Transformative Theologie

Haben Christen den Auftrag, die Kultur zu transformieren? Trevin Wax hat mit Mark Galli von CT über diese Frage gesprochen. Galli verweist auf eine neues Buch von James Davison Hunter, der die evangelikalen Ansätze untersucht hat und ihnen insgesamt Naivität bescheinigt. Galli fordert die Christen auf, wieder mehr über die Gnade Gottes zu sprechen. Zitat:

James Davison Hunter has just published a book, To Change the World: The Irony, Tragedy, and Possibility of Christianity in the Late Modern World. He analyzes the work of everyone from Chuck Colson to James Dobson to Jim Wallis to Andy Crouch, arguing that evangelical views on transforming culture have been naive. Whether you agree with him or not, the book will change the conversation in our movement. An interview with him will appear in the May issue of CT. (So just a heads up to your readers about that.) My personal view is that it is not our job to transform our culture, let alone the world. Our job is to do the specific thing God has called us to do, whether that is evangelizing the neighborhood, working against the sexual slave trade, relieving world hunger, or whatever. Our job is to do that faithfully and well – and to let God take care of transforming the culture. Transforming culture is an incredibly complex thing that no person or group can possibly grasp. It’s something that happens, but it happens over centuries. The process is so slow that it is indiscernible to us except in hindsight. I think talk about transforming the world usually fills us with dreams and visions of our own power, when really our vision should be on the people we’re are seeking to love in Christ’s name.

Hier das Interview: trevinwax.com.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Das stimmt, es ist wohl ein Jahrhunderte dauernder Prozess, bis sich eine Kultur wirklich veraendert.
    (Allerdings geht’s manchmal auch recht schnell, wie etwa seit der Kulturrevolution der 68er, und heute durch den starken Einfluss der Massenmedien).

    Vermutlich dauert eine „Revolution“, mit der man die alten Werte „zerstoert“, weniger lange, als das positive „Aufbauen“ neuer Werte, also als eine „Reformation“ zurueck zur Bibel. Davon sollte man sich aber als Christ nicht abhalten lassen.

    Der Fokus ist allerdings nicht „die Kultur“, sondern Gott und sein Reich, wobei man aber seine Sicht des Reiches Gottes nicht auf Gemeinde und Seelenrettung beschraenken sollte. (Es beinhaltet auch die Politik, die Wirtschaft, die Erziehung etc.).

    Eine Umkehr der Kultur zum Guten ist nur moeglich, wenn die Menschen wieder mehr die Bibel zur Geltung kommen lassen. (Leider spielt die Bibel ja bei Evangelikalen auch immer weniger eine Rolle. Das sollte sich wieder aendern. Wir sollten „in der Bibel leben“, d.h. bei allen Fragen der Bibel vertrauen und erst mal die Bibel fragen, bevor wir einem „Experten“, den Abendnachrichten, einem Professor oder anderen Autoritaeten vertrauen.) Auch theologische Buecher alleine helfen noch nicht viel, wenn man nicht seine Einstellung zur Bibel veraendert.

    Die Kultur der westlichen Welt ist dabei, immer korrupter zu werden. Wenn Christen sich nicht bald mehr einmischen, kann unsere Kultur bald ganz „kippen“, und es kann bald so „ungerecht“ zugehen, dass zunehmend die Freiheit der Meinungsaeusserung und auch die politische Freiheit in Gefahr geraet. D.h. ein Einsatz heute kann sehr sehr viel Unterschied machen. Auch in kurzer Zeit.

    Biblisch gesehen kann eine Umkehr auch sehr schnell gehen. (Ninive, oder siehe manche „Umkehrten“ in den Buechern der Koenige).

    Als Christen muessten wir auch recht bald aktiv werden, da die Humanisten ja gerade weltweit dabei sind, Antidiskriminierungsgesetze einzufuehren, wodurch Christen ja kriminalisiert werden koennen – ein wesentliches Hindernis fuer eine Erweckung. Im Prinzip ist die ganze westliche Welt dabei, totalitaer zu werden.

    (Soweit mal ein paar ungeordnete Gedanken… :-))

  2. Jürgen meint:

    Klingt gut, aber wieder ein Buch das es wahrscheinlich für lange Zeit nur auf Englisch zu lesen geben wird. Schade, ich kenne eine Reihe von Leuten, denen es gut tun würde, diese Informationen auf Deutsch zu erhalten.

    @Roderich
    Ich stimme Dir im Großen und Ganzen zu. Ich sehe uns immer mehr in die Nischen den Alltags gedrängt, aber vielleicht ist es gar nicht so schlecht, denn es kommt dann mehr zu 1:1 Begegnungen im Sinne von 1. Petr. 3,15. Außerdem, Farbe, die unter Druck bekannt wird, ist m. E. auch waschecht.

    Gruß, Jürgen

  3. Roderich meint:

    @Juergen. Das stimmt, dann bleibt nur die waschechte Farbe. Es geht aber in den naechsten Jahren darum, die Christen auf den zunehmenden Druck vorzubereiten, sonst fallen viel mehr Leute ab. Siehe die Vorbereitungsseminare von Open Doors „Standing Strong through the Storm“, und im allgemeinen solide Lehre und ein „Schuss“ Apologetik. („Schuss“ ist metaphorisch zu verstehen, d.h. eine Privat-Miliz, aber mit den richtigen Gedanken als Waffen 🙂 ).

    Und: warum sollten Christen nicht erst mal in den Ring steigen? Es ist ja noch nicht ausgemacht, ob „wir“ dann nicht doch die Dinge noch wenden koennen? (d.h. Gott durch uns).

  4. Roderich meint:

    Uebrigens: alle, die es in der Theorie als so „foerderlich“ finden, wenn der Druck auf Christen waechst, koennten sich ja ein one-way-ticket nach Nordkorea buchen, zum Zwecke der Strassenevangelisation. Dann gibt’s den Druck kostenlos. 🙂

    Ploetzlich werden es dann doch erstaunlich viel weniger, die den Druck gutfinden 🙂

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  1. […] Today hat mit James Davison Hunter gesprochen. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt (siehe hier), unterstellt Hunter einer Theologie, die meint, durch ›Relevanz‹ die Gesellschaft […]

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