Familienpolitik

Ein anderes Bild von Familie

In Berlin soll ein BĂŒcher- und Spielekoffer ErstklĂ€sslern die Vielfalt des Sexuallebens nĂ€her bringen. Ab der fĂŒnften Klasse sollen Kinder in Scharaden auch Begriffe wie »Sado-Maso«, »Orgasmus« und »Darkroom« darstellen.

Ein Buch aus Schweden lĂ€sst Kinder von ihren beiden VĂ€tern oder ihren beiden MĂŒttern erzĂ€hlen. In einer anderen Geschichte wird erklĂ€rt, wie sich solche Paare fortpflanzen: »Weil aber zwei Frauen keine Kinder bekommen können, haben sie Stefan gefragt. Stefan ist schwul.« Auch die kĂŒnstliche Befruchtung wird in kindgerechter Sprache erlĂ€utert: »Der Arzt tat dessen Samen in Mamas Bauch.« Die Geschichten sind gedacht fĂŒr GrundschĂŒler ab der ersten Klasse. Laut Lehrplan setzt der Sexualkundeunterricht in der fĂŒnften Klasse ein.

Zusammengestellt wurde der Koffer von »Queerformat«, einer Verbindung der zwei Berliner Vereine »KomBi« und »ABqueer«, die ĂŒber »lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Lebenweisen« aufklĂ€ren und beraten. Die Vereinsmitglieder vertreten die Auffassung, dass solche AufklĂ€rung auch schon fĂŒr sechs Jahre alte Kinder hilfreich sei. Sie berufen sich dabei auf eine australische Studie, laut der manche Kinder schon im Sandkastenalter ihre Homo- oder TranssexualitĂ€t spĂŒren. DemnĂ€chst soll es auch einen BĂŒcherkoffer fĂŒr KindergĂ€rten geben.

Hier mehr: www.faz.net.

»MÀnner werden benachteiligt«

Monika Ebeling hat ihren Job als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar verloren, weil sie sich zu sehr fĂŒr MĂ€nner einsetzte. Doch die Zeiten der Frauenförderung mit »feministischen Scheuklappen« seien vorbei, meint sie. In der SZ sagt sie:

Die Linke ist noch immer sehr im Feminismus verhaftet, die GrĂŒnen ebenso. Die Frauen dieser Parteien sind nicht damit einverstanden, dass ich eine etwas liberalere Haltung zur Gleichstellungsarbeit habe. Ich habe mich fĂŒr beide Geschlechter eingesetzt, so wie es der Gesetzgeber vorsieht.

Hier mehr: www.sueddeutsche.de.

Serielle Monogamie als Trend

Regenbogenfamilien, Alleinerziehende, Patchworkhaushalte – sie konkurrieren mit der traditionellen Familie. Sollten sie die gleichen Rechte erhalten?

Viele Feministinnen, GrĂŒne und Linke verunglimpften frĂŒher die traditionelle Familie als Hort der UnterdrĂŒckung und RĂŒckstĂ€ndigkeit. Heute bekĂ€mpft man nicht lĂ€nger die Ehe, sondern verlangt stattdessen eine bessere Förderung aller anderen Familienformen. Diese Strategie ist wirksamer.

Wer will nicht den Alleinerziehenden durch mehr UnterstĂŒtzung das Los erleichtern? Wer möchte sich schon dem Vorwurf der Schwulenfeindlichkeit aussetzen, wenn er argumentiert, dass die Natur und weniger das Gesetz den Weg zum Nachwuchs versperre? Doch Familienexperte Fuchs warnt: »Wer alles fördert, fördert am Ende nichts.«

Hier mehr: www.welt.de.

VD: EP

Die Quote

Die Frauenquote soll Gleichberechtigung im Beruf bringen. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen fĂŒr Frauen und Familie muss stattfinden, doch die Quote berĂŒcksichtigt nicht die unterschiedlichen Lebensvorstellungen der Betroffenen.

Reinhard MĂŒller hat einen so guten Kommentar zu Quotendiskussion geschrieben, dass mir vom ersten bist zum letzten Satz das Schmunzeln nicht verging. Beide AbsĂ€tze:

Es gibt tatsĂ€chlich junge Frauen, die nicht verstehen, warum eine Mutter auf den Gedanken kommt, Teilzeit zu arbeiten: Am Tag der Geburt, gewiss, da könne man wohl nicht zur Arbeit erscheinen – danach aber doch sofort. So redet, wer eine gute Ausbildung, aber selbst noch keine Kinder hat. Wer jung, ungebunden, flexibel ist und dazu auch noch gut aussieht, der lebt tatsĂ€chlich in einer anderen Welt. In dieser Lebensphase wird in der Regel niemand diskriminiert. Selbst in Branchen, die als frauenfeindlich gelten, werden MĂ€nner und Frauen zu gleichen Teilen eingestellt.




Im Übrigen ist es bezeichnend, dass es nicht einmal im Staatsdienst gelingt, wichtige Positionen mit Frauen zu besetzen – was bei politischen Stellen ein Leichtes wĂ€re. Das gilt nicht zuletzt fĂŒr das Bundesfamilienministerium, in dem es unter der jungen, jetzt schwangeren Ministerin nur eine weibliche Abteilungsleiterin gibt. Und dann soll der Staat privaten Unternehmen vorschreiben, wie sie ihre FĂŒhrungsgremien zu besetzen haben? Nein, die Forderung nach einer Quote kann nicht ernst gemeint sein.

Hier: www.faz.net.

BĂŒndnis fĂŒr Familie

Was fĂŒr ein Satz: »Die meisten Eltern mĂŒssen sich am Nachmittag selbst um ihre schulpflichtigen Kinder kĂŒmmern, weil Alternativen fehlen. Das hat dramatische Folgen.« Das Programm, das MĂŒtter wieder »in Arbeit« bringen soll (MĂŒtter, die sich um ihre Kinder kĂŒmmern, arbeiten also nicht) soll unter dem Namen »BĂŒndnis fĂŒr Familien« vermarktet werden. Geht’s noch?

Rund 6,9 Millionen Frauen in der Bundesrepublik sind berufstĂ€tig und gleichzeitig Mutter. Beides unter einen Hut zu bekommen, ist fĂŒr viele ein Kraftakt. Das gilt insbesondere, sobald die Kinder in die Schule kommen und die Eltern sich um eine Anschlussbetreuung kĂŒmmern mĂŒssen. Der Mangel an HortplĂ€tzen und an Schulen, die ein Nachmittagsprogramm anbieten, hĂ€lt insbesondere MĂŒtter davon ab, in den Beruf zurĂŒckzukehren. Das haben Berechnungen im Auftrag des Bundesfamilienministeriums ergeben, die der »Welt am Sonntag« vorab vorliegen. Bei einem entsprechenden Ausbau der Nachmittags- und Ferienbetreuung wĂŒrden demnach bis zu 500.000 Frauen zusĂ€tzlich dem Arbeitsmarkt zur VerfĂŒgung stehen.

Hier mehr: www.welt.de.

Generation Vaterlos

Jedes fĂŒnfte Kind in Deutschland wĂ€chst bei nur einem Elternteil auf. Knapp 1.500.000 Kindern fehlt der Vater. Das hat Konsequenzen fĂŒr ihre seelische Entwicklung. So ist beispielsweise die Anzahl hyperaktiver Jungs bei Alleinerziehenden doppelt so hoch als bei Jungs, die in einer Familie aufwachsen.

Hier ein sehr interessanter DLF-Beitrag zum Thema:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/01/21/dlf_20110121_0953_56792253.mp3[/podcast]

Ich bin eine sexistische Stereotype

Auch wenn Birgit Sauer in ihrem Aufsatz »Die Allgegenwart der â€șAndrokratieâ€č: feministische Anmerungen zur â€șPostdemokratieâ€č« darĂŒber klagt, dass die Gesellschaft weitgehend entpolitisiert wurde und BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zu bloßen Konsumentinnen und Konsumenten (Ist das nicht eine wunderbare Sprache?) degradiert werden (siehe APuZ 1–2/2011 vom 3. Januar 2011), können sich die Feministinnen und Gender-Ideologen derzeit recht gut in Szene setzen. Der Europarat berĂ€t seit LĂ€ngerem die Beschlussvorlage 12267 (hier: EDOC12267.pdf). Hinter dem Dokument steckt der Versuch, die Verwendung des Begriffs »Mutter« als ein sexistisches Stereotyp zu bekĂ€mpfen. Durch die mediale Meidung von binĂ€ren Geschlechterrollen soll die Gender-Gleichheit gefördert werden. Es heißt:

When they are not under-represented or invisible, women are often represented in the media in roles traditionally assigned by society, portrayed as passive and lesser beings, mothers or sexual objects. These sexist stereotypes in the media perpetuate a simplistic, immutable and caricatured image of women and men, legitimising everyday sexism and discriminatory practices and establishing a barrier to gender equality.

Emphasizing the positive role that the media can play in promoting gender equality, the Parliamentary Assembly should invite member states to promote training, education and awareness-raising action and to strengthen women’s visibility in the media. It should invite national parliaments to reinforce their legislation on combating sexist stereotypes and penalise sexist offences. Media should favour a more balanced and non- stereotyped representation of women and men in the media and promote the gender equality dimension in their regulatory and self-regulatory authorities and training programmes.

Furthermore, the Assembly should invite the Committee of Ministers to draft a European code of good practice for member states and a handbook for the media on strategies to combat gender stereotypes in the media and incorporate, in the future Council of Europe convention on preventing and combating violence against women and domestic violence, the fight against gender stereotypes as a means to prevent gender- based violence. Finally, the Assembly could invite the Committee of Ministers to draft a new protocol to the European Convention on Human Rights, establishing gender equality as a fundamental human right.

Birgit Kelle, von 2005 bis 2008 Herausgeberin der christlichen Monatszeitung VERS1, schreibt in ihrem Kommentar zu dieser absurden Agenda:

Wenn es nicht so bitterer Ernst wĂ€re, könnte man darĂŒber lachen. Das Problem ist jedoch, dieser Irrsinn wird StĂŒck fĂŒr StĂŒck gesetzlich verankert. Nicht nur in Bern oder in der Schweiz, sondern ĂŒberall. Wenn wir zulassen, dass uns BĂŒrokraten vorschreiben, wie wir zu sprechen haben, dann lassen wir zu, dass sie unser Denken steuern. Diese ganze Entwicklung erinnert beĂ€ngstigend an die einstigen Zukunftsvisionen von George Orwell in seinem Roman »1984«. Wir sind dabei ein europĂ€isches »Neusprech« einzufĂŒhren. Zuerst waren es so lĂ€cherliche Begriffe wie Mohrenkopf, die als politisch unkorrekt aussortiert wurden. Und ich bin nicht ganz sicher, wie ich angesichts der bevorstehenden Fußball-WM derzeit einen Menschen mit afrikanischen Wurzeln bezeichnen darf, »Farbiger«? «Schwarzer«? Bin ich weiß? Was ist mit Sonnenbrand? Man taumelt förmlich zwischen den FettnĂ€pfchen. Darf ich meinen Kindern das Lied »Lustig ist das Zigeunerleben« noch beibringen oder ist es jetzt das »Lustige Leben der fahrenden, ethnischen Minderheiten?« Faria, Faria, Ho! Mal davon abgesehen, dass dieses Leben vermutlich alles andere als lustig ist, also ein doppelter Fauxpas.

Ich glaube, das Problem beginnt erst dann, wenn sich Frauen tatsĂ€chlich durch die Ansprache oder die Darstellung als Mutter diskriminiert fĂŒhlen. Dann hĂ€tte das »Neusprech« ganze Arbeit geleistet. Noch sind wir nicht soweit. Ich kenne nur stolze MĂŒtter und VĂ€ter. Und schön, dass meine Kinder immer noch »Mama« zu mir sagen. Oder wird das demnĂ€chst auch verboten?

Übrigens sollen in den USA die Begriffe »Vater« und »Mutter« in den PĂ€ssen durch »Elter Eins» und »Elter Zwei« ersetzt werden. Wer es nicht glaubt, hier: www.foxnews.com.

Der Kommentar von Frau Kelle ist hier zu finden.

VD: HB

Zukunftsmodell Patchworkfamilie?

Ob glĂŒcklich oder nicht: Die traditionelle Familie ist lebendig und alternativlos. Und die Gesellschaft ist auf sie angewiesen. Christine Brinck plĂ€diert in der FAZ vernĂŒnftig und leidenschaftlich fĂŒr »die Familie«:

»Alle glĂŒcklichen Familien Ă€hneln einander; jede unglĂŒckliche ist auf ihre Art unglĂŒcklich.« Mit diesem berĂŒhmten Satz beginnt Tolstois »Anna Karenina«. Nabokov hat tĂŒckisch mit der Verdrehung dieses Satzes seine »Ada« beginnen lassen und ihn dennoch »einem großen russischen Dichter« in den Mund gelegt: »Alle glĂŒcklichen Familien sind einander mehr oder weniger unĂ€hnlich, alle unglĂŒcklichen sind mehr oder weniger gleich.« Wer hat recht, was stimmt?

Die Institution Familie wurde in den letzten fĂŒnfzig Jahren mindestens so oft totgesagt wie der Roman, und doch lebt sie und hat einen weit besseren Ruf bei ihren Mitgliedern und Nutznießern, als man nach ihrer schlechten Presse vermuten wĂŒrde. Glaubt man den Überschriften selbst in konservativen Zeitungen, röcheln Ehe und Familie einem unvermeidlichen Ende entgegen.

Und:

Wer die Texte der wildesten Hip-Hop-, Rap-, Punk- oder Rock-Musiker aufmerksam liest, wird ihnen kaum ein PlĂ€doyer fĂŒr die Patchworkfamilie, Alleinerziehung und Fremdbetreuung entnehmen können. Ganz im Gegenteil sind viele ihrer Texte ein Hilfeschrei nach der intakten, zuverlĂ€ssigen Familie, nach VĂ€tern, die sie nicht verlassen (»Daddy, don’t leave, don’t leave us here alone« von Pink: »Papa, geh nicht fort, lass uns nicht hier allein«), und MĂŒttern, die sie nicht vernachlĂ€ssigen (»My father left me, my mother neglected me, I’ll never abandon my own child the way my parents did me« von Eminem: »Mein Vater hat mich verlassen, meine Mutter mich vernachlĂ€ssigt, ich werde mein Kind niemals alleinlassen, wie es meine Eltern mit mir getan haben«).

Hier: www.faz.net.

Die missbrauchte Republik

Vor einigen Wochen ist das Buch:

  • Andreas SpĂ€th u. Menno Aden (Hg.): Die missbrauchte Republik: AufklĂ€rung ĂŒber die AufklĂ€rer, London/Hamburg, Verlag Inspiration Un Limited, 2010, 168 S.

erschienen.

Prof. Dr. Menno Aden schreib in seinem Geleitwort:

Die in diesem Buch gesammelten AufsĂ€tze handeln von SexualitĂ€t. Sexuelle Übergriffe von PĂ€dagogen, Erziehern und sogar kirchlichen AmtstrĂ€gern haben uns in letzter Zeit in vielfacher Weise empört. Eklig, widerwĂ€rtig, unverstĂ€ndlich, beschĂ€mend ist das alles, und wohl nur das Wenigste von dem, was ans Licht kommt, wird man leugnen können.

Mancher wĂŒnscht sich daher wohl, der Schleier des Nichtwissens wĂ€re nicht gehoben worden. Es werden ja nicht nur die jeweils individuell Schuldigen benannt, vor allem werden die Einrichtungen, fĂŒr welche sie tĂ€tig waren, auch dann bloßgestellt, wenn sie besseres verdient hĂ€tten. In der Tat ist zu fragen, ob die Wahrheit ein so hohes Gut ist, dass es den gesellschaftlichen Schaden, der sich aus ihrer Aufdeckung auch ergibt, ausgleicht. WĂ€re es nicht doch besser zu schweigen, als dass legitime AutoritĂ€ten beschĂ€digt und sogar die ehrwĂŒrdigste Institution unserer Kultur, die Kirche, niedergezogen wird? Irritierend ist, dass oft gerade solche Personen in diesem Zusammenhang rigorose AufklĂ€rung fordern, welche sonst Werte wie Treue, Liebe, Ehe, Keuschheit oder gar Glaube als Reminiszenzen einer vergangenen Zeit verhöhnen. Staat und Gesellschaft akzeptieren offenbar, dass sexuelle AktivitĂ€t vor allem dem VergnĂŒgen dient.

Das Geleitwort mit dem Inhaltsverzeichnis gibt es hier: Missbrauchte Republik.pdf.

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner