Wie die Political Correctness zu Sprechverboten führt

Haben wir Tabus in Deutschland? Gibt es Sprechverbote, Sprachregelungen, bei deren Verletzung es ungemütlich wird?  Susanne Gaschke nennt in „Wie Political Correctness zu Sprechverboten führt“ vier Problemzonen auf:

(1) „Seit fast 20 Jahren – SPD-Kampe 1998! – ist die deutsche Politik extrem PR-getrieben. Authentizität wird simuliert, Parteitage und Politikerauftritte immer stärker inszeniert. Unvollkommenheit und Fehler sollen möglichst nicht sichtbar werden. Die Menschen merken aber, dass es sich um uneigentliche Kommunikation handelt, …“

(2) Es fehlt „die Selbstkritik der Medien – oder Kritik der Medien untereinander. Sind sie unfehlbar? Haben sie nicht jahrelang friedlich mit dem oben zitierten Pressekodex gelebt? Wer kann eigentlich sie kritisieren, wer dringt zu ihnen durch? Seit die alten Rechts-links-Gegensätze auch in Redaktionen verschwommen sind, wirkt der Medienbetrieb auf Leser und Zuschauer offenbar immer hermetischer.“

(3) „Die Zeiten werden nicht übersichtlicher, auch nicht für die wahlentscheidende Mittelschicht.“

(4) Es „herrscht bei uns seit den 2000er-Jahren eine Art von Machbarkeitsoptimismus, den man fast eher in Amerika vermutet hätte. Es ist, das muss in Richtung der Rechten betont werden, nicht verboten, ihm zu widersprechen. Es macht nur auch nicht besonders viel Spaß.“

Hier der Artikel: www.welt.de.

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3 Kommentare
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Schandor

Witzig ist ja der Film mit den Türstehern: Zuletzt wird politisch korrekte Toleranz an ihnen verübt. Die Kabarett-Zunft sollte Klage wegen Geschäftsschädigung erheben ob solchen Gebarens. Denn die linksprogressive Elite erledigt das jetzt selbst. Lässt das die deutsche Kleinkunstpreisinnung denn zu? Man möchte (tut es aber nicht) fast sagen: Das ist kein Fisch, der oben zu stinken beginnt, sondern ein Riesenhaufen vergammelter Fischreste (gemeint sind nicht die Menschen, sondern die Tatbestände, absichtlich im Plural), dessen Pesthauch sich in den Gewändern der Untertanen (früher „Bürger“ genannt) festsetzt. Ja, unter solchen Vorzeichen sind Bedenken sicherlich indiziert. Das führt so weit, dass sich am Ende selbst notorisch liberale Geister zu einer Nachfrage genötigt sehen werden. Das führt so weit, dass man von „geschürtem Misstrauen“ spricht, wenn Flüchtlinge, die sich einer Straftat schuldig machen, gleicher behandelt werden als erst noch zu Vertreibende (derzeit noch schamhaft „Deutsche“ genannt). Das führt so weit, dass sich selbst seriöse Berichterstatter (oder politisch unkorrekt: Zeitungsschmierer) zu Hauptwörtern wie „Verschwörungstheorie“… Weiterlesen »

rolf eicken

@Schandor: köstlich! Inzwischen gibt es ja die „New political correctness“, die einen Frontalangriff auf die Meinungsfreiheit darstellt. Irgendwo habe ich gelesen, „dass es dabei hauptsächlich um die „Befindlichkeit“ von Betroffenen geht. Bei den Islamisten kennen wir das schon; die sind immer gleich beleidigt, wenn man ihnen, obwohl wahrheitsgemäß, zu nahe tritt. In diesem Fall verlangten Studentinnen während einer Diskussion über Abtreibungen, dass die Diskussion abgebrochen werden muss, weil – so wörtlich- „eine Person ohne Gebärmutter“ – also ein Mann, mitdiskutierte. Solche Leute und davon gibts in unserem Land viele, verlangen inzwischen den Schutz ihrer Befindlichkeiten in einem um sie aufgebauten, virtuelllen "safe space", eine art "right to be comfortable", hinter dem sich nichts anderes, als ein lachhaftes, lamoryantes Menschenbild verbigt. In dem Artikel hieß es: das sind hypernervöse Sensibelchen, die keine Kirtik, keine andere Meinung, ja nicht einmal die Existenz eines anderen Menschen ertragen. Das ist ein absurder Angriff auf unsere Freiheit, den Pluralismus und die Zivilisation. " Dazu paßt:… Weiterlesen »

Michael Zabawa

PC darf unter keinen Umständen eine Art Leitkultur werden. Dann hat man Denunziantentum, einen neuen Rassismus gegen alles was weiß und männlich ist und hofiert nebenbei völlig intolerante Kulturkreise, die auch mit der PC kurzen Prozess machen, wenn sie einmal stark genug sind. Werte der Aufklärung alleine taugen als Leitkultur, denn nur hier hat man eine Nicht-Diskriminierung ohne „Gleichere“, einen Diskurs ohne Tabus und kennt klare Grenzen der Intoleranz gegenüber. Hierzu eine Petition: https://www.openpetition.eu/petition/online/werte-der-aufklaerung-als-leitkultur. Machen Sie mit. Vernunft und Aufklärung, statt Angst und Tabus!