Kultur des Todes (17): Lauterbach will aktive Sterbehilfe

Unser Gesundheitsminister Karl Lauterbach unterstützt die liberalste Vorlage zur Regelung der Sterbehilfe, über den noch in dieser Woche parlamentarisch abgestimmt werden soll. Das Ärzteblatt meldet:

In dem gemeinsamen Entwurf wird vorgeschlagen, Sterbewilligen den Zugang zu tödlich wirkenden Medikamenten zu ermöglichen, wenn sie zuvor eine Beratung in Anspruch genommen haben. Dabei sollen „Ärztinnen und Ärzte des Vertrauens“ die ersten Ansprechpartner sein, so Helling-Plahr. Vor einer Verschreibung sollen aber eine Beratung und das Einhalten einer Wartefrist verpflichtend sein.

In Härtefällen – wenn sich jemand „in einem existenziellen Leidenszustand mit anhaltenden Symptomen“ befindet – sollen auch ohne Beratung tödliche Mittel verschrieben werden dürfen. In solchen Fällen muss allerdings ein zweiter, unabhängiger Arzt zur gleichen Einschätzung kommen. Finde sich kein Arzt, der zur Verschreibung der Mittel bereit sei, solle eine im jeweiligen Bundesland zuständige Behörde entscheiden.

Ich zitiere mal aus dem Hippokratischen Eid, den meines Erachtens ein seriöser Arzt nach wie vor ernstnehmen sollte:

Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten. Auch werde ich nie einer Frau ein Abtreibungsmittel geben. Heilig und rein werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren.

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5 Kommentare
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Udo
10 Monate zuvor

Auf die griechischen Götter muss natürlich heute kein Arzt mehr seinen Eid ablegen 😉
Das ebenfalls nicht verpflichtende Genfer Gelöbnis des Weltärztebundes, sozusagen der Nachfolger des Hippokratischen Eids, hat dann aber textlich an Klarheit verloren.
Hier wird nicht länger von Tötung auf Verlangen oder Abtreibung gesprochen, wie es noch beim Hippokratischen Eid der Fall war. Höchstens die Sätze „Die Gesundheit meiner Patientin oder meines Patienten wird mein oberstes Anliegen sein.“ und „Ich werde den höchsten Respekt vor menschlichem Leben wahren.“ könnten das betreffen.
Im Zweifel gilt dann die ethische Beliebigkeit der „Götter in Weiß“, ganz in der Tradition der Verkehrung des Dekalogs: „Ich bin mein HERR und mein GOTT.“ (Genesis 3, 4ff)

Chris
10 Monate zuvor

Hm … Was Sterbehilfe (und auch Abtreibung) angeht, habe ich meine frühere Meinung überdacht und teilweise zur Öffnung hin zu diesen Möglichkeiten geändert. Ich will ganz und gar nicht für andere Leute sprechen, sondern wirklich nur für mich, aber ich habe vor allem bei der Sterbehilfe das Ganze doch zu sehr aus einer sehr bequemen und ethisch abgehobenen Warte aus bewertet und betrachtet.

Daniel
10 Monate zuvor

Was aus humanitären Gründen zunächst ermöglicht wird, kann aus Gesellschaftsverantwortung auch bald erwünscht bzw. erwartet werden:
https://www.thenewatlantis.com/publications/no-other-options

And yet stories describing just this — a system that does encourage the vulnerable to seek medical death — are coming fast and hard lately. A number of recentnewsarticles have reported on Canadians who, driven by poverty and a lack of access to adequate health care, housing, and social services, have turned to the country’s euthanasia system. In multiple cases, veterans requesting help from Veterans Affairs Canada — at least one asked for PTSD treatment, another for a ramp for her wheelchair — were asked by case workers if they would like to apply for euthanasia.

Ernst
10 Monate zuvor

„Unser“ – falsch
„Gesundheitsminister“ – falsch.
Ich lese nicht weiter.

Last edited 10 Monate zuvor by Ernst
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