Wer sind eigentlich die Eltern?

Eizellspende und Leihmutterschaft sind in Deutschland noch verboten. Paare nutzten allerdings im Ausland die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin. Wenn Kinder auf diesem Weg gezeugt werden, ist die Frage der Elternschaft oft kaum mit herkömmlichen Begriffen und Gesetzen zu klären. Deshalb soll ein reformiertes Abstammungsrecht her. „Die soziale Wirklichkeit der Familienmodelle verändert sich, und unser Recht muss mit diesem Veränderungsprozess Schritt halten, wenn seine Gestaltungskraft nicht leiden soll“, sagte Justizminister Heiko Maas der FAS. Der Begriff „Abstammung“ soll abgeschafft und möglicherweise durch den Ausdruck „rechtliche Eltern-Kind-Zuordnung“ ersetzt werden (FAS, 02.07.2017, Nr. 26, S. 6).

Eine originelle Formulierung, oder?

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Nachtrag vom 04.07.2017: Artikel ist inzwischen online: www.faz.net.

Efa: Jetzt geht’s richtig los

Die so genannte „Ehe für alle“ (Efa) ist für viele Menschen in Deutschland freudiges Ereignis. Der LGBTI-Bewegung ist es gelungen, mit einer massiv angelegten Kampagne und einem eingängigen Slogan den Druck auf die Gesellschaft so zu erhöhen, dass die Politik, vor allem die CDU/CSU, endlich nachgegeben hat und in großer Eile ein parlamentarischer Beschluss herbeigeführt werden konnte, der den Weg für die gleichgeschlechtliche Ehe freimacht.

Die LGBTI-Community wird sich damit nicht zufrieden geben. Die Bewegung, die sich auf Eigenschaften wie Authentizität und Glaubwürdigkeit beruft, hat nur ein taktisches Teilziel erreicht und wird weiter hart daran arbeiten, die bürgerliche Gesellschaft in grundlegender Weise zu verändern. Uns stehen weitere manipulative Manöver bevor. Drei Bereiche möchte ich kurz benennen:

(1) Der LGBTI-Bewegung ist es gelungen, auch konservative Kreise für sich einzunehmen, indem sie den Eindruck erweckt hat, ihr gehe es im Kern um christliche Werte. So hat etwa Jan-Marco Luczak, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Recht und Verbraucherschutz in der CDU/CSU-Fraktion, kürzlich der BERLINER MORGENPOST gesagt:

„Aus dem Blick geraten ist manchmal, worum es im Kern geht: Die Ehe ist der Liebesbeweis zweier Menschen, die füreinander einstehen wollen … Zwei Menschen sind bereit, gegenseitig Verantwortung zu übernehmen, es geht um Treue, Zuverlässigkeit, Beständigkeit. All dies sind zutiefst konservative Werte, die Anerkennung und Respekt verdienen.“

Fast entsteht hier der Anschein, die LGBTI-Bewegung sei dazu angetreten, die Ehe zu stärken, da ihr Treue und Verantwortung sehr auf dem Herzen lägen und genau dies konservative Anliegen ausmacht. Die Wirklichkeit sieht freilich anders aus. Sie zeigt, dass es sich hier um ein semantisches Manöver handelt. Treue wird anders definiert, als es sonst üblich ist. Barry Adam, ein schwuler Professor, sagte einmal zur Frage der Promiskuität in der Szene:

„Ich denke, dass die Jugendlichen mit einem ‚heterosexuellen Script’ im Kopf herumlaufen, wie Beziehungen funktionieren sollen, und adaptieren dies auf ihre Beziehungen zu Männern. Erst später realisieren sie, dass die schwule Community eigene Scripts hat, die offenbar besser funktionieren.“

Michael Bochow, der für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) 2003 die Treue in der schwulen Szene untersucht hat, kam zu folgendem Ergebnis: In etwa jeder zweiten schwulen Beziehung wird „fremdgegangen“. Dabei hat die Dauer der Partnerschaft einen großen Einfluss auf die Promiskuität der Männer. Je „länger Mann mit Mann zusammenlebt, umso mehr ‚Seitensprünge‘ finden statt. Bei den Beziehungen mit einer Länge von zwei bis zu vier Jahren leben bereits 48 Prozent der Partner nicht monogam, nach mindestens vier Jahren nur noch 28 Prozent. Bei einer Beziehungsdauer unter sechs Monaten gaben noch 80 Prozent der Paare an, sich körperlich treu zu sein.“

Das passt gut zu dem „Treueverständnis“, das Volker Beck einmal formuliert hat (Volker Beck: Legalisierung schwuler und lesbischer Lebensgemeinschaften, in: Demokratie und Recht, 1991, 4, S. 457):

„Wenn man hofft, die Schwulen zu treuen Ehepartnern zu machen, muss und wird die schwule Beziehungsrealität den Gesetzgeber enttäuschen … Offensichtlich ist für viele Paare, ihre Sexualität mit Dritten auszuleben, ein wichtiger Faktor in der Aufrechterhaltung der Partnerschaft.“

(2) Die LGBTI-Bewegung ist mit der Efa nicht zufrieden, sondern möchte die sexuelle Vielfalt als Leitkultur etablieren. Genau die Gruppen und Parteien, die sich gegen die Einführung einer Leitkultur gestemmt haben, nutzten die Naivität der anderen Parteien dazu aus, um eine Leitkultur einzuführen, die ihre eigenen Interessen verbindlich macht. Wer sich fragt, weshalb die Einführung der Efa auf so große Zustimmung traf, sollte sich einmal genauer damit beschäftigen, was heute in den Schulen zur sexuellen Vielfalt unterrichtet wird. Gerade jüngere Leute sind mit der Bejahung der Efa nur dem Geiste gegenüber treu geblieben, den sie in der Schule (und mit der Pop-Kultur) eingeatmet haben.

Und so wird es weitergehen. Beispielsweise schreibt Queer:

„Aber das Ende des Eheverbots für Lesben und Schwule ist eine wesentliche Voraussetzung für die Akzeptanz sexueller Vielfalt, weil die Gleichbehandlung nun, man verzeihe mir das Wort, zur deutschen Leitkultur gehört. Die Ehe für alle erleichtert jungen Menschen das Coming-out, rettet sogar Leben, wie Studien zeigen, und weist die Homohasser in ihre Schranken. Ob am Stammtisch, in der Kirche, in der Flüchtlingsunterkunft oder im Parlament.“

Die LGBTI-Bewegung wird sich also stärker in die Kirchenpolitik und sogar in die Außenpolitik einmischen.

(3) Eigentliches Ziel ist es allerdings, die Ehe abzuschaffen. Die TAZ schreibt ganz offen:

„Der Bundestag hat den Paragrafen 1353 des Bürgerlichen Gesetzbuches für homosexuelle Paare geöffnet. Endlich! Doch die Ehe erfährt dadurch eine Aufwertung, die sie nicht verdient hat. Sie benachteiligt unverheiratete Paare, egal ob hetero oder homo. Paare, die sich entscheiden, nicht zu heiraten, weil sie die Ehe überkommen finden. Politik besteht immer aus Etappenzielen. Deswegen ist die Gleichstellung von homosexuellen Paaren ein Erfolg. Solange Privilegien an die Ehe geknüpft sind, müssen auch Homopaare in ihren Genuss kommen. Aber die nächste Etappe ist auch klar: Es ist Zeit, die Eheprivilegien abzuschaffen.“

Wer also meint, jetzt habe die LGBTI-Bewegung ihr Ziel erreicht und der Diskurs werde sich beruhigen, dürfte noch einige Überraschungen erleben. Die Anliegen der Bewegung sollen möglichst schnell in Gesetzestexte eingegossen werden, um auf dieser Grundlage dann Kritiker der Agenda an den gesellschaftliche Rand drängen zu können. Vorhalten wird man ihnen, unverbesserlich und fundamentalistisch zu sein und in diskriminierender und widerrechtlicher Weise das friedliche Zusammenleben zu gefährden.

Peter Berger (1929–2017)

Der Religionssoziologe Peter L. Berger ist am 27. Juni 2017 verstorben. Der katholische Theologe Paul M. Zulehner erinnert sich an einen Freund. Vor sieben Jahren hatte ich ein Gespräch zwischen Al Mohler und Peter Berger hier gepostet.

In Erinnerung an Berger ein Zitat aus seinem Buch: Erlösender Glaube (2004, S. 1):

Wenn wir vorübergehend die Frage außer Acht lassen, warum jemand einen Glauben hat: Es gibt gute Gründe, weshalb viele Menschen, häufig sehr erfolgreich, ohne einen Glauben durchs Leben gehen. Schwieriger ist es einzusehen, warum jemand kein Interesse an diesem Thema haben sollte. Religiöser Glaube, egal in welcher Form, basiert immer auf einer Grundannahme – nämlich der, dass es eine Wirklichkeit jenseits der Wirklichkeit des gewöhnlichen, alltäglichen Lebens gibt, und dass diese tiefer liegende Wirklichkeit eine gutartige ist. Anders ausgedrückt: Religiöser Glaube impliziert, dass es etwas gibt, das über den Tod und die Verwesung hinaus geht, die, wie wir wissen, nicht nur uns selbst erfassen werden, sondern alles, was uns in der Welt etwas bedeutet – die Menschheit und den Planeten, auf dem die Menschheitsgeschichte ihren Lauf nimmt, und (wenn die moderne Physik Recht behält) das gesamte Universum.

Erfolgsbegriff „Ehe für alle“

Stefan Niggemeier hat in einem Beitrag nachgezeichnet, wie aus der „Homo-Ehe“ die „Ehe für alle“ wurde. Ein Lehrstück!

Natürlich hing der Kampf für die Gleichstellung nicht nur an der Durchsetzung eines Hashtags. Aber der Begriff „Ehe für alle“ half sehr, das Anliegen sympathisch, positiv und allgemein wirken zu lassen, nicht speziell und vor allem nicht sexuell. „Viele Leute sprechen das Wort ‚Homo‘ nicht gerne aus“, sagt der Initiator Sören Landmann. „Das ist schade, aber das ist Realität.“ Auch Unternehmenspartnern falle es möglicherweise leichter, eine Botschaft zu unterstützen und zu übernehmen, wenn sie nicht nach etwas Sexuellem klingt (die Eisfirma Ben & Jerry’s warb mit dem Hashtag und dem Slogan: „Yes, I dough“). Dass man plötzlich über die „Ehe für alle“ reden konnte, habe auch dafür gesorgt, dass sich mehr Menschen überhaupt zu dem Thema äußerten.

Man kann, mit etwas bösem Willen, die Übernahme des Kampagnenbegriffs in den Sprachgebrauch der Medien natürlich auch einfach dadurch erklären, dass die Mehrzahl der Journalisten die Sache an sich sympathisch fanden. Das mag auch eine Rolle gespielt haben. Mit Sicherheit trug aber auch eine gute Vorbereitung und Strategie der Aktivisten dazu bei – und die Tatsache, dass die etablierte Alternative „Homo-Ehe“ objektiv problematisch war.

Weil das Wort von der „Homo-Ehe“ als genau das Gegenteil dessen verstanden werden konnte, was er beschreiben sollte: keine besondere Ehe für Homosexuelle, sondern eine Ehe für alle.

Mehr gibt es hier (kostenpflichtig): uebermedien.de.

VD: Thomas S.!

Widerstand ist angesagt!

Ulrich Parzany hat für das Netzwerk Bibel und Bekenntnis den Beschluss zur „Ehe für alle“ kommentiert:

Unser größtes Problem sind nicht die feindseligen Angriffe aus der Mehrheitsgesellschaft, sondern die Verleugnung und Verdrehung der biblischen Wahrheit in Kirchen und Gemeinden. In fast allen evangelischen Kirchen in Deutschland sind die Kirchenleitungen zu Befürwortern und Unterstützern der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften geworden.  Die aktuelle Erklärung des Rates der EKD beweist erneut die Rücksichtslosigkeit, mit der Kirchenleitungen ihre Positionen durchsetzen wollen. Gott sei Dank akzeptieren wir in den evangelischen Kirchen kein Lehramt der Kirchenleitungen. Widerstand ist angesagt. Gemeinden, einzelne Christen und Pastoren, die dem biblischen Wort Gottes folgen, können von den Kirchenleitungen keine Unterstützung erwarten. Im Gegenteil, sie werden unter Druck gesetzt, bestenfalls als aussterbende Minderheit vorübergehend geduldet.

Die aktuelle Gesetzgebung wird den Anpassungsdruck auf die Gemeinden weiter erhöhen. Die Bereitschaft zum gemeinsamen Widerstand ist in unserem Land nicht stark ausgeprägt und gegenwärtig nur hier und da erkennbar.

Wir sollten nicht vergessen, dass die „eine heilige christliche Kirche“, der Leib des Jesus Christus, in aller Welt lebt. Außer in Westeuropa wächst die christliche Kirche weltweit – oft gerade dort, wo sie Not, Druck und Verfolgung ausgesetzt ist. In Asien und Afrika sind die Kirchen daran gewöhnt, dem Wort Gottes treu zu sein, auch wenn sie dafür einen hohen Preis zahlen müssen.

Vor kurzem begegnete ich dem lutherischen Bischof Jacob Mameo, dem Leiter der Diözese Morogoro in Tansania. Er gehört zu den Mitverfassern der Dodoma-Erklärung von 2010. Darin lehnen die lutherischen Bischöfe von Tansania alle Versuche der personellen und finanziellen Einflussnahme durch europäische Kirchen zur Durchsetzung ihrer bibelkritischen Theologie und Ethik in Afrika ab. Er reiste zwei Wochen durch Deutschland und stärkte das Vertrauen zum Wort Gottes in den Gemeinden. Das brauchen wir dringend nötig.

Amen.

Mehr: www.bibelundbekenntnis.de.

Schöpferische Gegenkultur

Evangelium21 hat eine kurze Erklärung zur Einführung der so genannten „Ehe für alle“ abgegeben. Darin heißt es:

Zugleich stellen wir mit Sorge fest, dass diese Prozesse der Verweltlichung längst auch das Leben in bekenntnisorientierten christlichen Kreisen formen. Gerade im Umgang mit unserer Leiblichkeit und in der Gestaltung des Familien- und Zusammenlebens sind wir der Welt das christliche Zeugnis oft schuldig geblieben. Deshalb ermutigen wir Kirchen, Gemeinden und Christen, jetzt nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern dort, wo es nötig ist, umzukehren und in der festen Bindung an Jesus Christus und sein Wort eine schöpferische Gegenkultur zu bilden. Lasst uns festhalten an seinen Zusagen und in allen Bereichen unseres Lebens seine Ehre suchen! Denn, so sagt es der Apostel Paulus in 2. Korinther 5,15: „Jesus Christus ist für uns gestorben, damit wir nicht mehr für uns selbst, sondern für Ihn leben“.

Die vollständige Erklärung gibt es hier: www.evangelium21.net.

Gibt es Blog-Leser, die sich mit der Geschichte des Slogans „Ehe für alle“ vertraut gemacht haben? Der Name beansprucht semantisch ja viel mehr, als der heutige Beschluss im Bundestag abdeckt. So assoziiere ich mit „Ehe für alle“ etwa eine Kinderehe, die Vielehe, die Ehe auf Zeit, oder auch die Ehe unter nahen Verwandten. Wie kam es dazu, dass dieser einprägsame Wahlspruch „Ehe für alle“ derartig große Akzeptanz gefunden hat? Anders ausgedrückt: Wie kann es sein, dass in einer Kultur, die so viel Wert auf präzise Bezeichnungen legt und fein zwischen „GenossInnen“ und „Genossen“ unterscheiden, eine Bezeichnung durchgeht, die im Blick auf das Signifikat so unscharf ist. Verantwortet wird er – so jedenfalls meine Vermutung – von Leuten, die gern mit Sprache Wirklichkeit schaffen. Gibt es bereits substantielle Stellungnahmen dazu? Das interessiert mich!

Vielen Dank!

Die Verfassung wird verbogen

Ein starker Text von Reinhard Müller:

Wer kann eine Ehe eingehen? Was den Willen der Verfassungsmütter und -väter angeht, so gibt es keinen Zweifel. Und nicht nur das: Bis in die jüngste Vergangenheit hat das Bundesverfassungsgericht stets hervorgehoben, dass die Ehe ein „allein der Verbindung zwischen Mann und Frau vorbehaltenes Institut“ ist. Die Karlsruher Richter haben freilich das Kunststück fertiggebracht, die nahezu vollständige Angleichung der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft an die Ehe mitzutragen, obwohl im Grundgesetz von einem „besonderen Schutz“ der Ehe die Rede ist.

Doch darf nicht vergessen werden: Die Lebenspartnerschaft ist, auch nach dem Willen des damaligen rot-grünen Gesetzgebers, etwas anderes, sie ist ausdrücklich keine Ehe. So hat der Bundesgerichtshof erst im vergangenen Jahr hervorgehoben, dass Lebenspartner keinen Ehenamen führen können: Die Verfassung gebiete es nicht, dass gleichgeschlechtlichen Partnern auch die Ehe offenstehen müsse. Deshalb ist jetzt der Gesetzgeber gefragt – der verfassungsändernde Gesetzgeber, wohlgemerkt. Er müsste mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit von Bundestag und Bundesrat das Grundgesetz ändern, um die „Ehe für alle“ zu etablieren.

Mehr: www.faz.net.

Wir erleben gerade die Vernichtung der Ehe

Birgit Kelle hat für die WELT die Neudefinition der Ehe kommentiert:

Jahrzehnte versuchte die gleiche linke Bewegung, die nun partout jeden verheiraten möchte, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, die Ehe für tot zu erklären. Die Grüne Jugend will das bis heute.

Nun kann man die Privilegierung der Ehe auf zwei Arten vernichten: indem man sie verhöhnt und unattraktiv macht oder indem man sie inhaltlich aushöhlt. Da der Heiratswille der Bevölkerung jedenfalls nicht totzukriegen ist, befinden wir uns auf dem Weg der zweiten Variante.

Ein Privileg, das jeder haben kann, ist kein Privileg. Wenn jeder heiraten kann, muss jeder privilegiert werden. Privilegien für alle sind aber Privilegien für niemanden. Artikel 6 Grundgesetz, der Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der Verfassung stellt, wird somit ad absurdum geführt. Am besten man schafft ihn in derselben Abstimmung im Bundestag ersatzlos ab.

Dass Familie so was wie Vater-Mutter-Kind sein soll, gilt doch schon lange als reaktionär. Heute ist jeder Familie, der sich als solche erklärt. Wer die Ehe für alle fordert, wird sich anschließend noch wundern, wer und wie viele dann gern Ehe sein würden. Wer glaubt, die Ehe einmal umformulieren zu können, der wird es auch ein zweites und ein drittes Mal tun. Oder im Namen der Antidiskriminierung tun müssen.

Wer die Ehe für Homosexuelle öffnet, liefert das unabhängig davon diskussionswürdige Adoptionsrecht für alle gleich mit. Wer auf das alles auch nur hinweist, gilt in diesem Land als homophob. Das wiederum offenbart nicht den fortschrittlichen Kampf um Toleranz, sondern vor allem den Niedergang einer demokratischen Debattenkultur.

Mehr (Bezahl-Content): www.welt.de.

Der Islam in den Werken Martin Luthers

Csm Kritzl Luther Islam 2008 6ee8060d26Welche Beurteilungskriterien benutzte der Reformator Martin Luther, um den Islam und die Türkenkriege seiner Zeit zu beurteilen? Wo sah er die Hauptunterschiede zwischen den von ihm entdeckten Wahrheiten und einer Religion, die die Christenheit im Glauben und das Heilige Römische Reich militärisch zu bedrohen schien? Und welche der von Luther genannten Kriterien sind heute für Christen noch bedeutsam und welche sind nur zeitgeschichtlich verständlich? Kann man unterscheiden zwischen denjenigen Positionen Luthers, die heute noch Relevanz besitzen im christlich-islamischen Dialog, und zwischen jenen, die aus fehlendem Wissen oder zeitgenössischer Polemik heraus entstanden sind? Diese und andere Fragen versucht der Verfasser in seinem Buch zu beantworten.

Der Österreicher Johannes Manfred Kritzl hat dazu das Buch: Adversus turcas et turcarum Deum, (Bonn: VKW, 2008) geschrieben, das derzeit gratis hier heruntergeladen werden kann: www.bucer.de.

„Axolotl Overkill“

Helene Hegemann wurde 2007 wie ein Wunderkind durch die Feuilletons gereicht. Sie hatte den postmodernen Roman „Axolotl Roadkill“ veröffentlicht und ist damit berühmt geworden. Der Romanstoff wurde zusammengeklaut (vgl. hier). Macht nichts: „Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit.“

Der Roman handelt von wohlstandsverwahrlosten Jugendlichen in Berlin. Intertextuell. Es sind Fragmente, oft zusammenhangslos. Zu lesen sind dann fast schon faschistisch anmutende Sätze, wie:

„Ich bin in Berlin. Es geht um meine Wahnvorstellungen“ – und wenn dann hauptsächlich vom Ficken und vom Kotzen, vom Scheißen, vom Saufen und vom Kiffen die Rede ist, dann nicht, weil das Leben „in Berlin“ so ist, sondern weil da gar kein Leben ist.

„Mir bereitet es keine Schwierigkeiten, dabei zuzusehen, wie einer Sechsjährigen bei vollem Bewusstsein gleichzeitig mit kochendem Schwefel die Netzhaut ausgebrannt und irgendein Schwanz in den Arsch gerammt wird, und danach verblutet sie halt mit weit geöffneten Augen auf einem Parkplatz“ …

Mit dem Film „Axolotl Overkill“ hat es der Roman nun in die Kinos geschafft. Helene Hegemann selbst hat Regie geführt. Trotz guter Schauspieler, Kulisse und Bildqualität kann „Axolotl Overkill“ aber manche Kritiker nicht überzeugen. Andrea Diener empfiehlt in ihrer „bösen“ Filmbesprechung, die Zeit lieber für einen Spaziergang oder eine leckere Pizza zu nutzen.

Hier die Kritik: www.faz.net.

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