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Augustinus: Lehrer der Gnade (Teil 6)

Im folgenden Abschnitt (S. 353–360) betont Augustinus nach einmal anhand verschiedener Themen und Bibelstellen, dass uns Menschen keine Verdienste vor Gott gerecht machen können. Sogar das ewige Leben, von vielen als Lohn für ein gutes Leben verstanden, ist unverdiente Gnade.

Augustinus: Nicht Verdienst, sondern Gabe des Geistes

Niemand kann also auf die rechte Weise Weisheit und Verstand gebrauchen, niemand auf die rechte Weise durch Rat und Stärke sich auszeichnen, niemand Frömmigkeit und Wissenschaft miteinander verbinden, niemand mit keuscher Furcht Gott fürchten, wenn er nicht den Geist der Weisheit und des Verstandes, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft und Frömmigkeit und Gottesfurcht empfangen hat. Niemand kann ferner wahre Tugend, aufrichtige Liebe, gottesfürchtige Enthaltsamkeit besitzen außer durch den Geist der Tugend, der Liebe und der Enthaltsamkeit. Ebenso wird auch niemand ohne den Geist des Glaubens in rechter Weise glauben, noch ohne den Geist des Gebetes zu seinem Heile beten. Doch ist hierbei nicht etwa eine Vielheit von Geistern anzunehmen, »sondern dies alles wirket ein und derselbe Geist, indem er jedem, wie er will. Eigentümliches mitteilt«. Denn »der Geist wirkt, wie er will« (Röm 8,27ff), aber freilich – das muss man zugestehen – in anderer Weise steht er bei, wenn er noch nicht in der Seele wohnt, in anderer, wenn er bereits darin wohnt. Denn wenn er noch nicht in der Seele wohnt, so hilft er, dass man zum Glauben gelangt; wohnt er aber bereits in der Seele, so unterstützt er solche, die bereits gläubig sind.

Wo bleibt also das Verdienst des Menschen vor der Gnade, durch das er die Gnade empfangen könnte, da jedes gute Verdienst von unserer Seite nur durch die Gnade bewirkt wird und Gott, wenn er unsere Verdienste krönt, nichts anderes krönt als seine eigenen Gaben? Denn wie wir im Anfange die Gnade des Glaubens erlangt haben, nicht weil wir gläubig waren, sondern dass wir es werden, so wird uns am Ende, wo das ewige Leben eintritt, Gott krönen, wie geschrieben steht, »in Erbarmung und Barmherzigkeit« (vgl. Jer 42,12). Nicht umsonst also wird von Gott gesungen: »Und seine Barmherzigkeit wird mir zuvorkommen«, sowie auch: »Seine Barmherzigkeit wird mir nachfolgen«. Darum wird auch das ewige Leben selbst, das wir am Ende ohne Ende besitzen werden und das also allerdings nach vorausgegangenen Verdiensten erteilt wird, doch die Rücksicht darauf, dass diese Verdienste, für die man es erlangt, nicht von uns aus eigener Kraft erworben, sondern in uns durch die Gnade gewirkt wurden, selbst Gnade genannt; offenbar nur aus dem Grunde, weil es unverdient erteilt wird. Zwar wird es auch als Lohn für Verdienste gegeben, aber die Verdienste selbst, für die es verliehen wird, sind ein Geschenk. Für unsere Behauptung aber, dass auch das ewige Leben eine Gnade genannt wird, haben wir bei demselben erhabenen Verteidiger der Gnade, bei dem Apostel Paulus, die Stelle: »Der Sold der Sünde ist der Tod; Gnade Gottes aber ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn« (Röm 6,23).

Beachte, bitte, wie kurz gefasst und sorgfältig gewählt diese Worte sind; doch bei ernstlicher Erwägung wird sich das Dunkel dieser Frage einigermaßen lichten. Nachdem gesagt ist: »Der Sold der Sünde ist der Tod«, wer würde es da nicht für einen sehr passenden und folgerichtigen Nachsatz halten, wenn es weiter hieße: »Der Sold der Gerechtigkeit aber ist das ewige Leben«? Es ist ja Wahrheit, dass, wie der Sündenschuld der Tod gleichsam als Sold erteilt, so dem Verdienste der Gerechtigkeit gleichsam als Sold das ewige Leben gespendet wird. Oder wenn der Apostel von Gerechtigkeit nicht reden wollte, so hätte er das Verdienst des Glaubens erwähnen können, da »der Gerechte aus dem Glauben lebt« (Hab 2,4). Deshalb heißt auch das ewige Leben an sehr vielen Stellen der Heiligen Schrift ein Lohn; nirgends hingegen ist die Gerechtigkeit oder der Glaube als Lohn bezeichnet, weil der Gerechtigkeit oder dem Glauben der Lohn erteilt wird. Was aber für den Arbeiter der Lohn, das ist für den Soldaten der Sold.

Der heilige Apostel aber kämpft gegen den Stolz, der in einem so hohen Grade bei allem Großen sich einzuschleichen sucht, dass ihm selbst, wie er sagt, ein Satansengel gegeben wurde, der ihn mit Fäusten schlug, damit sich nicht sein Nacken stolz erhebe (2Kor 12,7). Da er also mit allem Eifer gegen diese Pest des Stolzes kämpft, sagt er: »Der Sold der Sünde ist der Tod«. Mit Recht nennt er ihn Sold, weil er verschuldet ist, weil man ihn nach Gebühr empfängt, weil er nach Verdienst gegeben wird. Damit sodann die Gerechtigkeit sich nicht wegen eines menschlichen Tugendverdienstes erhebe, so führt er, während die Sünde unzweifelhaft ein menschliches Missverdienst ist, nicht den Gegensatz durch, indem er etwa sagt: »Der Sold der Gerechtigkeit ist das ewige Leben«, sondern er sagt: »Gnade Gottes ist das ewige Leben«. Und damit man es nicht etwa auf irgendeinem anderen Wege ohne den Mittler suche, fügt er bei: »In Jesus Christus, unserem Herrn«, als wollte er sagen: »Wenn du hörst, dass der Sold der Sünde der Tod ist, was schickst du dich an, dich zu erheben, o menschliche Nichtgerechtigkeit, ja mit dem Namen der Gerechtigkeit prunkende Hoffart? Was schickst du dich an, dich zu erheben und das dem Tode entgegengesetzte ewige Leben gleichsam als schuldigen Sold einzufordern? Die wahre Gerechtigkeit ist es, der das ewige Leben gebührt. Wenn aber die Gerechtigkeit wahr ist, so kommt sie nicht von dir, sondern von oben herab, vom Vater der Lichter. Wenn du sie überhaupt hast, so hast du sie nur, weil du sie empfangen hast. Denn welche Güter hast du, die du nicht empfangen hättest? Darum, o Mensch, wenn du das ewige Leben empfangen wirst, so ist dies zwar der Sold der Gerechtigkeit, aber für dich ist es Gnade, da für dich überhaupt die Gnade die Gerechtigkeit ist. Das ewige Leben würde dir ja wie eine Schuldigkeit gegeben werden, wenn du von dir selbst jene Gerechtigkeit hättest, der es gebührt. Nun aber haben wir von seiner Fülle nicht nur jene Gnade empfangen, durch die wir jetzt in unseren Bemühungen gerecht bis ans Ende leben, sondern auch um dieser Gnade willen die Gnade, nach diesem Leben ohne Ende in Ruhe zu leben. Nichts Heilbringenderes glaubt der Glaube, weil auch der Verstand nichts Wahreres findet. Und wir müssen hören auf das Wort des Propheten, der spricht: »Wenn ihr nicht glaubet, werdet ihr nicht verstehen« (Jes 7,9 nach LXX).

»Aber«, sagt Pelagius, »die Menschen, die nicht gut und gläubig leben, werden sich entschuldigen und sprechen: Was haben wir verbrochen, wenn wir ein schlechtes Leben führen, da wir die Gnade nicht empfangen haben, mit der wir ein gutes Leben führen könnten?« Die ein schlechtes Leben führen, können nicht mit Wahrheit sagen, dass sie nichts Böses getan hätten. Denn wenn sie nichts Böses tun, so leben sie gut; wenn sie aber schlecht leben, so leben sie von sich aus schlecht, entweder wegen der ihnen anhaftenden Erbschuld oder weil sie außerdem persönliche Sünden begehen. Wenn sie aber »Gefäße des Zornes sind, die zum Verderben bereitet wurden« (Röm 9,22), so sollen sie es sich zuschreiben, was ihnen nach Gebühr zuteil wird; sind sie doch aus jenem Stoffe gemacht, den Gott wegen der Sünde des einen, in dem alle gesündigt haben, nach Recht und Gerechtigkeit verdammt hat. Wenn sie aber Gefäße der Barmherzigkeit sind, denen Gott, obwohl sie aus demselben Stoffe gemacht sind, die verdiente Strafe nachlassen wollte, so mögen sie nicht sich groß machen, sondern Gott preisen, der ihnen unverdiente Barmherzigkeit erwiesen hat; sollten sie etwa an­derer Ansicht sein, so wird ihnen Gott auch dies noch zu erkennen geben.

Endlich: Auf welche Weise werden sie sich entschuldigen? Offenbar auf jene Art, auf die der Apostel, gleichsam in ihrem Sinne sprechend, sich selbst einen Einwand macht, in­dem er sie sagen lässt: »Warum klagt er also? Denn wer widersteht seinem Willen?« (Röm 9,19). Das will also sagen: »Warum beklagt man sich über uns, dass wir Gott durch unser schlechtes Leben beleidigen, da niemand seinem Willen widerstehen kann und er uns durch Verweigerung seiner Barmherzigkeit verhärtet hat?« Wenn sie sich also nicht schämen, mit dieser Entschuldigung nicht uns, sondern dem Apostel zu widersprechen, warum sollte es uns zuviel sein, ihnen immer und immer wieder das Wort des Apostels vorzuhalten: »O Mensch, wer bist du, dass du Gott zur Rede stellen willst? Spricht etwa das Gebilde zu seinem Bildner: Warum hast du mich so gemacht? Oder hat der Töpfer nicht die Macht, aus demselben Stoffe – der offenbar nach Recht und Gerechtigkeit verdammt ist – das eine Gefäß aus erbarmender Gnade zu verdienter Ehre zu bilden, das andere aber aus gerechtem Zorne zur verdienten Schmach, um den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen seiner Barmherzigkeit kundzutun« (Röm 9,20–23) und zu zeigen, welche Gnade er ihnen erweist, während die Gefäße des Zornes jene Strafe empfangen, die alle in gleicher Weise verdient hatten? Es genüge unterdessen dem Christen, der noch im Glauben lebt und noch nicht die Vollendung sieht, dessen Erkennen nur Stückwerk ist, zu wissen und zu glauben, dass Gott niemanden errettet außer aus freier Barmherzigkeit durch unseren Herrn Jesus Christus und niemanden verdammt außer nach vollkommenster Gerechtigkeit und Wahrheit durch unseren Herrn Jesus Christus. Warum aber Gott den einen errettet, den anderen aber nicht, wer es vermag, der erforsche diesen tiefen Abgrund seiner Gerichte, hüte sich jedoch vor dem Sturze. »Denn ist etwa bei Gott eine Ungerechtigkeit?« (Röm 9,14). Das sei ferne! Aber »unerforschlich sind seine Gerichte und unbegreiflich seine Wege« (Röm 11,33).

Ehrlichkeit lohnt sich. Immer?

Wer am vergangenen Samstag die Sportschau gesehen hat, wurde mit einer denkwürdigen Begebenheit konfrontiert. Der ehemalige Nationalspieler Gerald Asamoah hat, seit dem er beim FC St. Pauli spielt, wieder einen Lauf. Beim Spiel gegen Hannover kam er jedoch ins Stocken, als der Schiedsrichter kurz vor Abpfiff nachfragte, welche Mannschaft denn nun den Eckstoß zu bekommen habe. Asamoah gab ehrlich zu, dass die Ecke Hannover gehört.

Alles gut? Kommt darauf an, wer gefragt wird. Denn der Christ Asomaoh wurde für seine Ehrlichkeit, die St. Pauli einen Eckball kostete, hart bestraft. Als kurze Zeit später Hannover 96 eine Ecke ausführte, fiel der 1:0 Siegtreffer für Hannover. Die Mannschaft von Asamoah, die besser gespielt hat und den Sieg (oder zumindest ein Unentschieden) verdient hätte, ging als Verlierer vom Platz. Der Trainer war sauer.

Begebenheiten wie diese bringen die einseitige »Folge Jesus nach und alles wird gut«-Verkündigung ins Wanken. Beispiele kenne ich viele. Da ist der Unternehmer, der nicht »blendet« und wegen seiner Ehrlichkeit einen lukrativen Auftrag verliert. Eine junge Frau sagte mir einmal, ihr Leben sei anstrengender geworden, seit dem sie Jesus Christus vertraut. In der Famlie und am Arbeitsplatz gäbe es deutlich mehr Konflikte.

Jesus nachfolgen heißt eben nicht immer, dass die »Performance« besser wird. Als der Apostel Paulus beispielsweise in Damaskus seinem HERRN begegnete, wurde er geschlagen und geblendet (vgl. Apg 9). »Denn ich werde ihm zeigen wie viel er leiden muss um meines Namens willen«, bekam er von dem Auferstandenen zu hören. Ein Leiter musste plötzlich geleitet werden. Der erfolgsverwöhnte Gesetzestreue wurde für mehrere Jahre ins Abseits gestellt, um auf seinen hindernisreichen Missionarsdienst vorbereitet zu werden. Jesus hat nicht gelehrt: »Folgt mir nach und alles wird besser«. Er kommunizierte die Bedingungen der Jüngerschaft recht klar. Wir sollen die Kosten überschlagen. »Keiner von euch kann mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat« (Lk 14,33, vgl. Lk 14,25–35).

»Mit St. Pauli, das zu brav für einen Sieg auftrat, nähert sich der nette Asamoah dem Abstiegskampf« schriebt die FAZ am Montag. Langfristig lohnt es sich trotzdem, ehrlich zu sein. Wer Jesus vertraut, wird nicht abgeschrieben. Jesus Christus ist uns oft besonders dann ganz nah, wenn wir, vielleicht wegen unserer Ehrlichkeit, ins Schleudern kommen.

Augustinus: Lehrer der Gnade (Teil 5)

Augustinus führt in seinem Brief 194 (S. 349–351) weiter aus, dass Gott Gebete wirklich erhört, aber auch das Gebet des Glaubens nicht etwas ist, was wir Menschen unserem eigenen Vermögen zuschreiben sollten. Der Glaube kommt aus der Predigt des Evangeliums. Obwohl viele das Wort hören, glauben nicht alle. Gottes Ratschluss und seine Gerichte sind unausforschlich, aber Gott ist deshalb nicht ungerecht.

Im nächsten Abschnitt (S. 351–353) betont Augustinus, dass alles Gute Gnadengeschenk ist.

Augustinus: Alles Gute haben wir empfangen

Der Glaube also zieht uns zu Christus. Würde er uns nicht als ein unverdientes Geschenk verliehen, so würde nicht Christus selbst sprechen: »Niemand kommt zu mir, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht« (Joh 6,44). Darum spricht er gleich darauf: »Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und Leben. Aber es sind einige unter euch, die nicht glauben« (Joh 6,64–65) Sodann fügt der Evangelist bei: »Denn Jesus wußte von Anfang an, wer die Glaubenden seien und wer ihn verraten würde«. Und damit niemand meine, die Glaubenden ständen in einer solchen Beziehung zu seinem Vorauswissen, wie die Nichtglaubenden, das heifjt, es würde ihnen der Glaube nicht von oben verliehen, sondern nur ihr Wille im voraus erkannt, fügt er zugleich bei: »Und er sprach: ›Deshalb habe ich euch gesagt, daß niemand zu mir kommt, wenn es ihm nicht von meinem Vater gegeben ist‹« (Joh 6,66). Daher kam es, daß einige von denen, die seine Rede über sein Fleisch und Blut gehört hatten, geärgert davongingen, einige aber glaubend dablieben, weil niemand zu ihm kommen kann, wenn es ihm nicht vom Vater und folglich auch vom Sohne und dem Heiligen Geiste gegeben ist. Denn die Gaben und Werke der unteilbaren Dreieinigkeit sind nicht getrennt. Indem aber der Sohn den Vater auf solche Weise ehrt, liefert er nicht den Beweis, daß irgendeine Verschiedenheit obwaltet, sondern gibt ein großes Beispiel der Demut.

…

Denn wenn wir sagen, der Glaube sei vorausgegangen und in ihm liege, was die Gnade verdient, welches Verdienst hatte dann der Mensch vor dem Glauben, wodurch empfing er ihn? Denn was hat er, das er nicht empfangen hätte? Hat er es aber empfangen, was rühmt er sich, gleich als hätte er es nicht empfangen? Denn wie er Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Wissenschaft, Frömmigkeit, Gottesfurcht nicht hätte, wenn er nicht nach dem Ausspruche des Propheten den Geist der Weisheit und des Verstandes, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft, Frömmigkeit und Gottesfurcht empfangen hätte – wie er weiter Tugend, Liebe, Enthalt¬samkeit nicht hätte, wenn er nicht den Geist empfangen hätte, von dem der Apostel schreibt: »Denn ihr habt nicht empfangen den Geist der Furcht, sondern den Geist der Tugend, der Liebe und der Selbstbeherrschung» (2Tim 1,7), so hätte auch niemand den Glauben, wenn er nicht den Geist des Glaubens empfangen hätte, von dem derselbe Apostel sagt: »Da wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht: ›Ich glaubte, darum redete ich‹, so glauben auch wir, und darum reden wir« (2Kor 4,13). Daß wir ihn aber nicht durch ein Verdienst erlangt haben, sondern durch die Barmherzigkeit dessen, der sich »erbarmt, wessen er will«, zeigt er ganz deutlich, wenn er von sich selbst sagt: »Ich habe die Gnade erlangt, treu zu sein« (1Kor 7,25).

Für Rob Bell gewinnt die »Liebe«

Der charismatische Redner Rob Bell spricht im Promotionsvideo zu seinem neuesten Buch aus, was viele Emergente denken:

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Brian McLaren schreibt dazu:

In Love Wins, Rob Bell tackles the old heaven-and-hell question and offers a courageous alternative answer. Thousands of readers will find freedom and hope and a new way of understanding the biblical story – from beginning to end.

Mir fällt dazu ein, dass an der Projektionshypothese von Ludwig Feuerbach, gemäß der »Gott« eine Projektion eigener Vorstellungen und Wünsche ist, etwas (!) dran ist (siehe auch hier).

Kevin DeYoung hat acht hilfreiche Gedanken aus dem Buch Why We’re Not Emergent zum Thema publiziert: thegospelcoalition.org.

Technische Probleme

Leider gab es beim Upgrade der Software technische Probleme. Ich bitte diese Schwierigkeiten zu entschuldigen und danke für die Geduld.

Sterben und Tod im Judentum

Der DLF hat mit der jüdischen Theologin Sasja Martel vom Jüdischen Hospiz in Amsterdam über Sterben und Tod im heutigen Judentum gesprochen:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/02/21/dlf_20110221_0943_337829b4.mp3[/podcast]

Augustinus: Lehrer der Gnade (Teil 1)

Einen herausragenden Platz in der Geschichte der Al­ten Kirche verdient Aurelius Augustinus (354–439 n. Chr.). Obwohl sein Kirchenamt nicht zu hoch bewertet werden sollte – es gab in Afrika damals fast siebenhundert Bischöfe, hat Augustinus die abendländische Theologiegeschichte maßgeblich geprägt.

In einer kleinen Reihe möchte ich den Bischof kurz vorstellen, seine Lösung des Problems von »Glauben und Wissen« erläutern und die »Gnadentheologie« aus einem seiner Briefe zitieren (vgl. auch hier).

Augustinus führte vor seiner Bekehrung zum Christentum ein recht bewegtes Leben. Seine Mutter Monnica war eine überzeugte Christin und unterwies ihren Sohn in der christlichen Lehre. Sein Vater war ein eher zurückhaltender Beamter. Als Augustinus 17 Jahre alt war, meldete er sich zum Katechetenunterricht an, was bedeutet, dass er die Taufe anstrebte. Au­gustinus distanzierte sich allerdings dann vom Glauben seiner Mutter und öff­nete sich für die pagane Philosophie. Er pflegte während dieser kritischen Periode uneheliche Beziehungen zu mehreren Frauen. Aus der Verbin­dung mit einer Konkubine ging sein Sohn Adeodat hervor, der schon im Alter von 17 verstarb (372–390).

Bereits als Zwanzigjähriger war Augus­tinus Lehrer für Rhetorik in Karthago, mit 29 Jahren bekam er eine Beru­fung als Rhetorikprofessor am kaiserlichen Hof in Mailand. Für ungefähr neun Jahre folgte Augustinus dem Manichäismus, einer rational-dualistischen Lebensphilosophie (o. Religion). Die Manichäer dachten in den Kategorien Gut und Böse oder Licht und Finsternis. Der gnostische Einfluss ist offenbar, da im Manichäismus die Welt als verdor­ben gilt und nur Erkenntnis (»Gnosis«) aus den Fesseln der Finsternis be­freien kann.

Während seiner Zeit in Mailand (ca. 384–386) löste sich Au­gustinus von dieser Philosophie und öffnete sich für den Neuplatonis­mus. Im Jahre 386 erlebte er im Garten seines Mailänder Hauses eine Be­kehrung. Damals ziemlich verzweifelt, hörte er die Stimme eine Kindes, die rief: »tolle lege« (dt. »Nimm und lies!«). Augustinus schlug darauf hin das Neue Testament auf, das in der Nähe lag und traf auf Röm 13,13–14: »Laßt uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Eifersucht; sondern zieht an den Herrn Jesus Christus und sorgt für den Leib nicht so, dass ihr den Begierden verfallt.« Augustinus brach innerlich zusammen und vertraute sein Leben Jesus Christus an. Rückblickend deutete er diese Erfahrung nicht als seine Be­kehrung zu Gott, sondern als eine conversio, die Gott an ihm vollzogen hat. In dem für seine Biographie klassischen Gebetsstil schreibt er: »Du hast mich zu dir bekehrt«.

Vorlesung mit Theo Lehmann

Als ich Anfang der 90er Jahre Theo Lehmann hörte, hat mich das schier erschlagen. Der Mann hat Humor und kann gleichzeitig das Evangelium auf den Punkt bringen. Am 26. Februar wird er im Chemnitzer Studienzentrum des Martin Bucer Seminars über das Thema »Evangelisation« sprechen (siehe hier). Über die Veranstaltung heißt es:

Theo Lehmann gibt in diesem Seminar einen offenen und ehrlichen Einblick in seinem reichen Erfahrungsschatz als Evangelist. Warum gestaltet er Evangelisationsveranstaltungen so, wie es für ihn mittlerweile typisch geworden ist? Warum gehen andere Evangelisten anders vor? Wie bereitet er sich persönlich auf eine Evangelisation vor? Was müssen Gemeinden beachten, die eine solche Veranstaltung durchführen wollen? Wie geht er als erfahrener Evangelist mit ausbleibenden Bekehrungen bei Veranstaltungen um? Welche Bedeutung und Berechtigung haben evangelistische Großveranstaltungen heute noch? All diese Fragen beantwortet Theo Lehmann natürlich in seiner unnachahmlichen humorvollen und direkten Art und Weise, untermalt mit vielen Anekdoten aus seiner langjährigen Evangelisationserfahrung. Eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

Gasthörer können sich hier anmelden. Wie gesagt: Eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

Hat auch Charles Darwin abgeschrieben?

Zur gleichen Zeit wie Charles Darwin entdeckt der englische Hobbyforscher und Spiritist (vgl. hier, Sterbedatum dort allerdings falsch) Alfred Russel Wallace (1823–1913) im malaiischen Urwald, wie sich Tierarten entwickeln und differenzieren. 150 Jahre später spricht vieles dafür, dass Darwin Teile seiner berühmten Evolutionstheorie bei ihm gestohlen hat.

Wolgang Merkel schreibt für DIE WELT:

Doch spätestens seit dem Jahr 1985 ist der „Fall Darwin-Wallace“ auch ein Wissenschaftskrimi – allerdings ohne schlüssiges Ende. In jenem Jahr bezeichnet der US-Historiker John Langdon Brooks nach intensivem Quellenstudium Darwin als Dieb am geistigen Eigentum von Alfred Russel Wallace. Um dies zu kaschieren, habe der Plagiator wichtige Dokumente einfach verschwinden lassen.

Hier der vollständige Artikel: www.welt.de.

George Bushs linke Erben

Plötzlich wollen es alle gewusst haben: Präsident Mubarak ist ein Schurke und noch schlimmer sind die USA, die bis zuletzt zu ihm halten. Der Westen ist, das ist schon mal klar, an (fast allem) schuld. Jan Fleischhauer nimmt die Doppelmoral so mancher Linksdemokraten unter die Lupe und liegt, trotz gelegentlicher Übertreibungen, bei einigen Punkten ziemlich richtig:

Die offene Gesellschaft hat außerhalb von Europa weniger Freunde, als wir gerne annehmen wollen. Selbstverständlich wäre es wünschenswert, man würde nur mit Regierungen zusammenarbeiten, die unsere Vorstellungen von einem demokratischen Gemeinwesen teilen. Dann bliebe allerdings in der Region, auf die wir jetzt so gebannt schauen, nur Israel übrig, das einzige Land im Nahen Osten, das seinen Bürgern alle westlichen Freiheitsrechte garantiert, inklusive Frauen, Homosexuellen und Andersdenkenden. Aber das wäre ja irgendwie auch nicht recht.

Hier mehr: www.spiegel.de.

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