Gesellschaft

Man kann nicht alles haben – Frau auch nicht

Wenn Karin Truscheit ausspricht, dass Mann und Frau nicht alles im Leben haben können, dann wirkt das mutig, obwohl es selbstverständlich ist:

Auf die Spitze getrieben ist dieser Nutzenmaximierungsanspruch in der Analyse „Wie viel Mutter braucht das Kind?“ der Konrad-Adenauer-Stiftung. Sie stellte heraus, dass die Kinder von berufstätigen Müttern in der Regel besser in der Schule sind als die Kinder von nicht arbeitenden Müttern. So interpretiert, nützt die arbeitende Mutter der Wirtschaft gleich zweimal: durch ihre Arbeitskraft und die guten Leistungen ihrer Kinder. Alles richtig gemacht! Als ob es darum ginge. Als ob gute Noten eine Antwort auf die Frage sein könnten, wie viel Mutter ein Kind im Leben braucht. Und als ob die Schule die einzige Sorge von arbeitenden Müttern wäre.

Die treibt vielmehr die Frage um, wie man beidem, Familie und Beruf, gerecht werden kann. Erfüllend ist das eine wie das andere. Beides zugleich ist oft mehr Erfüllung, als man stemmen kann. Und das ist das zweite Unerträgliche in der Debatte: das Werten und Entwerten, das Schönreden, wenn es um die Frage geht: Wie viel Karriere kann eine Mutter überhaupt machen? Man kann, als Mutter oder Vater, ganz viele Kinder haben und trotzdem eine Fernsehshow moderieren oder ein Ministerium leiten. Vorausgesetzt allerdings, die meiste Zeit kümmern sich andere um die Kinder. Karriere und Kinder finden zur gleichen Tageszeit statt.

Mehr: www.faz.net.

„Das Wichtigste wäre ein richtig guter Vater“

Der Hirnforscher Gerald Hüther fordert im F.A.S.-Interview bessere Vorbilder für kleine Jungs. Dafür aber müssten die Männer umdenken, damit nicht „ein Teil der Jungs auf der Strecke bleibt“.

Hier ein Auszug:

Was braucht ein kleiner Junge?

Das Wichtigste wären ein richtig guter Vater und noch ein paar andere Männer im Verwandten- und Freundeskreis, die selbst gern Männer sind, die mit diesem Jungen was unternehmen und ihn so mögen, wie er ist. Liebe heißt ja nicht, dass man den ganzen Tag schmust. Man muss den Kindern eine Chance geben, ihre Potentiale zu entfalten.

Bringen die sogenannten neuen Väter, die jetzt scharenweise in Elternzeit gehen, die Wende für die männliche Hirnentwicklung?

Ich finde es großartig, wenn es mittlerweile Väter gibt, die wirklich Verantwortung übernehmen für die Bindung und Führung ihrer Kinder im Sinne von supportive leadership. Aber das sind noch immer sehr, sehr wenige. Probleme haben wir bei den vielen Jungs, die ohne gute männliche Vorbilder heranwachsen.

Mehr: www.faz.net.

„Die Masse waren Rassisten und Evangelikale“

Die Tageszeitung JUNGE WELT hat sich mit der „Demo für alle“ in Stuttgart beschäftigt und sieht in dem familienfreundlichen Bündnis eine Gefahr für die Demokratie. Nun darf man von einer linken Zeitschrift keine objektive Berichterstattung erwarten. Aber wenn Luigi Partisan die Behauptung aufstellt, die Polizisten hätten die linken Gegendemonstranten brutal verprügelt und die:

„große Masse der Anwesenden waren aber Rassisten, Neonazis und evangelikale Christen“;

so würde mich doch interessieren, wie das Teilnehmer der Demonstration wahrgenommen haben. Ich wäre alles andere als überrascht, wenn sich die Aussage als Ente entpuppte. Dass die Linken nicht zimperlich sind, wenn es um Stimmungsmache geht, ist auch daran abzulesen, dass die Fraktion der Grünen in Baden-Württemberg mit einer primitiven Bildmanipulation versucht hat, Angst vor den friedlichen Demonstranten zu schüren. Der Stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Winfried Mack, sagte dazu:

Der Grünen-Fraktion im Landtag ist anscheinend jedes Mittel Recht, die Stimmung im Land zu vergiften. Es ist undemokratisch, Menschen, die friedlich für oder gegen was auch immer demonstrieren, zu diffamieren. Die Grünen-Fraktion in Baden Württemberg hat nicht davor zurückgeschreckt, Bilder zu manipulieren, um die Demonstranten in Stuttgart zu verunglimpfen. Hinzu kommt, dass diese Tat von Beamten oder Abgeordneten der steuerfinanzierten Grünen-Fraktion im Landtag begangen wurde. Solange die Grünen nicht in der Lage sind, demokratische Grundregeln zu akzeptieren, können Sie mit ihrem holen Gerede von einer Politik des Gehörtwerdens nicht überzeugen. Das Grünen-Fraktionsmitglied Winfried Kretschmann muss sich für dieses Fehlverhalten seiner Fraktion entschuldigen. Wenn er es nicht tut muss davon ausgegangen werden, dass er solche unlauteren Mittel im Wahlkampf gutheißt.

Also: Waren Rassisten und Neonazis unter den Demonstranten auszumachen?

Eins muss weg

Der Weg zum Traumkind führt in den USA oft über Fertilitätszentren und dann über Leihmütter. Ein bizarrer Rechtsstreit um ungeborene Drillinge in Kalifornien zeigt nun die Grenzen des Marktes. DIE WELT beschreibt die Verwicklungen und gewährt Einblicke in eine perverse Kultur:

Melissa Cook, 47, hat Drillinge in ihrem schon recht stattlichen Bauch. Voraussichtlich im März sollen die drei kleinen Jungen in Kalifornien geboren werden. Was danach mit ihnen passiert, ist offen. Denn zwischen Cook, die als Leihmutter die Babys austrägt, und ihrem Vertragspartner, einem 50-jährigen Postangestellten aus Georgia, ist ein komplizierter Rechtsstreit um mindestens eines der ungeborenen Kinder entbrannt. Warum? Der Vater verlangte die Abtreibung eines Babys, die Leihmutter weigerte sich.
In Sachen Reproduktionsmedizin und Leihmutterschaft, die auch für die wachsende Zahl gleichgeschlechtlicher Paare mit Kinderwunsch eine wichtige Option sind, gibt es in den USA noch einige offene Fragen. Dazu gehören: Kann man eine Leihmutter zur Abtreibung eines Kindes zwingen? Sollten Hochrisiko-Schwangerschaften mit Mehrlingen bewusst herbeigeführt werden? Und wer trägt die – finanzielle – Verantwortung, wenn alles nicht so läuft wie geplant?

Mehr: www.welt.de.

Es wird schon nicht so schlimm!

Die Schauspielerin Lilly Hollmann und ihr Kollege Gregor Maurer werden Anfang 1933 ein Paar. Und das, obschon Lilly sich eigentlich für einen anderen interessiert – Maurer weiß davon. Dennoch heiraten sie, wachsen in der Ehe zusammen und bekommen ein Kind. Doch die Zeiten sind schwer – die jüdische Schauspielerin darf schon bald nicht mehr auftreten, ihr Mann dagegen macht Karriere. Die Nazis drängen den äußerst beliebten Schauspieler zur Scheidung, der aber will Lilly und seinen Sohn nicht verlassen und der Verfolgung preisgeben.

Bettina Klix hat für den Freiburger Rundbrief eine wunderbare Rezension über die Erzählung „Es wird schon nicht so schlimm!: Oder Nichts geht vorüber!“ von Hans Schweikart geschrieben:

„Es wird schon nicht so schlimm!“ lautet der Titel, aber die Geschichte des Schauspielerpaares Lilly und Gregor Maurer nimmt die allerschlimmste, wenn auch nicht die von der Obrigkeit aufgezwungene, Wendung. Der Ehemann weigert sich, sich von seiner jüdischen Ehefrau scheiden zu lassen und sie damit der Deportation und Ermordung preiszugeben, und begeht stattdessen mit ihr und dem gemeinsamen Kind Selbstmord.

Schweikarts noch unveröffentlichte Erzählung war bis vor Kurzem verschollen. Der Herausgeber Carsten Ramm stellte erfolgreich Nachforschungen an und engagierte sich anschließend für die Veröffentlichung. Er war auf die Spur des Textes geraten durch den Vorspann des Films „Ehe im Schatten“ (1947), der darauf hinweist, dass der Film nach einer „Novelle von Hans Schweikart“ entstanden sei. So bildete die „Filmerzählung“ also nicht nur den „Filmvorschlag“ – so der heutige Untertitel –, sondern die Grundlage für eine Version des Stoffs, die vielen bekannt ist.

Zugrunde liegt ihr die Geschichte des Schauspielerpaars Meta und Joachim Gottschalk. „Der Regisseur Kurt Maetzig verarbeitet darin auch den Suizid seiner Mutter, die Jüdin war. Auch sie lebte in einer ‚Mischehe‘.“ So Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen in ihrem bewegenden Nachwort, das nicht weniger erschütternd ist als die Erzählung selbst; unter dem Titel „Alle Giftmittel standen hoch im Kurs“ beleuchtet es die Vorgeschichte des Textes und seiner Verfilmung und die biographischen Hintergründe.

Hier: www.freiburger-rundbrief.de.

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Die Männer sind in Schwierigkeiten

Die dänische Journalistin Iben Thranholm wurde kürzlich von Anissa Naouai zur „femininen Männerkultur“ in Europa befragt. Ihre Antworten überraschen, denn sie kritisiert den postmodernen Genderwahn mit sehr klaren Worten und fordert einen „neuen Mann“. Schade, dass es keine Übersetzung gibt.

Hier:

VD: KS

Wer’s glaubt, wird wuselig

Heike Schmoll beschreibt in der FAZ (11.02.2016, Nr. 35, S. 6) die Not an den Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg. Viele Lehre sind mit den an sie gestellten Anforderungen überfordert und haben das Gefühl, dass offene Kritik nicht erwünscht ist.

Der Lehrer hat kapituliert vor der Disziplinlosigkeit seiner Schüler. Nach einem Nervenzusammenbruch im Unterricht ist er krankgeschrieben. Der ausgebildete und erfahrene Gymnasiallehrer mit drei Unterrichtsfächern war zuletzt an einer Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg eingesetzt. „Im Grunde sind wir Dompteure in einem Zirkus, der sich Gemeinschaftsschule nennt, dessen Tiere aber noch lange nicht bereit sind für die Manege, noch nicht gezähmt“, berichtet der Lehrer, dem man keine Fortbildung oder Einführung in die neue Arbeitsweise angeboten hatte.

Allein ist der Lehrer mit seinem Scheitern nicht, es gibt nicht wenige Kollegen, die sich in der neuen Schulform überfordert fühlen. „Ich bin doch kein Psychologe, kein Therapeut, kein Logopäde, kein Förderschullehrer, kein Horterzieher, ich will einfach nur unterrichten, altersgerecht lehren, Wissen vermitteln“, berichtet er. Kleine Brötchen solle er backen, wurde ihm von der Schulleitung gesagt, nicht überfordern, „daran denken, dass es Hauptschüler sind und ich nicht so viel von ihnen erwarten dürfe, wie ich es bisher als Gymnasiallehrer gewohnt war“. Im Landesdurchschnitt besuchen etwa zehn Prozent Grundschüler mit einer Gymnasialempfehlung eine Gemeinschaftsschule, es gibt aber auch den ein oder anderen Schulamtsbezirk mit nicht einmal sieben Prozent Schülern, denen die Grundschule den Besuch eines Gymnasiums empfohlen hat. Das Kultusministerium verweist nach einer Anfrage dieser Zeitung auf die Verantwortung der Schulleitung, die darüber entscheidet, ob ein Lehrer der Fortbildung bedarf. Jedenfalls stünden qualifizierte Fachberatertandems zur Begleitung der Schul- und Unterrichtsentwicklung zur Verfügung.

Die Reformpädagogen werden wahrscheinlich Frau Schmoll wieder „zerreißen“. Gerade deshalb bin ich ihr sehr verbunden, dass sie trotz der Widerstände immer wieder auf die Malaisen aufmerksam macht, die leider zu viele Journalisten und Politiker nicht sehen wollen.

Sollte der Artikel online verfügbar werden, nenne ich die Quelle.

Wie die Political Correctness zu Sprechverboten führt

Haben wir Tabus in Deutschland? Gibt es Sprechverbote, Sprachregelungen, bei deren Verletzung es ungemütlich wird?  Susanne Gaschke nennt in „Wie Political Correctness zu Sprechverboten führt“ vier Problemzonen auf:

(1) „Seit fast 20 Jahren – SPD-Kampe 1998! – ist die deutsche Politik extrem PR-getrieben. Authentizität wird simuliert, Parteitage und Politikerauftritte immer stärker inszeniert. Unvollkommenheit und Fehler sollen möglichst nicht sichtbar werden. Die Menschen merken aber, dass es sich um uneigentliche Kommunikation handelt, …“

(2) Es fehlt „die Selbstkritik der Medien – oder Kritik der Medien untereinander. Sind sie unfehlbar? Haben sie nicht jahrelang friedlich mit dem oben zitierten Pressekodex gelebt? Wer kann eigentlich sie kritisieren, wer dringt zu ihnen durch? Seit die alten Rechts-links-Gegensätze auch in Redaktionen verschwommen sind, wirkt der Medienbetrieb auf Leser und Zuschauer offenbar immer hermetischer.“

(3) „Die Zeiten werden nicht übersichtlicher, auch nicht für die wahlentscheidende Mittelschicht.“

(4) Es „herrscht bei uns seit den 2000er-Jahren eine Art von Machbarkeitsoptimismus, den man fast eher in Amerika vermutet hätte. Es ist, das muss in Richtung der Rechten betont werden, nicht verboten, ihm zu widersprechen. Es macht nur auch nicht besonders viel Spaß.“

Hier der Artikel: www.welt.de.

Planned Parenthood VII

Ich habe hier mehrfach über den Planned Parenthood-Skandal berichtet. Worum ging es bei dieser Geschichte? Mitarbeiter von Planned Parenthood, einer Organisation, die der US-Präsident Obama unter den Segen Gottes gestellt hat, berichteten davon, dass in deren Kliniken bei Abtreibungen bestimmte Organe von ungeborenen Kindern (z.B. die Leber oder das Herz) „beim Abbruch“ (also bei ihrer Tötung im Mutterleib) gezielt geschützt und konserviert werden, um sie später der medizinischen Forschung zugunsten von Menschen zur Verfügung zu stellen. Teilweise wurden die Organe der Kinder sogar verkauft. Föten wurden demnach abgetrieben, da sie vermeintlich noch keine vollwertigen Menschen sind, um dann ihre Einzelteile als menschliche Organe zu vertreiben (siehe dazu hier).

Obwohl vielen Leuten und auch Politikern diese Praxis der Organverwertung zu weit geht, hat dieser Skandal weder zu einem nachhaltiges Umdenken beim Lebensschutz geführt, noch Planned Parenthood in rechtliche Bedrängnis gestürzt.

Die Nachrichtenagentur kath.net meldet heute allerdings, dass David Daleiden, der mit seinen verdeckt gedrehten Videos den Skandal ans Licht gebracht hat, wegen Urkundenfälschung angeklagt wird. Ihm drohen bis zu zwanzig Jahre Haft.

David Daleiden, dem Gründer der Lebensschutzorganisation „Center for Medical Progress“ (CMP), drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis. Eine Grand Jury in Houston (US-Bundesstaat Texas) hat am Montag entschieden, gegen ihn Anklage zu erheben. Sie wirft Daleiden vor, amtliche Unterlagen gefälscht zu haben. Zusätzlich wird ihm zur Last gelegt, gegen das Verbot des Erwerbs menschlicher Organe verstoßen zu haben. Gegen Sandra Merritt, eine Mitarbeiterin Daleidens, hat die Grand Jury die gleiche Anklage wegen Urkundenfälschung erhoben. Sie hat sich bei der Gründung der Gesellschaft BioMax unter dem Namen „Susan Tennenbaum“ als Geschäftsführerin eingetragen.

Hier mehr: www.kath.net.

Aufmerksamkeitskiller Smartphone

Smartphones lenken ab, führen sogar zu schlechteren Leistungen. Dennoch setzen Hochschulen vermehrt auf den Smartphone-Einsatz. Die taz berichtet von einem Professor, der zu drastischen Maßnahmen greift, falls in der Vorlesung so ein digitales Spielzeug zu viel Aufmerksamkeit bekommt:

„Die Generation Studierender, die heute an die Universitäten kommen, sind alle Digital Natives“, sagt Jaroch vom Deutschen Hochschulverband. Die meisten hätten Smartphones. Aber man müsse auch die im Blick haben, die keines besäßen. „Da muss man vorsichtig sein, dass man niemand abhängt.“ Experimentleiter Riedl hält für bedenklicher, dass sie ständig auf ihr Handy blicken müssen: „Sie können gar nicht mehr anders. Das ständige Onlinesein ist eine Sucht.“ Damit konfrontiert er seine Studentinnen und Studenten auch in der Vorlesung. Wer das Gerät nicht freiwillig wegpackt, müsse aufstehen und sagen: „Ich bin Klaus und ich bin süchtig.“ Die Nachricht verstehen die Studierenden sofort.

Ich sollte diesen Ansatz übernehmen!

Hier mehr: www.taz.de.

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