Bad Religion

Douthat_book.jpegDas Buch Bad Religion: How We Became a Nation of Heretics des US-Publizisten Ross Douthat ist im Geiste von Chesterton geschrieben und hat in den USA eine heiße Debatte über Wesen und Auftrag der Kirche ausgelöst. Die New York Times hat ein Extrakt des Buches publiziert.

Tim Keller schreibt über Bad Religion:

Dieser Band ist ein nachhaltiger Beweis für Chestertons These, dass, wenn die Menschen sich von Gott abwenden, sie nicht an nichts, sondern an alles glauben.

Auch in Deutschland ist die Diskussion angekommen. ideaSpektrum schreibt:

Führen eine liberale Theologie und eine gesellschaftspolitische Ausrichtung der Kirchen zu ihrem Untergang? Über diese Frage ist eine Debatte in den USA entbrannt. Auslöser ist ein Artikel des Publizisten Ross Douthat in der New York Times (Ausgabe 14. Juli). Darin verweist er auf die Mitgliederverluste aller US-Traditionskirchen, etwa Anglikaner, Lutheraner, Reformierte, Methodisten, die sich einer liberalen Theologie verschrieben haben und Gesellschaftspolitik in den Vordergrund stellen.

Weiter heißt es dort:

Der evangelikale Bestsellerautor und Bonhoeffer-Biograf Eric Metaxas (New York) stimmt Douthats Analyse weitgehend zu. Er weist in der Internet-Zeitung Christian Post darauf hin, dass auch theologisch konservative Kirchen schrumpfen, etwa der Bund der Südlichen Baptisten – mit gut 16 Millionen Mitgliedern die größte protestantische Kirche in den USA. Aber nicht nur deshalb verbiete sich „klammheimliche Freude“ über den Niedergang der Traditionskirchen. Metaxas verweist auf einen Artikel des Theologen Timothy George, Vorsitzender der Colson-Zentrums in Lansdowne (Bundesstaat Virginia).

Wie er schreibt, seien auch die größten Kirchen in den USA – noch vor den Südlichen Baptisten die römisch-katholische Kirche mit 68,2 Millionen Mitgliedern – Versuchungen ausgesetzt, „das verblassende Ethos des liberalen Protestantismus nachzuahmen“. Oft würden evangelistische Gründe dafür angeführt: Man wolle „religiöse Kulturverächter“ durch eine Art „vager Neo-Spiritualität“ gewinnen. Die Absicht sei zwar ehrenhaft, aber die Folgen wahrscheinlich katastrophal: „ein soziales Evangelium, das allein sozial ist aber kein Evangelium“. Daraus entstehe ein Kirche, die nichts anderes mehr zu sagen habe, als das, was säkulare Eliten schon längst und meist besser gesagt hätten. George sieht die Gefahr eines „horizontalen Glaubens“, der das Zutrauen in Gottes erlösende Liebe verliere.

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26 Kommentare
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Johannes Strehle

Ich hoffe, dass das Buch kurzfristig in Deutsch erscheint.
Vielleicht kann Evangelium 21 das initiieren.

Roderich

,
gute Idee. (Allerdings müßte man sicher das gesamte Buch mal lesen, ob es sich wirklich lohnt).

Wird sich aber gewiss gut verkaufen.

Lukas

Ich bin hunderprozentig mit der These einverstanden, dass die Anpassung an den Zeitgeist den christlichen Glauben langfristig nur lächerlich macht, aber ich hinterfrage, dass sinkende Mitgliederzahlen von Kirchen ein Problem seien, jedenfalls biblisch gesehen. Das Evangelium kennt nur eine Kirche, die Gemeinschaft der Christusgläubigen. Bei den fallenden Mitgliederzahlen handelt es sich jedoch vorallem um die verspätete Demontage der konstantinisch-theodosianischen Volkskirche, bzw. von deren Überbleibsel, welche auch in der Gestalt der US-amerikanischen Freikirchen noch weiterbestehen. Bei uns wäre eine Gesundschrumpfung der Landeskirchen sogar sehr wünschenswert. Der erste Schritt zur Abschaffung des anachronistischen Volkskirchenprinzips wäre die endgültige Abschaffung von Kindertaufe und Kirchensteuer und die Einführung der Bekenntnistaufe (Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen). Es wäre ein so heilsamer Schock, wenn sich aus den Millionen von Mitgliedern die paar Prozente von bekennenden Gläubigen herausschälen würden, dass der Preis dafür – nämlich der Verkauf der historischen Kirchenbauten an Banken und Unterhaltungsunternehmer – gerne geleistet werden müsste. Man sähe dann, dass nicht nur kirchliche Trauung und… Weiterlesen »

Tim-Christian

@Lukas Grundsätzlich stimme ich Dir zu. Man sollte aber nicht der Illusion erliegen, dass die Bekenntnistaufe per se zu reineren Kirchen führt. Wie man am Beispiel des Bible Belt (oder auch so mancher russlanddeutscher Baptistengemeinde hier zu Lande) sehen kann, kann der Erwartungsdruck des Umfeldes zu einem quasi-obligatorischen Taufalter mit vorausgehendem Sinner’s prayer führen. Man hat dann das, was J.I. Packer mal als „wet confirmation“ bezeichnet hat. Es kann/könnte also durchaus auch so etwas wie eine volkskirchliche Bekenntnistaufpraxis geben, die dann zum Herausschälen der bekennenden Gläubigen nur bedingt geeignet ist/wäre. Es ist wohl eher eine Frage der rechten Gemeindezucht (wie so manche lebendige presbyterianische oder anglikanische Gemeinde beweist). Auch sollte man die bestehenden volkskirchlichen Strukturen nicht zu bereitwillig preisgeben. Man darf nicht vergessen, dass bspw. ein wirklich gläubiger landeskirchlicher Pfarrer bei Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten, Beerdigungen und Weihnachtsgottesdiensten Massen von Menschen vor der Nase bzw. der Kanzel sitzen hat, die niemals eine Freikirche betreten und jeden evangelistischen Flyer sofort in den… Weiterlesen »

Roderich

@Tim-Christian,
das sind gute Gedanken.

@Lukas,
meinst Du nicht, dass auch die Landeskirchen z.T. noch ein „katechontisches“ Element sind? (Auch wenn manche Pfarrer der Bibel nicht mehr wirlich vertrauen – die „Basis“ tut das ja oft noch mehr). Grundsätzlich sind Institutionen, die mehr zum Guten beitragen als zum Schlechten, die also insgesamt „das Böse aufhalten“, gerade in unserer Zeit sehr wichtig.

(Ob man die konstantinische Volkskirche nur als schlecht ansehen muss, ist noch eine andere Frage. Wohl eher eine „mixed blessing“).

Lukas

@ Tim-Christian
Recht hast Du, dass die Bekenntnistaufe an sich kein Mittel zur Scheidung der aufrichtigen Gläubigen von den Mitläufern ist. (Und falls ja, wäre dies denn erwünscht?) Man könnte nebst den von Dir aufgeführten soziologischen Beispielen auch auf die Amischen verweisen, wo die Bekenntnistaufe in erster Linie pure Pflicht ist, um als Erwachsener in der subkulturell-amischen Zivilgesellschaft zu existieren. Volkskirchlicher geht gar nicht mehr.
Schön wäre es, wenn es solche vereinzelten gläubigen Pfarrer in der Landeskirche tatsächlich gäbe. (Gibt? – Meine Erfahrung ist es nicht, aber die muss nicht repräsentativ sein.)
Mit Deiner Erwähnung der Gemeindezucht hast Du in mir folgende Frage ausgelöst.

@ alle Interessierten
Einerseits bezeugt die Bibel, dass im Acker der Welt guter Same und schlechtes Unkraut bis zum Ende der Weltzeit zusammen gedeihen müssen, dass es also nicht an uns liegt, deren Scheidung herbeizusehnen oder -zwingen, andererseits werden die Gläubigen aber auch über die Notwendigkeit zur Gemeindezucht belehrt.
Frage: Wie geht das miteinander?

Roderich

@Lukas,
ist das eine rhetorische Frage? Eine Frage, auf die Du die Antwort schon weißt? Eine „leading“ Frage, mit der Du im Antwortenden einen Denkprozess auslösen willst? oder fragst Du einfach aus Neugierde?

(Diese meine Rückfrage ist rein aus Neugierde).

Lukas

@ Roderich
Meine Frage ist ernst gemeint.

Lukas

@ Roderich
Ich weiss es nämlich nicht.

Tim-Christian

Beim Gleichnis vom Unkraut im Weizen sollte man beachten, dass der Acker nicht die Gemeinde sondern die Welt ist (vgl. Mt 13,38a). Für das Verhältnis der Gemeinde zur Welt gilt dann: „Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.“ (Röm 12,19) Weltzucht oder die Aufrichtung eines irdischen Gottesstaates ist also klar nicht Aufgabe der Christen bzw. der Gemeinde. Der Apostel Paulus unterscheidet hier m.E. klar: „Ich habe euch in dem Brief geschrieben, dass ihr nichts zu schaffen haben sollt mit den Unzüchtigen. Damit meine ich nicht allgemein die Unzüchtigen in dieser Welt oder die Geizigen oder Räuber oder Götzendiener; sonst müsstet ihr ja die Welt räumen. Vielmehr habe ich euch geschrieben: Ihr sollt nichts mit einem zu schaffen haben, der sich Bruder nennen lässt und ist ein Unzüchtiger oder ein Geiziger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein… Weiterlesen »

Roderich

@Tim-Christian, so sehe ich das auch. Die „Weltzucht“ macht Gott schon alleine, siehe Jesaja 26,9: Denn wenn deine Gerichte über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit Gott tut das aber auch durch die Obrigkeit: Römer 12,4: Denn [die Obrigkeit]… ist Gottes Dienerin, sie vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut. Christen sollen sich aber auch verantwortlich in der Gesellschaft einbringen, und sich dafür einsetzen, dass z.B. die Richter nicht korrupt sind (3. Mose 19,15): Du sollst nicht unrecht handeln im Gericht: du sollst den Geringen nicht vorziehen, aber auch den Großen nicht begünstigen, sondern du sollst deinen nächsten recht richten D.h. Christen sollen ihre Kinder so erziehen, dass diese fair und nicht korrupt sind, und sich für das Lehren biblischer Prinzipien an Schulen einsetzen; aus dieser Erziehung werden dann – vielleicht – einmal Richter hervorgehen, die das ernstnehmen. (5. Mose 11,18-21: Lehre die Kinder Gottes Gebote). Auch die politische Regierung soll sich möglichst an Gottes… Weiterlesen »

Schandor

@Tim-Christian „Beim Gleichnis vom Unkraut im Weizen sollte man beachten, dass der Acker nicht die Gemeinde sondern die Welt ist (vgl. Mt 13,38a).“ Interessant ist, dass aber immer noch von einem Acker, also von einem Weizenfeld die Rede ist und nicht von Brachland, auf dem neben Unkraut auch Weizen steht, nicht wahr? Das Christentum scheint aber eher an ein Unkrautfeld zu denken, in dem auch zuweilen Weizen wächst … Die Erde ist des Herrn … „Weltzucht oder die Aufrichtung eines irdischen Gottesstaates ist also klar nicht Aufgabe der Christen bzw. der Gemeinde.“ Gewissermaßen nicht, aber Gott handelt doch auch durch seine Gemeinde. Selbsterdachte Gottesstaaten führen zu Schlimmem, aber weshalb sollte Gott sich von der ewig-pessimistsischen Weltsicht seiner Kinder aufhalten lassen, sein Reich (um deren Ankunft seine Kinder im Vaterunser bitten) nicht doch durch seine Gemeinde aufzurichten? Ja, Jesu Reich ist nicht von dieser Welt, aber für und in dieser Welt. Und er wird sich gewiss nicht mir einem „Reich des… Weiterlesen »

Lukas

@ Tim-Christian Danke für Deine Antwort. Die entsprechende Stelle bei Paulus beantwortet meine Frage der Beziehung von Welt und Gemeinde tatsächlich. Andererseits ist Gemeindezucht trotzdem ein schwieriges Thema. Was meint Paulus z.B. damit, einen in Unmoral lebenden Christen „dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus“? Natürlich verstehe ich, dass er den Ausschluss des Betroffenen aus der Gemeinde meint, aber warum benutzt er diese Wortwahl? Eine schwierige Stelle, finde ich. @ Roderich Schön, dass Du dich in die Diskussion eingeschaltet hast. Du schreibst: D.h. indirekt möchte Gott – so weit es geht – durch christliche Prinzipien in der Regierung, im Recht, in der Wirtschaft etc. auch “herrschen”. Dort, wo biblische Gebote gehalten werden, ist (äußerlich zumindest) Gottes Reich. So verstehe ich auch “Dein Reich komme” – dass Gottes Reich auch hier in BRD mehr wächst. Was hat der Sohn Gottes mit der irdischen Ordnung gemeinsam?! Ein solcher Gedanke ist dem… Weiterlesen »

Johannes Strehle

Zur Gemeindezucht: „Man sollte … von der … Vorstellung einer perfekten Gemeindezucht Abstand nehmen und bedenken, dass auch die Gemeinde notwendig corpus permixtum bleibt, weil letztlich nur Gott die Herzen kennt …“ (Tim-Christian) „wo Menschen das Innere des anderen kontrollieren wollen, ergibt sich ein totalitäres System.“ (Roderich über den Staat) In der Gemeinde wären das dann Sektenstrukturen. Es gibt auf Erden nichts Perfektes, auch nicht bei Christen. Es gibt keine perfekten Christen, keine perfekte Gemeinde, keine perfekte „Gemeindezucht“. Aber: Eine Gemeinde kann und soll einen optimalen (nicht idealen) Zustand erreichen, d. h. einen Zustand, an dem das Haupt der Gemeinde (unter irdischen Bedingungen) nichts auszusetzen hat. Das ist wichtigste Aufgabe und Verantwortung der Gemeindeleitung. (Wichtigstes Thema von Sitzungen und Versammlungen) Von den 7 Gemeinden, an die Johannes im Auftrag Christi schrieb, hatten 2 diesen Zustand erreicht (fast 30 %). 4 erhielten Lob und Tadel und wurden unter Androhung von Konsequenzen aufgefordert, die Negativa zu beseitigen. Zu den Konsequenzen gehört, dass… Weiterlesen »

Roderich

@Lukas, Die Christen des Neuen Testaments bezogen das Königreich Gottes auf die Parusie. Das stimmt nicht ganz. Sie bezogen die VOLLENDUNG des Königreiches Gottes auf die Parusie (Wiederkunft Christi). Sie sahen die Verwirklichung des Reiches Gottes als ein „schon jetzt“ und „noch nicht“. Deine Sicht wäre ein ausschließliches „noch nicht“ – das würde (ohne Bewertung) gut zur dispensationlistischen und zur Theologie der Zeugen Jehovas passen. „Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken sondern Gerechtigkeit und Frieden und Freude im Heiligen Geist“ (Rö 14,17) – das können Christen auch schon JETZT haben. Siehe dazu das Buch „Das Reich Gottes – die Vision wiedergewinnen“ von Keith Warrington. Die Ausgießung des Heiligen Geistes war für die ersten Christen (gemäß Joel) auch das Zeichen, dass das Reich Gottes gekommen war. „Tut Buße – denn das Reich Gottes ist nahe“ (Zusammenfassung Jesu Botschaft) bezieht sich auch darauf, dass Jesus der Herrscher aller Welt ist und SCHON JETZT herrschen will – in Seinem Volk. Laut… Weiterlesen »

Roderich

@Lukas, studierst Du gerade Theologie oder hast mal eine Arbeit über Niebuhr geschrieben? Da Du Dich ja offenbar eingängig mit dem Thema beschäftigt hast oder beschäftigst.

Tim-Christian

@Schandor

Ich weiß nicht, ob man aus dem Gleichnis eine Verhältnisbestimmung Gläubige/Weizen:Ungläubige/Unkraut ableiten kann – auch und gerade angesichts solcher Stellen wie Mt 7, 12ff.

@Alle

Andererseits gebe ich Dir Recht, dass man christlicherseits (als Salz der Erde und Licht der Welt!) nicht in einen inaktiven Pessimismus verfallen sollte. Ich persönlich mag das Zitat von John Howard Yoder:

„Kirche und Welt sind nicht zwei Abteilungen unter getrennter Gesetzgebung oder zwei Institutionen mit einander widersprechenden Handlungsanweisungen, sondern zwei Ebenen der Relevanz desselben Herrn. Das Volk Gottes ist heute schon berufen, das zu sein, wozu letztlich auch die Welt berufen ist.“ (Die Politik des Leibes Christi)

Lukas

@ Roderich Die Sicht, dass es “null Gottes Reich jetzt und 100% Gottes Reich bei Jesu Wiederkunft” geben wird ist nicht biblisch. Damit bin ich einverstanden. Deine Sicht wäre ein ausschließliches “noch nicht” – das würde (ohne Bewertung) gut zur dispensationlistischen und zur Theologie der Zeugen Jehovas passen. Keineswegs. Die christliche Existenz ist wesentlich geprägt davon, dass Gott in Jesus Christus das Heilsgeschehen, die „Wiederherstellung aller Dinge“, in den Christusgläubigen ansatzweise bereits begonnen hat, wenn auch in verborgener, paradoxer Gestalt. Ist meine Sicht dispensationalistisch? Ja und Nein. (Zu den Zeugen Jehovas kann ich nichts sagen, da ich ihre Theologie nicht kenne.) Ja – weil meine Ethik damit zusammenhängt, dass es jetzt, in den „Zeiten der Nationen“ (Lk 21, 24) keine Instanz gibt, welche über der Einhaltung der Gesetze Gottes wacht. Die Nationen ernten nicht wie Israel Fluch oder Segen, je nachdem ob sie die Gesetze Gottes halten oder nicht. In der Welt herrschen nach dem endgültigen Unabhängigkeitsverlust von Israel die… Weiterlesen »

Roderich

@Lukas, vielen Dank für die klaren Ausführungen. Bei dem meisten würde ich zustimmen, aber nicht ganz bei Deiner Sicht für die Ethik. Die Frage ist ja: sollen wir wenigstens VERSUCHEN, einen Einfluß auf die Gesellschaft zu nehmen? Wenn man auf die heutige Gemeinde in BRD blickt, müsste man wohl – wie Du – eher skeptisch sein, aber nur unmittelbar für die nächsten Jahre. Wie siehst Du aber den Einfluß des Christentums auf die Gesellschaft nach der Reformation. Das Buch, das nach Deinem Lebensthema bezeichnet ist von Francis Schaeffer, beschreibt ja historisch, dass das Christentum in bestimmten Phasen der Geschichte sehr maßgeblich war. („Wie können wir denn leben? Aufstieg und Niedergang der westlichen Kultur“ von Francis Schaeffer). Günter Rohrmoser sagte mal: im Mittelalter und nach der Reformation war das Christentum in Europa „geschichtsmächtig“. Heute ist es das nicht mehr unbedingt. (Auch wenn man die Rolle eines minimalen Restes als „Katechont“ auch nicht unterschätzen darf – eine sehr sehr kleine Zahl von… Weiterlesen »

Schandor

@Tim-Christian

„Ich weiß nicht, ob man aus dem Gleichnis eine Verhältnisbestimmung Gläubige/Weizen:Ungläubige/Unkraut ableiten kann“

Ooh, vielleicht solltest Du die Beeinflussung der deutschen – besonders der deutschen – Theologie etwas dezenter verbergen — s‘ wird nebulös 😉

Lukas

@ Roderich Meine Ausführungen wären falsch, wenn ich nicht erwähnen würde, dass es der tiefste Wunsch meines Lebens ist, in meinem kulturellen Wirken Zeitgenossen mit dem Evangelium zu konfrontieren. Weil ich diese Berufung habe, deshalb ist dieses Thema mein Lebensthema. Und der oben beschriebene ewige Konflikt sollte uns vor Augen sein, aber er darf uns nicht lähmen. Ja, Francis Schaeffer liess sich in seinem Leben auch nicht einschüchtern von der glaubenslosen Umwelt. Und was hat er doch erreicht! Auch auf mich übten seine Bücher zwischen 15 und 20 einen entscheidenden Einfluss aus. Geboren bin wenige Jahre vor seinem Tod. Auf Dich auch? Für mich ist er als Mensch ein Vorbild, der den lebendigen Gott seinen kritischen und kulturell engagierten Zeitgenossen bezeugte. Seine theologische Prämisse, dass Offenbarung propositionale Informationsübermittlung sei, ja, dass der biblische Glauben wie ein Kartenhaus in sich zusammenfalle, wenn man hier auch nur ein bisschen den Akzent verschiebe, ist meiner Meinung nach eine einseitige Vereinfachung, die vielleicht in… Weiterlesen »

Roderich

@Lukas, Danke für den Input. Schön, dass Dir Francis Schaeffer viel bedeutet hat. (Ich habe Schaeffer eher erst später gelesen, für meine „Orthodoxie“ war er also nicht unbedingt notwendig, aber ich habe natürlich viel von ihm gelernt, was die Bedeutung der Bibel für das menschliche Zusammenleben angeht). Allerdings kann ich dem dialektischen Ansatz bezüglich der Bibelauslegung nicht so viel abgewinnen. Man kann z.B. bei Emil Brunner lernen, dass biblischer Glaube nicht nur ein blosses Für-wahr-Halten der Bibel sein möchte, sondern Glaubensgehorsam und Treue gegenüber dem darin Bezeugten… Die Notwendigkeit von Glaubensgehorsam und Treue würde doch weder Francis Schaeffer noch sonst ein „traditioneller“ Theologe bestreiten. Wenn das aber eigentlich heißt, dass man gegen das „für-wahr-halten“ ist, dann wäre das eine verschleierte Ausdrucksweise für mangelndes Vertrauen in die Heilige Schrift. Ich denke, das ist ein falscher Gegensatz. Der wäre eher für glaubenstote Rationalisten relevant, die nur an Lehrsätze glauben, diese aber nicht umsetzen. Das Ideal ist aber nicht, die Lehrsätze rauszuschmeißen, sondern… Weiterlesen »

Lukas

@ Roderich Zuerst einmal Entschuldigung, dass ich es nicht vermochte, Dir knapper zu antworten. Vielen Dank für Deine Antwort und Kritik. Deine Kritik ist berechtigt, insofern Du mich missverstehst, ich wolle die historische und faktische Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift untergaben. Vielleicht habe ich mich ungenau ausgedrückt, oder Du hast mich falsch verstanden. Ich kann Dir versichern, dass ich diesbezüglich grosses Vertrauen in die Bibel habe, wenn ich auch den defensiven Begriff „biblical inerrancy“ ablehne, da er den Rationalismus von dem übernimmt, was er bekämpft, und zu einer kleinlichen Obsession mit Widersprüchen führt (aber darauf möchte ich hier jetzt nicht eingehen). Jedoch, ohne Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift wird „Gottes Wort“ zu einem völlig irrationalen Begriff, wovor Schaeffer zu Recht warnte. Wenn ich das blosse Für-wahr-Halten der Bibel kritisiere, heisst das nicht, dass ich sie nicht für wahr halte, sondern, dass das lebendige Wort Gottes kein Gegenstand (Objekt), sondern ein Gegenüber (Subjekt) sein soll. Was heisst „Gottes Wort“? Ich hatte heute ein… Weiterlesen »

Roderich

@Lukas, ohne Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift wird “Gottes Wort” zu einem völlig irrationalen Begriff, wovor Schaeffer zu Recht warnte. Amen, Bruder! Schön, dass wir das beide so sehen. Ich hatte heute ein bisschen Zeit und untersuchte alle 348 Stellen (Schlachter) im NT, in denen “Wort” vorkommt. Vielen Dank für die Mühe, für das gute Vorbild (Bibelstudium), und für die Präsentation Deiner Ergebnisse. Zunächst: dieses Herangehen von Dir empfinde ich gar nicht als „dialektisch“, sondern als sehr traditionell 🙂 🙂 Du begründest Deine Sicht mit Bibelstellen, und zwar gemäß der „Klarheit der Schrift“. (Dann verstehe ich immer noch nicht genau, was Du an den „Dialektikern“ so gut findest, und was diese Typen denn haben, was die Reformatoren nicht hatten? Jede Exegese bzw. Schlussfolgerung aus einem Biblischen Text, die man mit „Biblischer Hermeneutik“ (gemäß dem sehr guten Buch von Bernhard Ramm) gewinnen kann, ist zumindest der näheren Prüfung wert. Denn sie ist methodisch korrekt gewonnen – auch wenn die Auslegung natürlich inhaltlich… Weiterlesen »

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