Biblische Theologie

Themelios 51 (1/2026)

THEMELIOS Carson.

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift THEMELIOS ist der theologischen Arbeit von D.A. Carson gewidmet. Benjamin L. Gladd scheibt in „D. A. Carson’s Influence on Biblical Theology“:

D. A. Carson hat uns gelehrt, dass biblische Theologie – und zwar gute – von einer hohen WertschĂ€tzung der Heiligen Schrift abhĂ€ngt. Deshalb stehen Evangelikale auf diesem Gebiet an vorderster Front, und deshalb muss jede nachfolgende Generation die AutoritĂ€t und Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift erneut bekrĂ€ftigen. Carson hat zudem eine Grundlage dafĂŒr geschaffen, Verbindungen zwischen den beiden Testamenten verantwortungsvoll nachzuzeichnen. Wir mĂŒssen uns ein hermeneutisches Modell fĂŒr die LektĂŒre des Neuen Testaments zu eigen machen, das sowohl KontinuitĂ€t als auch DiskontinuitĂ€t berĂŒcksichtigt. Die Waage zu sehr in eine Richtung zu kippen, schafft ein Ungleichgewicht, das dem Text nicht gerecht wird. Wenn evangelikale Gelehrte darĂŒber nachdenken, welche Projekte sie in Zukunft schreiben sollten, wĂ€re es klug, die KontinuitĂ€t und DiskontinuitĂ€t der Schrift herauszuarbeiten.

Carson bewies eine ausgeprĂ€gte FĂ€higkeit, andere Gelehrte zusammenzubringen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Dies ist einer der GrĂŒnde, warum es so viele NSBT-BĂ€nde gibt und warum er eine atemberaubende Anzahl von Projekten herausgegeben hat. Er war stets auf der Suche nach neuen Entwicklungen und Erkenntnissen, die die Wahrheit der Bibel ans Licht brachten; er erkannte LĂŒcken in der Literatur und war entschlossen, diese zu schließen. Wenn Evangelikale das Erbe Carsons fortsetzen wollen, mĂŒssen sie dies als Team tun. Wir sind schließlich „Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes“ (1 Kor 4,1).

Die Ausgabe kann hier heruntergeladen werden: www.thegospelcoalition.org.

Die Heilige Schrift im Gottesdienst

51RpUg8sIcL SX308 BO1 204 203 200Michael Lawrence schreibt in  Biblische Theologie fĂŒr die GemeindeÂ ĂŒber die Wortzentriertheit christlicher Gottesdienste:

Nicht jeder ist damit einverstanden, den Schwerpunkt [im Gottesdienst; Anm. R.K.] derart auf das Wort Gottes zu legen. KĂŒrzlich hatte ich die Möglichkeit, einen Beitrag zu einem Buch ĂŒber den Gottesdienst zu schreiben, in dem verschiedene Autoren eine von fĂŒnf Ansichten ĂŒber den Gemeindegottesdienst beisteuerten. Außerdem hatte jeder von uns die Möglichkeit, den anderen Autoren zu entgegnen, worin man mit ihnen ĂŒbereinstimmt oder nicht. In dem Kapitel, das ich zusammen mit Mark Dever schrieb, betonten wir, dass das Wort Gottes in den wöchentlichen Versammlungen der Gemeinde im Mittelpunkt stehen muss. Alles, was wir in unseren Gemeindeversammlungen sagen, singen, beten und tun, muss, so argumentierten Mark und ich, aus der Bibel abgeleitet sein.

Einer der anderen Verfasser meinte in seiner Entgegnung auf unser Kapitel, wir wĂŒrden die Rolle des Wortes Gottes ĂŒberbetonen. Er schreibt wortwörtlich, er glaube nicht, dass „das klassische ‚predige das Wort‘ die einzige (geschweige denn vorrangige) Weise sei, wie Menschen zum Glauben kommen und darin erbaut werden.“ Wachstum, so schreibt er, geschehe nicht vorrangig durch das Hören, sondern durch das Sehen: „zu beobachten, wie andere ihren Glauben durch ihr tĂ€gliches Handeln ausleben, ist das Hauptmittel zur Transformation.“ Die Ansicht, dass Menschen dadurch verĂ€ndert werden, dass sie das gesprochene oder gepredigte Wort hören, mache aus der Predigt des Wortes, so sagt er, „etwas Magisches“.

Nun hoffe ich sehr, dass dieser Bruder Gottes Wort wertschĂ€tzt und in seinem Dienst anwendet, und ich kann nur zustimmen, wie wichtig es ist, dass die Gemeinde ihre Worte auch durch ihre Taten unterstreicht. Dennoch fĂŒrchte ich, dass er ĂŒbersieht, was die Bibel ĂŒber sich selbst bezeugt. Gott sagt uns, sein Wort werde „bewirken, was mir gefĂ€llt, und ausfĂŒhren, wozu ich es gesandt habe“ (Jes 55,11). Es ist nicht allein so, dass sein Wort ins Dasein „ruft, was nicht ist, als wĂ€re es da“ (Röm 4,17), sondern anschließend erhĂ€lt es auch alles (Hebr 1,3). Michael Horton fasst dies sehr treffend zusammen: Gottes Wort enthĂ€lt nicht nur Informationen, sondern schafft vielmehr Leben. Es ist nicht nur beschreibend, sondern auch wirksam. Wenn Gott redet, dann heißt dies: Gott handelt.

Evangelikale haben den Lehrcharakter des Wortes Gottes gegenĂŒber Modernisten und liberalen Theologen verteidigt, die die GlaubwĂŒrdigkeit der Bibel untergraben. Was aber ist mit dem Pragmatismus in unserem eigenen evangelikalen Lager, der die Allgenugsamkeit der Schrift untergrĂ€bt? Wir mĂŒssen nicht nur betonen, dass das Wort Gottes belehrend ist, sondern auch mĂ€chtig und wirksam, weil der Geist Gottes das Wort benutzt, um genau das auszufĂŒhren, was er damit beabsichtigt. Die ganze Schöpfung ist „durch Gottes Wort bereitet worden“ (Hebr 11,3; vgl. Ps 33,6), und durch eben dieses Wort sind wir eine neue Schöpfung (Röm 10,17; 2Kor 4,6). Wir wurden „wiedergeboren … durch das lebendige und bleibende Wort Gottes“ (1Pet 1,23). Aus diesem Grund sprechen die Apostel, wenn sie zu den Gemeinden reden, von dem Wort, „das in euch eingepflanzt worden ist und das die Macht hat, euch zu retten“ (Jak 1,21), von dem Wort, „das in euch bleibt“ (1J0h 2,14) und das „reichlich unter euch wohnen“ soll (Kol 3,16).

Biblische Theologie fĂŒr die Gemeinde

NewImageMichael Lawrence, Referent bei der bald beginnenden E21-Konferenz, hat eine wunderbare Einleitung in die Biblische Theologie verfasst.

Worum geht es der „Biblische Theologie“? Biblische Theologie stellt einen Zusammenhang zwischen den einzelnen BĂŒchern und Themen der biblischen BĂŒcher her. Es geht um Fragen wie: Warum sind die großen ĂŒberspannenden Themen der Bibel wie BĂŒndnisse, Prophetie und Typologie, KontinuitĂ€t und DiskontinuitĂ€t so wichtig und wie hĂ€ngen sie mit dem großen roten Faden des Evangeliums vom verheißenen Erlöser Jesus Christus zusammen?

Das Buch von Michael Lawrence wurde vom Bethanien-Verlag ĂŒbersetzt und ist als:

erschienen.

Das Inhaltsverzeichnis kann zusammen mit der Einleitung auf dem Server von Evangelium21 heruntergeladen werden: M.Lawrence_Biblische_Theologie_fuer_die_Gemeinde_(Auszug).pdf.

Übrigens: Diese Woche ist Anmeldeschluss fĂŒr die E21-Konferenz. Schon angemeldet?

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