Zeitgeist

Glänzendes System der Weltweisheit

Der Erlanger D. Thomasius schreibt in seiner Dogmengeschichte der Alten Kirche (Bd. 1, 1874, S. 85) über das 2. Jahrhundert:

„Es ist die religionsphilosophische Weltanschauung der Gebildeten jener Zeit des zu Ende gehenden Heidenthums, die in dem Gnosticismus an das Christenthum, von dessen Strahlen sie bereits berührt ist, herantritt, um es sich zu assimiliren; es sind die geistigen Mächte der außerchristlichen Welt, die das Christenthum in sich hereinziehen und umsetzen, umbilden möchten. Sie wollen es, seines geschichtlich-soteriologischen Charakters entkleidet, aus einer ethischen Heilsanstalt für die verlorene Welt in ein glänzendes System der Weltweisheit umsetzen, in der That aber verwandeln sie es in ein philosophisch-phantastisches Zerrbild, welches die sämmtlichen Grundlagen des Christenthums entweder ganz alterirt oder doch in ein falsches Licht stellt.“

Also: Nichts Neues unter Sonne!

Ehe für alle: „Habt ihr nicht gelesen…?“

Noch gibt es in der Schweiz keine „Ehe für alle“ (Efa). Voraussichtlich im Frühjahr 2020 wird im Nationalrat über eine Gesetzesvorlage diskutiert werden, die auf eine parlamentarische Initiative der Grünliberalen zurückgeht. Vieles deutet darauf hin, dass mit Ausnahme der SVP und der EVP alle Parteien für die Einführung der Efa stimmen werden. Die Reformierte Kirche in der Schweiz unterstützt die Öffnung der Ehe und will gleichgeschlechtlichen Paaren eine kirchliche Trauung ermöglichen, auch wenn die letzte Kompetenz bei den Kantonalkirchen liegen soll (vgl. hier).

Über 200 reformierte Amtsträger haben allerdings eine Erklärung unterschrieben, die auf ein sehr grundlegendes Problem der Debatten- und Entscheidungskultur verweist und das christliche Eheverständnis verteidigt. Ich zitiere:

Im Hören auf das Wort Gottes gemäss der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, im Wissen um unsere eigene Begrenztheit und in der Bereitschaft, uns durch das Zeugnis der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments und Gründe der Vernunft korrigieren zu lassen, unterzeichnen wir diese Erklärung, weil wir das Vorgehen und die Verlautbarungen kirchlicher Leitungsgremien rund um die kirchliche Diskussion zur «Ehe für alle» nicht akzeptieren.

1. Radikaler Bruch. Im radikalen Bruch mit der jüdisch-christlichen Tradition und der Gemeinschaft aller Konfessionen zu allen Zeiten und an allen Orten schlagen der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) sowie die Räte verschiedener Kantonalkirchen vor, die kirchliche Trauung auch für gleichgeschlechtliche Paare einzuführen.

2. Kirche nicht über der Schrift. Wo die Grundlage einer solchen Entscheidung nicht die biblischen Schriften sind, wird der Boden der christlichen Theologie verlassen. Die Kirche steht unter der Schrift und nicht über ihr. Sie verliert ihre Legitimation, wo sie nicht die Schrift zum Massstab ihrer Entscheidungen macht.

3. Gesellschaftlicher Mainstream wird nicht hinterfragt. Wo die Kirche gegenüber dem Wort Gottes nicht mehr eine hörende und gehorsame Kirche ist, bestimmen Veränderungen im gesellschaftlichen Mainstream sowie staatliche Entscheidungen und Definitionen in einer unhinterfragten Selbstverständlichkeit die kirchlichen Entscheidungen. Der Schöpferwille Gottes kann niemals aus dem gesellschaftlichen Mainstream abgeleitet werden. Ein gesellschaftlicher Mainstream kann auch nicht als Rahmen benutzt werden, um die biblischen Schriften zu interpretieren.

4. Keine theologische Diskussion mehr. Anstelle einer echten theologischen Diskussion zwischen verschiedenen Auffassungen tritt ein zunehmend absolutes Auftreten derjenigen, die eine kirchliche «Ehe für alle» etablieren möchten.

Hier mehr zur Erklärung zur „Ehe für alle“ in der Kirche: mt194.ch.

VD: LZ

Von Opferansprüchen und Schuldbekenntnissen

Sandra Kostner meint, die starre Einteilung in Träger von Opfer- und Schuldidentitäten führe die Gesellschaft nicht zusammen, sondern treibe sie weiter auseinander. Die Läuterungsagenda rege dazu an, immer neue Gründe dafür zu suchen, um den Läuterungsdruck aufrechterhalten zu können. In der NZZ schreibt sie:

Dass die negativen Folgen der Läuterungsagenda gerade in den letzten Jahren immer deutlicher zutage treten, hat mit dem erfolgreichen Einwirken der Identitätslinken auf Politik und Institutionen zu tun. Denn je mehr Benachteiligungen eine Gesellschaft abgebaut hat, umso schwieriger wird es für die Opferentrepreneure, den Läuterungsdruck aufrechtzuerhalten.

Um gesellschaftlich relevant zu bleiben, tun sie deshalb das Naheliegende: Sie halten fortwährend nach neuen Benachteiligungsindikatoren Ausschau. So prangern sie mittlerweile jeden statistisch feststellbaren Unterschied zwischen Opfer- und Schuldgruppen bei der Zusammensetzung von Belegschaften, Organisationen und Parlamenten als unerträgliche Benachteiligung an. Und sie verurteilen mit zunehmend unerbittlicherer Vehemenz Äusserungen und Handlungen von Mitgliedern einer Schuldgruppe, die von Opfern als ausgrenzend, abwertend oder auch nur als gefühlsverletzend wahrgenommen werden könnten, als rassistisch, sexistisch, islamophob oder transphob.

Mehr: www.nzz.ch.

VD: DV

Stoppt die „Influencer“ in der Kirche

Angesichts der Tatsache, dass sich junge „Influencer“ wie Joshua Harris oder Marty Sampson vom christlichen Glauben distanzieren, hat der Musiker John Cooper mit einem erfrischenden Post reagiert.

Ein Auszug:

Meine Schlussfolgerung für die Kirche (alle Christen) lautet: Wir müssen aufhören, Lobpreisleiter, Meinungsbildner, „Influencer“, „coole“ oder „relevante“ Menschen zu den einflussreichsten Persönlichkeiten in der Christenheit zu machen. (Und ja, das schließt Leute wie mich ein!) Ich sage seit 20 Jahren (und es erschien einigen meiner Altersgenossen wahrscheinlich recht verurteilend), dass wir uns an einem gefährlichen Ort befinden, wenn die Kirche auf 20-jährige Anbetungssänger als unsere Quelle der Wahrheit schaut.

„Schwangerschaftskommunismus“

Wenn ich in den letzten Jahren mit Freunden und Bekannten über den erweiterten Ehebegriff diskutierte, haben einige unter ihnen mit der Einführung der „Ehe für alle“ (Efa) im Jahr 2017 die Hoffnung verknüpft, dass „das Thema gegessen sei“ und man sich wieder den wichtigen tagespolitischen Themen zuwenden werde. Ich hörte sogar das Argument, bei dem Theater gehe es im Kern darum, den Schutz der Familie zu festigen. Schutz eben unter neuen Bedingungen. Die Gesellschaft entwickele sich weiter. Das „Prinzip Ehe“ solle gerade unter den Wandlungen, die die Spätmoderne mit sich bringt, erhalten werden.

Ich war hingegen immer der Meinung, dass genau diejenigen kulturellen Strömungen, die im Streit um die Efa vor „Familienfreundlichkeit“ strotzen, bei genauer Betrachtung das Anliegen verfolgen, die Familie abzuschaffen. Die Efa war nur ein durchschlagender Etappensieg. Weil – um es mal mit dem Neomarxisten Max Horkheimer zu sagen – Familien die „Keimzelle des Faschismus“ sind, kann erst durch deren Abschaffung Ruhe einkehren und sich der Mensch in herrschaftsfreien Räumen natürlich entfalten (siehe a. hier).

Die Wochenzeitung DIE ZEIT macht uns in einem aktuellen Beitrag mit dem Ideal einer elternlosen Gesellschaft vertraut. Aber nicht nur das. Sie rückt unverhohlen die Verteidiger der Familie in eine rechtsradikale Ecke und schreibt ihnen erhebliche Gewaltbereitschaft zu. So entsteht der Eindruck, Anwälte der traditionellen Familie zwischen einem Mann und einer Frau und biologischen Kindern seien per se Feinde der offenen Gesellschaft.

Mit Rückgriff auf die Arbeiten der Britin Sophie Lewis heißt es etwa:

Lewis stellt sich vor, wie es wäre, wenn wir Familien nicht mehr bräuchten, weil die Gesellschaft ausreichend Fürsorge und Nähe spendete, sie schreibt von „Polymutterschaften“ und „Schwangerschaftskommunismus“. Und ihre Hauptforderung lautet: „Wir müssen Wege finden, um der Exklusivität und Vormachtstellung ‚biologischer‘ Eltern im Leben von Kindern entgegenzuwirken.“

Kern dieser Revolution ist die Überwindung der Familie, eine Forderung, mit der Lewis längst nicht allein ist. Sie bezieht sich auf eine Reihe junger queerer Theoretikerinnen, die dazu forschen und schreiben. Jules Joanne Gleeson und Kate Doyle Griffiths zum Beispiel, die 2015 einen Essay mit dem Titel Kinderkommunismus veröffentlichten, „eine Analyse der Beziehungen zwischen Familie, Gender und der Reproduktion des Kapitalismus“. Oder die in Sydney lehrende Professorin Melinda Cooper, die in ihrem Buch Family Values aufzeigt, wie zentral die „Kernfamilie“ nicht nur für „sozial Konservative“, sondern auch für Neoliberale sei (in der Boston Review erschien ein Essay, der aus dem Buch destilliert war). Im Mittelpunkt beider Ideologien stehe am Ende, wie Cooper erklärt, immer noch die weiße, heterosexuelle Familie, als moralische und ökonomische Norm.

Ich lege aufgeweckten Christen die Lektüre des Artikels sehr ans Herz. Der Text stimmt auf die Kulturkämpfe der nächsten Jahre ein. Jene, die meinen, mit Weltflucht oder Resignation reagieren zu müssen, sollten nicht stolz auf ihre Haltung sein. Unsere Kinder und Enkel müssen es ausbaden. 

Also: Wir brauchen in dieser wichtigen Debatte weder aggressive Kampfschriften noch Gesten der Kapitulation, sondern Mut und Hoffnung, die sich auch darin kundtun, dass wir uns gründlich, vernünftig und praktisch in die Kontroversen einmischen.

Hier der Artikel „Die elternlose Gesellschaft“: www.zeit.de.

JETZT

Ich habe in der letzten Zeit indirekt mehrere Beiträge zur „Ethischen Nicht-Monogamie“ gepostet. „Ethische Nicht-Monogamie“ ist ein Überbegriff für verschiedene Beziehungsmodelle, darunter Polyamorie, offene Beziehungen, sexuelle Begegnungen mit mehr als zwei Menschen usw. Oberflächlich mögen diese Modelle attraktiv erscheinen. Aber hinter dem bunten Schaufenster lassen sich viel Schmerz, Vertrauensverlust, Aggressionen und selbstredend Erkrankungen finden. 

Ich finde es dennoch interessant, wie aggressiv diese Beziehungsmodelle propagiert werden. 2017 hatte ich auf den Einfluss des GEZ-finanzierten Jugendsender Funk hingewiesen, der sehr einseitig informierte. Das Format „Fick dich!“, das besonders provokativ ausstrahlte, scheint inzwischen wegen vieler Proteste abgesetzt worden zu sein (siehe auch hier). Bei den Recherchen bin ich nun noch auf die Online-Plattform JETZT gestoßen, die zur SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) gehört und sich vor allem an 18- bis 30-Jährige richtet. Das Portal ist im Jahr 2006 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet worden. Zur Begründung heißt es unter anderem:

jetzt.de ist das Jugend-Magazin der Süddeutschen Zeitung im Internet. Ausgewählte Artikel werden dem Infopool der Redaktion der Süddeutschen Zeitung entnommen, neu sortiert und ergänzt. Daraus entsteht eine neue Nomenklatur, die nicht mehr der Struktur einer Zeitung, sondern der Erwartungshaltung ihrer Adressaten folgt. Die Site weist eine hohe Tagesaktualität auf, die dem Rezeptionsverhalten der Nutzer entsprechend aufbereitet ist und von ihnen maßgeblich mitgestaltet wird.

Diese Form eines „partizipativen Online-Magazins“ motiviert die Nutzer und eliminiert die Kluft zwischen dem passiven Nachrichtenkonsum einerseits und einer Selbstbeteiligung andererseits, sei es in Form einer Kommentierung von Nachrichten, der Platzierung von eigenen News oder durch zahlreiche Blogs. Informationen werden den Themen Macht, Pop, Sex, Job, Kultur, Technik, Leben zugeordnet und durch eine eigene Redaktion ergänzt.

Wer aber hofft, JETZT sei eine Plattform für übergreifende politische oder kulturelle Diskurse, wird enttäuscht werden. Es braucht nicht viel Erfahrung, um zu entdecken, dass progressive, kulturmarxistische Interessen bedient werden. Immerhin findet man hier und da das Bekenntnis, dass andere Meinungen ausgehalten werden müssen (siehe z.B.: „Der linke Diskurs ist kaputt“). Das ist ja schon was.

Große Aufmerksamkeit bekommen – wahrscheinlich wegen der Zielgruppen – Beziehungsfragen und Sex. Wir finden unter den insgesamt 22 Rubriken die Themen: Sex, Trennungskolumne, Coming-out-Kolumne, Liebe und Beziehungen, Gender, Jungsfrage, Mädchenfrage. Es lohnt sich – gerade auch für Jugendpastoren, Eltern, Pädagogen – genauer hinzuschauen, was JETZT im Blick auf Beziehungsmodelle für Ratschläge erteilt. Ich nenne hier nur mal eine Auswahl von Artikelüberschriften:

  • Lass sie labern, Online-Dating ist toll!: Unser schwuler Autor schreibt Briefe an sein jüngeres Ich. Thema dieses Mal: Die Grindr-Offenbarung.
  • „Die Leute sollen sich nicht schuldig fühlen, wenn sie masturbieren.“: Michael und Thomas haben ein Sextoy für Männer entwickelt, das Frauen nicht zum Objekt machen soll.
  • Jemanden zu lieben bedeutet nicht, ihm treu zu sein: Seit unsere Autorin und ihr Mann mit anderen schlafen, heißt es oft: „Das ist doch keine richtige Beziehung!“ Zeit für eine Begriffsklärung.
  • Ein Dreier im Namen der Aufklärung: Das Videoprojekt „Sex School“ will junge Erwachsene aufklären – Anschauungsmaterial inklusive.
  • „Morgen schlafe ich mit einem anderen, okay?“: Jede offene Beziehung hat ihre eigenen Regeln. Aber wie findet man heraus, welche das sind?
  • Danke, dass du meinen Mann gevögelt hast! Das Abenteuer „Offene Beziehung“ begann für unsere Autorin mit einem lauten Knall. 
  • „Nicht einfach Riesenbrüste, Riesenpenis, fertig“: Kira und Leon haben einen feministischen Porno gedreht. Und der ist ziemlich heiß.
  • Jungs, was ist euer Problem mit Sexspielzeug für Männer?: Dass Frauen Sextoys nutzen, ist im Mainstream angekommen. Warum seid ihr da so verklemmt?
  • Frauen, macht es euch selbst!: Männer masturbieren schließlich auch regelmäßig.
  • Stefan erledigt als Haussklave Dienste in Frauen-WGs: Dabei putzt er unter anderem in Dessous und mit pinker Perücke.
  • Swingerpartys sind was für alte Leute: Dachte ich mal. Dann bin ich auf eine U40-Swingerparty gegangen.
  • Auch wer sich nicht für homophob hält, ist es oft: Das erlebt unser Autor immer wieder, vor allem im Job.

Das alles wird natürlich im Namen von Aufklärung, Freiheit, Emanzipation und Fortschritt gepostet. Vielleicht finde ich mal die Zeit, ein paar grundsätzliche Gedanken dazu zu formulieren. Jetzt bleibt es beim dem Hinweis, dass das die Dinge sind, die viele junge Leute an den Schulen und den Unis zu hören bekommen. Ob wir mit ihnen darüber reden oder nicht. 

Ethische Nicht-Monogamie

Durch ein halbes Jahrhundert sexueller Umwälzungen galt im Westen die Monogamie als Fels in der Brandung verschiedenster Beziehungsmodelle. Die Tradition, gleichzeitig nur einen Partner zu haben, bröckelt zunehmend. Die NEW YORK TIMES berichtet darüber, dass an den meisten Wochenenden in New York Veranstaltungen angeboten werden, die einen nicht-monogamen Lebensstil favorisieren. Es gibt Vortragsreihen, Workshops und Diskussionsrunden und natürlich Partys. Im Trend ist die „Ethische Nicht-Monogamie“. Das ist ein Überbegriff, der verschiedene Beziehungsmodelle umfasst, darunter Polyamorie, offene Beziehungen, sexuelle Begegnungen mit mehr als zwei Menschen und das Swingen.

Nehmen wir als Beispiel Tyomi Morgan, die „die Freiheit“ für sich entdeckt hat und nun andere Leute ausbildet. 

Frau Morgan ist aufgewachsene Baptistin und arbeitet heute als Sexualberaterin; sie betrachtet die Aufklärung über Nicht-Monogamie als Teil einer geistlichen Mission. „Innerhalb der schwarzen Gemeinschaft gibt es viele Menschen, die an einer Denkweise festhalten, dass es böse ist, so zu leben“, sagte sie. „Wir denken, dass Gott Liebe ist.“

Hier der Artikel, leider nur in englischer Sprache: www.nytimes.com.

VD: WH

Ehe für alle – virtuell

Akihiko Kondo ist 35 und bezeichnet sich selbst als „otaku“, als kontaktscheuen Nerd, dem eine menschliche Liebesbeziehung zu kompliziert ist. Nun hat er eine nichtmenschliche Partnerin. Er hofft, dass diese seine Sehnsucht nach Liebe immer besser stillen wird. 

DER SPIEGEL stellt uns einen neuen Trend vor:

Es dürfte weltweit nur wenige Menschen geben, die derart kompromisslos eine Beziehung mit einem nichtmenschlichen Wesen führen. Der schüchterne Schulbeamte, der uns in seiner Wohnung mit Anzug und Krawatte empfängt, hat rund 14.000 Dollar für eine Hochzeit ausgegeben, die rechtlich nicht bindend ist. Er buchte sogar einen Extrasitz im Flugzeug, als er mit Miku in die Flitterwochen flog.

Kondo ist ein Extremfall, keine Frage, doch sein ungewöhnliches Eheleben verdeutlicht einen gesellschaftlichen Wandel: Roboter, Avatare und künstliche Intelligenzen werden zu einem Teil unseres Lebens. In Deutschland fremdeln viele zwar noch, wenn sie mit Servicerobotern, Chatbots oder Amazons Alexa zu tun haben. Doch wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen, dass solche Begegnungen immer öfter vorkommen, dass aus Begegnungen allmählich Beziehungen werden und dass all das irgendwann alltäglich ist. So wie bereits jetzt in Japan.

Mehr: www.spiegel.de.

UK: Richter verliert Job wegen christlicher Aussage

Richard Page wurde im Jahr 2015 als Richter entlassen, weil er öffentlich sagte, es sei für ein Kind am besten, „von einem Mann und einer Frau adoptiert zu werden“. Der Richter legte Berufung ein und verlor. LIVENET berichtet:

«Ich bin zutiefst enttäuscht, dass das Gericht entschieden hat, dass die Aussage ‚ein Kind hat es besser mit einem Vater und einer Mutter‘ Grund ist, einen Richter aus dem öffentlichen Amt zu entlassen», erklärte Page nach dem Urteil. Besonders enttäuscht zeigte der frühere Richter sich, dass die Verbindung zwischen seinem Glauben und seiner Aussage vom Berufungsrichter Choudhry nicht akzeptiert wurde. «Das zeigt, dass wir heute in einer zutiefst intoleranten Gesellschaft leben, die keinerlei Abweichung von politisch korrekten Ansichten erträgt.» Er drückte die Hoffnung aus, auch gegen diesen Gerichtsentschluss Berufung zu gewinnen und die «Redefreiheit in diesem Land wiederherzustellen».

Mehr: www.livenet.ch.

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