Klaus Berger: Zur historisch-kritische Exegese

Die historisch-kritische Exegese der letzten 200 Jahre hat viel Porzellan im Haus der Christenheit zerschlagen. Prof. Klaus Berger übt in seinem Buch Die Bibelfälscher scharfe Grundsatzkritik an der historisch-kritischen Methode der Bibelauslegung. Der katholische Christ und Moderator Wolfgang Severin spricht mit Klaus Berger und verliert dabei fast die Fassung.

80 Jahre Barmer theologische Erklärung

Vor 80 Jahren trafen sich in Wuppertal-Barmen Vertreter aus allen evangelischen Landeskirchen, um sich als „Bekennende Kirche“ gegen den totalen Machtanspruch des nationalsozialistischen Staates über die Kirche zu wehren. Unter der Federführung von Karl Barth verfassten sie die „Barmer Theologische Erklärung“. Hier ein informativer DLF-Beitrag über die Entstehung der Erklärung (hier erklärt Karl Barth seine Sicht der Entstehung):

 

Gefährlicher Familienfundamentalismus

Einige Leute hoffen darauf, dass Vertreter einer christlichen Ethik dann in Ruhe gelassen werden, wenn sie gegenüber der „LSBTTIQ-Community“ gewisse Zugeständnisse machen. Der Vorwurf des „Fundamentalismus“ greife dann endlich ins Leere. Der Friede könne wieder einziehen.

Diese Erwartungshaltung erscheint mir zu optimistisch. Längst ist bloße das Festhalten an der  Familie ein Streitfall.

Thomas Gesterkamp warnte schon vor vier Jahren in einer von der SPD nahestehende Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegebenen Expertise „Geschlechterkampf von rechts“ explizit vor sogenannten familienfundamentalistischen Strömungen. Wer rückwärtsgewandt in der Familie eine natürliche und ideale Einheit für die Gesellschaft sieht, soll durch die Wortschöpfung offensichtlich in die Nähe des Fundamentalismus gerückt werden. Besonders bedrohlich sind selbstverständlich die Kritiker des Feminismus. So lesen wir (Thomas Gesterkamp, Geschlechterkampf von rechts, Expertise der Friedrich-Ebert-Stiftung, 2010 S. 4):

Konservative Publizisten, Männerrechtler, Familienfundamentalisten, militante Abtreibungsgegner, evangelikale Christen und rückwärts gewandte katholische Kirchenobere wenden sich gegen ein gemeinsames Feindbild: den Feminismus. Sie prangern eine angebliche Bevormundung in geschlechterpolitischen Fragen an: Der „ausufernde Gouvernanten- und Umerziehungsstaat“ fördere einseitig die Frauen und benachteilige die Männer.

Robert Claus, Experte für Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin, hat nun – ebenfalls im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung – der Bekämpfung des Familienfundamentalismus weitere Schubkraft verliehen. Alarmiert von einem erstarkenden Interesse an dem Thema Männlichkeit verweist er auf die Gefahren der Dekonstruktionskritik und des Maskulismus (Robert Claus, Maskulinums: Antifeminismus zwischen vermeintlicher Salonfähigkeit und unverhohlenem Frauenhass, Friedrich-Ebert-Stiftung, 2014 S. 84):

Die gesellschaftlichen Anknüpfungspunkte des Maskulismus sind reichhaltig vorhanden und das feministische Geschlechterwissen keineswegs so hegemonial, wie behauptet wird. Zwar konnten in einigen gesellschaftlichen Teilbereichen feministische Erfolge erzielt werden, doch sind sexualisierte Gewalt und ökonomische Macht von Männern sowie der Ausschluss von Frauen aus vielen Bereichen des öffentlichen Lebens immer noch Realität. Darüber hinaus könnte der Maskulismus perspektivisch den Druck auf (pro-)feministische, gleichstellungspolitische sowie dekonstruktivistische Projekte erhöhen und sie verstärkt in defensive Auseinandersetzungen zwängen. Die Kritiken an Frauenförderungsmaßnahmen wurden in dieser Arbeit analysiert. Zugleich betrifft dies emanzipatorische Männlichkeitspolitiken. Als Beispiel für diese Entwicklung kann die Stellungnahme Amendts zum Berliner Verein Dissens angeführt werden, in der er dessen dekonstruktivistische Ansätze in der Jungenarbeit scharf angreift. Amendt warf ihm „Identitätszerstörung“ vor und forderte finanzielle Förderer wie das Bundesfamilienministerium zum Handeln auf. Darüber hinaus gelang es der maskulistischen ‚Bewegung’, vor allem Agens, in den letzten Jahren vermehrt, gesellschaftlich renommierte Partner/-innen in Wissenschaft und Politik zu finden und ihre geschlechter- politischen Thesen somit einem größeren Publikum zu eröffnen. So veranstaltete z. B. die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vom 21.–22. September 2012 den „zweiten Männerkongress“ unter dem Titel „Scheiden tut weh. Elterliche Trennung aus Sicht der Väter und Kinder“. Zu diesem Kongress wurde in der maskulistischen ‚Bewegung‘ stark mobilisiert, denn Agens trat als gleichberechtigter Veranstalter in Erscheinung.

„Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat“, heißt es im Artikel 16 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Im Artikel 6 des Grundgesetzes der Bundesrepublik wird die Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung gestellt. Damit niemand, der sich auf diese Grundrechte beruft, unter den „Fundamenalismusverdacht“ gestellt werden kann, wird in den nächsten Jahren vermutlich eifrig an der semantischen Neubesetzung des Familienbegriffs gearbeitet. Möge es nicht gelingen.

Antisemitismus

Antisemitische Ressentiments finden sich im Islamismus, sind verankert im Rechtsextremismus und brechen sich in Teilen des linksextremistischen Milieus Bahn. Zu einfach wäre es allerdings, judenfeindliche Einstellungen radikalen Gruppierungen allein zuzuschreiben, denn sie existieren auch in der Mitte der Gesellschaft. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich mal Aus Politik und Zeitgeschehen 28–30/2014 ansehen.

In dem Beitrag „‚Man wird doch noch mal sagen dürfen …‘ Antisemitismus in Hoch- und Populärkultur“ geht die Autorin Lena Gorelik auch auf das Gedicht „Was gesagt werden muss“ von Günter Grass ein, das am 4. April 2012 in den Tageszeitungen „Süddeutsche Zeitung“, „La Repubblica“ und „El País“ erschienen ist. Jacob Augstein hatte damals Grass wortstark verteidigt.

Jakob Augstein, Journalist und Verleger, anerkannter Sohn des „Spiegel“-Begründers Rudolf Augstein und leiblicher Sohn des Schriftstellers Martin Walser, Chefredakteur der Wochenzeitung „Der Freitag“ und Kolumnist auf „Spiegel Online“, befand zwar, dass das Gedicht „Was gesagt werden muss“ aus literarischer Sicht nicht groß sei, kommentierte aber folgende Zeile von Grass „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden“ mit den Worten: „Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen. Ein überfälliges Gespräch hat begonnen.“ Der Journalist, der sich beim Literaten für einen vermeintlichen Tabubruch bedankte, landete auf der Negativliste des Simon-Wiesenthal-Centers, in der „Top-Ten“ antisemitischer und antiisraelischer Verunglimpfungen für 2012 auf dem neunten Rang, was zu Empörung in der deutschen Presselandschaft führte. Diese Empörung – neben Augstein fanden sich auf der Liste unter anderem Führer der ägyptischen Muslimbruderschaft und die iranische Regierung um Mahmud Ahmadinedschad – ist verständlich.

Nichtsdestotrotz kann und muss man diskutieren, warum Jakob Augstein bei der Beschreibung von Gaza auf aus anderen Zusammenhängen entliehene Begriffe wie „Lager“ zurückgreifen muss. Bei Literaturnobelpreisträgern, Journalisten und Publizisten, die, so möchte man annehmen, das Wort und das Spiel mit Worten lieben und auch beherrschen, darf man erwarten, dass sie sich genau, und zwar ganz genau, überlegen, mit welchen Begriffen sie, erst recht bei brisanten Themen, um sich werfen. Auch hier gibt es eine dünne Linie zwischen Begriffen, die akzeptabel sind, und jenen, die den Eigenschaftszuschreibungen zuzurechnen sind, die den Antisemitismus kennzeichnen, wenn sie die Juden (und hierfür muss vorab der Staat Israel mit dem jüdischen Volk gleichgesetzt werden) als machthungrig, gefährlich, hinterhältig, zerstörerisch, verschwörerisch, nachtragend oder geldgierig beschreiben. Dazwischen, auf der ganz dünnen Linie, stehen all jene Begriffe und Bilder, die nicht per se antisemitisch sind, aber jederzeit so aufgeladen, interpretiert und aufgenommen werden können.

Die Ausgabe kann hier in verschiedenen Formaten heruntergeladen werden: www.bpb.de.

Sprachliche Gleichbehandlung revidieren

In Österreich haben am Montag insgesamt 800 Uni-Professoren, Lehrer, Journalisten und Sprachkritiker in einem Offenen Brief zur Abschaffung der gegenderten Sprache aufgerufen.

Hier einige Auszüge:

Die gegenwärtige öffentliche Diskussion zur sprachlichen Gleichbehandlung von Frauen und Männern veranlasst die unterzeichneten Linguisten, Germanisten, Hochschul-, Gymnasial- und Pflichtschullehrer, Journalisten und Schriftsteller, aber auch andere Personen des Gesellschaftslebens, dringend eine Revision der gegenwärtigen Vorschriften zu fordern. Es ist Zeit für eine Rückkehr zur sprachlichen Normalität.

Die derzeit durch den Frauenförderungsplan von oben her verordnete konsequente getrenntgeschlechtliche Formulierung zerstört die gewachsene Struktur der deutschen Sprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit. Man versuche z. B. nur § 2 des Bundesgleichbehandlungsgesetzes zu lesen und zu verstehen. Die Verpflichtung zur generellen getrenntgeschlechtlichen Formulierung führt darüber hinaus dazu, dass manche Aussagen nun schlichtweg nicht mehr „politisch korrekt“ formulierbar sind, z. B. Sätze wie „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer“. Das Beispiel zeigt klar auf: Die verordneten Vorschriften widersprechen zum Teil den Grundregeln unserer Sprache.

Die feministisch motivierten Grundsätze zur „sprachlichen Gleichbehandlung“ basieren auf einer einseitigen und unrichtigen Einschätzung der Gegebenheiten in unserer Sprache. Das „generische Maskulinum“(z. B. Mensch, Zuschauer…) zum Feindbild zu erklären und dessen Abschaffung zu verlangen, blendet die Tatsache aus, dass unsere Sprache ebenso ein „generisches Femininum“ (z. B. Person, Fachkraft…) und ein „generisches Neutrum“ (z. B. Publikum, Volk…) kennt. Alle seit Jahrhunderten als Verallgemeinerungen gebrauchten Wörter umfassen prinzipiell unterschiedslos beide Geschlechter. Die angeführten Beispiele beweisen dies. Es kann also weder die Rede davon sein, dass das jeweils andere Geschlecht nur „mitgemeint“ sei, noch dass das „generische Maskulinum“ ein „geronnener Sexismus“ wäre und für die Unterdrückung der Frau in der Sprache stünde. Die Sprachfrequenzforschung belegt ganz im Gegensatz dazu überzeugend, dass der feminine Artikel „die“ in allen Arten von Texten um ein Vielfaches häufiger repräsentiert ist als der maskuline Artikel „der“.

Auch auf die Forderung, ausweichende Formulierungen zu suchen, ist zu verzichten, weil der Schreiber durch krampfhaftes Suchen nach Ersatzformen häufig vom Wesentlichen des Inhalts abgelenkt wird und andererseits der Leser durch gekünsteltes Wortgut irritiert wird.

Außerdem muss gewährleistet sein, dass durch die traditionsgemäße Anwendung verallgemeinernder Wortformen die Verständlichkeit von Texten wieder den Vorrang vor dem Transport feministischer Anliegen eingeräumt bekommt. Dies vor allem im Hinblick auf

  • Kinder, die das sinnerfassende Lesen erlernen sollen,
  • Menschen, die Deutsch als Fremdsprache erwerben und
  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen (z. B. Blinde, Gehörlose, Menschen mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten)

Der vollständige Brief kann hier eingesehen werden: www.diesteirische.at.

Powerpoint: Tarnung für inhaltliche Leere

Vor Powerpoint-Präsentationen gibt es inzwischen kaum ein Entkommen – ob im Büro, im Hörsaal oder im Gottesdienst. Nun warnen Forscher: Die Folien machen dumm.

In ihrem FAZ-Beitrag schreibt Bettina Weiguny:

Selbst auf Großveranstaltungen der Konzerne – neudeutsch Town-Hall-Meeting, traditionell Betriebsversammlung – werden dem Publikum Folien mit Diagrammen (steigende Kurven sind immer gut) – zugemutet. Da werden ganze Autofabriken leer geräumt, damit die Großleinwände Platz finden: Mann und Frau vom Fließband, angerückt im Tausender-Trupp, soll an unleserlichen Balken erkennen, wie toll die eigene Firma dasteht (oder wie ernst die Lage tatsächlich ist, wenn Opfer der Belegschaft gefordert sind).

Eigentlich durchblickt jeder, was da an Blendwerk betrieben wird, um zu vertuschen, wie wenig der Vortragende zu sagen hat oder preisgeben will. An anderen Referenten wird das unter Büromenschen auch heftig kritisiert. Nur die eigenen Folien, die sind natürlich die strahlende Ausnahme; erhellend, zielführend. Schon klar.

Der ganze Powerpoint-Zirkus sei nicht nur nervig, sondern schädlich, schrieb schon 2003 der Yale-Professor Edward Tufte in einem Artikel mit der Überschrift „Powerpoint is evil“. Powerpoint ist grausam. Und nicht nur das: Powerpoint macht dumm, behauptete der Emeritus für Statistik, Grafik-Design und politische Ökonomie. Denn das Programm fördere die ausufernde Vermüllung der Präsentationen mit gehaltlosen Info-Grafiken, mit „Chart-Junk“.

Ich glaube, dass hier und dort der Einsatz von Folien hilfreich ist. Aber die Kritik am Folienwahn, der übrigens oft schon in den Schulen „anerzogen“ wird, ist berechtigt.

„Gender- und Queer-Perspektive“ als Befreiung?

Im Materialdienst des Konfessionskundlichen Instituts (KI)  wurde kürzlich ein Aufsatz über die „Gender-und Queer-Perspektive“ publiziert. Freundlicherweise darf ich hier einen beachtenswerten Leserbrief wiedergeben, der von Pfr. i. R. Burkard Hotz dazu verfasst wurde.

„Gender- und Queer-Perspektive“ als befreiende Kraft?

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich will mit dem Positiven beginnen: Bei der Lektüre der Ausgabe 2 /2014 des Materialdienstes habe ich mit großem Interesse den Aufsatz von Markus Iff, Seite 23 ff über das Taufverständnis innerhalb der FeG studiert. Gerade weil die FeG hier einen eigenständigen und toleranten Weg zwischen dem „harten Baptismus“ und dem Taufverständnis der Großkirchen geht, ohne einerseits die Taufe theologisch zu entkernen oder andererseits sie theologisch so hoch zu hängen, dass der Glaube fast schon schädlich scheint, weil er das bedingungslose Heilshandeln Gottes einschränken könnte. Hier geht die FeG in der Tat einen originellen Weg, der für Gemeindeleitungen seelsorgerlich einen echten Handlungsraum nach innen ermöglicht und der nach außen eine erfreuliche ökumenische Weite erschließt. Also dieser Aufsatz hat mich sehr gefreut, nicht zuletzt deshalb, weil ich seit meinem Ruhestand, ich war bis 2012 Pfarrer in der EKHN, gerne auch die Gottesdienste in der FeG hier in Wiesloch besuche und mit Freude diese lebendige Gemeinde wahrnehme.

Nun möchte ich zu dem Beitrag von Katharina Röllmann, Seite 32 ff einige kritische Gedanken und Fragestellungen mitteilen, weil ich diesen Beitrag für gut geeignet halte, anschaulich zu zeigen, wie GendertheoretikerInnen es lieben, mit ihrem Thema umgehen. Sie entfalten ihr Thema üblicher Weise in drei Schritten.

In einem 1. Schritt wird eine wissenschaftlich beeindruckende empirische Feld-Analyse zum Verhältnis Frauen – Männer vorgelegt, in unserem Fall sogar aus unterschiedlichen Kulturräumen. Mit großem methodischen Aufwand wird der Frage nachgegangen, sind Predigten geschlechtsspezifisch, also predigen Frauen und Männern unterschiedlich? Nun wird die beeindruckende Analyse durch die verschiedensten Raster und kategorialen Muster geschüttelt und nach dieser komplexer Analyse kommt man zu dem 2. Schritt: Ja, Gender hat Recht, die Predigten sind unterscheidbar, Frauen predigen tendenziell anders als Männer. Ja, es gibt so etwas wie ein geschlechtsspezifisches Predigen. Allerdings sind die mit großem analytischem Forschungsaufwand und einer sehr anspruchsvollen Terminologie gewonnen Ergebnisse nicht sehr überraschend: also Frauen predigen „generell lebensnäher, spezifischer und emotionaler“. Eine Beobachtung, die ich als langjähriger Gemeindepfarrer auch ohne beeindruckenden wissenschaftlichen Aufwand im Prinzip eins zu eins bestätigen kann. Das ist also der 2. Schritt der Genderanalyse. Männer und Frauen gehen das Predigen anders an, bringen andere Prägungen, Erfahrungen und Aspekte ein. Das ist doch ein erfreuliches Ergebnis, so könnte man denken, und eine schöne und zukunftsweisende Erkenntnis für das Reich Gottes. Wir können mit Freude die Unterschiede zwischen Frauen und Männern als Begabungen und Reichtum entdecken und fördern, und gerade diese Unterschiedlichkeit als von Gott geschenkte gleichwertige Gaben für Frauen und Männer bejahen. Und eben diese geschlechtsspezifischen Unterschiedlichkeiten dürfen in der Gemeinde als gemeinsames Lernfeld der gegenseitigen Bereicherung und in lebendiger komplementärer Ergänzung der Verkündigung des Wortes Gottes und dem Aufbau der Gemeinde dienen.

So könnte man dankbar denken und es engagiert leben, doch weit gefehlt, wer so denkt, so klärt uns die Autorin auf, ist noch gänzlich unaufgeklärt und verharrt in „starren Geschlechterkategorien“. Wer so denkt, macht unerlaubter Weise einen Punkt, wo um Gottes Willen ein Komma hingehört, wird uns gesagt. Wer so denkt, hat weder die Genderwahrheit – und bei Frau Röllmann maximal theologisch getoppt – noch „die befreiende Kraft des Evangeliums und das Wirken Gottes!“ – überhaupt verstanden. Denn jetzt kommt der entscheidende 3. Schritt, der wahre Gender-Schritt. Jetzt kommt der Akt der Befreiung. Schritt 1 und 2 waren nur das Vorspiel, das Glockengeläut und das Präludium, jetzt aber kommt die wahre Liturgie, der wirklich Gender-Gottesdienst! Das mit großem und beeindruckendem wissenschaftlichem Aufwand ermittelte Ergebnis der Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen ist im Grunde nur dazu da, – man kann es kaum fassen! – um beseitigt zu werden. : „Die Blickwinkel von Frauen und Männern auf die Welt scheinen noch Unterschiede aufzuweisen. Dies muss aber nicht so bleiben. Es ist eine wesentliche Funktion der Kirche nicht nur mit Wirklichkeitsperspektiven umzugehen, sondern sie auch zu verändern und zu erweitern. Damit kann sie einen Raum eröffnen, in dem die befreiende Kraft des Evangeliums wirken kann. Dies ist eine Befreiung aus einengenden Wirklichkeitsverständnissen hin zu Perspektiven, die menschliche Kategorien übersteigen. Die Dekonstruktion von Geschlechterkategorien kann dabei symbolisch wirken“.

Jetzt ist die Katze aus dem Sack und Gender wird geradezu orthodox-evangelisch als befreiende Kraft des Evangeliums präsentiert. Die vorher mit einem Riesenaufwand herausgestellten und präzisierten Geschlechter von Frau und Mann sollen gerade überwunden, im Genderslang „dekonstruiert werden“ , weil sie ja selber nur soziale Konstruktionen seien, die ein „einengendes Wirklichkeitsverständnis“ transportieren. Bei Frau Röllmann wird dabei diese dekonstruktivistische Gender-und Queer-Perspektive nahtlos mit der „befreienden Kraft des Evangeliums“ und der „christlichen Identitätsfindung“ in eins gesetzt. Ich reibe mir erstaunt die Augen und frage mich, ist das nicht eine hochgradige ideologische Instrumentalisierung des Evangeliums von Jesus Christus? Ist es nicht ein wahnhaftes pseudotheologisches Konstrukt, das wirklich der Dekonstruktion bedarf, dass die Identität in Jesus Christus (z. B. nach 2. Kor. 5, 17) und die Qeertheorie, die sich energisch der Zerstörung von Frausein und Mannsein widmet, sich dem „gleichen Paradox“ verdankten?

Natürlich bekommen bei Frau Röllmann auch die bösen konservativen Freiheitsverhinderer ihr Fett ab: „Gerade in den wachsenden christlich-konservativen Kreisen der USA gibt es klare Modelle von zwei Gruppen, die Männer und Frauen genannt werden“. Das ist wirklich erstaunlich, dass dies schlimmer Weise nicht nur in den USA sondern auch unter uns in Europa seit vielen Jahrhunderten geschieht, auch bei uns gibt es, man glaubt es kaum, zwei Gruppen, die Männer und Frauen genannt werden!! Und ich oute mich als Mann, der dies bewusst unterstützt und der keinerlei gegenderte Dekonstruktion begehrt, im Gegenteil, der sogar in der Pflege der komplementären Geschlechterbeziehung von Mann und Frau – wesentlich in der Ehe – eine entscheidende Aufgabe in Kirche und Gesellschaft sieht und sich für sie einsetzt. So rufe ich Frau Röllmann zu: ‚Setze kein Komma, wo Gott einen Punkt, ja sogar ein Ausrufungszeichen gesetzt hat!‘

Ja, ich bin gegen Frau Röllmann und der Vielzahl ihrer wissenschaftsgewaltigen Gesinnungsgenossinnen der Überzeugung, dass in der Geschlechterkomplementarität von Mann und Frau, mit ihrem exklusiven ehelichen Segen der Fruchtbarkeit, die conditio humana im jüdisch-christlichen Kulturstrom eine grundlegende und bewährte Ausprägung gefunden hat. Ihre im Namen einer vermeintlichen Freiheit propagierte und praktizierte „Dekonstruktion“, d.h. ihre Zerstörung trägt für mich die Züge selbstzerstörerischer Besessenheit.

Nein für mich ist dieser Weg, den Frau Röllmann propagiert ein falscher und gefährlicher, eben ein massiv kontaminierter Weg. Die Abschaffung der Geschlechter von Mann und Frau und damit die Zerstörung der Familie mit Vater und Mutter und des generationalen Zusammenhangs der Familien, werden weder der Kirche noch der Gesellschaft einen lebensdienlichen Zuwachs an Freiheit und Gerechtigkeit bringen. Im Gegenteil, wir werden durch diese wahnhafte Entgrenzung von Identität und die bewusste Abschaffung von Vater und Mutter und die Auflösung des generationalen Zusammenhangs immer verwirrter und unfruchtbarer, immer desorientierter und haltloser werden. Genau dies ist ja eine erklärte Absicht der Gender-Ideologie, nämlich Verwirrung zu stiften. Darin scheint sie sehr erfolgreich zu sein!

Frau stud. theol. Anna Katharina Röllmann, schon in jungen Jahren preisgekrönt, hat sicher im ideologischen Klima des derzeitigen landeskirchlichen Protestantismus eine große Zukunft vor sich. Sie wird dringend gebraucht, und viele Stellen und Tätigkeitsbereiche stehen ihr offen, denn der dekonstruktivistische Genderbedarf in Kirche und Gesellschaft ist riesig, und es gibt sehr, sehr viel zu tun für die schöne neue Genderwelt. Außerdem muss den konservativen Feinden dieser kulturrevolutionären Befreiung zum wahren Menschensein auf allen Ebenen das Handwerk gelegt werden. Auch dies wird sehr viel Arbeit sein.

Ich allerdings bin davon überzeugt, dass eine Kirche und die mit ihr verbundene Theologie, die die Gender- und Queertheorie und – praxis mit dem befreienden Evangelium von Jesus Christus ideologisch parallelisiert, keine Zukunft hat. Denn es ist der konsequente Weg in ein neues Heidentum.

Das waren Gedanken, die mich bei Lektüre des sehr erhellenden Beitrags von Frau Röllmann beschäftigten.

Ich grüße Sie herzlich und wünsche Ihnen Gottes Segen

Schätze der Gnade online

51nkOLENz4LDer Verlag für Kultur und Wissenschaft hat erfreulicherweise die Druckfahnen des Buches:

im Internet bereit gestellt.

Im Vorwort des Buches heißt es:

Der Glaube an Jesus Christus wird in Europa gegenwärtig durch zwei sich überschneidende Entwicklungen herausgefordert. Wir beobachten zum einen, dass sich die Gesellschaft zunehmend vom Christentum entfremdet. Viele Menschen haben den Bezug zur Kirche verloren und hinterfragen oder bedrängen den Glauben und das christliche Leben. Klare Glaubensüberzeugungen werden zunehmend pauschal abgelehnt und bekämpft. Gleichzeitig ist festzustellen, dass das Christentum selbst seine Kraft und Ausstrahlung verliert, da es sich von Christus entfernt. Bereitwillig säkularisieren sich Gemeinden sowie einzelne Gläubige und geben biblische Positionen zugunsten gesellschaftlich akzeptablerer und zeitgemäßerer Standpunkte auf. Viele Christen verlieren angesichts dieser Entwicklungen den Mut, ihren Glauben klar zu bekennen und konsequent auch dort zu leben, wo dies auf Widerstand stoßen könnte. Einige fragen sich sogar: Wie sollen Theologie, Verkündigung, Mission und Gemeinde unter diesen Umständen fortbestehen?

Im Herbst 2009 trafen sich neunzehn Christen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in München, um sich über diese „Krisenerfahrung“ auszutauschen und darüber nachzudenken, was diesen Tendenzen entgegengesetzt werden kann. Die Gesprächsteilnehmer kamen aus unterschiedlichen Berufen und gemeindlichen Hintergründen, unter ihnen Pastoren, Lehrer, Verleger und Studenten. Einige kamen aus Landeskirchen, die meisten gehörten Freikirchen an. Was sie verband, war die Liebe zur reformatorischen Theologie sowie der Glaube an die Kraft des Evangeliums.

Auch wir waren damals dabei. Wir erinnern uns sehr gut an unsere Einigkeit in der Bewertung der gegenwärtigen Herausforderungen. Wir alle teilten die Sorge darin, dass wichtige Aspekte des biblisch-historischen Glaubens in vielen Kirchen und Gemeinden immer mehr verwässert werden. So schwindet das Vertrauen in die Heilige Schrift, das Wissen um die Verlorenheit des Sünders, die Freude über die Glaubensgerechtigkeit, die Dankbarkeit für den stellvertretenden Sühnetod von Jesus Christus oder auch die „Retterliebe“. Trotzdem machte sich in der Runde kein Pessimismus breit. Wir erkannten, dass die „Krise“ eine Chance sein kann, wenn wir gemeinsam biblische Wahrheiten und die Heiligung des Lebens wiederentdecken und auf die Kraft des Kreuzes, die heilsame Gnade Gottes wie auch die Stärke des Heiligen Geistes vertrauen.

Da wir nordamerikanische Netzwerke wie die „Gospel Coalition“ oder „Together for the Gospel“ und auch Organisationen wie „Desiring God“, „9Marks“ oder „Redeemer City to City“ gut kannten, überlegten wir, ob es nicht an der Zeit sei, auch in Deutschland eine ähnliche Vereinigung aufzubauen. Nach mehreren Gesprächen und Gebet haben wir uns entschlossen, erste Schritte in diese Richtung zu gehen. Die Gemeinschaft wurde verbindlicher, wir formulierten unsere „Theologischen Grundlagen“, gaben dem Netzwerk den Namen „Evangelium21“, hielten erste Konferenzen ab und gründeten schließlich im Jahr 2012 einen eingetragenen Verein.

Seit 2011 findet jährlich eine 3-tätige Konferenz statt, die von vielen hunderten Personen besucht wird und durch die Pastoren, Prediger, Älteste und sonstige engagierte Christen im Glauben gestärkt und zugerüstet werden. Außerdem ist inzwischen mit dem Netzwerk „Josia – truth for Youth“ eine Tochterorganisation entstanden, die das Anliegen hat, die Vision von „Evangelium21“ der nächsten Generation nahezubringen.

Durch gegenseitige Vernetzung, Austausch und die Bereitstellung verschiedener Ressourcen soll den ungünstigen Trends mit der Strahlkraft des Evangeliums entgegengewirkt werden. Obwohl die Mitglieder des Netzwerks „Evangelium21“ verschiedenen Kirchen und Gemeinden angehören, verbindet sie das uneingeschränkte Vertrauen in die Heilige Schrift sowie eine reformiert ausgerichtete Theologie. Gegründet auf den von den Reformatoren wiederentdeckten Wahrheiten – Gnade allein, Glaube allein, die Schrift allein, Christus allein, und zu Gottes Ehre allein – wollen sie demütig und zugleich mutig Impulse setzen, durch die Gemeinden belebt werden.

Als uns angeboten wurde, im Jahrbuch des Martin Bucer Seminars Einblicke in unsere theologischen Wurzeln und Anliegen zu geben, haben wir dankbar zugesagt. Die Beiträge dieses Bandes stammen allesamt von Autoren, denen der evangeliumszentrierte Gemeindebau ein Anliegen ist.

Die ersten drei Beiträge sind kirchengeschichtlich ausgerichtet. Thomas Schirrmacher, Rektor des Martin Bucer Seminars, zeigt in „Johannes Calvin: Warum wir mehr über den Reformator wissen sollten“, weshalb es die Theologie des französischen Reformators in Deutschland besonders schwer hat. Calvin ist nicht nur für den reformierten Flügel der Reformation von großer Bedeutung, sondern hat die gesamte neuzeitliche Christenheit beeinflusst. Die Calvinforschung der letzten Jahrzehnte hat aufgedeckt, dass das Calvinbild durch jahrhundertelange Propaganda verzerrt wurde. Schließlich entfaltet Professor Schirrmacher, dass Calvin bereits als junger Theologe Herausragendes zu leisten vermochte. Schon in der ersten Auflage seiner Glaubenslehre aus dem Jahr 1536 sind wirkmächtige Schwerpunkte seiner Theologie angelegt. Ron Kubsch stellt in seinem Beitrag die seit einigen Jahren beachtete Bewegung des „Neuen Calvinismus“ vor. Was genau steckt hinter dem Namen? Was sind die historischen Quellen, die Inhalte und Schwerpunkte der verhältnismäßig jungen Bewegung? Der Aufsatz geht solchen Fragen nach und entwickelt einen kurzen Ausblick. Matthias Lohmann zeigt in dem Beitrag „Zurück zu alten Ufern“, dass in Deutschland zwei große freikirchliche Denominationen reformierte Wurzeln haben. Er skizziert die theologischen Prägungen von Johann Gerhard Oncken und Hermann Heinrich Grafe und betrachtet die ursprünglichen Glaubensbekenntnisse dieser Freikirchen.

Es folgen einige theologische Aufsätze.

Richard Phillips erörtert die Frage, ob es unter den Bedingungen der Postmoderne überhaupt noch möglich ist, absolute Wahrheit zu denken. Er zeigt, dass manche Einsichten postmoderner Erkenntnistheoretiker nachvollziehbar und nützlich sind, es aber alles in allem keinen Grund gibt, ihren Relativismus zu übernehmen. Mit Herman Bavinck sagt Phillips, dass zwar der endliche Mensch das Unendliche nicht erschöpfend versteht, aber es eben doch verstehen kann, insofern Gott etwas davon offenbart. Der Christ kann mit Hilfe des Heiligen Geistes so viel Wahrheit erkennen, wie nötig ist, um sich in dieser Welt zurechtzufinden und ein gottgefälliges Leben zu führen.

Seit Jahren wird inständig darüber diskutiert, was das Evangelium eigentlich sei. Bryan Chapell verteidigt die reformatorische Deutung: Gott hat seine Verheißung erfüllt. Er hat einen Messias gesandt, um gebrochene Menschen zu retten. Daher kann man das Evangelium auch sehr gut mit den Worten zusammenfassen: „Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten“ (1Tim 1,15).
Um das Jahr 1515 erkannte Martin Luther bei der Lektüre des Römerbriefes die Rechtfertigung allein aus Glauben. Die sogenannte „Rechtfertigungslehre“ wurde zum zentralen Artikel der reformatorischen Bewegung, mit dem die Kirche steht und fällt. Philip Ryken erklärt mit Hilfe gut verständlicher Bilder diesen Glaubensartikel, damit er in uns so wie einst bei Luther die Freude an Gottes Gerechtigkeit weckt. Diese „Gabe der Rechtfertigung ist für jeden da, der da glaubt und das Evangelium annimmt. Durch seine freie Gnade bietet Gott auf der Grundlage des Versöhnungswerks Jesu Christi völlige und abgeschlossene Rechtfertigung. Wer an Jesus Christus glaubt, wird im ewigen und gerechten Gericht Gottes auf ewig für gerecht erklärt.“

In seinem zweiten Beitrag plädiert Matthias Lohmann für die Auslegungspredigt als Hauptform der biblischen Verkündigung. Er belegt, dass die ganze Bibel in einem Zusammenhang mit dem Evangelium von Jesus Christus steht und deshalb die Texte in der Predigt immer von Jesu Christi her auszulegen sind. „Das Evangelium gehört in jede Predigt!“ gibt außerdem praktische Hilfestellung dafür, wie der Evangeliumsbezug eines Abschnitts erkannt und entfaltet werden kann.

Menschen, die durch Jesus Christus mit Gott versöhnt sind, haben allen Grund, sich an Gott zu freuen und ihm fröhlich zu dienen (vgl. Ps 68,4). Warum fehlt uns bei Gottesdienst, beim Studium der Heiligen Schrift oder beim Beten so oft die Freude? Christian Wegert erörtert solche Fragen anhand von Philipper 1,1–6 und zeigt, dass unser Gottesdienst von unerschütterlicher Freude und Zuversicht getragen sein kann, sogar dann, wenn wir vor scheinbar unlösbaren Aufgaben stehen. Auch wenn wir im eigenen Leben und in der Gemeinde von Jesus Christus Unvollkommenheiten entdecken, dürfen wir wissen: „Jesus Christus wird seine Kinder vollenden auf den Tag seiner Wiederkunft hin!“

Titus Vogt stellt sich in seinem Artikel „Ist denn Gott ungerecht? Das sei ferne!“ dem Verhältnis von Gottes Souveränität und menschlicher Verantwortung. Er weist nach, dass für den Apostel Paulus Gottes Souveränität und Gerechtigkeit sowie die Verantwortung des Menschen zusammengehören.

Welche Funktion hat das Gesetz im Leben des Christen? Wie sollen Christen die Freiheit vom Gesetz konkret verstehen? Suspendiert die Liebe vom Gebot, so wie das oft behauptet wird? Die Antworten auf solche Fragen können sehr unterschiedlich ausfallen. Ron Kubsch empfiehlt im letzten Aufsatz „Liebe und tue, was du willst“ ein Gesetzesverständnis jenseits von Gesetzlosigkeit und Gesetzlichkeit.

Im Anhang des Bandes befinden sich die „Theologische Grundlage“ des Netzwerkes „Evangelium21“. Das Dokument wurde in den Jahren 2010 und 2011 vom Trägerkreis gemeinschaftlich erarbeitet. Obwohl dabei auf den Bekenntnistext der „Gospel Coalition“ zurückgegriffen wurde, folgt es nicht in allen Punkten der Vorlage, sondern repräsentiert den Konsensus innerhalb des deutschen Netzwerkes.

Wir danken all denjenigen, die zum Gelingen des Bandes beigetragen haben, zuallererst den Autoren für ihre Beiträge. Ein herzliches Dankeschön geht an Ivo Carobbio für seine zügige und zuverlässige Übersetzungsarbeit sowie an Micha Heimsoth für das Lektorat. Beate Hebold hat wieder einmal mit Fleiß und Sorgfalt den Satz übernommen. Wir danken außerdem dem „Verlag Crossway“ für das Überlassen der Übersetzungsrechte an den Aufsätzen der „Gospel Coalition“ sowie dem „Verlag für Kultur und Wissenschaft“ für die Herausgabe des Jahrbuches.

„Die wahre Erkenntnis Christi besteht darin“, schreibt der Reformator Johannes Calvin (Institutio III, 2, 6), „dass wir ihn annehmen, wie ihn uns der Vater darbietet, nämlich umkleidet mit seinem Evangelium. Denn wie er dazu bestimmt ist, der Zielund Lichtpunkt unseres Glaubens zu sein, so können wir nur dann den rechten Weg zu ihm einschlagen, wenn uns das Evangelium vorangeht.“ Wo das Evangelium uns den Weg weist, „öffnen sich dann alle Schätze der Gnade“. Wir wünschen den Lesern des Buches Wegweisung durch das Evangelium.

Ron Kubsch und Matthias Lohmann

Die PDF-Datei des Buches kann hier heruntergeladen werden: JB_2013_Schaetze.pdf.

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M. Weber über den Einfluss des Christentums

Der 20-jährige Max Weber beglückwünschte 1884 seinen Bruder Alfred mit einem Brief zur Konfirmation. In dem Schreiben ist zu lesen:

[Die christliche Religion] ist eine der Hauptgrundlagen, auf denen alles Große beruht, was in dieser Zeit geschaffen ist; die Staaten, welche entstanden, alle großen Taten, welche dieselben geleistet, die großen Gesetze und Ordnungen, welche sie aufgezeichnet haben, ja auch die Wissenschaft und alle großen Gedanken des Menschengeschlechts haben sich hauptsächlich unter dem Einfluß des Christentums entwickelt. […] Das wird Dir, je mehr Du in die Geschichtstafeln der Menschheit blickst, um so klarer werden.

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