Allgemein

Sämtliche allgemeinen Beiträge.

Welches evangelikale Werk zahlt das beste Gehalt?

Evangelikale Werke sind nicht dafür bekannt, dass sie ihren Mitarbeitern »dicke Gehälter« zahlen. Die Billy Graham Evangelistic Association ist da (neben einigen anderen, meist mildtätigen, Organisationen) eine Ausnahme. W. Franklin Graham III, Sohn des Evangelisten Billy Graham,  steht bei zwei Vereinen auf der Gehaltsliste und verdiente im Jahr 2008 insgesamt 1,2 Millionen US-Dollar. Das World Magazine schreibt:

This month, Graham and his compensation are back in the spotlight again. When the Chronicle of Philanthropy released its annual list of the top-paid executives in the nonprofit world, Graham appeared twice, at the top of the list for his salary with BGEA, and only slightly farther down for his only slightly less hefty salary with Samaritan’s Purse. The two combined gave him a total compensation of more than $1.2 million (including expense allowances) for 2008 and made him the highest-paid executive at a Christian ministry listed in the survey, and one of the highest-paid nonprofit executives of any kind.

Hier mehr: www.worldmag.com.

Neuer Fund entzaubert Fossil »Ida«

Ich habe es geahnt: Mit großem Tamtam präsentierten Forscher das Primatenfossil »Ida« als möglichen gemeinsamen Vorfahren von Affe und Mensch. Eine neue Untersuchung weckt nun Zweifel daran. Das alte Tier war wohl kein Ururahn des Homo sapiens, sondern gehörte zu einer bedeutungslosen Nebenlinie.

Viele kritisieren die Medienshow Hurums als völlig überzogen. Ida sei mitnichten der Missing Link, womöglich sei sie überhaupt kein Verbindungsglied. Davon ist auch der Paläontologe Erik Seiffert von der Stony Brook University in New York State überzeugt. Im Fachmagazin „Nature“ hat er nun eine Analyse eines zehn Millionen Jahre jüngeren engen Verwandten von Ida veröffentlicht. Sein Fazit: Die Gruppe, zu der Ida gehörte, war nicht das fehlende Bindeglied in unserer Ahnenreihe – und sie ist offenbar ausgestorben.

Hier mehr: www.spiegel.de.

Herta Müller auf der Buchmesse

RTEmagicC_Herta-Mueller-U-Liste-Gao-IGFM.jpg.jpgWährend ihres Besuchs des IGFM-Stands auf der Frankfurter Buchmesse am 15.10.2009 hat sich die diesjährige Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller für die Freilassung des chinesischen Menschenrechtsanwalts Gao Zhisheng eingesetzt und sich an der IGFM-Unterschriftenaktion für Gao beteiligt.

Rechtsanwalt Gao Zhisheng, geboren 1964, ist einer der bekanntesten Menschenrechtsverteidiger in der Volksrepublik China. Mehrfach wurde er von der chinesischen Staatssicherheit verschleppt, ohne Haftbefehl und Anklage in Gewahrsam genommen, misshandelt und gefoltert. Seit dem 4. Februar 2009 wird er erneut ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne offizielle Anklage gefangen gehalten. Die IGFM befürchtet, dass Gao Zhisheng wieder Misshandlungen und Folter ausgesetzt ist.

Herta Müller, die im Rumänien des totalitären Ceausescu-Regimes aufgewachsen ist, weiß, was es bedeutet in einem kommunistischen Ein-Parteien-Staat leben zu müssen. Sie weigerte sich, mit dem Geheimdienst Securitate zusammenzuarbeiten, verlor daraufhin 1979 ihre Arbeit, wurde bespitzelt und bedroht. Zu den anwesenden Mitgliedern der IGFM und den regimekritischen Schriftstellern und Aktivisten der chinesischen Demokratiebewegung sagte Herta Müller, sie sei froh, ihnen allen helfen zu können – und dass der Preis, den sie bekommen habe, auch dazu beitragen könne, anderen Schutz zu geben. Großartig!

Hier geht es zur Unterschriftenliste der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte: U-Liste-Gao-Zhisheng.pdf.

Sido möchte in den Himmel

Der harte Rapper Sido ist das Aushängeschild des berüchtigten Labels »Aggro Berlin«, das mit gewaltverherrlichenden und sexistischen Texten Tausende Platten verkauft hat. Im Interview mit der FAZ erklärt er heute, dass er seinen Lebenstil geändert hat:

Ich bin ruhiger geworden, bin nicht mehr so aufgedreht, nehme weniger Drogen. Man kann nicht zur Ruhe kommen, wenn man weiß, dass alles um dich herum Scheiße ist. Du schläfst nicht gut, bist nicht zufrieden mit dir, mit deiner Umwelt. Das hat man mir auch angemerkt. Mittlerweile bin ich wirklich im Reinen mit mir selber. Ich habe jetzt den Anspruch, ein guter Mensch zu sein. Ich möchte in den Himmel (lacht).

Das ist prima. Allerdings bedarf es einer Klarstellung: Niemand kommt in den Himmel, indem er seinen Charakter schult und versucht, ein guter Mensch zu sein. Das reicht nicht. Gott ist heilg. Die Gemeinschaft mit Gott ist nur möglich, wenn wir durch Jesus Christus, der für unsere Sünden starb, Vergebung für unser Verfehlungen empfangen. Wer dem Sohn glaubt (ihm also vertraut), empfängt das ewige Leben (vgl. Johannesevangelium 3,36). Denke darüber nach. So reich ist seine Gnade!

Hier das Interview mit der FAZ: www.faz.net.

Heidelberger Konferenz für reformierte Theologie 2010

HKonferenz.jpgEs tut sich etwas im deutschsprachigen Europa. Sebastian Heck hat die Internetseite für die »Heidelberger Konferenz für reformierte Theologie 2010« freigeschaltet. Die Konferenz will reformatorische Christen aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Großbritannien, den U.S.A. sowie aus anderen Länder zusammenbringen und:

den robusten Glauben vermitteln, der in den reformierten Bekenntnisschriften, wie zum Beispiel dem Heidelberger Katechismus, zum Ausdruck kommt. Einen Glauben, für den Christen verfolgt wurden. Einen Glauben, für den Christen gestorben sind.

Ein Blick auf das Programm der Konferenz lohnt sich: www.heidelbergerkonferenz.info.

Der Messias aus Röhrnbach

Ich wundere mich schon den ganzen Tag darüber, dass der Beitrag über die Radikalisierung der Wort+Geist-Bewegung überdurchschnittlich oft aufgerufen wird. Die Erklärung ist einfach: Das ZDF-Magazin Frontal 21 hat gestern über die »Erweckungsbewegung« berichtet. Idea schreibt:

Am 13. August berichtete das Magazin über die umstrittene Glaubensgemeinschaft „Wort+Geist“ (Röhrnbach/Niederbayern). Wie die Moderatorin des Magazins, Hilke Petersen, sagte, befänden sich christliche Freikirchen im Aufschwung. Sie nähmen die Bibel einschließlich der darin geschilderten Wunder »wortwörtlich«. Eine dieser »neureligiösen Glaubensgemeinschaften« sei die Bewegung »Wort+Geist«, deren Zentrum sich in Röhrnbach (Niederbayern) befindet. Dort werde Heilung von schweren Krankheiten durch Handauflegen versprochen. Das könne »richtig gefährlich werden«, so
Petersen.

Die Wort+Geist-Bewegung hat mit einer protestantischen Kirche nichts gemein und muss in der Tat als gefährlich bezeichnet werden. Ich hoffe und bete, dass möglichst viele der von Helmut Bauer und seinen Mitarbeitern verführten Menschen den Weg in die Freiheit zurückfinden.

Wer an diesem Urteil zweifelt, lese den oben erwähnten Beitrag sowie die dazugehörigen Kommentare und höre sich folgende O-Ton-Mitschnitte an: www.youtube.com.

Zu denken, ein Christ müsse den Verstand ausschalten, ist ein tragisches Missverständnis. Gott will, wie Paulus es im 12. Kapitel des Römerbriefes schreibt, ja gerade unser Denken erneuern. Also, ihr lieben Freunde: Wacht auf und erinnert euch daran, dass »falsche Lehrer auftreten, die heimlich gefährliche Lehren einführen« (2Petr 2,1).

Messer ins Herz

Gefoltert, getötet, verscharrt: Rund 10.000 Regimegegner ermordete die rumänische Geheimpolizei Securitate während der kommunistischen Diktatur, die Opfer wurden anonym vergraben. Gegen den Widerstand der alten Kader suchen Historiker und Archäologen nun nach den Überresten der Verschwundenen.

Serbanescus Ungeheuer ist ein Menschenfresser von besonderen Graden und heißt Kommunismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die rumänischen Kommunisten das ganze Land zwischen Karparten und Schwarzem Meer mit einem dichten Netz von Vernichtungsstätten, Arbeitslagern und psychiatrischen Zwangsanstalten überzogen. Zwischen 1945 und 1989, so hieß es 2006 im Bukarester Parlament, seien bis zu zwei Millionen Menschen Opfer von Verfolgungen geworden. Dabei bediente sich die rote Diktatur eines Helfershelfers, dessen Name noch heute viele Rumänen erzittern lässt: Die rumänische Geheimpolizei Securitate war mit zuletzt 400.000 Spitzeln in Rumänien allgegenwärtig wie die deutsche Stasi in der DDR – aber dabei noch ungleich brutaler als Mielkes Männer.

Hier der lesenswerte Artikel von Renate Nimtz-Köster: einestages.spiegel.de.

Komisches Panorama

Auf der Internetseite des ARD Magazin Panorama kann man lesen (Stand: 08.10.09, 19:25 Uhr):

Missionieren unter Lebensgefahr. Dazu war auch Christina* bereit. Für die christlich-fundamentalistische Organisation »Jugend mit einer Mission« ist sie nach Afghanistan gereist. In einer kleinen Ortschaft ging sie dort von Tür zu Tür, um den Einheimischen von Jesus zu erzählen.

Der Einleitungstext steht merkwürdigerweise unter der Überschrift: »Bio-Lebensmittel: Das Geschäft mit dem guten Gewissen«. Ob auch Panorama einen kritischen Beitrag über die Mission in islamischen Ländern aussendet? Wir dürfen gespannt sein.

Ein zweites Turiner Grabtuch

Es soll den Leichnam von Jesus umhüllt haben. Kritiker sehen allerdings im Turiner Grabtuch nur eine mittelalterliche Fälschung. Jetzt hat ein italienischer Chemiker mit simplen Mitteln eine täuschend echte Kopie des rätselhaften Tuchs hergestellt. Ist das Grabtuch damit für immer entzaubert?

Mehr hier: www.spiegel.de.

Susan Atkins im Gefängnis gestorben

atkins.jpgAls Mörderin der hochschwangeren Frau von Roman Polanski verbrachte sie 38 Jahre lang hinter Gittern und war damit die am längsten einsitzende Gefängnisinsassin der Vereinigten Staaten. Nun ist Susan Atkins (1948–2009) in einem Gefängnis in Chowchilla in Kalifornien gestorben. Die ehemalige Anhängerin von Charles Manson erlag nach Angaben von US-Medien am 24. September einem Krebsleiden.

Susan Atkins wurde im Gefängnis Christin, hat ihre Verbrechen bitter bereut und sich schon vor vielen Jahren von der Kommune um Charles Manson losgesagt.

Siehe dazu auch den Beitrag »Charles Manson war nicht cool« sowie folgenden kurzen Artikel bei SPIEGEL Online: www.spiegel.de.

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