Februar 2016

Die Heilige Schrift im Gottesdienst

51RpUg8sIcL SX308 BO1 204 203 200Michael Lawrence schreibt in  Biblische Theologie für die Gemeinde über die Wortzentriertheit christlicher Gottesdienste:

Nicht jeder ist damit einverstanden, den Schwerpunkt [im Gottesdienst; Anm. R.K.] derart auf das Wort Gottes zu legen. Kürzlich hatte ich die Möglichkeit, einen Beitrag zu einem Buch über den Gottesdienst zu schreiben, in dem verschiedene Autoren eine von fünf Ansichten über den Gemeindegottesdienst beisteuerten. Außerdem hatte jeder von uns die Möglichkeit, den anderen Autoren zu entgegnen, worin man mit ihnen übereinstimmt oder nicht. In dem Kapitel, das ich zusammen mit Mark Dever schrieb, betonten wir, dass das Wort Gottes in den wöchentlichen Versammlungen der Gemeinde im Mittelpunkt stehen muss. Alles, was wir in unseren Gemeindeversammlungen sagen, singen, beten und tun, muss, so argumentierten Mark und ich, aus der Bibel abgeleitet sein.

Einer der anderen Verfasser meinte in seiner Entgegnung auf unser Kapitel, wir würden die Rolle des Wortes Gottes überbetonen. Er schreibt wortwörtlich, er glaube nicht, dass „das klassische ‚predige das Wort‘ die einzige (geschweige denn vorrangige) Weise sei, wie Menschen zum Glauben kommen und darin erbaut werden.“ Wachstum, so schreibt er, geschehe nicht vorrangig durch das Hören, sondern durch das Sehen: „zu beobachten, wie andere ihren Glauben durch ihr tägliches Handeln ausleben, ist das Hauptmittel zur Transformation.“ Die Ansicht, dass Menschen dadurch verändert werden, dass sie das gesprochene oder gepredigte Wort hören, mache aus der Predigt des Wortes, so sagt er, „etwas Magisches“.

Nun hoffe ich sehr, dass dieser Bruder Gottes Wort wertschätzt und in seinem Dienst anwendet, und ich kann nur zustimmen, wie wichtig es ist, dass die Gemeinde ihre Worte auch durch ihre Taten unterstreicht. Dennoch fürchte ich, dass er übersieht, was die Bibel über sich selbst bezeugt. Gott sagt uns, sein Wort werde „bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe“ (Jes 55,11). Es ist nicht allein so, dass sein Wort ins Dasein „ruft, was nicht ist, als wäre es da“ (Röm 4,17), sondern anschließend erhält es auch alles (Hebr 1,3). Michael Horton fasst dies sehr treffend zusammen: Gottes Wort enthält nicht nur Informationen, sondern schafft vielmehr Leben. Es ist nicht nur beschreibend, sondern auch wirksam. Wenn Gott redet, dann heißt dies: Gott handelt.

Evangelikale haben den Lehrcharakter des Wortes Gottes gegenüber Modernisten und liberalen Theologen verteidigt, die die Glaubwürdigkeit der Bibel untergraben. Was aber ist mit dem Pragmatismus in unserem eigenen evangelikalen Lager, der die Allgenugsamkeit der Schrift untergräbt? Wir müssen nicht nur betonen, dass das Wort Gottes belehrend ist, sondern auch mächtig und wirksam, weil der Geist Gottes das Wort benutzt, um genau das auszuführen, was er damit beabsichtigt. Die ganze Schöpfung ist „durch Gottes Wort bereitet worden“ (Hebr 11,3; vgl. Ps 33,6), und durch eben dieses Wort sind wir eine neue Schöpfung (Röm 10,17; 2Kor 4,6). Wir wurden „wiedergeboren … durch das lebendige und bleibende Wort Gottes“ (1Pet 1,23). Aus diesem Grund sprechen die Apostel, wenn sie zu den Gemeinden reden, von dem Wort, „das in euch eingepflanzt worden ist und das die Macht hat, euch zu retten“ (Jak 1,21), von dem Wort, „das in euch bleibt“ (1J0h 2,14) und das „reichlich unter euch wohnen“ soll (Kol 3,16).

Die Kirche hört seine Stimme

Mir gefällt die erste der zehn Berner Thesen von 1528 besonders gut. Sehr aktuell!

Die heilige christliche Kirche, deren einziges Haupt Christus ist, ist aus dem Worte Gottes geboren, bleibt in demselben und hört nicht die Stimme eines Fremden [Joh 10,5].

 

Wer’s glaubt, wird wuselig

Heike Schmoll beschreibt in der FAZ (11.02.2016, Nr. 35, S. 6) die Not an den Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg. Viele Lehre sind mit den an sie gestellten Anforderungen überfordert und haben das Gefühl, dass offene Kritik nicht erwünscht ist.

Der Lehrer hat kapituliert vor der Disziplinlosigkeit seiner Schüler. Nach einem Nervenzusammenbruch im Unterricht ist er krankgeschrieben. Der ausgebildete und erfahrene Gymnasiallehrer mit drei Unterrichtsfächern war zuletzt an einer Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg eingesetzt. „Im Grunde sind wir Dompteure in einem Zirkus, der sich Gemeinschaftsschule nennt, dessen Tiere aber noch lange nicht bereit sind für die Manege, noch nicht gezähmt“, berichtet der Lehrer, dem man keine Fortbildung oder Einführung in die neue Arbeitsweise angeboten hatte.

Allein ist der Lehrer mit seinem Scheitern nicht, es gibt nicht wenige Kollegen, die sich in der neuen Schulform überfordert fühlen. „Ich bin doch kein Psychologe, kein Therapeut, kein Logopäde, kein Förderschullehrer, kein Horterzieher, ich will einfach nur unterrichten, altersgerecht lehren, Wissen vermitteln“, berichtet er. Kleine Brötchen solle er backen, wurde ihm von der Schulleitung gesagt, nicht überfordern, „daran denken, dass es Hauptschüler sind und ich nicht so viel von ihnen erwarten dürfe, wie ich es bisher als Gymnasiallehrer gewohnt war“. Im Landesdurchschnitt besuchen etwa zehn Prozent Grundschüler mit einer Gymnasialempfehlung eine Gemeinschaftsschule, es gibt aber auch den ein oder anderen Schulamtsbezirk mit nicht einmal sieben Prozent Schülern, denen die Grundschule den Besuch eines Gymnasiums empfohlen hat. Das Kultusministerium verweist nach einer Anfrage dieser Zeitung auf die Verantwortung der Schulleitung, die darüber entscheidet, ob ein Lehrer der Fortbildung bedarf. Jedenfalls stünden qualifizierte Fachberatertandems zur Begleitung der Schul- und Unterrichtsentwicklung zur Verfügung.

Die Reformpädagogen werden wahrscheinlich Frau Schmoll wieder „zerreißen“. Gerade deshalb bin ich ihr sehr verbunden, dass sie trotz der Widerstände immer wieder auf die Malaisen aufmerksam macht, die leider zu viele Journalisten und Politiker nicht sehen wollen.

Sollte der Artikel online verfügbar werden, nenne ich die Quelle.

Sally Lloyd-Jones arbeitet an einer Bibelausgabe für Erwachsene

61wPFsa5WBL._SX416_BO1,204,203,200_Sally Lloyd-Jones  war mit ihrer Kinderbibel so erfolgreich, dass sie sich hingesetzt hat, um eine „Bibelausgabe“ für Erwachsene zu verfassen. Mit CT hat sie über das Projekt, dass im Sommer 2016 veröffentlich werden soll, gesprochen. Sie sagt dort:

Writing for children kept me honest. You know you can’t say to a 5-year-old or a 4-year-old “God punished them because of their sin.” I wrote with my nephew and nieces in mind. I set out to describe sin so that it would capture their imagination and move them. I explained that sin is not just breaking rules, it’s breaking God’s heart, and that sin is like poison: it makes your heart sick and not work properly anymore. Sin is running away from God and hiding in the shadows from him. It could also be thinking you don’t need God and could happy by yourself, but God knows that isn’t possible since happiness doesn’t exist without him.

My goal was help a child see that this was all coming from God’s protection. He loves us, and that’s why he doesn’t want us to hurt ourselves. God doesn’t just make rules saying, “Don’t do things, do that” on a whim. He made us, and he knows what will bring us joy, and he longs for our joy because he loves us so much.

Hier das vollständige Gespräch: www.christianitytoday.com.

Seminare der E21-Konferenz in Hamburg

E21 2016 Banner 120x90Auf der diesjährigen E21-Konferenz in Hamburg wird es wieder eine Reihe von interessanten Seminaren geben. Hier die Kurzbeschreibungen:

Seminar-Block I

The Clarity of the Word
Kevin DeYoung, Englisch

Can we really know what the Bible means if no one agrees on what it says? How do we handle different interpretations? Does the presence of pervasive interpretive pluralism make the clarity of Scripture nothing more than an illusion?

Zur Person: Er hat am Hope College und Gordon-Conwell Theological Seminary studiert und ist seit August 2004 Hauptpastor an der University Reformed Church in Michigan, USA. Außerdem ist er Autor mehrerer Bücher und Mitglied der Gospel Coalition (TGC). Kevin und seine Frau Trisha haben sechs Kinder.

Sollte Gott gesagt haben? Was steckt hinter der Bibelkritik?
Ron Kubsch

Maßgebliche Impulse für den kritischen Umgang mit der Bibel stammen aus der sogenannten „Aufklärung“. Was genau veranlasste die „Aufklärer“ zum kritischen Umgang mit der Bibel? Unterscheidet sich die Bibelkritik unserer Tage von der Kritik damals?

Zur Person: Ron Kubsch ist Dozent für Apologetik und Neuere Theologiegeschichte am Martin Bucer Seminar und seit 2012 Studienleiter am Studienzentrum München. Er gehört zum Leitungskreis von Evangelium21 und ist dort seit Sommer 2015 als Generalsekretär aktiv.

Die verändernde Kraft des Wortes Gottes in der Seelsorge
Thomas Jeising

Was wirkt eigentlich in der Seelsorge? Ist es das Einfühlungsvermögen des Seelsorgers und seine Persönlichkeit? Oder zählen die richtigen Methoden? Wem die Bibel für den Seelsorgeprozess wichtig ist, der fragt nach der Wirkung des Wortes Gottes, das die Bibel selbst mit einem Hammer, mit Regenwasser oder einem Schwert vergleicht. So vielfältig das Wort Gottes ist, so vielfältig ist auch seine Wirkweise, wenn es in der Seelsorge angemessen Raum erhält.

Zur Person: Thomas Jeising studierte Theologie an der FTH in Gießen und der Theologischen Universität in Apeldoorn (MA und Drs.). Praktische Seelsorgeerfahrung sammelte er in 20 Jahren Gemeindedienst. Er unterrichtete als Gastlehrer am Bibelseminar der Evangelischen Gesellschaft und ist Schriftleiter und Referent des Bibelbundes. Seit 2013 ist er Dozent für Seelsorge am Martin Bucer Seminar.

Lobpreis leiten: Dienen zum Segen der Gemeinde
Frank u. Norma Huck

Beim Lobpreis geht es um die Verherrlichung und Ehre Gottes. Und dennoch hat das Thema schon zu manchen Differenzen in Gemeinden geführt, weil die Vorstellungen einfach zu unterschiedlich sind. Worin besteht eigentlich die Aufgabe eines Lobpreisleiters, und was kann dazu beitragen, dass dieser Dienst zum Segen der gesamten Gemeinde wird?

Zu den Personen: Frank und Norma sind verheiratet und Mitarbeiter bei der Gemeinde und dem Missionswerk Arche. Frank ist Pastor und Geschäftsführer und Norma leitet seit vielen Jahren die Musikabteilung und den Chor. In diesem Rahmen haben sie auch die Lobpreisarbeit der Arche durch eine Vielzahl deutschsprachiger Chor- und Lobpreislieder mit christuszentrischen Texten und reformiertem Heilsverständnis weiterentwickelt und geprägt.

Seminar-Block II

The Power of His Word
William Taylor, Englisch

All of us want to witness and experience God at work in power. But where does the power lie, how do we experience it, and what does a ministry ‘empowered by God’ look like? This seminar will explore the shape of a ‘power-packed’ work of God.

Zur Person: Er ist Hauptpastor der anglikanischen St. Helen’s Bishopsgate, strategisch gelegen mitten im Londoner Finanzviertel. Mit vollem Herzen ist er Teil eines Netzwerkes in Großbritannien, das bibelzentriertes Training für junge Christen anbietet. William ist mit Janet verheiratet und sie haben drei Kinder.

Bibel und Wahrheit
Michael Kotsch

Die Bibel nimmt für sich in Anspruch, Mitteilung Gottes und ewige Wahrheit zu sein. Aber was für eine Wahrheit ist das, die da in der Bibel zu finden ist? Ist die Bibel nur wahr im Blick auf Fragen des Heils? Oder ist der Wahrheitsanspruch der Heiligen Schrift umfassend?

Zur Person: Michael Kotsch ist seit 1995 Lehrer für Kirchengeschichte, Konfessions- und Sektenkunde, Religionswissenschaft und Apologetik an der Bibelschule Brake und seit 2005 Vorsitzender des Bibelbundes.

Sarah, eine Frau wie du und ich
Stephanie Gödderz

Abrahams Frau Sarah wird im Neuen Testament als Vorbild dargestellt. Betrachtet man ihr Leben in den alttestamentlichen Texten, so werden nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen deutlich, die wir auch aus unserem Leben kennen. Gottes Treue und das Festhalten an seinem Wort und seinen Verheißungen hat Sarah aber bis zuletzt durchgetragen und schließlich ans Ziel gebracht.

Zur Person: Stephanie Gödderz hat sich nach ihrer Ausbildung zur Lehrerin der Aufgabe als Ehefrau und Mutter gewidmet. Seit einigen Jahren leitet sie die Frauenarbeit in der Arche-Gemeinde in Hamburg. Sie und ihr Mann Björn haben vier Söhne.

Mehr als tausend Goldstücke – Jugendliche für Gottes Wort begeistern
Rudolf Tissen

Auch in den Gemeinden lassen sich junge Menschen nicht mehr so ohne weiteres für die Bibellese begeistern. Was können Pastoren, Älteste, Jugendleiter und Mitarbeiter tun, um Christen das Bibellesen schmackhaft zu machen?

Zur Person: Rudi Tissen ist verheiratet mit Christina und seit diesem Jahr Pastor in der EFG Unna. Er gehört zum Leitungskreis von Josia-Truth for Youth und es ist ihm ein großes Anliegen, jungen Christen das Wort Gottes näher zu bringen.

Schon angemeldet? Hier: www.evangelium21.net.

Alvin Plantingas Hauptwerk in deutscher Sprache

517Ctls mUL SX335 BO1 204 203 200Alvin Plantinga schreibt in seinem Geleitwort zur deutschen Ausgabe von Warrent Christian Belief:

Es versteht sich: Deutsch ist die Sprache der großen Philosophie. Daher habe ich mich zunächst über die Möglichkeit einer deutschen Übersetzung meines Buchs Warranted Christian Belief gefreut, und jetzt bin ich froh darüber, dass das Vorhaben Wirklichkeit geworden ist. (Wer weiß, vielleicht wird das Buch ja in der deutschen Fassung gewinnen.) Hoffentlich wird es den deutschen Lesern von Nutzen sein. Außerdem wäre es schön, wenn die Übersetzung dazu beitragen könnte, dass es bei der Annäherung zwischen der angloamerikanischen und der kontinentaleuropäischen Religionsphilosophie zu Fortschritten kommt. Offensichtlich können wir eine Menge voneinander lernen; und da ist es wichtig, dass wir unsere intellektuellen Ressourcen bündeln und zusammenarbeiten.

Was möchte Plantinga mit dem Buch Gewährleisteter christlicher Glaube eigentlich? Hier ein längeres Zitat aus dem Vorwort:

Dieses Buch lässt sich in zumindest zwei grundverschiedenen Weisen auffassen. Einerseits handelt es sich um ein apologetisches und religionsphilosophisches Unterfangen, nämlich um einen Versuch nachzuweisen, dass eine Reihe von Einwänden gegen den christlichen Glauben fehlschlägt. Dieser Argumentation zufolge sind De-jure-Einwände entweder offensichtlich unplausibel oder sie setzen voraus, dass der christliche Glaube nicht wahr ist. (Zur ersten Kategorie gehören etwa die Einwände, die auf der Behauptung basieren, der christliche Glaube sei nicht gerechtfertigt oder lasse sich nicht rechtfertigen. Zur zweiten Kategorie gehören die Einwände, die auf der These beruhen, dem christlichen Glauben fehle die äußere Rationalität bzw. die Gewähr.) Folglich gibt es keine vertretbaren De-jure-Einwände, die nicht an De-facto-Einwände gebunden wären. Eigentlich hängt also alles von der Wahrheit des christlichen Glaubens ab. Doch damit ist die häufig geäußerte Meinung widerlegt, der christliche Glaube sei intellektuell inakzeptabel – egal, ob er wahr ist oder nicht.

Andererseits jedoch geht es im vorliegenden Buch um christliche Philosophie: um den Versuch, philosophische Fragen – Fragen, wie sie von Philosophen gestellt und beantwortet werden – aus einer christlichen Perspektive zu betrachten und zu beantworten. Für das im 8. und 9. Kapitel vorgestellte erweiterte A/C-Modell nehme ich zweierlei in Anspruch: Erstens zeigt es, dass und inwiefern der christliche Glaube durchaus gewährleistet sein kann, und widerlegt damit eine Reihe von De-jure-Einwänden gegen das Christentum. Außerdem möchte ich je-doch behaupten, dass dieses Modell ein brauchbares Denkgerüst liefert, mit dessen Hilfe Christen an die Erkenntnistheorie des christlichen Glaubens her-angehen können, insbesondere an die Frage, ob und inwiefern das Christentum gewährleistet ist. Demnach gibt es hier zwei Projekte – zwei Argumentationsstränge -, die gleichzeitig entfaltet werden. Das erste dieser beiden Projekte richtet sich an alle – an die Gläubigen ebenso wie an die Ungläubigen. Es soll zu einer fortwährenden öffentlichen Diskussion über die Erkenntnistheorie ihres Glaubens beitragen, ohne sich dabei auf spezifisch christliche Prämissen oder Voraussetzungen zu berufen. Dabei werde ich geltend machen, dass es, von diesem öffentlichen Standpunkt aus gesehen, nicht den geringsten Grund für die Annahme gibt, dem Christentum mangele es an Rechtfertigung, Rationalität oder Gewährleistung – jedenfalls keinen Grund, der nicht die Falschheit des christlichen Glaubens voraussetzt. Das zweite Projekt dagegen – also das Vorhaben, aus christlicher Sicht eine erkenntnistheoretische Darstellung des christlichen Glaubens zu geben – wird für Christen von besonderer Bedeutung sein. Bei diesem Projekt geht man von der Wahrheit des christlichen Glaubens aus und untersucht von diesem Standpunkt aus die Erkenntnistheorie des Christentums, indem man fragt, ob und inwiefern dieser Glaube gewährleistet ist. Vielleicht kann man es sich so vorstellen: Dieses Projekt verhält sich spiegelbildlich zum Vorhaben des philosophischen Naturalisten, der von der Wahrheit des Naturalismus ausgeht und sodann versucht, eine Erkenntnistheorie aufzustellen, die gut zu diesem naturalistischen Standpunkt passt.

Das Buch wurde von Joachim Schulte übersetzt, einem sehr erfahrenen Übersetzer, der beispielsweise Werke von Richard Rorty oder Donald Davidson in die deutsche Sprache übertragen hat. Allerdings muss ich dennoch warnen: Gewährleisteter christlicher Glaube ist keine leichte Lektüre!

VD: RK

100 Jahre Dadaismus

Die künstlerische Bewegung des Dadaismus wird 100 Jahre alt. Was der Kunst nach dem Tod Gottes und der Auflösung des Sinns blieb, waren Zufall, Konstruktion und Verstörung.

Denken wir an die Pioniere des UN-SINNS, indem wir Teilen der Ursonate Kurt Schwitters lauschen:

Tarkovskys Filme online

Andrei tarkovsky stamp russia 2007Andrei Tarkovsky (1932-1986) war ohne Zweifel einer der großen russischen Filmemacher im 20. Jahrhundert. Einige seiner Filme stehen online und können legal genossen werden. Allerdings sollte man dafür die russische Sprache gut beherrschen (was ich nicht kann).

Hier mehr: www.openculture.com.

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