Origenes und die »Gerechtigkeit Gottes«

200px-origen3Lee Irons arbeitet gerade an seiner Promotion in Fachbereich Neues Testament am Fuller Theological Seminary. Im Rahmen seiner Studien ist er bei Origenes (185–254 n.Chr.) auf einen Text gestoßen, der Röm 3,21–22 und 10,3 im Lichte von 1Kor 1,30 auslegt. Demnach ist Christus – ganz im Sinne der Alten Paulusperspektive – die Gerechtigkeit Gottes.

Origenes kommentiert Röm 3,12 (Migne, Patrologiae Graecae, Bd. 14, Absatz 944):

We can now see what »righteousness« it is that has been manifested apart from natural law. It is the same which the apostle Paul says concerning Christ, that »he has been made unto us wisdom from God, and righteousness, and sanctification, and redemption.« Therefore, this righteousness of God, which is Christ, has been manifested apart from the natural law, but not apart from the law of Moses or the prophets. Natural law teaches us about equity among men or to know that there is a God. But that Christ is the Son of god, who is able to come to know this by nature? Therefore, apart from that law, the righteousness of God, which is Christ, has been manifested, testified to by the law of Moses and the prophets.

Doch ist Christus nicht nur Gottes Gerechtigkeit. Diese Gerechtigkeit Gottes wird all jenen frei geschenkt, die sich Jesus Christus im Glauben anvertrauen. Auf diese Weise, nicht durch Werke, werden gläubige Juden oder Griechen gerechtfertigt. Origenes (Absatz 945):

There is, he says, no distinction between Jews and Greeks, since all stand equally made under sin, as he had previously made clear, and now the righteousness of God, supported by the testimonies of the law and prophets, through faith in Jesus Christ is equally given to all … For that reason, the righteousness of God through faith in Jesus Christ coming to all who believe, whether they are Jews or Greeks, justifies those who have been purified from their prior crimes and makes them fit for the glory of God; and it makes them such, not by their merits, nor for their works, but freely offers glory to those who believe.

Hier die ganze Geschichte: www.upper-register.com/blog.

VD: JT

Weißes Haus: Politikwende in ethischen Fragen

Kurz nach der Vereidigung von US-Präsident Barack Obama am 20. Januar hat das Weiße Haus eine Politikwende in ethischen Fragen signalisiert. Erklärungen zur Abtreibung, zur Familienpolitik und zu Rechten von Homo-, Bi- und Transsexuellen wurden auf der Internetseite geändert. Die neue Regierung möchte durch mehrere Maßnahmen besonders einkommensschwache Familien stärken und gleichzeitig die traditionell ausgerichtete zivilrechtliche Politik der abgewählten Regierung korrigieren.

Weitere Informationen hier: www.idea.de.

Queermergent

Queermergent ist ein Wortspiel, das die Begriffe ›queer‹ und ›emergent‹ miteinander kombiniert. Queermergent steht für ein wachsendes Netzwerk von Christen, die ›emergent‹ und ›LGBTQ‹ zugleich leben möchten (LGBTQ bedeutet: Homosexuelle (G = gay), Lesben (L = lesbian), Bisexuelle (B = bisexual), Transgender-Leute bzw. Transsexuelle (T = transgender/transsexual) sowie Queer-Leute (Q = queer).

Auf einer neuen Internetpräsenz der amerikanischen ›Community‹ heißt es zum Selbstverständnis:

Queermergent ist ein Ort für Leute, die sich als LGBTQ verstehen und einen Platz suchen, an dem sie vernünftig über die Dinge diskutieren können, die die LGBTG-Glaubensgemeinschaft des 21. Jahrhunderts im postmodernen, emergenten/Emerging Church Kontext anbelangen. Queermergent ist außerdem ein Raum für Leute, die selbst nicht zur LGBTQ-Gemeinschaft gehören, diese aber besser verstehen wollen … Queermergent versucht für ALLE Leute offen zu sein, auch für Heterosexuelle.

Hier geht es zur Internetseite: queermergent.wordpress.com.

Os Guinness kommentiert Amtseinführung von Obama

Os Guinness kommentiert für die Zeitschrift USA Today die Amtseinführung von Barack Obama.

Hier der Kommentar: blogs.usatoday.com.

Rick Warrens Gebet

Mark Driscoll hat freundlicherweise Rick Warrens Gebet während der Amtseinführung von Barack Obama veröffentlicht und kurz kommentiert. Bei Youtube gibt es zudem einen Videomitschnitt.

rick_warrenIch gebe das Gebet hier in Amerikanisch wieder:

Almighty God, our Father:

Everything we see, and everything we can’t see, exists because of you alone.
It all comes from you, it all belongs to you, it all exists for your glory.

History is your story.

The Scripture tells us, »Hear, O Israel, the LORD is our God, the LORD is one.« And you are the compassionate and merciful one. And you are loving to everyone you have made.

Now today, we rejoice not only in America’s peaceful transfer of power for the 44th time, we celebrate a hinge point of history with the inauguration of our first African-American president of the United States.

We are so grateful to live in this land, a land of unequaled possibility, where a son of an African immigrant can rise to the highest level of our leadership. And we know today that Dr. King and a great cloud of witnesses are shouting in heaven.

Give to our new president, Barack Obama, the wisdom to lead us with humility, the courage to lead us with integrity, the compassion to lead us with generosity.

Bless and protect him, his family, Vice President Biden, the Cabinet, and every one of our freely elected leaders.

Help us, O God, to remember that we are Americans—united not by race or religion or blood, but to our commitment to freedom and justice for all.

When we focus on ourselves, when we fight each other, when we forget you—forgive us.

When we presume that our greatness and our prosperity is ours alone—forgive us.

When we fail to treat our fellow human beings and all the earth with the respect that they deserve—forgive us.

And as we face these difficult days ahead, may we have a new birth of clarity in our aims, responsibility in our actions, humility in our approaches, and civility in our attitudes—even when we differ.

Help us to share, to serve, and to seek the common good of all.

May all people of good will today join together to work for a more just, a more healthy, and a more prosperous nation and a peaceful planet.

And may we never forget that one day, all nations–and all people–will stand accountable before you.

We now commit our new president and his wife, Michelle, and his daughters, Malia and Sasha, into your loving care.

I humbly ask this in the name of the one who changed my life—Yeshua, ‚Isa, Jesus [Spanish pronunciation], Jesus—who taught us to pray:

Our Father, who art in heaven, hallowed be Thy name.

Thy kingdom come, thy will be done, on earth as it is in heaven.

Give us this day our daily bread.

And forgive us our trespasses, as we forgive those who trespass against us.

And lead us not into temptation, but deliver us from evil, for Thine is the kingdom and the power and the glory forever.

Amen.

Bücher erfassen mit Delicious Library

DL2.0.pngDie Katalogisierungssoftware Delicious Library 2 erlaubt Mac-Usern das schnelle Erfassen und Verwalten von Büchern, CDs oder DVDs. Anders als bei herkömmlichen Verwaltungsprogrammen müssen die Daten dabei nicht händisch eingegeben, sondern können über die Amazon-Datenbank eingespeist werden (sofern sie dort erfasst sind).

Obwohl Delicious Library keine echte Literaturverwaltung ist, lassen sich private Bibliotheken damit gut administrieren. Über eine Exportfunktion können die Daten zudem an andere Anwendungen (z.B. das wirklich gute Bookends) übergeben und dort weiterverarbeitet werden. Ich habe schon mit Hilfe verschiedener Anwendungen versucht, meine private Bibliothek zu erfassen. So weit wie mit Delicious Library 2 bin ich noch nie gekommen (ächz).

In einem kleinen Mitschnitt zeige ich hier, wie geschwind sich Bücher mit Delicious Library erfassen lassen, die einen Strichcode besitzen. Befindet sich auf einem Buch kein Strichcode, kann es über die ISBN-Nummer oder den Titel gesucht werden.

Eine Lizenz für die Datenbanksoftware kostet US$ 40. Ein exakt abgestimmter Bluetooth-Scanner kostet nochmals US$ 215. Allerdings lassen sich, wie im Screencast gezeigt, die Codes auch mit einer integrierten Kamera erfassen. Benötigt wird mindestens Mac OS X 10.5.

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Atheismus: Der neue Streit um Gott?

bfe85cd3fb.jpgNicht erst heute polarisiert die Frage nach Gott. Die Gottesfrage beschäftigt seit jeher die Menschen und beim gegenwärtigen ›Atheismuswahn‹ (A.E. McGrath) werden selten neue Argumente aktiviert, sondern schlicht längst überholte Positionen wiederholt.

Michael Kotsch setzt sich in seinem Buch Der Atheismus kurz und bündig mit der Diskussion um Gott und den Atheismus auseinander. Die wichtigsten Argumente für und gegen Gott werde genannt und diskutiert.

Hier gibt es noch eine Leseprobe.

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Der überschätzte Einfluss

180px-George-W-Bush.jpgOliver Maksan geht in der Tagespost den Fragen nach, was George W. Bush glaubt und welchen Einfluss dieser Glaube auf seine Politik hatte. Das Ergebnis: Der Einfluss der Religion auf Bushs öffentliches Wirken wird weitgehend überschätzt. Seine Entscheidung zum Irakkrieg beispielsweise habe nichts mit einem Kreuzzug zu tun. Eher habe der Glaube für Bush während seiner Amtszeit eine persönlich stabilisierende Rolle gespielt. Er half dem scheidenden Präsidenten, »angesichts epochaler Herausforderungen schlicht die Nerven zu behalten«.

Aber woran glaubt George Bush?

Als ein Reporter aus Houston ihn einmal fragte, warum er die Episkopal-Kirche seiner Kindheit gegen die Methodisten-Kirche ausgetauscht habe, antwortete er: »Ich bin mir sicher, dass es da große lehrmäßige Differenzen gibt. Aber ich bin nicht gebildet genug, um ihnen die erklären zu können.« Sein Biograf Jacob Weisberg hat da eine einfache Antwort: »Er versteckt seine religiösen Überzeugungen nicht. Er hat einfach nicht viele.« Weisberg glaubt, dass Bushs Glaube im Grunde vor allem einen Inhalt kennt: Therapie. »Self-help-Methodism« nennt er das, »Selbsthilfe-Methodismus«. Gott ist die starke Macht, die ihm half, seine Probleme mit dem Alkohol und mit sich selbst zu überwinden. Die ihm half, seine Ehe mit Laura zu retten und den überlegenen Vater zu ertragen. Bibel und Gebet als Therapie.

Eiferertum ist ihm fremd. So konnte er zum türkischen Premier Erdogan sagen: »Sie glauben an den Allmächtigen, und ich glaube an den Allmächtigen. Deswegen werden wir ausgezeichnete Partner sein.«

Übrigens untersuchte die Anglistin und Keltologin Lisanna Görtz für ihre Masterarbeit an der Universität Bonn 50 Radiobotschaften Bushs zum Irakkrieg und kam dabei zu dem Ergebnis, dass Bush weniger oft über Gott spricht als die meisten seiner Amtsvorgänger, und dass religiöse Anklänge bei ihm nur in Ansprachen zu christlichen Feiertagen, wie z.B. Ostern und Weihnachten, auftauchen.

Hier der Artikel von Oliver Maskan: www.die-tagespost.de.

Warum ich meinen Lehrstuhl räume

Marius Reiser ist seit 1991 Professor für Neues Testament am Fachbereich Katholische Theologie der Universität Mainz. Zum Ende des laufenden Wintersemesters legt er diese Professur aus Widerstand gegen die unter dem Titel »Bologna-Prozess« betriebene und ihm als unerträglich erscheinende Hochschulreform nieder.

Reiser beklagt eine unerträglich Senkung des Ausbildungsniveaus:

Ich persönlich habe noch keinen Kollegen getroffen, der nicht das alte System für weit besser gehalten hätte als das neue. Das mag natürlich von Fach zu Fach etwas verschieden sein. Und natürlich hätte man an dem alten System das eine oder andere reformieren müssen. Aber das neue für insgesamt besser erklären? Unmöglich. Die meisten Kollegen sind sich einig, dass hier mit einem bedeutenden Mehraufwand an Lehre, Prüfungen und Verwaltungstätigkeit eine empfindliche Senkung des Niveaus erreicht wird und erreicht werden soll, faktisch eine Nivellierung von Universität und Fachhochschule. Und dennoch machen alle mit, nur die Juristen und Mediziner halten sich heraus und leisten zumindest hinhaltenden Widerstand.

Die FAZ hat die vollständige Begründung des Theologen abgedruckt: www.faz.net.

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Schleiermachers erfahrungstheologische Begründung des Glaubens

schleiermacherGary L.W. Johnson behauptet in seiner Einführung zu dem kürzlich vorgestellten Buch Reforming or Conforming? (Crossway, 2008, ›Introduction‹, S. 15–26), dass zahlreiche post-evangelikale Theologen den erfahrungstheologischen Ansatz Friedrich Schleiermachers aufgenommen haben.

Ich stimme dieser Analyse teilweise zu und stelle zum besseren Verständnis dieses Ansatzes hier einen Auszug aus der Vorlesung über »Apologetik« ein:

Friedrich Schleiermacher (1768–1834)

Die erfahrungstheologische Begründung des Glaubens

Friedrich Schleiermacher (1768–1834) lässt sich bei seinem Versuch, den christlichen Glauben erfahrungstheologisch zu begründen, von apologetischen Interessen leiten. Er stand vor der Aufgabe, nach der von Kant ausgelösten Wende das Christentum auf neue Weise zu begründen. Sein Ansatz wurde von zahlreichen liberalen Theologen, wie z.B. Ritschl (1822–1889), Harnack (1851–1930) oder Troeltsch (1865–1923) – mehr oder weniger – übernommen.

41tpk-gim-l_sl160_Während offenbarungskritische oder konservative Theologen bisher gleichermaßen an der Vorstellung festhielten, der Glaube setze sich aus bestimmten Lehraussagen zusammen, knüpfte der späte Schleiermacher in seinem dogmatischen Hauptwerk Der christliche Glaube nach den Grundsätzen der evangelischen Kirche im Zusammenhang dargestellt (1. Aufl. 1821/22 u. 2. Aufl. 1830/31) an seine sprachlich besonders demonstrativ in der zweiten Auflage der Reden entwickelte Religionstheorie an. Demnach ist der Glaube wesentlich keine Sache des Verstandes, sondern des Gefühls.

Für Schleiermacher steht das fromme Selbstbewusstsein des Menschen, jenes »Bewusstsein schlechthinniger Abhängigkeit« im Zentrum seiner Theologie. Die Glaubenslehre beruht nach Schleiermacher auf zweierlei, »einmal auf dem Bestreben die Erregung des christlich frommen Gemüthes in Lehre darzustellen, und dann auf dem Bestreben, was als Lehre ausgedrückt ist, in genauen Zusammenhang zu bringen«. An die Stelle der Heiligen Schrift tritt das Erleben des Gläubigen. »Der Mensch war das Subjekt seiner Theologie, Gott das Prädikat.« Jan Rohls schreibt dazu:

Gott ist uns also im Gefühl auf eine ursprüngliche Weise gegeben, so daß das schlechthinnige Abhängigkeitsgefühl nicht erst sekundär aus einem Wissen von Gott entsteht. Das Bewußtsein unserer selbst als in Beziehung zu Gott stehend ist daher ein unmittelbares Selbstbewußtsein, nämlich das Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit, das das sich selbst gleiche Wesen der Frömmigkeit ausmacht. Und Gott bedeutet zunächst nur dasjenige, was in diesem Gefühl als das mitbestimmende Woher unseres Soseins mitgesetzt ist.

Während bisher Frömmigkeit verstanden wurde als eine subjektive Reaktion auf objektive Lehrinhalte, dreht Schleiermacher die Ordnung um und setzt beim Gemüt an. Die Menschen verstehen die Welt, in der sie leben, durch den Einsatz ihrer Phantasie oder Intuition besser als durch Wissen. Die Glaubensdogmen sind nicht Ursprung, sondern Folge der Glaubenserfahrung. Sätze des Glaubens sind Ausdruck des frommen Gefühls.

Da sich das religiöse Bewusstsein in jedem Menschen findet, also auch bei Gläubigen anderer Religionen, findet man bei Schleiermacher die traditionelle Spannung zwischen dem Christentum und anderen Glaubenssystemen nicht mehr. Religionen werden also auf ihr Entwicklungsstadium befragt, da sie die notwendige Entfaltung des religiösen Bewusstseins spiegeln. Da alle drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) derselben höchsten Entwicklungsstufe der Frömmigkeit angehören, können sie sich nur durch ihre Art der Frömmigkeit unterscheiden. Im Christentum kommt nach Schleiermacher die Frömmigkeit zu ihrer »reifsten Erfüllung«.

Auf diese Weise gelang Schleiermacher die intellektuelle Verteidigung des christlichen Glaubens in einem vom kantianischem Spinozismus geprägten Denkklima. Mit Karl Barth können wir sagen:

Das Christentum wird so interpretiert, daß es in dieser Interpretation, in dem als maßgebend vorausgesetzten Denken der Zeitgenossen ohne durch irgendwelche Kanten anzuecken, Raum bekommt. Ob die Leser diesen Raum beziehen, ob sie die ihnen vorgelegte anstoßfreie Darstellung des Christentums als ihren eigenen Gedanken nach- und mitdenken können und wollen, diese Frage bleibt natürlich offen. Aber das Christentum wird ihnen in einer solchen Gestalt bereitgestellt, daß ein grundsätzliches Hindernis gegen solches Beziehen dieses Raumes … nicht mehr bestehen kann.

Freilich war der Preis für diese »Anpassung« sehr hoch, denn seine evangelische Glaubenslehre war durch damals konsensfähige philosophische Voraussetzungen vereinnahmt worden. Schleiermacher hat – und auch hier können wir uns dem Verdacht des Schweizers Karl Barth anschließen, »die Umdeutung der Theologie in ein Stück allgemeiner Geisteswissenschaft vollzogen«. Schleiermacher verneint eine Autorität jenseits der Glaubenserfahrung, ob nun die der Heiligen Schrift oder die von Bekenntnissen. Zurecht hat er erkannt, dass bloßes intellektuelles Fürwahrhalten von Dogmen kein Glaube ist. Aber er ist so weit gegangen, dass er den Glauben auf die Subjektivität reduzierte.

– – –

Der Text kann (inklusive der Literaturangaben und Anmerkungen) hier als PDF-Datei herunter geladen werden: schleiermacher.pdf.

Richard Neuhaus (1936–2009)

Neuhaus.jpgAm 9. Januar verstarb mit Richard John Neuhaus einer der bedeutendsten christlichen Kulturkritiker Nordamerikas. Neuhaus konvertierte 1990 unter anderem wegen des ethischen Relativismus im heutigen Protestantismus vom Luthertum zum Katholizismus und wurde Priester in der Erzdiözese New York. Wie der kürzlich verstorbene Avery Cardinal Dulles (mit dem er eng befreundet war), genoss Neuhaus den Ruf eines brillanten Lehrers und Intellektuellen.

Aufsehen erregte er mit einer Erklärung zum Dialog zwischen der Katholischen Kirche und den Protestanten (Evangelicals and Catholics Together: Toward a Common Mission), die er zusammen mit dem Evangelikalen Charles Colson verantwortete.

Er war Gründer des Journals First Things und Autor verschiedener Bücher, darunter:

Sein letztes Buch American Babylon: Notes of a Christian Exile wird nun posthum im Frühjahr 2009 erscheinen.

Ryan Sayre Patrico hat einige schöne Fotos von John Neuhaus veröffentlicht. Zu sehen ist er dort unter anderem mit Martin Luther King Jr., Peter Berger, Joseph Razinger oder George Weigel. Hier der Link: www.firstthings.com.

Gebet für die Welt

gfdwkl_200_03Im Jahr 2002 habe ich viel Zeit mit der Arbeit an dem Handbuch Gebet für die Welt verbracht. Das Buch von Patrick Johnstone (und seinem kleinen Team) bietet Hintergrundinformationen zur geistlichen Lage in über 200 Ländern.

Für Klaus Wetzel, den Vorsitzenden des WEC International Deutschland, ist die 5. deutsche Ausgabe des Buches Gebet für die Welt ein unglaubliches Buch. Das Standardwerk über Weltmission biete nicht nur zahlreiche und aussagekräftige Fakten, es nehme, so Wetzel, zudem »den Leser in Berichte über das Handeln Gottes und das weltweite Wachstum seiner Gemeinde mit hinein«.

Die deutsche Ausgabe ist mit ihren 1100 Seiten derzeit bei Amazon für ca. € 5,00 zu haben: www.amazon.de.

The Wright Stuff

Alexander hat im Rahmen unserer Diskussion über die Rechtfertigungslehre von N.T. Wright auf einen fesselnden Bericht über die Wright/Barnett-Debatte in Sidney (2006) verwiesen.

Dankbar will ich dieser Stelle darauf verweisen: matthiasmedia.com.au.

Reform oder Anpassung?

51ikM39cjgL._SL160_.jpgDer Crossway Verlag hat im Herbst 2008 ein Buch über die post-konservativen Evangelikalen und die Emerging Church herausgegeben, dass ich empfehlen kann:

Besonders spannend finde ich den Aufsatz »No Easy Task: John R. Franke and the Charakter of Theology« von Paul Helm. Helm zeigt die Defizite der theologische Methode Franke’s deutlich auf und plädiert für das Ideal der Objektivität in der Theologie, auch wenn es derzeit in einigen Kreise populär ist, (objektiv) die Subjektivität aller Erkenntnis zu behaupten.

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