Ehe

Eltern mal zwei

Als erstes Land der Welt öffneten die Niederlande 2001 die Ehe fĂŒr Lesben und Schwule. Da immer mehr Homosexuelle Familien grĂŒnden, diskutiert das Land nun ĂŒber das modernste Familienrecht der Welt.

Ende 2016 prĂ€sentierte eine Expertenkommission ein Gesetzesprojekt, das die Legalisierung der Mehrelternschaft vorsieht. Die BegrĂŒndung: Immer mehr niederlĂ€ndische Kinder wĂŒchsen mit nur einem Elternteil, in Regenbogenfamilien mit homosexuellen Eltern oder in Patchworkfamilien auf, in denen sich mehrere Erwachsene um die Erziehung kĂŒmmerten. Die Mehrelternschaft soll aber nur unter Auflagen erlaubt werden: Vor der Zeugung des Kindes mĂŒssten die angehenden Eltern einem Familiengericht einen Vertrag zur Genehmigung vorlegen. Darin mĂŒssten sie im Detail darlegen, wie sie die Erziehungsaufgaben und die finanzielle Lastenteilung organisieren wollen, wo das Kind wohnen und welchen Nachnamen es tragen soll.

Mehr: www.nzz.ch.

VD: PP

Der Konservatismus des Heribert Prantl

Mit dem sympathischen Slogan „Ehe fĂŒr alle“ wurde in Deutschland der Weg fĂŒr die gleichgeschlechtliche Ehe freigemacht (zum Erfolgsbegriff siehe hier). FĂŒr Heribert Prantl ist das neue Ehe-fĂŒr-alle-Gesetz jedoch immer noch diskriminierend, da es die Zuordnung eines mĂ€nnlichen oder weiblichen Geschlechts verlangt, also – so Prantl – ein Mensch mit uneindeutigen geschlechtlichen Merkmalen nicht heiraten darf.

Die Ehe wird, heißt es im Ehe-fĂŒr-alle-Gesetz, „von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts“ geschlossen. Mit dieser Formulierung wird also die Zugehörigkeit der Menschen, die heiraten wollen, zu einem bestimmten Geschlecht verlangt und festgeschrieben. Das heißt: Menschen, die weder dem mĂ€nnlichen, noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden, sind von der Ehe ausgeschlossen. Darf die eindeutige Geschlechtlichkeit in dieser Weise hervorgehoben und betont werden?

Deshalb fordert Prantl die Öffnung fĂŒr folgende Konstellationen: Mann-Frau, Mann-Mann, Frau-Frau, Mann-Inter, Frau-Inter und Inter-Inter (siehe diese Videokolumne).

Als die „Ehe fĂŒr alle“ eingefĂŒhrt wurde, war abzusehen, dass mit einer weiteren Öffnung der Konstellationen gerechnet werden darf (vgl. meinen Kommentar hier). Kurioserweise vertritt Heribert Prantl in seinem „PlĂ€doyer fĂŒr Konsequenz“ auf dem Hintergrund aktueller Entwicklungen eine nahezu konservative Position. Warum? Nun, einmal wirkt die Festlegung auf die Geschlechter Frau-Mann-Inter geradezu altmodisch. Facebook kennt inzwischen 60 GeschlechtsidentitĂ€ten, darunter die Unentschiedenen, also jene, die eine Festlegung gĂ€nzlich meiden oder das Geschlecht je nach Begehren wechseln. Eine Festlegung auf IntersexualitĂ€t ist im Ozean der Geschlechter also nach wie vor ausschließend. Zum anderen erscheint die Begrenzung auf zwei Personen wie eine willkĂŒrliche Setzung. Warum nicht eine Ehe zwischen drei oder fĂŒnf Menschen?

Diese Debatten werden kommen, ĂŒber semantische Streitigkeiten hinausgehen und dann dazu anstiften, den Sinn von Ehe und Familie gĂ€nzlich infrage zu stellen. Der vermeintliche Kampf fĂŒr die Aufwertung der Ehe zwingt sie in die Bedeutungslosigkeit.

Trennt Euch!

Der Schweizer Autor Thomas Meyer meint, vier von fĂŒnf Beziehungen passen nicht und mĂŒssten sofort beendet werden. Alles andere sei unzumutbar. In seinem Buch Trennt Euch! widmet er sich in Form des literarischen Essays genau diesen inkompatiblen Beziehungen und ist – wie kann es anders sein – ein beliebter GesprĂ€chspartner fĂŒr die Medienwelt. So hat auch der DLF mit dem Trennungsexperten gesprochen.

Hier einige steile Aussagen aus dem Interview:

[Es macht mich betroffen], dass so viele Menschen so sehr leiden in ihren Beziehungen. Und diesem Leiden immer wieder entschuldigend und rechtfertigend gegenĂŒbertreten. Und statt es zu beenden, es auch immer wieder relativeren und sich dabei – in meinem Empfinden – immer weiter von sich selbst wegbewegen. Das ist etwas, was mich betroffen macht. [Anmerkung: Was fĂŒr ein emphatischer Mensch!]

[Das] Vorhaben, aus dem Partner jemanden zu machen, mit dem man besser auskommt, ist – ich wĂŒrde mich sogar dazu versteigen, das als kriminell zu bezeichnen. [Anmerkung: Einen Menschen verbiegen, hilft wirklich nicht weiter. Aber wie wĂ€re es denn mit gemeinsamer Beziehungsarbeit?]

Denn ich bin wirklich ĂŒberzeugt, der Mensch, so wie er zur Welt kommt, so ist er nun mal.

„Liebe? Ja, schön und gut. Aber das ist nicht alles!“ Die andere HĂ€lfte des Erfolgs einer schönen Partnerschaft besteht in der Frage der KompatibilitĂ€t und des Wohlbefindens, nĂ€mlich: „Tut mir das gut mit diesem Menschen nahe zu sein?“ Ist das gut fĂŒr mich? Bringt es mich weiter? LĂ€sst es mich Ich selbst sein? Ist das produktiv und konstruktiv fĂŒr mich, hier in dieser NĂ€he dieses Menschen mich aufzuhalten? [Hervorhebungen von mir.]

Ich finde, es gibt eine gesunde Form von Egoismus, die man konstruktiv auch als Selbstliebe bezeichnen könnte. Denn es geht ja genau darum: Die QualitĂ€t einer Beziehung misst sich tatsĂ€chlich daran, wie ich mich in dieser Beziehung fĂŒhle. Und ich denke nicht, dass das egoistisch ist. Im Gegenteil. Ich finde, man nimmt sich sehr ernst dabei, wenn man sich fragt: Ist das, was ich da habe, ist das zu meinem Wohlbefinden? Und ich meine nicht „Wohlbefinden“:

[SinngemĂ€ĂŸ:] Bei dem TrennungsgesprĂ€ch soll man kurz sagen: „Ich will die Trennung, weil unsere Beziehung mir nicht guttut.“

In Wahrheit findet man nur selbst die Trennung schrecklich, das hat mit den Kindern gar nichts zu tun! Im Gegenteil.

Sind seine Zahlen eigentlich stimmig? Passen vier von fĂŒnf Paaren nicht zusammen? Seine Antwort:

Das ist nicht wissenschaftlich, es ist noch nicht mal wirklich verifiziert. Sondern: Es bringt einfach in Zahlen zum Ausdruck, was ich subjektiv empfinde. Ich empfinde, dass die meisten Paare – vier von fĂŒnf habe ich gesagt – nicht zusammenpassen. Darum geht’s ja, um dieses „Passen“, um dieses Sich-Verstehen.

Wenn Thomas Meyer schon die totale Ehrlichkeit fordert: Das ist ziemlich großer Blödsinn, den er da verbreitet, Ausdruck einer schon krankhaft narzisstischen BeziehungsunfĂ€higkeit, die leider in unserer Kultur ziemlich verbreitet ist und auch noch (unter anderem durch solche BĂŒcher) gefördert wird. Kurz: Abbruch, wenn mir etwas nicht gut tut! Also Abbruch auch dann, wenn die KompatibilitĂ€t meines Kindes nicht genĂŒgt? Der „gesunde Egomane“, der ja angeblich die Welt retten möchte, meidet Schwierigkeiten und Konflikte aus Bequemlichkeit, anstatt sie auszutragen und in ihnen zu wachsen. Das bereichert nicht, sondern fĂŒhrt in die seelische VerkĂŒmmerung.

Wer ein hilfreiches Buch zum Thema „Beziehungsabbruch“ lesen möchte, sollte sich Tatort Trennung: Ein Psychogramm besorgen (siehe hier).

12 widerstÀndige Brocken

Pfarrer i. R. Burkard Hotz hat „12 widerstĂ€ndige Brocken zur „Ehe fĂŒr alle“ verfasst. Zwei Zitate daraus:

Wenn der Ratsvorsitzende der EKD jetzt zu den Evangelikalen gewandt sagt, dass die HomosexualitĂ€t keine Bekenntnisfrage sei, dann ist das insofern belustigend, weil er völlig unterschlĂ€gt, dass es immer mehr die Kirchenleitungen und die sie stĂŒtzenden Synodenmehrheiten selber sind, die die „Ehe fĂŒr alle“ zur alles entscheidenden evangelischen Bekenntnisfrage machen!




Daher besteht die wesentliche Frage darin, ob es Gemeinden innerhalb der unbiblischen landeskirchlichen Ideologie und ihrer hĂ€retischen Leitungsorgane gibt, die bereit sind, auf diesen Bußruf des Evangeliums zu hören und ihm zu folgen? Die es aber tun, die sich Jesus, dem Weg, der Wahrheit und dem Leben zuwenden, die erkennen, wie sehr sie selbst in dieses lebensmĂŒde System der gesellschaftlichen Anpassung verstrickt sind, und die bekennen ihre Schuld. In der Erfahrung der Vergebung wĂ€chst die Erkenntnis der eigenen Schuldverstrickung und zugleich und noch viel mehr die hoffnungsvolle Kraft, diese zerstörerische AbhĂ€ngigkeit zu ĂŒberwinden und ihre Positionen zu verlassen. Dabei wird der Kampf um Ehe und Familie in ihrer biblischen Sicht von zentraler Bedeutung sein.

Hier alle 12 Brocken mit freundlicher Genehmigung: 12widerständigeBrocken.pdf.

Blitzkriege gegen Ehe und Familie

In Deutschland wurde die so genannte „Ehe fĂŒr alle“ ohne gesellschaftlichen Diskurs innerhalb einer Woche legalisiert. Laut dem iDAF-Institut war das kein Zufall, sondern ein taktisches Manöver, um den zu erwartenden Widerstand aus der Bevölkerung zu umgehen, den es in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern gegeben hat:

Die Propheten der Homo-Ehe in allen Parteien haben bei europĂ€ischen Partnern abgeschaut, wie es möglichst nicht laufen soll und was vermieden werden muss, um die Homo-Ehe auch gegen den Widerstand der Bevölkerung durchzudrĂŒcken. In den vergangenen Jahren wurde die Homo-Ehe in Frankreich, Irland, Spanien, Italien nĂ€mlich nur nach massiven Protesten auf der Strasse und einer tiefgrĂŒndigen gesellschaftlichen Diskussion eingefĂŒhrt. Politiker mussten sich erklĂ€ren. Transparenz in der Prozedur wurde eingefordert. Die katholischen Bischofskonferenzen sprachen machtlose Hirtenworte, legten sich aber bekenntnisstark mit den ihnen eigentlich nahestehenden christdemokratischen Parteien an. Sie blieben glaubwĂŒrdig, auch im Sinne „des Glaubens wĂŒrdig“. BĂŒrger mobilisierten sich gegen ihre gewĂ€hlten FunktionstrĂ€ger. Das jeweilige Volk dachte konservativ, die linken Regierungen setzten wie in Paris TrĂ€nengas und Wasserwerfer gegen Kinderwagen ein, der UNO-Menschenrechtsausschuss beschĂ€ftigte sich in Genf damit. In Slowenien und Kroatien mussten entsprechende Gesetze wieder annulliert werden. In der sozialdemokratisch regierten Slowakei stimmte die Regierung einer VerfassungsĂ€nderung zu, um die Ehe nur als Verbindung von Mann und Frau zu definieren.

Mehr: www.i-daf.org.

Gleichgeschlechtliche Elternschaft auf dem PrĂŒfstand

In der Debatte ĂŒber die sogenannte „Ehe fĂŒr alle“ (Efa) und deren mögliche Auswirkungen auf die Gesetzgebung zu Adoptionsrecht, Samenspende, Ei-Spende und Leihmutterschaft behaupten ihre BefĂŒrworter oft, es mache fĂŒr das Kindeswohl keinen Unterschied, ob ein Kind bei einem gleichgeschlechtlich lebenden Paar oder bei Mutter und Vater bzw. einem Frau-Mann-Paar aufwĂ€chst. Die Medien haben fast einhellig diese These ĂŒbernommen und lautstark verbreitet. Doch ist die These sachlich begrĂŒndet und empirisch belegt?

Jeppe Rasmussen hat das geprĂŒft und kommt zu folgendem Ergebnis:

Homosexuelle Elternschaft nimmt eine vorrangige Rolle im politischen Kampf um Gleichheit ein. Wie dieser StudienĂŒberblick zeigt, können – was das Kindeswohl betrifft – zwei MĂ€nner oder zwei Frauen nicht gewĂ€hrleisten, was ein verheiratetes Paar, das seine gemeinsamen, leiblichen Kinder aufzieht, leistet.

Fast alle Studien, die nach eigenen Angaben keinen Unterschied zwischen den Familienformen feststellen konnten, zeigen erhebliche methodische SchwĂ€chen, verwenden keine reprĂ€sentativen Daten und ziehen hĂ€ufig unzulĂ€ssige Schlussfolgerungen. Manche der „Kein-Unterschied“-Studien weisen – nach einer erneuten Analyse der Daten – auf deutliche Unterschiede hin.

Die jĂŒngsten Studien, die mit den grĂ¶ĂŸten DatensĂ€tzen arbeiten und reprĂ€sentative Stichproben nutzen, zeigen allesamt auf, dass das Kindeswohl in gleichgeschlechtlichen Familien gefĂ€hrdeter ist als in anderen Familienformen. Der grĂ¶ĂŸte Unterschied besteht dabei zwischen Kindern in homosexuellen Haushalten und Kindern, die bei ihren gemeinsamen, leiblichen Eltern aufwachsen.

Was mögliche Auswirkungen einer rechtlich anerkannten „Ehe“ fĂŒr homosexuell lebende Paare betrifft, sind zudem alarmierende Ergebnisse aufgetaucht: Die Untersuchung von Sullins zeigt, dass es Kindern bei gleichgeschlechtlich-verheirateten Paaren schlechter geht als bei gleichgeschlechtlich lebenden, aber nicht miteinander verheirateten Paaren. Die Resultate korrelierten statistisch mit der Dauer, die ein Kind bei einem homosexuell lebenden Paar verbracht hat: Je lĂ€nger, desto schlechter ging es dem Kind. Der explorative Charakter dieser Ergebnisse legt nahe, dass weitere Untersuchungen notwendig sind.

Hier der vollstÀndige Artikel: www.dijg.de.

Efa: Jetzt geht’s richtig los

Die so genannte „Ehe fĂŒr alle“ (Efa) ist fĂŒr viele Menschen in Deutschland freudiges Ereignis. Der LGBTI-Bewegung ist es gelungen, mit einer massiv angelegten Kampagne und einem eingĂ€ngigen Slogan den Druck auf die Gesellschaft so zu erhöhen, dass die Politik, vor allem die CDU/CSU, endlich nachgegeben hat und in großer Eile ein parlamentarischer Beschluss herbeigefĂŒhrt werden konnte, der den Weg fĂŒr die gleichgeschlechtliche Ehe freimacht.

Die LGBTI-Community wird sich damit nicht zufrieden geben. Die Bewegung, die sich auf Eigenschaften wie AuthentizitĂ€t und GlaubwĂŒrdigkeit beruft, hat nur ein taktisches Teilziel erreicht und wird weiter hart daran arbeiten, die bĂŒrgerliche Gesellschaft in grundlegender Weise zu verĂ€ndern. Uns stehen weitere manipulative Manöver bevor. Drei Bereiche möchte ich kurz benennen:

(1) Der LGBTI-Bewegung ist es gelungen, auch konservative Kreise fĂŒr sich einzunehmen, indem sie den Eindruck erweckt hat, ihr gehe es im Kern um christliche Werte. So hat etwa Jan-Marco Luczak, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Recht und Verbraucherschutz in der CDU/CSU-Fraktion, kĂŒrzlich der BERLINER MORGENPOST gesagt:

„Aus dem Blick geraten ist manchmal, worum es im Kern geht: Die Ehe ist der Liebesbeweis zweier Menschen, die fĂŒreinander einstehen wollen 
 Zwei Menschen sind bereit, gegenseitig Verantwortung zu ĂŒbernehmen, es geht um Treue, ZuverlĂ€ssigkeit, BestĂ€ndigkeit. All dies sind zutiefst konservative Werte, die Anerkennung und Respekt verdienen.“

Fast entsteht hier der Anschein, die LGBTI-Bewegung sei dazu angetreten, die Ehe zu stĂ€rken, da ihr Treue und Verantwortung sehr auf dem Herzen lĂ€gen und genau dies konservative Anliegen ausmacht. Die Wirklichkeit sieht freilich anders aus. Sie zeigt, dass es sich hier um ein semantisches Manöver handelt. Treue wird anders definiert, als es sonst ĂŒblich ist. Barry Adam, ein schwuler Professor, sagte einmal zur Frage der PromiskuitĂ€t in der Szene:

„Ich denke, dass die Jugendlichen mit einem ‚heterosexuellen Script’ im Kopf herumlaufen, wie Beziehungen funktionieren sollen, und adaptieren dies auf ihre Beziehungen zu MĂ€nnern. Erst spĂ€ter realisieren sie, dass die schwule Community eigene Scripts hat, die offenbar besser funktionieren.“

Michael Bochow, der fĂŒr die Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung (BzGA) 2003 die Treue in der schwulen Szene untersucht hat, kam zu folgendem Ergebnis: In etwa jeder zweiten schwulen Beziehung wird „fremdgegangen“. Dabei hat die Dauer der Partnerschaft einen großen Einfluss auf die PromiskuitĂ€t der MĂ€nner. Je „lĂ€nger Mann mit Mann zusammenlebt, umso mehr ‚SeitensprĂŒnge‘ finden statt. Bei den Beziehungen mit einer LĂ€nge von zwei bis zu vier Jahren leben bereits 48 Prozent der Partner nicht monogam, nach mindestens vier Jahren nur noch 28 Prozent. Bei einer Beziehungsdauer unter sechs Monaten gaben noch 80 Prozent der Paare an, sich körperlich treu zu sein.“

Das passt gut zu dem „TreueverstĂ€ndnis“, das Volker Beck einmal formuliert hat (Volker Beck: Legalisierung schwuler und lesbischer Lebensgemeinschaften, in: Demokratie und Recht, 1991, 4, S. 457):

„Wenn man hofft, die Schwulen zu treuen Ehepartnern zu machen, muss und wird die schwule BeziehungsrealitĂ€t den Gesetzgeber enttĂ€uschen … Offensichtlich ist fĂŒr viele Paare, ihre SexualitĂ€t mit Dritten auszuleben, ein wichtiger Faktor in der Aufrechterhaltung der Partnerschaft.“

(2) Die LGBTI-Bewegung ist mit der Efa nicht zufrieden, sondern möchte die sexuelle Vielfalt als Leitkultur etablieren. Genau die Gruppen und Parteien, die sich gegen die EinfĂŒhrung einer Leitkultur gestemmt haben, nutzten die NaivitĂ€t der anderen Parteien dazu aus, um eine Leitkultur einzufĂŒhren, die ihre eigenen Interessen verbindlich macht. Wer sich fragt, weshalb die EinfĂŒhrung der Efa auf so große Zustimmung traf, sollte sich einmal genauer damit beschĂ€ftigen, was heute in den Schulen zur sexuellen Vielfalt unterrichtet wird. Gerade jĂŒngere Leute sind mit der Bejahung der Efa nur dem Geiste gegenĂŒber treu geblieben, den sie in der Schule (und mit der Pop-Kultur) eingeatmet haben.

Und so wird es weitergehen. Beispielsweise schreibt Queer:

„Aber das Ende des Eheverbots fĂŒr Lesben und Schwule ist eine wesentliche Voraussetzung fĂŒr die Akzeptanz sexueller Vielfalt, weil die Gleichbehandlung nun, man verzeihe mir das Wort, zur deutschen Leitkultur gehört. Die Ehe fĂŒr alle erleichtert jungen Menschen das Coming-out, rettet sogar Leben, wie Studien zeigen, und weist die Homohasser in ihre Schranken. Ob am Stammtisch, in der Kirche, in der FlĂŒchtlingsunterkunft oder im Parlament.“

Die LGBTI-Bewegung wird sich also stĂ€rker in die Kirchenpolitik und sogar in die Außenpolitik einmischen.

(3) Eigentliches Ziel ist es allerdings, die Ehe abzuschaffen. Die TAZ schreibt ganz offen:

„Der Bundestag hat den Paragrafen 1353 des BĂŒrgerlichen Gesetzbuches fĂŒr homosexuelle Paare geöffnet. Endlich! Doch die Ehe erfĂ€hrt dadurch eine Aufwertung, die sie nicht verdient hat. Sie benachteiligt unverheiratete Paare, egal ob hetero oder homo. Paare, die sich entscheiden, nicht zu heiraten, weil sie die Ehe ĂŒberkommen finden. Politik besteht immer aus Etappenzielen. Deswegen ist die Gleichstellung von homosexuellen Paaren ein Erfolg. Solange Privilegien an die Ehe geknĂŒpft sind, mĂŒssen auch Homopaare in ihren Genuss kommen. Aber die nĂ€chste Etappe ist auch klar: Es ist Zeit, die Eheprivilegien abzuschaffen.“

Wer also meint, jetzt habe die LGBTI-Bewegung ihr Ziel erreicht und der Diskurs werde sich beruhigen, dĂŒrfte noch einige Überraschungen erleben. Die Anliegen der Bewegung sollen möglichst schnell in Gesetzestexte eingegossen werden, um auf dieser Grundlage dann Kritiker der Agenda an den gesellschaftliche Rand drĂ€ngen zu können. Vorhalten wird man ihnen, unverbesserlich und fundamentalistisch zu sein und in diskriminierender und widerrechtlicher Weise das friedliche Zusammenleben zu gefĂ€hrden.

Erfolgsbegriff „Ehe fĂŒr alle“

Stefan Niggemeier hat in einem Beitrag nachgezeichnet, wie aus der „Homo-Ehe“ die „Ehe fĂŒr alle“ wurde. Ein LehrstĂŒck!

NatĂŒrlich hing der Kampf fĂŒr die Gleichstellung nicht nur an der Durchsetzung eines Hashtags. Aber der Begriff „Ehe fĂŒr alle“ half sehr, das Anliegen sympathisch, positiv und allgemein wirken zu lassen, nicht speziell und vor allem nicht sexuell. „Viele Leute sprechen das Wort ‚Homo‘ nicht gerne aus“, sagt der Initiator Sören Landmann. „Das ist schade, aber das ist RealitĂ€t.“ Auch Unternehmenspartnern falle es möglicherweise leichter, eine Botschaft zu unterstĂŒtzen und zu ĂŒbernehmen, wenn sie nicht nach etwas Sexuellem klingt (die Eisfirma Ben & Jerry’s warb mit dem Hashtag und dem Slogan: „Yes, I dough“). Dass man plötzlich ĂŒber die „Ehe fĂŒr alle“ reden konnte, habe auch dafĂŒr gesorgt, dass sich mehr Menschen ĂŒberhaupt zu dem Thema Ă€ußerten.

Man kann, mit etwas bösem Willen, die Übernahme des Kampagnenbegriffs in den Sprachgebrauch der Medien natĂŒrlich auch einfach dadurch erklĂ€ren, dass die Mehrzahl der Journalisten die Sache an sich sympathisch fanden. Das mag auch eine Rolle gespielt haben. Mit Sicherheit trug aber auch eine gute Vorbereitung und Strategie der Aktivisten dazu bei – und die Tatsache, dass die etablierte Alternative „Homo-Ehe“ objektiv problematisch war.

Weil das Wort von der „Homo-Ehe“ als genau das Gegenteil dessen verstanden werden konnte, was er beschreiben sollte: keine besondere Ehe fĂŒr Homosexuelle, sondern eine Ehe fĂŒr alle.

Mehr gibt es hier (kostenpflichtig): uebermedien.de.

VD: Thomas S.!

Widerstand ist angesagt!

Ulrich Parzany hat fĂŒr das Netzwerk Bibel und Bekenntnis den Beschluss zur „Ehe fĂŒr alle“ kommentiert:

Unser grĂ¶ĂŸtes Problem sind nicht die feindseligen Angriffe aus der Mehrheitsgesellschaft, sondern die Verleugnung und Verdrehung der biblischen Wahrheit in Kirchen und Gemeinden. In fast allen evangelischen Kirchen in Deutschland sind die Kirchenleitungen zu BefĂŒrwortern und UnterstĂŒtzern der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften geworden.  Die aktuelle ErklĂ€rung des Rates der EKD beweist erneut die RĂŒcksichtslosigkeit, mit der Kirchenleitungen ihre Positionen durchsetzen wollen. Gott sei Dank akzeptieren wir in den evangelischen Kirchen kein Lehramt der Kirchenleitungen. Widerstand ist angesagt. Gemeinden, einzelne Christen und Pastoren, die dem biblischen Wort Gottes folgen, können von den Kirchenleitungen keine UnterstĂŒtzung erwarten. Im Gegenteil, sie werden unter Druck gesetzt, bestenfalls als aussterbende Minderheit vorĂŒbergehend geduldet.

Die aktuelle Gesetzgebung wird den Anpassungsdruck auf die Gemeinden weiter erhöhen. Die Bereitschaft zum gemeinsamen Widerstand ist in unserem Land nicht stark ausgeprÀgt und gegenwÀrtig nur hier und da erkennbar.

Wir sollten nicht vergessen, dass die „eine heilige christliche Kirche“, der Leib des Jesus Christus, in aller Welt lebt. Außer in Westeuropa wĂ€chst die christliche Kirche weltweit – oft gerade dort, wo sie Not, Druck und Verfolgung ausgesetzt ist. In Asien und Afrika sind die Kirchen daran gewöhnt, dem Wort Gottes treu zu sein, auch wenn sie dafĂŒr einen hohen Preis zahlen mĂŒssen.

Vor kurzem begegnete ich dem lutherischen Bischof Jacob Mameo, dem Leiter der Diözese Morogoro in Tansania. Er gehört zu den Mitverfassern der Dodoma-ErklÀrung von 2010. Darin lehnen die lutherischen Bischöfe von Tansania alle Versuche der personellen und finanziellen Einflussnahme durch europÀische Kirchen zur Durchsetzung ihrer bibelkritischen Theologie und Ethik in Afrika ab. Er reiste zwei Wochen durch Deutschland und stÀrkte das Vertrauen zum Wort Gottes in den Gemeinden. Das brauchen wir dringend nötig.

Amen.

Mehr: www.bibelundbekenntnis.de.

Schöpferische Gegenkultur

Evangelium21 hat eine kurze ErklĂ€rung zur EinfĂŒhrung der so genannten „Ehe fĂŒr alle“ abgegeben. Darin heißt es:

Zugleich stellen wir mit Sorge fest, dass diese Prozesse der Verweltlichung lĂ€ngst auch das Leben in bekenntnisorientierten christlichen Kreisen formen. Gerade im Umgang mit unserer Leiblichkeit und in der Gestaltung des Familien- und Zusammenlebens sind wir der Welt das christliche Zeugnis oft schuldig geblieben. Deshalb ermutigen wir Kirchen, Gemeinden und Christen, jetzt nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern dort, wo es nötig ist, umzukehren und in der festen Bindung an Jesus Christus und sein Wort eine schöpferische Gegenkultur zu bilden. Lasst uns festhalten an seinen Zusagen und in allen Bereichen unseres Lebens seine Ehre suchen! Denn, so sagt es der Apostel Paulus in 2. Korinther 5,15: „Jesus Christus ist fĂŒr uns gestorben, damit wir nicht mehr fĂŒr uns selbst, sondern fĂŒr Ihn leben“.

Die vollstÀndige ErklÀrung gibt es hier: www.evangelium21.net.

Gibt es Blog-Leser, die sich mit der Geschichte des Slogans „Ehe fĂŒr alle“ vertraut gemacht haben? Der Name beansprucht semantisch ja viel mehr, als der heutige Beschluss im Bundestag abdeckt. So assoziiere ich mit „Ehe fĂŒr alle“ etwa eine Kinderehe, die Vielehe, die Ehe auf Zeit, oder auch die Ehe unter nahen Verwandten. Wie kam es dazu, dass dieser einprĂ€gsame Wahlspruch „Ehe fĂŒr alle“ derartig große Akzeptanz gefunden hat? Anders ausgedrĂŒckt: Wie kann es sein, dass in einer Kultur, die so viel Wert auf prĂ€zise Bezeichnungen legt und fein zwischen „GenossInnen“ und „Genossen“ unterscheiden, eine Bezeichnung durchgeht, die im Blick auf das Signifikat so unscharf ist. Verantwortet wird er – so jedenfalls meine Vermutung – von Leuten, die gern mit Sprache Wirklichkeit schaffen. Gibt es bereits substantielle Stellungnahmen dazu? Das interessiert mich!

Vielen Dank!

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