill abgeschrieben hat (wird wohl nächste Woche auf der SPIEGEL-Liste Platz 2 belegen). Wie reagiert die Autorin aus der auf Authentizität versessenen Jugendkultur auf die Plagiatsvorwürfe? Lapidar:

Ich habe mich also überall bedient, wo man Inspiration findet. Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit.

Sie wird eine Heldin bleiben.

Durch den spektakulären Fall ist inzwischen die literarische Vorlage berühmt geworden. Strobo, das Buch jenes Bloggers, der anonym bleiben möchte, gewährt Einblicke in die Verlorenheit und Einsamkeit der Menschen, die in ihrer Erlebniskultur die Auflösung des Ich zelebrieren und in nüchternen Minuten spüren, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Mögen noch viele aufwachen.

Die FAZ hat mit »Airen« gesprochen. Ja, ich empfehle auch den ganz frommen Blog-Lesern einmal in die Welt der multiplen Identitäten einzutauchen (und wenigsten die unten angeführten Zitate, vielleicht aber auch eines der beiden Bücher, zu lesen). Das kann eine sehr heilsame Erfahrung sein.

Hier: www.faz.net.

Neue Männer – muss das sein?

Das Bild des Mannes unterliegt einer zunehmenden Fragmentierung und Defunktionalisierung bis hin zur Entwertung positiver männlicher Eigenschaften. Dies hat zu einer mittlerweile tiefgreifenden und häufig leidvollen Identitäts- und Orientierungskrise vieler Männer und Jungen geführt. Diese medial vermittelten Prozesse beeinflussen gesellschaftliche, gesundheitliche und demografische Trends.

Der Kongress »Neue Männer – muss das sein?« will den komplexen Ursachen nachgehen, diese aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und Ansätze für ein vielleicht gerade entstehendes neues Bild vom Mann sichtbar werden lassen.

Hier mehr Informationen zu der Veranstaltung, die vom 19. bis 20. Februar 2010 an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf angeboten wird: www.maennerkongress2010.de.

Durch Christus hat er uns erwählt

John Piper meint, dass die kürzlich von Rick Gamache gehaltene Predigt über Epheser 1,4–5 die beste ist, die er über die Vaterschaft Gottes (und den Status seiner Kinder) je gehört hat. Der Predigttext lautet (nach der Neuen Züricher Übersetzung):

Denn durch ihn hat er uns erwählt vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und makellos seien vor ihm, in Liebe. Er hat uns schon seit langem dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden durch Jesus Christus, nach seinem gnädigen Willen, …

Ein Mitschnitt der amerikanischen Predigt kann hier herunter geladen werden: 2010_02_07.mp3.

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