Auch wenn Birgit Sauer in ihrem Aufsatz »Die Allgegenwart der âșAndrokratieâč: feministische Anmerungen zur âșPostdemokratieâč« darĂŒber klagt, dass die Gesellschaft weitgehend entpolitisiert wurde und BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zu bloĂen Konsumentinnen und Konsumenten (Ist das nicht eine wunderbare Sprache?) degradiert werden (siehe APuZ 1â2/2011 vom 3. Januar 2011), können sich die Feministinnen und Gender-Ideologen derzeit recht gut in Szene setzen. Der Europarat berĂ€t seit LĂ€ngerem die Beschlussvorlage 12267 (hier: EDOC12267.pdf). Hinter dem Dokument steckt der Versuch, die Verwendung des Begriffs »Mutter« als ein sexistisches Stereotyp zu bekĂ€mpfen. Durch die mediale Meidung von binĂ€ren Geschlechterrollen soll die Gender-Gleichheit gefördert werden. Es heiĂt:
When they are not under-represented or invisible, women are often represented in the media in roles traditionally assigned by society, portrayed as passive and lesser beings, mothers or sexual objects. These sexist stereotypes in the media perpetuate a simplistic, immutable and caricatured image of women and men, legitimising everyday sexism and discriminatory practices and establishing a barrier to gender equality.
Emphasizing the positive role that the media can play in promoting gender equality, the Parliamentary Assembly should invite member states to promote training, education and awareness-raising action and to strengthen women’s visibility in the media. It should invite national parliaments to reinforce their legislation on combating sexist stereotypes and penalise sexist offences. Media should favour a more balanced and non- stereotyped representation of women and men in the media and promote the gender equality dimension in their regulatory and self-regulatory authorities and training programmes.
Furthermore, the Assembly should invite the Committee of Ministers to draft a European code of good practice for member states and a handbook for the media on strategies to combat gender stereotypes in the media and incorporate, in the future Council of Europe convention on preventing and combating violence against women and domestic violence, the fight against gender stereotypes as a means to prevent gender- based violence. Finally, the Assembly could invite the Committee of Ministers to draft a new protocol to the European Convention on Human Rights, establishing gender equality as a fundamental human right.
Birgit Kelle, von 2005 bis 2008 Herausgeberin der christlichen Monatszeitung VERS1, schreibt in ihrem Kommentar zu dieser absurden Agenda:
Wenn es nicht so bitterer Ernst wĂ€re, könnte man darĂŒber lachen. Das Problem ist jedoch, dieser Irrsinn wird StĂŒck fĂŒr StĂŒck gesetzlich verankert. Nicht nur in Bern oder in der Schweiz, sondern ĂŒberall. Wenn wir zulassen, dass uns BĂŒrokraten vorschreiben, wie wir zu sprechen haben, dann lassen wir zu, dass sie unser Denken steuern. Diese ganze Entwicklung erinnert beĂ€ngstigend an die einstigen Zukunftsvisionen von George Orwell in seinem Roman »1984«. Wir sind dabei ein europĂ€isches »Neusprech« einzufĂŒhren. Zuerst waren es so lĂ€cherliche Begriffe wie Mohrenkopf, die als politisch unkorrekt aussortiert wurden. Und ich bin nicht ganz sicher, wie ich angesichts der bevorstehenden FuĂball-WM derzeit einen Menschen mit afrikanischen Wurzeln bezeichnen darf, »Farbiger«? «Schwarzer«? Bin ich weiĂ? Was ist mit Sonnenbrand? Man taumelt förmlich zwischen den FettnĂ€pfchen. Darf ich meinen Kindern das Lied »Lustig ist das Zigeunerleben« noch beibringen oder ist es jetzt das »Lustige Leben der fahrenden, ethnischen Minderheiten?« Faria, Faria, Ho! Mal davon abgesehen, dass dieses Leben vermutlich alles andere als lustig ist, also ein doppelter Fauxpas.
Ich glaube, das Problem beginnt erst dann, wenn sich Frauen tatsĂ€chlich durch die Ansprache oder die Darstellung als Mutter diskriminiert fĂŒhlen. Dann hĂ€tte das »Neusprech« ganze Arbeit geleistet. Noch sind wir nicht soweit. Ich kenne nur stolze MĂŒtter und VĂ€ter. Und schön, dass meine Kinder immer noch »Mama« zu mir sagen. Oder wird das demnĂ€chst auch verboten?
Ăbrigens sollen in den USA die Begriffe »Vater« und »Mutter« in den PĂ€ssen durch »Elter Eins» und »Elter Zwei« ersetzt werden. Wer es nicht glaubt, hier: www.foxnews.com.
Der Kommentar von Frau Kelle ist hier zu finden.
VD: HB