My Beautiful Woman
Überwältigend:
Auszug aus einem klugen Leserbrief von B.S., der heute in der FAZ erschienen ist (Ausgabe Nr. 299 vom 24.12.2015, S. 6):
Zu Recht mokiert sich der Verfasser der Glosse „Unchristlich“ (F.A.Z. vom 6. Dezember) darüber, dass es in Berlin-Kreuzberg, wo „Veranstaltungen von Religionsgemeinschaften“ nicht mehr genehmigt werden sollen, nun nicht mehr „Weihnachtsmarkt“, sondern „Winterfest“ und in Solingen künftig möglicherweise „Winterbeleuchtung“ statt „Weihnachtsbeleuchtung“ heißt, und dass sogar der Martinstag einem Politiker der Linken so verdächtig ist, dass er statt seiner für die Bezeichnung „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“ plädiert.
Dem Leser wird hier – literarisch gestaltet – DDR-Realität von vor 65 Jahren vor Augen geführt, an sie knüpfen Politiker der Linken (und historisch Unbedarfte aus anderen Parteien) offenkundig nur allzu gern an – honi soit qui mal y pense! [„Beschämt sei, wer schlecht darüber denkt“, R.K.]
Anmerkungen: Die Umbenennung einiger Weihnachtsmärkte in „Winterfest“ oder „Wintermarkt“ ist, wie weitere Recherchen ergaben, freiwillig erfolgt. Weihnachtsmärkte sind von dem Beschluss des Bezirksamtes, dass nämlich grundsätzlich keine Genehmigungen für Veranstaltungen von Religionsgemeinschaften im öffentlichen Raum erteilt werden, ausgenommen. Siehe dazu: www.bildblog.de.
Dietrich Bonhoeffer wurde am 5. April 1943 verhaftet und in Berliner Gefängnissen festgehalten, bis man ihn am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenburg umgebrachte. Zu seinem ersten Weihnachtsfest im Gefängnis schrieb er am 17. Dezember 1943 aus der Zelle:
Vom Christlichen her gesehen, kann ein Weihnachten in der Gefängniszelle ja kein besonderes Problem sein. Wahrscheinlich wird in diesem Hause hier von Vielen ein sinnvolleres und echteres Weihnachten gefeiert werden als dort, wo man nur noch den Namen dieses Festes hat. Daß Elend, Leid, Armut, Einsamkeit, Hilflosigkeit und Schuld vor den Augen Gottes etwas ganz anderes bedeuten als im Urteil der Menschen, daß Gott sich gerade dorthin wendet, wo die Menschen sich abzuwenden pflegen, daß Christus im
Stall geboren wurde, weil er sonst keinen Raum in der Herberge fand — das begreift ein Gefangener besser als ein anderer und das ist für ihn wirklich eine frohe Botschaft, und indem er das glaubt, weiß er sich in die alle räumlichen und zeitlichen Grenzen sprengende Gemeinschaft der Christenheit hineingestellt und die Gefängnismonate verlieren ihre Bedeutung.
Ich werde am Heiligen Abend sehr an Euch alle denken, und ich möchte gern, daß Ihr glaubt, daß auch ich ein paar wirklich schöne Stunden haben werde und mich die Trübsal bestimmt nicht übermannt …
Emil Brunner schreibt (Gerechtigkeit, Zürich: 1943, S. 52–54):
Ebensowenig als der biblische Gleichheitsgedanke die Individualität und die korporative Ergänzungsgemeinschaft aufhebt, ebensowenig hebt der biblische Individualitäts- und Korporationsgedanke die Gleichheit auf. Primär ist die in Gottes Ruf begründete unmittelbare Selbstverantwortung gegenüber Gott und die in ihr begründete Würde und Gleichheit; sekundär, aber darum nicht unwesentlich, ist die in der Bestimmung zur Gemeinschaft begründete Angewiesenheit aufeinander und ihr natürliches Substrat, die individuelle Begrenztheit und Eigenart. Primär ist darum in der christlichen Idee der Gerechtigkeit die Gleichheit und das gleiche Recht aller; sekundär, aber deshalb nicht unwesentlich, ist die Verschiedenheit dessen, das einem jeden in der Gemeinschaft zukommt.
So sieht der christliche Glaube Gleichheit und Ungleichheit der Menschen, so bestimmt er darum das Prinzip der Gerechtigkeit. Unter den Reformatoren hat wohl Calvin diesen Zusammenhang zwischen der Schöpfungsordnung und dem Gleichheit-Ungleichheitsproblem am klarsten erfasst und zur Geltung gebracht. Seine Anschauungen darüber lassen sich in den Worten eines massgebenden Calvinforschers folgendermaßen zusammenfassen: «Wohl sind die Menschen von Natur gleich … Weil sie alle dasselbe Ebenbild Gottes tragen, ist auch die aus dieser Gleichheit unmittelbar quellende Brüderlichkeit für sie eine Gabe und Aufgabe zugleich. Aber diese Brüderlichkeit berührt in keiner Weise die sozialen Unterschiede, die überlegenen Ordnungen in der Familie und in der Gesellschaft … Die unbestreitbare Gleichheit aller Menschen vor Gott, die durch das ihnen eingeprägte Gottesbild klar gekennzeichnete Gleichwertigkeit, bedeutet noch nicht Gleichartigkeit … Die Ordnung setzt die Mannigfaltigkeit und Gliederung und darum die Ungleichheit der Gaben und Aufgaben, Würden und Leistungen innerhalb des gesellschaftlichen Körpers voraus. Die Spannung zwischen der natürlichen Gleichheit und der gliedhaften Ungleichheit verliert ihre Kraft, wenn man erwägt, dass beide, Gleichheit und Ungleichheit, in dem Setzungswillen Gottes begründet sind. Gleichheit und Ungleichheit verpflichten. Die mit der Ungleichheit gegebenen Vorrechte und Würden sind nur erhöhte Rechte auf erhöhte Pflichten. Diese immer wieder eingeschärfte, das Gleichgewicht von Rechten und Pflichten darstellende Regel entspricht durchaus dem Prinzip der Wertgleichheit. Die ungleich verteilten Gaben verpflichten zu ungleichen Aufgaben und zu einem gegenseitigen Austausch der Fähigkeiten».
Nicht wesentlich anders hat Luther gedacht und gelehrt, nur dass bei ihm das Hauptgewicht auf die Unterordnung des einzelnen unter die in der Verschiedenheit begründete Ordnung fällt. Die ihr entsprechende Überordnung und Autorität aber versteht er als eine, die einzig und allein um des Dienstes an der Gemeinschaft willen notwendig ist. «Alle Stände zielen dahin, dass einer dem anderen dient.» Die Obrigkeit hat keine andere raison d’être als allein die «den Untertanen fleissig zu helfen». «Der Hausvater allein dient im Hause; die Hausmutter allein ist die Magd. Der einzige, der im Staat untertan ist, ist die Obrigkeit. Der, der befiehlt, ist der servus servorum».
Das also ist die christliche Antwort auf die Frage, die in der formalen Gerechtigkeitslehre des Aristoteles offen bleibt und offen bleiben muss: Was der Grund der Gleichheit und der Ungleichheit, welches das Verhältnis beider zueinander, und was also das Prinzip der Gerechtigkeit sei. Die christliche Offenbarungsreligion ist die einzige, die diese Idee der Gerechtigkeit in sich trägt, die mit der Anerkennung der gleichen, unbedingten Personwürde die Anerkennung der Gemeinschaftsverantwortlichkeit als Pflicht und Recht gegenseitiger Abhängigkeit und Dienstbarkeit verbindet, die einzige, die ebenso sehr die Gleichheit wie die Ungleichheit der Menschen zur Geltung bringt und die Selbständigkeit des einzelnen zugleich mit seiner Unterordnung unter ein soziales Ganzes im Gotteswillen verankert weiss. Sie allein vermag darum den Menschen vor den Ansprüchen eines einseitigen Individualismus wie eines einseitigen Kollektivismus zu schützen.
In Apostelgeschichte 2,37–38 heißt es:
Als sie aber das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.
Martyn Lloyd-Jones legt in einer Predigt diesen Text aus und erklärt dabei, wie man ein Christ werden kann (leider nur in engl. Sprache).
Das Interesse an der Weihnachtsaktion war wieder beachtlich. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer und an die Unterstützer des TheoBlogs! Es sind etliche Bestellungen und ca. 200 Euro Spenden eingegangen. Das ist eine große Ermutigung!
Unsere jüngste Tochter kam gestern wegen eines Vereinstreffens erst spät nach Hause, hat aber dann sofort aus der blauen Ikea-Tasche unter Anwesenheit einiger Zeugen das entscheidende Los gezogen.
Das Buch Das Neue Testament und die Endzeit von Eckhard Schnabel, das freundlicherweise vom Brunnen-Verlag gesponsert wurde, geht an Larry Norman, der derzeit an der Freien Theologischen Hochschule Theologie studiert.
Herzlichen Glückwunsch!
Die neue Ausgaben der Zeitschrift Glauben & Denken heute ist soeben erschienen. Sie enthält folgende Beiträge:
Artikel
Rezensionen
Buchhinweise
Die Zeitschrift kann gratis hier heruntergeladen werden: gudh014c.pdf.
Klaus Bockmühl schreibt (Leben nach dem Willen Gottes, 2006, S. 35):
Die Grundregel der christlichen Sexualethik ist eine denkbar einfache. Sie lautet: „Ihr gehört nicht euch selbst. Machet Gott Ehre mit eurem Leibe!“
Großartig! Im April 2015 erscheint eine neue Dokumentation über das Leben von Martyn Lloyd-Jones.
Hier ein Trailer:
Es gibt übrigens ein großes digitales Archiv mit Predigten von Martyn Lloyd-Jones. Hier beispielsweise eine Predigt über Epheser 1,3 (Der ewige Bund):

Der Seelsorge Vertiefungskurs II, der vom 01.–06. März 2015 im Teencamp-Freizeithaus in Marsberg-Helminghausen (Deutschland, URL: www.tcamp.de veranstaltet wird, enthält folgende Einheiten:
Sollten Sie an diesem Kurs Interesse haben, freuen wir uns über eine möglichst schnelle Anmeldung!
Weitere Informationen finden Sie im Flyer: Vertiefung_II_maerz2015_b.pdf .