Bücher

Von großen Theologen lernen: Interview mit Gerald McDermott

51vWzzJAzEL._SL160_.jpgTrevin Wax hat mit Gerald McDermott über sein neuestes Buch gesprochen. In The Great Theologians stellt McDermott einflussreiche Theologen wie Athanasius, Aquin, Luther oder Schleiermacher vor. McDermott selbst sagt zur Auswahl der vorgestellten Denker:

Generally, these are the eleven whom I consider to have had the most influence on the history of Christian thought.

  • Origen’s way of reading shaped Bible interpretation for the next 1500 years.
  • Von Balthasar, a contemporary of Barth, is fast becoming the most important Catholic theologian for this new century.
  • Athanasius saved the church from degenerating into a little sect of Greek philosophy.
  • Augustine was perhaps the most influential of all theologians—East or West—teaching us all, for instance, the meaning of grace.
  • Thomas Aquinas was declared by the Catholic Church to be its foremost Doctor (teacher), and showed us all how faith relates to reason and the meaning of »sacrament.«
  • Luther’s efforts to reform the Catholic Church were the principal stimulus to the rise of Protestantism.
  • Calvin was the first and greatest teacher of that second great Protestant tradition, the Reformed movement.
  • Edwards was the greatest religious thinker to grace the American continent and also the premier Christian thinker about how God relates to beauty.
  • Friedrich Schleiermacher was the father of liberal theology.
  • John Henry Newman was the great reformer of the Church of England who famously became a Catholic and showed us how doctrine develops through time.
  • Barth was the most influential of all 20th-century theologians.

Hier das Interview. Das Buch:

  • Gerald McDermott: The Great Theologians: A Brief Guide, Inter Varsity Press, 2010, 210 S., ca. 16 Euro

kann hier bestellt werden:

Macs im pastoralen Dienst

51UzkeQ+b8L._SL160_.jpgDavid Lang von OakTree Software hat ein Buch über MAC-Computer im geistlichen Dienst geschrieben. Er sagt zum Projekt:

Last year, when there was no shortage of Accordance work for me to do, OakTree Software graciously gave me the time I needed to write a book entitled Macs in the Ministry. That book is being published by Thomas Nelson as part of their new Tech Guide series, and is scheduled to be released next month. While the book does include a couple of chapters on Bible software (one surveying the available options and another outlining how to study using Bible software), its focus is not primarily on Bible software, but on how you can use your Mac to help you in six alliterative ministry activities: preparation, presentation, publication, promotion, participation, and practical needs. Macs in the Ministry is divided into two parts. Part One is designed to provide you with »Inspiration.« Each chapter takes one of the ministry activities just listed and shows you what you Mac can make possible. You’ll find lots of ideas you can incorporate into your own ministry, and plenty of examples from other »Mac ministers.« Part Two is about »Perspiration,« about learning how to do some of the things part one inspired you to do. This section contains step-by-step tutorials on how to create movies, slideshows, websites, sermon outlines, a daily Bible study curriculum, etc. When writing Macs in the Ministry, I wanted to do more than just write a technology book. So I took this as an opportunity to preach to the preachers. Throughout the book you’ll find practical ministry advice on developing a coherent philosophy of technology in ministry, selecting the right image for a presentation, taking advantage of social networking, Biblical examples of self-promotion, why we often fail to involve others in the work of ministry, ways to avoid neglecting your family, and much more. My hope is that Macs in the Ministry will end up on people’s shelves because of their interest in technology, but will stay on their shelves because it offers ministry advice which will never become obsolete.

Das Buch:

  • David Lang: Macs in the Ministry (Nelson’s Tech Guides), Nelson Pub Group, 2010, 272 S.

kann hier bestellt werden:

Brian McLaren: Eine neue Form des Christentums

Kevin DeYoung hat mit einer ausführlichen Besprechung des Buches:

begonnen.

Die Serie kann hier mitverfolgt werden: thegospelcoalition.org.

Auch Tim Challies hat das Buch gelesen und schreibt:

Er leugnet den Sündenfall, er leugnet die Ursünde, er leugnet die Verderbtheit [des Menschen], er leugnet die Existenz der Hölle …

Seine Rezension gibt es hier: www.challies.com.

Glenn Penner (1962–2010)

77f0f85304.jpgZusammen mit Johannes vom Nachfolgeblog und einigen anderen Freunden habe ich vergangenes Jahr an der deutschen Herausgabe des Buches In the Shadow of the Cross: A Biblical Theology of Persecution and Discipleship (Bartlesville: Living Sacrifice Books, 2004) von Glenn Penner gearbeitet. Das Buch soll irgendwann einmal beim Hänssler Verlag erscheinen. Es ist eine ausgezeichnete theologische Abhandlung über Christenverfolgung und das Leiden der Christen.

Glenn, nicht viel älter als ich, verstarb am 26. Januar nach einer schweren Erkrankung. Auf seinem Blog sind letzte Grüße aus dem Krankenhaus sowie Nachrichten von seiner Familie zu finden. Thomas Schirrmacher und Christof Sauer haben für das IIRF einen Nachruf verfasst (nur auf Englisch).

Ich zitiere hier einen kurzen Absatz über das Leiden, den Glenn für sein Buch geschrieben hat:

Leid ist oft von einem Geheimnis umgeben. Die Frage ist, ob damit auch Glauben einhergehen kann (Lk 18,8). Werden wir unser Vertrauen auf Gott setzen, auch wenn er unsere Warum-Fragen nicht beantwortet? Wie viele von uns in ähnlichen (und sogar in weit weniger schlimmen) Situationen wollte Hiob ernsthaft den Grund dafür wissen, warum er so schwer geplagt war. Aber als Gott antwortet, nennt er in den Kapiteln 38–41 nicht die Gründe, warum Hiob leidet, sondern offenbart sich selbst. Und indem er offenbart, wer er ist, erinnert Gott Hiob letztlich daran, dass für einen Gläubigen angesichts ungerechten Leides das wichtigste Thema nicht dasjenige ist, eine Erklärung auf die Frage »Warum?« zu bekommen, sondern vielmehr eine Antwort auf die Frage »Wer?«. Hiob wird an Gottes Kraft, seine Weisheit und seine Herrschaft über die ganze Schöpfung erinnert. Gottes Antwort an Hiob lautet eigentlich: »So ein Gott bin ich. Ich weiß, was los ist, aber du weißt es nicht. Dein Leben ist immer noch unter meiner Kontrolle und Fürsorge. Wirst du mir vertrauen?« Und diese Antwort muss Hiob genügen. Das Buch Hiob hilft uns auch zu verstehen, dass Leid nicht immer die Folge von Sünde ist und auch nicht immer Gottes Methode, uns zu reinigen und/oder zu lehren, wie wir im Abschnitt »Leid als Züchtigung« gesehen haben. Hiobs Freunde beschränkten sich auf diese Antwort, und aus diesem Grund verurteilte Gott sie (Hiob 38,2; 42,8). Eine sorgfältige Untersuchung der Frage, wie Gott Leid zur Züchtigung einsetzt, scheint außerdem die Behauptung zu bestätigen, dass in Fällen, wo man ehrlich nicht sagen kann, worin in diesem Fall die Buße bestehen soll, es fraglich ist, ob das in diesem Fall wirklich Gottes Absicht ist. Sicher ist, dass Gott nicht straft, ohne vorher überführt zu haben. Bestrafung ohne Überführung wäre rachsüchtig, ebenso wie eine Strafe nach Sündenbekenntnis und Buße. Mein Rat an Menschen, die Leid erfahren, wäre der, dass sie sich bewusst in Gottes Gegenwart begeben, aufrichtig sein Angesicht suchen und seinen Geist bitten, ihr Herz und ihr Leben zu prüfen. Wenn Gott Sie nicht von Sünde überführt, oder falls ernsthaftes Sündenbekenntnis und Buße in Ihrer Lage nicht Abhilfe schaffen, dann ist es meiner Meinung nach angemessen zu sagen, dass in dieser Situation andere Faktoren im Spiel sind. Wir sind dann aufgerufen, Gott weiterhin zu lieben und ihm zu vertrauen – in dem Wissen, dass diese Reaktion die Anklagen des Satans als Lügen offenbart.

– – –

Zum Foto: Glenn Penner (links) predigt und wird von Thomas Schirrmacher (rechts) übersetzt.

»Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit«

Helene Hegemann wurde in den vergangenen Wochen wie ein Wunderkind durch die Feuilletons gereicht. Inzwischen ist allen klar, dass sie beträchtliche Teile ihres postmodernen Erfolgsromans Axolotl Roadkill abgeschrieben hat (wird wohl nächste Woche auf der SPIEGEL-Liste Platz 2 belegen). Wie reagiert die Autorin aus der auf Authentizität versessenen Jugendkultur auf die Plagiatsvorwürfe? Lapidar:

Ich habe mich also überall bedient, wo man Inspiration findet. Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit.

Sie wird eine Heldin bleiben.

Durch den spektakulären Fall ist inzwischen die literarische Vorlage berühmt geworden. Strobo, das Buch jenes Bloggers, der anonym bleiben möchte, gewährt Einblicke in die Verlorenheit und Einsamkeit der Menschen, die in ihrer Erlebniskultur die Auflösung des Ich zelebrieren und in nüchternen Minuten spüren, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Mögen noch viele aufwachen.

Die FAZ hat mit »Airen« gesprochen. Ja, ich empfehle auch den ganz frommen Blog-Lesern einmal in die Welt der multiplen Identitäten einzutauchen (und wenigsten die unten angeführten Zitate, vielleicht aber auch eines der beiden Bücher, zu lesen). Das kann eine sehr heilsame Erfahrung sein.

Hier: www.faz.net.

Fundamentalismus ist (nur) militanter Wahrheitsanspruch

fundamentalismus.jpgDer in Bonn ansässige Theologe und Religionssoziologe (Hitlers Kriegsreligion) Thomas Schirrmacher fordert in seinem soeben erschienen Buch »Fundamentalismus: Wenn Religion zur Gefahr wird« eine breite Diskussion über den Fundamentalismusbegriff. »Man sollte nämlich«, so Schirrmacher wörtlich, »nur von Fundamentalismus sprechen, wenn Gewalt im Spiel ist oder eine echte Gefahr für die innere Sicherheit besteht.« Würde man einfach alle Menschen als Fundamentalisten bezeichnen, die glaubten, die Wahrheit zu kennen, gäbe es auf dieser Welt mehr Fundamentalisten als andere. Es ginge nicht an, dass insbesondere die Medien recht wahllos Andersdenkende als Fundamentalisten beschimpften und nie über ihre Definition Rechenschaft ablegen müssten.

Als »Fundamentalisten« werden, meint Schirrmacher, seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in der Öffentlichkeit meist einfach radikale, gewaltbereite, religiös motivierte Extremisten oder einfach gar religiöse Terroristen verstanden. »Was der Volksmund mit ‚Fundamentalismus‘ meint, ist militanter Wahrheitsanspruch und genau das finde ich die kürzeste Definition.«

An vielen Beispielen aus allen großen Religionen versucht Schirrmacher aufzuzeigen, wie sinnlos es ist, Fundamentalismus am Verständnis der Heiligen Schriften festzumachen. Das sei eine Engführung auf den Protestantismus. Schon der Katholizismus kenne nicht die Schrift als oberstes Prinzip, sondern das Lehramt, und viele Religionen hätte gar keine maßgebenden Heiligen Schriften, aber durchaus fundamentalistische Bewegungen, wie der politische Hinduismus in Indien, der Indien von Muslimen und Christen befreien wolle.

Hier kann das Buch:

  • Thomas Schirrmacher: Fundamentalismus – Wenn Religion zur Gefahr wird, SCM Hänssler: Holzgerlingen 2010, 128 S., 7,95 Euro

bestellt werden:

Tim Keller

Hier ein guter Trailer über Tim Keller und sein Buch »The Reason for God: Belief in an Age of Skepticism« (mehr hier). Wie ich hörte, soll das Buch noch in diesem Jahr in einem großen deutschsprachigen Verlag erscheinen. Wunderbar!

Martin Luther und die Vernunft

AndersonCov.jpgDie Vernunft ist die »höchste Hur, die der Teufel hat« (WA 51, 126). Viele meinen, mit diesem Zitat sei die Position Luthers zur Vernunft beschrieben.

Dass Luther keinesfalls vernunftfeindlich eingestellt war, sollte jedem einleuchten, der seine sorgfältig vorbereitete Verteidigungsrede auf dem Reichstag zu Worms studiert. Luther sagte 1521 dort nämlich:

Wenn ich nicht mit Zeugnissen der Schrift oder mit offenbaren Vernunftgründen besiegt werde, so bleibe ich von den Schriftstellen besiegt, die ich angeführt habe, und mein Gewissen bleibt gefangen in Gottes Wort.

B.A. Gerrish’s Studie über die Vernunft bei Luther hat die Wahrnehmung der Vernunftkritik des Reformators besonders stark geprägt. Nun hat David Andersen eine Untersuchung vorgelegt, die die Ergebnisse von Gerrish hinterfragt. Paul Helm schreibt in seinem Vorwort zur Studie, die von Alister E. McGrath und John Warwick Montgomery begleitet wurde:

The result of this many-sided approach to the Reformer is a refreshingly positive re-evaluation of Luther‘s estimate of reason and of the often-reproduced portrait of Luther as fideistic and pessimistic. This new orientation also succeeds in revealing the complexity of Luther‘s thought, its nuances as well as its tensions, and the fact that he thinks of reason and faith on various levels. Reason is majestic, but it is to be subordinate to the will of God. It is majestic, but it is also fragmented and distorted by the Fall.

Das Inhaltsverzeichnis kann zusammen mit einem Vorwort von John Warwick Montgomery hier herunter geladen werden: Andersen_Luther.pdf

Das Buch:

  • David Andersen: Martin Luther The Problem of Faith and Reason: A Reexamination in Light of the Epistemological and Christological Issues, Preface by John Warwick Montgomery and Foreword by Paul Helm, Bonn, VKW, 2009, 196 S.

kann hier erworben werden:

Keller: Der Gott im Buch »Die Hütte« ist überhaupt nicht Gott

51dhFWnNECL._SL160_.jpgTim Keller hat nun doch noch Die Hütte gelesen und ist ziemlich enttäuscht (Nein, ich will es nicht lesen.):

Anyone who is strongly influenced by the imaginative world of The Shack will be totally unprepared for the far more multi-dimensional and complex God that you actually meet when you read the Bible. In the prophets the reader will find a God who is constantly condemning and vowing judgment on his enemies, while the Persons of the Triune-God of The Shack repeatedly deny that sin is any offense to them. The reader of Psalm 119 is filled with delight at God’s statutes, decrees, and laws, yet the God of The Shack insists that he doesn’t give us any rules or even have any expectations of human beings. All he wants is relationship. The reader of the lives of Abraham, Jacob, Moses, and Isaiah will learn that the holiness of God makes his immediate presence dangerous or fatal to us. Someone may counter (as Young seems to do, on p.192) that because of Jesus, God is now only a God of love, making all talk of holiness, wrath, and law obsolete. But when John, one of Jesus’ closest friends, long after the crucifixion sees the risen Christ in person on the isle of Patmos, John ‘fell at his feet as dead.’ (Rev.1:17.) The Shack effectively deconstructs the holiness and transcendence of God. It is simply not there. In its place is unconditional love, period. The God of The Shack has none of the balance and complexity of the Biblical God. Half a God is not God at all.

Hier seine Eindrücke: thegospelcoalition.org.

So fühlt sich das iPad von Apple an

Ich habe in den letzten Tagen etliche Artikel über den iPad gelesen. Der Erfahrungsbericht von Thomas Heuzeroth zählt zu den ausgewogensten Beiträgen, kurz und praxisorientiert geschrieben. Die große Frage für viele potentielle Nutzer wird sein, ob das iPad mit seiner Hintergrundbeleuchtung einen wirklichen Book-Reader (z.B. Kindl) ersetzen kann.

Doch taugt das iPad überhaupt zum Lesen elektronischer Bücher? Das Display stellt die Schrift zwar gestochen scharf dar, ist aber hintergrundbeleuchtet. Erfahrungsgemäß ermüden die Augen bei längerem Lesen auf leuchtenden Bildschirmen. E-Reader wie der Kindle sind da im Vorteil, weil sie nur mit dem Umgebungslicht auskommen. Daher halten ihre Akkus auch einen kompletten Urlaub durch. Das schafft das iPad nicht.

Hier der Bericht: www.welt.de.

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