Kampfzone Familie

Durch das sogenannten „Betreuungsgeld“ sollen Eltern frei entscheiden können, ob sie ihr Kind persönlich betreuen oder in einem öffentlich bereit gestellten Angebot betreuen lassen. Eltern, die ihre Kinder selbst erziehen, sollen nicht benachteiligt werden, indem sie für alle damit verbundenen Kosten aufkommen. Deshalb können sie am dem 15. Lebensmonat für ihr Kind bis zu 22 Monate Betreuungsgeld beantragen. Derzeit liegt der Satz bei 100 Euro pro Kind, ab 1. August 2014 werden – falls diese Regelung nicht gekippt wird – 150 Euro monatlich gewährt. Es liegt auf der Hand, dass ein Krippen- o. Kindergartenplatz dem Staat deutlich mehr kostet. Manche schätzen die Kosten für einen Kindergartenplatz auf 10.000 Euro pro Jahr.

Während in Deutschland das Betreuungsgeld regelmäßig ins Lächerliche gezogen wird (SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hatte beispielsweise das Gesetz als „Schwachsinn“ bezeichnet), mehren sich in der Schweiz die Stimmen jener, die eine traditionell aufgestellt Familie stärken wollen. Insbesondere die SVP hält es für diskriminierend, dass Familien, die sich für die Eigenbetreuung entschieden, finanziell benachteiligt werden. Die Volkspartei legt sich fest: „Für die Erziehung der Kinder sind die Eltern verantwortlich. Eine weitergehende staatliche Steuerung und Regulierung lehnt die SVP ab.“

Michael Schoenenberger schreibt dazu für die NZZ:

Die Partei taxiert die Reform der Familienbesteuerung als einseitige steuerliche Bevorzugung von Eltern, die ihre Kinder in Krippen, Horte oder zu Mittagstischen schicken; als Diskriminierung jener Väter und Mütter, die ihre Kinder zu Hause betreuen. Traditionell lebenden Familien soll darum ein mindestens gleich hoher Steuerabzug gewährt werden. Der Staat habe nicht ein bestimmtes Familienmodell zu begünstigen, argumentiert die SVP. Einverdiener-Paare verzichteten auf ein zweites Einkommen und finanzierten mit ihren Steuern auch noch die Krippenkosten der anderen. Die SVP spricht von einer «Verstaatlichung von Familien und Kindern» und wertet (ohne indes die obligatorische Schule zu erwähnen) die Fremdbetreuung als ebensolche.

Mehr: www.nzz.ch.

 

Wie man als Gelehrter Bücher verkauft (und ausverkauft)

Folgende Ratschläge für den erfolgreichen Bücherverkauf habe ich von dem Reformationsforscher Jim West erhalten. Vielen Dank Jim!

Also:

(1) Schreibe unorthodox. Unorthodox verkauft sich, besonders wenn du den Glauben oder die Kirche abwertest.

(2) Stelle den wissenschaftlichen Konsens falsch dar.

(3) Tue so, als ob die ketzerische Sichtweise aus dem 2. oder 3. Jahrhundert tatsächlich deine eigene neue Erkenntnis sei.

(4) Schmücke dein Buch mit einem glanzvollen Einband und mit seltsamen Posierfotos von dir auf dem Rückumschlag.

(5) Gehe auf die primitivsten Aspekte und Neugierden der menschlichen Natur ein.

(6) Stelle einen Agenten ein.

(7) Eisegetisiere, eisegetisiere, eisegetisiere.

(8) Ignoriere die historische Theologie.

Wenn du diese acht Schritte befolgst, wirst du deine Bücher verkaufen. Um genau zu sein, wenn du diesen Schritten folgst, brauchst du gar nicht mehr vorzugeben, ein Wissenschaftler zu sein (weil du nicht länger einer bist). Du kannst einfach der sein, der du geworden bist: ein Ausverkäufer.

(Es sind einige Musterbeispiele erhältlich, um dich durch den Prozess zu führen. Folge einfach ihren Fußspuren, selbst wenn diese Leute beim besten Willen nicht als Gelehrte bezeichnet werden können.)

VD: NK

Allensbachstudie: Der Mann 2013

Für Frau Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des IfD Allensbach, ist die Sache ziemlich klar: „Der Abschied von den Festlegungen der Geschlechterrollen wird von Männern wie Frauen eher als Befreiung denn als Belastung empfunden.“ Zwar öffnen die neuen Optionen für beide Geschlechter auch – wie man heute euphemistisch sagt – „neue Herausforderungen“. Die überwältigende Mehrheit der Männer sei jedoch „gerne Mann, nur ganze 6 Prozent wären im nächsten Leben lieber eine Frau“. Das schlussfolgert Frau Köcher aus der Allensbachstudie „Der Mann 2013“, die vom Axel-Springer-Verlag in Auftrag gegeben wurde.

Moment mal? Soll die Antwort auf die Frage, „Wenn Sie noch einmal auf die Welt kämen, möchten Sie dann lieber ein Mann oder eine Frau sein?“, tatsächlich den Gemütszustand der Männer repräsentieren? Männer sind zwar kompliziert, aber ob sie gleich das Kind mit dem Bade ausschütten wollen, ist eine andere Sache?

Sandra Immoor und Bianca Pohlmann, beide für BILD der Frau tätig, urteilen in ihrem Vorwort nüchterner:

„Und trotzdem sagen schon jetzt 64 Prozent der deutschen Männer: ‚Es reicht mit der Gleichberechtigung!‘ 28 Prozent von ihnen klagen: ‚Was da passiert, ist übertrieben.‘ Und sechs Prozent fühlen sich bereits benachteiligt. Unverbesserliche Machos? Hoffnungslos rückständig? Nein. Die Männer sind verunsichert. Ihnen schwimmen die Felle davon.“

Der Interessenverband für Jungen, Männer und Väter liegt richtig, wenn er eine Schwäche der Studie aufdeckt:  „Was Jungen, Männer und Väter aus ihrer eigenen Perspektive für problematisch halten, das bleibt leider weitgehend im Dunkeln. Hier lässt das Studiendesign deutlich zu wünschen übrig.“

Wer sich gern selbst ein „Bild“ machen möchte, kann sich die Datensammlung herunterladen: BdF_Studie_Ma__776_nner1-86_finale_Version.pdf.

Accordance für Windows ist da

Die weltweit führende Accordance-Bibel-Software ist ab sofort auch für das Betriebssystem Windows erhältlich. Accordance läuft unter Windows 8 (inklusive Surface Pro), Windows 7, Windows Vista und Windows XP.

Hier ein Vorstellungsvideo:

Hochfolgend die Kurzvorstellung einiger Features, die nun auch unter Windows zur Verfügung stehen:

Mehr Informationen hier: www.accordancebible.com.

EKD diskutiert Familie

Bei einem öffentlichen Symposium gehen Theologen auf Distanz zum umstrittenen Familienpapier: Die Form Ehe dürfe nicht abgewertet werden. Insgesamt aber zeigt auch diese Auseinandersetzung, dass es innerhalb der EKD jeder schwer hat, der der Schrift normative Autorität zuspricht.

Matthias Kamann hat für die WELT die Dispute beobachtet und weist darauf hin, dass auch Härle und Druck geraten ist.

Der Mainzer Neutestamentler Friedrich Wilhelm Horn schließlich bemängelte, dass das Verhältnis von Form und Inhalt nicht klar werde. Wenn das Familienpapier nicht die Form Ehe, sondern den Inhalt fürsorglicher Gerechtigkeit in allen möglichen Beziehungen betone, werde der formale Akt des Heiratens faktisch negativ bewertet.

„Die institutionelle Form der Ehe“, so Horn, „empfängt eine nicht weiter begründete Abwertung, da sie anderen Lebensformen gleichgestellt wird.“

Doch hielten sich die Theologen nicht lange mit der Kritik des Papiers auf, sondern stiegen in eine anspruchsvolle Debatte darüber ein, was genau sich heute der Bibel an Vorgaben für die Wertschätzung der lebenslangen Ehe entnehmen lasse. In die Defensive geriet Härle mit seinem Anspruch, durch den Bezug auf Jesus klare Leitlinien gewinnen zu wollen. Zumal Gerber und Horn zeigten, wie widersprüchlich, zeitgebunden und daher interpretationsoffen die biblischen Texte sind.

Mehr: www.welt.de.

Leseplan der SERK

Der Kirchenrat der SERK Heidelberg hat sich dafür entschieden, monatlich einen Leseplan mit drei Bestandteilen herauszugeben:

  • Tägliche Abschnitte aus der Heiligen Schrift,
  • Wöchentliche Lesetexte aus unseren Bekenntnissen und
  • Schwerpunkte für die tägliche Fürbitte.

Eine sehr gute Idee, die viele Freunde der reformierten Theologie hoffentlich schätzen lernen.

Hier der Plan für Oktober 2013: SERK-Leseplan1013.pdf. Mehr Hintergrundinformationen gibt es auf der Internetseite der SERK: www.serk-heidelberg.de.

Kevin DeYoung: Die Tyrannei der digitalen Kommunikation

31jxUo94FqL BO2 204 203 200 PIsitb sticker arrow click TopRight 35 76 SX342 SY445 CR 0 0 342 445 SH20 OU03Christianity Today hat mit Kevin DeYoung über sein neues Buch Crazy Busy: A (Mercifully) Short Book About a (Really) Big Problem gesprochen. Unter anderem adressiert er den verfänglichen Einfluss digitaler Kommunikationsmedien auf das geistliche Leben. Ich kann dem nur zustimmen. Es lohnt sich, hin und wieder ein analoges Buch oder Stift und Papier zur Hand zu nehmen:

Whatever rules I have to suggest, I’ve probably broken myself. This is a struggle for me, like it is for many younger Christians. The place to start is with a healthy suspicion toward technology. We don’t have to be Luddites, but we should realize that the opportunities technology affords also present new dangers. Besides this initial awareness, it can be helpful to do practical things like: deliberately use „old“ technologies (i.e. real books, paper, pen), don’t clutter people’s lives with needless texts and emails, set aside times in the home when screens are not allowed. Most importantly, we have to remember that the God of eternity does not want us to live our whole lives in the trivial and ephemeral world of sound bites and the tyranny of the now.

Mehr: www.christianitytoday.com.

Depression: Wenn die Hoffnung schwindet

Wer selbst noch nicht durch das finstere Tal einer schweren Depression gewandert ist, kann Betroffene in der Regel nur oberflächlich verstehen. Wie kann es sein, dass ein Freund, der bisher fröhlich und teilnehmend unterwegs war, auf einmal fast jede Hoffnung verliert und sich immer mehr zurückzieht.

In dem folgenden englischsprachigen Vortrag eröffnet David Murray (Professor für Altes Testament und Praktische Theologie am Puritan Reformed Seminary) ein Fenster für Menschen, die durch diese stimmungseinengenden Episoden hindurch müssen. Eine Depression kann – so bekennen Betroffenen in diesem Video –, sogar ein Segen sein.

 

N.T. Wright stellt sein Magnum Opus zu Paulus vor

Mike Bird hat mit N.T. Wright über sein großes Paulusbuch Paul and the Faithfulness of God gesprochen. Das Werk mit über 1800 Seiten wird in Europa im Oktober 2013 erscheinen.

Gegen Ende des Gesprächs fragt Mike nach der paulinischen Rechtfertigungslehre. Wright’s Antwort ist konsistent mit dem, was er anderswo dazu gesagt hat. Er schätz die Dinge ganz gut ein: „I have reframed those topics.“

Hier geht’s zum Video: www.youtube.com.

VD: DB

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