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Sämtliche allgemeinen Beiträge.

Die Amsterdamer Philosophie in 4 Minuten

1. MBS-CH_daniel.jpgDas erste Schweizer Symposium des Martin Bucer Seminars (18.–20.09.2009) war der Transzendentalen Philosophie von Herman Dooyeweerd (1894–1977) gewidmet. Für die Einführung in die reformierte Amsterdamer Schule konnten die Professoren Gianfranco Schultz (STH, CH) und Gerrit Glas (Freie Universität Amsterdam, NL) gewonnen werden. Beiden gelang es, den Teilnehmern die komplexen und zugleich leistungsfähigen Ansätzen vorzustellen und angeregte Diskussionen zu leiten.

Daniel Suter (Foto) hat in seinem nicht ganz ernst gemeinten Schlusswort die Ergebnisse der Arbeit exzellent zusammengefasst. Wer die Dooyeweerdsche Philosophie in vier Minuten kennenlernen (oder einfach Mal wieder lachen) möchte, sollte reinhören:

[podcast]http://theoblog.de/wp-content/uploads/2009/09/DaniSuter.mp3[/podcast]

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Nachtrag: Eine seriöse Berichterstattung über das Symposium wird wohl irgendwann kommen.

Placebo-Effekt andersherum

Der bekannte Placebo-Effekt bei medizinischen Blindversuchen hat seinen naheliegenden Gegeneffekt: Befürchtungen von schädlichen Nebenwirkungen führen zu Beschwerden, auch wenn das verabreichte Mittel bloß die inhaltsfreie Testpille war.

Nocebo (lateinisch: »ich werde schaden«) ist die Negativseite des bekannten Placeboeffekts. Der Glaube allein kann heilen oder Schmerzen lindern, aber er kann auch krank machen oder gar töten. Dabei handelt es sich nicht um bloße Einbildung, der Effekt beeinflusst ganz real und messbar die Physiologie des Körpers. Es gibt Berichte von Menschen, die starben, nur weil sie daran glaubten, von einem Voodoo-Magier zum Tode verurteilt worden zu sein.

Hier der Artikel von Magnus Heier: www.faz.net.

»Charles Manson war nicht cool«

180px-Susieq.JPGVor 40 Jahren hat die so genannte »Manson Family« in Hollywood mehrere grausame Morde begangen. Susan Atkins, heute 61 Jahre alt, ist verantwortlich für den Mord an der Schauspielerin Sharon Tate, damals die im achten Monat schwangere Ehefrau des Regisseurs Roman Polanski. (Polanski hatte zuvor (1968) den Film »Rosmaries Baby« in dem Haus gedreht, vor dem 1980 John Lennon ermordet wurde).

Vor Gericht gestand Atkins, der Schauspielerin die Kehle durchgeschnitten zu haben. Während des neunmonatigen Prozesses zeigte die Mörderin keine Reue, stattdessen äußerte sie Loyalitätsbekundungen an Charles Manson, den sie auch Jesus Christ nannte und der heute noch von vielen Menschen verehrt wird, unter anderem von dem Musiker Marylin Manson (vgl. hier).

Susan Atkins, die noch immer im Gefängnis sitzt, ist seit vielen Jahren schwerkrank (die Ärzte geben ihr nur noch wenige Monate). Sie ist bereits zu 85 Prozent gelähmt und nicht mehr in der Lage, sich selber aufzurichten. Seit Jahren deutet sie die Vorgänge in der Kommune neu. Auf ihrer Internetseite hat sie zu ihren grausamen Taten geschrieben:

Das ist die Vergangenheit, mit der ich leben muss, und ich muss jeden Tag damit leben. Anders als viele andere Menschen, die glauben, dass Charles Manson cool war, kann ich nicht einfach eine Stunde über die Vergangenheit nachdenken und dann mein Leben weiterleben. Genau wie die Familien und Freunde der Opfer trage ich das jeden Tag mit mir herum. Ich muss jeden Tag damit aufwachen und egal, was ich für den Rest meines Lebens mache und egal wie viel ich der Gemeinschaft zurückgebe, ich werde nie ersetzen können, was meine Tat ausgelöscht hat. Und das ist nicht nett und das ist nicht cool. (Quellen der Übersetzung: www.sueddeutsche.de.)

Susan kann die Vergangenheit nicht mehr korrigieren und leidet noch immer unter den Schmerzen, die sie anderen Menschen durch ihren Fanatismus zugefügt hat. Sie selbst hat sich aber verändert. Sie hat ihre Veränderung in dem Buch Kind Satans, Kind Gottes beschrieben und erklärt dort ihre neue Perspektive damit, dass sie Jesus Christus kennengelernt hat.

Der gekreuzigte und auferstandene Jesus Christus kann Herzen auch heute noch verändern. Jesus lebt! Egal ob wir Versager, Verbrecher oder Verzweifelte sind, er lädt uns ein, zu ihm zu kommen: »Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken« (Mt 11,28). Höre auf seine Stimme! Gott kann auch versteinerte Herzen neu machen (vgl. Hes. 11,19).

Auf der Internetseite von Susan Atkins sind einige von ihr selbst entwickelte Bibelstudien zu finden. Hier zudem ein Artikel dazu aus der FAZ und der Mittschnitt eines sehr bewegenden Interviews mit Susan.

Das Signal des Gebets

Lorenz Jäger sucht in seinem Artikel »Ausfahrt der bösen Geister« nach einem Dostojewski der Bundesrepublik. Nur einem Dichter könne es gelingen, die neue Wendung im Mordfall Siegfried Buback zu deuten. Nach Presseberichten waren für die Verhaftung von Verena Becker auch Notizen von Bedeutung, in denen sich die ehemalige RAF-Terroristin fragte, ob sie für Buback beten solle.

So ist es: Der Satan, Vorbild der Anarchisten, täuscht nur vor, Weltenbefreier zu sein.

Dostojewski hatte seinem Roman eine Passage aus dem Evangelium des Lukas vorangestellt: »Da fuhren die Teufel aus von dem Menschen, und fuhren in die Säue; und die Herde stürzte sich von einem Abhang in den See und ersoff.« Man muss an diese Stelle denken, wenn man liest, welchen – positiv gemeinten – Titel der Anarchist Fritz Brupbacher seiner Bakunin-Biographie gab: »Der Satan der Revolte«. Vermutlich ist die Selbstermächtigung einer Gruppe, über Leben und Tod anderer frei zu entscheiden, ohne eine wie auch immer verschwiegene Berufung auf Satan, den ersten aller Autonomisten, nicht denkbar. Als »ewigen Rebellen, ersten Freidenker und Weltenbefreier« feierte Bakunin den Satan in seinem Werk »Gott und der Staat«.

Hier der vollständige Artikel: www.faz.net.

WiBiLex.de wurde erweitert

Das wissenschaftliche Bibellexikon WiBiLex wurde erweitert. Mit über 150 neuen Artikeln hat das Internetlexikon nun einen Gesamtumfang von mehr als 750 Artikeln erreicht. Neue Einträge gibt es z.B. zu den Stichwörtern David, Elia, Mischna, Sumer oder Pseudepigraphen. Auch erste Artikel zum Neuen Testament wurden aufgenommen.

Hier geht es zum Lexikon: www.wibilex.de.

Waren die Muslime die größten Sklavenhalter?

410GiiN1Z6L._SL160_.jpgEin neuer Historikerstreit bahnt sich an. In seinem Buch Weltgeschichte der Sklaverei stellt der Historiker Egon Flaig die These auf, dass islamische Länder die Sklaverei noch übler betrieben als christliche Eroberer. Viele wittern schon einen Skandal. Berthold Seewald verteidigt Flaig vorsichtig:

Das klingt mehr nach Diffamierung denn nach Argumentation. Denn Flaig ist Historiker genug, um seine Zahlen durchaus mit Literatur zu untermauern – gegenüber rund elf Millionen Menschen, die von Afrika aus nach Amerika verkauft wurden, hält er es allerdings mit der umstrittenen Maximalschätzung, die von 17 Millionen Verschleppten in die Kernländer des Islams ausgeht. Dass »die einheimische Sklaverei in Afrika und Asien allmählich von den Kolonialmächten zerstört« wurde, kann man schon bei dem großen Übersee-Historiker Jürgen Osterhammel nachlesen. Und um die komplizierte Frontlage in der aktuellen Sklaverei-Debatte zu skizzieren, bräuchte man, wie der schwelende Streit in Frankreich und jüngst erst Wolf Lepenies (WELT v. 13.7.) gezeigt haben, ein ganzes Buch.
Die ganze Aufregung dient also wohl dem Ziel, eine zentrale Aussage Flaigs kleinzureden: Die Sklaverei sei bis in die Gegenwart hinein ein integraler Bestandteil muslimischer Gesellschaften.

Hier der vollständige Beitrag: www.welt.de.

Die Mars Hill Church veröffentlicht iPhone App

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Man muss seine derbe Sprache nicht mögen (und über Lobpreismusik lässt sich eh gut streiten). Aber die Predigten von Mark Driscoll und seinen Mitarbeitern und Freunden sind oft kraftvoll und klar.

Jetzt hat die Mars Hill Church eine kleine Anwendung für das iPhone (iPod Touch) herausgeben. Das kostenlose Programm, das Zugriff auf die Mediadatenbank der Mars Hill Church gewährt, ist im iTunes Store über das Stichwort »Mars Hill Church« schnell gefunden. Die Installation ist wie gewohnt einfach. Auf meinem iPod Touch läuft es wunderbar.

Hier mehr Informationen: blog.marshillchurch.org.

Ich sehe das, was du nicht siehst

300px-Rorschach1.jpgJörg Albrecht hat für die FAZ eine kleine Geschichte des Rorschach-Tests geschrieben.

Nachdem Rorschach den Kleckstest rund zweihundert Psychiatriepatienten vorgelegt hatte, war er überzeugt, ein System gefunden zu haben, mit dem sich das Wesen einer Person geradezu mathematisch beschreiben ließ. Hohe F-Werte verrieten demnach Intelligenz, aber auch Pedanterie. Lagen gar keine B-Deutungen vor, handelte es sich sehr wahrscheinlich um depressiv Verstimmte oder Debile. Hinter vergleichsweise wenigen Fb-Deutungen konnten sich Maniker, Labile oder Neurotische verbergen. Und so fort. Am Ende fällte Rorschach ein Gesamturteil: »Die Versuchsperson ist ein guter praktischer Arbeiter, stereotyp, aber strebsam.« Oder: »Vielseitig begabt, sehr gründlich in allem, was ihn interessiert, aber unstet und leicht zu anderem überspringend.«
… Der Kern des Ichs, dieses unfassbare Gebilde, schien auf einmal dingfest gemacht. Und das auch noch in Prozentsätzen und Zahlen. Rorschachs Schüler gingen alsbald daran, sein Formelwerk zu perfektionieren.

Warum der Test, der über das Leben so vieler Menschen mitentschieden hat, in Deutschland kaum noch angewendet wird, kann man hier erfahren: www.faz.net.

Ist Obama der Antichrist?

Die Kritiker des zeitgemäßen Christentums und besonders des Evangelikalismus überzeichnen und dramatisieren gern. Ganz anders als wie sie, behaupte ich, dass christlicher Glaube und Evangelikalismus Demokratie stärken und Toleranz fördern. Zugleich muss ich zugeben, dass im Raum des Evangelikalismus gelegentlich Blüten treiben, für die man in Grund und Boden versinken möchte.

Eine solche Blüte ist eine »Exegese«, die derzeit in den U.S.A. Furore macht und angeblich biblisch belegt, dass Brack Obama der oder ein Antichrist ist. So etwas ist nicht lächerlich, sondern erschreckend. Die Evangelikalen müssen lernen, selbstkritischer zu werden!

Hier die blütenreiche Exegese: www.youtube.com.

Die Kreissäge im Ohr

Helen Bömelburg und Katharina Kluin haben für den Stern einen lesenswerten Artikel über Ohrengeräusche (Tinnitus) verfasst.

Bei vielen bleibt der Dauerton nur einige Sekunden oder Minuten, manchmal Stunden oder Tage. Doch gut die Hälfte behält das Geräusch. Die Mehrheit der Betroffenen lernt, den Tinnitus mit der Zeit zu überhören oder sich von ihm zumindest nicht allzu sehr aus der Ruhe bringen zu lassen. Von Zeit zu Zeit aber drängt er sich ins Bewusstsein, abends vor dem Schlafen oder sonntags beim Spazieren, und weckt eine tiefe Sehnsucht nach Stille. Eine Sehnsucht, die für mehr als vier Millionen Geplagte zum alles beherrschenden Thema wird. Diesen Patienten gelingt es nicht, den Dauerkrach aus ihrer Wahrnehmung zu verdrängen. Er raubt ihnen den Schlaf, die Konzentration und manchmal sogar den Lebensmut.

Allen Betroffenen gilt mein Mitgefühl!

Hier der vollständige Artikel: www.stern.de.

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