Altest Testament

Auf der Spur von König David

Die Ausgrabung einer 3000 Jahre alten Stadt hat Archäologen in Aufregung versetzt. Der Fund eines speziellen Schreins liefert sogar Erklärungen für einige biblischen Überlieferungen. Lässt sich das Königreich Davids archäologisch doch nachweisen?

Richard C. Schneider vom ARD-Studio in Tel Aviv hat einen interessanten Beitrag produziert. Das Video „Zwischen Mittelmeer und Jordan“ kann hier eingesehen oder heruntergeladen werden: tagesschau.de.

VD: JO

JESOT

JESOT-1.1.jpgBei Rob Bradshaw habe ich erfahren, dass es ein neues Journal für das Studium des Alten Testaments gibt, nämlich das Journal for the Evangelical Study of the Old Testament (JESOT).

Zum Journal schreiben die Herausgeber:

Scope

Journal for the Evangelical Study of the Old Testament (JESOT) is a peer-reviewed journal devoted to the academic and evangelical study of the Old Testament. The journal seeks to fill a need in academia by providing a venue for high-level scholarship on the Old Testament from an evangelical standpoint. The journal is not affiliated with any particular academic institution, and with an international editorial board, online format, and multi-language submissions, JESOT cultivates and promotes Old Testament scholarship in the evangelical global community. The journal differs from many evangelical journals in that it seeks to publish current academic research in the areas of ancient Near Eastern backgrounds, Dead Sea Scrolls, Rabbinics, Linguistics, Septuagint, Research Methodology, Literary Analysis, Exegesis, Text Criticism, and Theology as they pertain only to the Old Testament. The journal will be freely available to the scholarly community and will be published bi-annually online. Hard copies will be produced by request. JESOT also includes up-to-date book reviews on various academic studies of the Old Testament.

Doctrinal Position

The editorial staff and board of Journal for the Evangelical Study of the Old Testament endorses the following doctrinal statement which has been adapted from the internationally oriented Lausanne Covenant:

1. The belief in the one eternal God who exists in three persons as Father, Son, and Holy Spirit, and who creates and governs all things in accordance with his will.

2. The belief that the Old and New Testament Scriptures are divinely inspired, without error in all that they affirm, the only infallible rule of faith and practice, and able to accomplish God’s purpose of salvation.

3. The deity of Jesus Christ, his substitutionary death on the cross as the necessary means for the redemption of the world, and his bodily resurrection and return.

4. The work of the Holy Spirit in granting new life to the believer and bearing witness to the Truth through the study and proclamation of the Word of God.

Die Herausgeber sind Stephen J. Andrews, William R. Osborne, Russell L. Meek. Zu den Mitarbeitern gehören Größen wie Walter C. Kaiser Jr., James K. Hoffmeier oder George Athas.

JESOT 1.1 kann hier heruntergeladen werden: JESOT-1.1-internal-linked.pdf.

Gottes vergessene Kinder

Tempel1001.jpgDER SPIEGEL hat zur Osterzeit wieder einmal zugeschlagen und behauptet in dem Artikel „Gottes vergessene Kinder“ (15/2012, S. 120–123), dass das uns überlieferte Alte Testament Produkt einer Geschichtsfälschung sei. Die ursprünglichere Thora, so berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf die Forschungsarbeiten des Ethnologen Stefan Schorch, stamme von den Samaritern. Die hebräische Bibel liefere nur ein Zerrbild ihrer Geschichte. „Papyrusrollen aus Qumran am Toten Meer, aber auch ein jüngst auf dem Antikmarkt aufgetauchtes Fragment der Bibel zwängen zu einer ‚völligen Neubewertung‘, sagt Schorch“ (S. 121). Den „spannendsten Hinweis“ auf die wirkliche Geschichte habe Jizchak Magen geliefert, der seit 25 Jahren auf der Kuppe des Garizim grabe. Was also ist das Hauptargument? „Seine Befunde, erst zum Teil veröffentlicht, kommen einer Sensation gleich: Auf dem Berg stand bereits vor 2500 Jahren ein gewaltiges, hell schimmerndes Heiligtum, umschlossen von einer 96 mal 98 Meter großen Einfriedung. Die Mauer hatte sechskammrige Tore mit riesigen Holztüren. Der Tempel von Jerusalem war zu jener Zeit allenfalls ein simpler Kubus“ (S. 121).

Laut einer Qumranrolle habe Mose seinem Volk befohlen, ein Heiligtum auf dem Garizim zu errichten. „In der hebräischen Bibel (an der Jerusalems Priesterschaft womöglich noch sehr lange herumschrieb) hört sich das Ganze plötzlich anders an. Von einem „erwählten Ort“ ist nicht mehr die Rede. Auch das Wort „Garizim“ ist an der entscheidenden Stelle gestrichen“ ( S. 122). Um gegenüber den Samaritern ihren Anspruch zu unterstreichen, hätten sich die Priester aus dem winzigen Südreich eine Heilsgeschichte ersonnen. „Demnach regierte bereits um 1000 vor Christus der Ur-König David von Jerusalem aus einem glänzenden Großreich. Sein Nachfolger Salomo schuf in der Stadt angeblich einen Tempel aus Zedernholz, „vollständig mit Gold überzogen“. Das alles sei Unsinn. Die Priester wollten nur das Ansehen der Samariter schmälern und hätten dafür das eigene Heiligtum gegenüber der Götterfestung auf dem Garizim wort- und phantasiereich aufgewertet. „Vom Sakrosanktum des Salomo wurde bis heute nicht ein Stein gefunden“ (S. 123).

Ich habe Peter van der Veen  (siehe auch hier) zu dieser These befragt und eine Antwort erhalten, die ich freundlicherweise hier wiedergeben darf:

Natürlich gab es die Samariter und ihr Heiligtum. Die Spuren des Heiligtums reichen vielleicht sogar bis ins 6.–7. Jh. v. Chr. zurück. Das allerdings ist noch längst kein Beweis dafür, dass gemogelt wurde, indem Jerusalem erst später fälschlich anstatt von Gerizim bevorzugt wurde und somit der biblischer Text verändert (gefälscht) wurde. Das ist reine Spekulation. Dass vom Jerusalem Tempel aus der Zeit Salomos nichts gefunden wurde hat einen ganz anderen Grund, d.h. schlicht und ergreifend, dass man dort nicht graben darf. Dennoch ist der Schutt, der beim Bau der unterirdischen Moschee ausgehoben wurde von Professor Gabriel Barkays Team sehr genau durchgesiebt worden und noch wird da weiter gearbeitet. Dabei sind viele Sachen gefunden worden, hauptsächlich jedoch aus herodianischer und späterer Zeit. Eine Tonbulle jedoch nennt einen gewissen Gaaljahu, den Sohn Immers. Die Tonbulle datiert aus etwa 600 v. Chr. und obwohl Gaaljahu direkt aus der Bibel nicht bekannt ist, handelt es sich beim Namen des Vaters um einen vor allem unter Leviten bekannten Personennamen, wie auch aus der Zeit Jeremias bekannt ist (Jer 20:1). Zudem schreiben die Priester von Jahwes Heiligtum auf der Nil-Insel Elephantine in Ober-Ägypten im späten 5. Jh. v. Chr. an die Priesterschaft in Jerusalem und nicht an die Priester auf Gerizim wenn es um Ratschläge bezüglich des Kultus geht. In einem Brief (Brief 18) aus Tel Arad (an der Südgrenze Judas), um 600 v. Chr., wird das Haus Jahres erwähnt, und da Arad als Festung Judas direkt dem König von Juda (in Jerusalem residierend) unterstand (wie auch aus Arad-Brief Nr. 24 deutlich ist; während das frühere Lokalheiligtum Arads zu dieser Zeit nicht mehr existierte), kann nur vom Jerusalemer Tempel die Rede sein. Zudem wird in Brief 18 ein gewisser Qerositer (d.h. aus dem Hause der Nethaniter) erwähnt. Die Qerositer lebten zur Zeit Nehemias als Leviten im Jerusalemer Tempel (Esr 2,44; Neh 7,47; 1Chron 9,2) und es wird angenommen dass die Familie schon in vorexilischer Zeit existierte.

Nationalgott Jahwe

Der Theologe Jochen Vollmer hat im Aufsatz »Der Israel-Palästina-Konflikt und die Befreiung der Theologie: Vom Nationalgott Jahre zum Herrn der Welt und aller Völker« (Pfarrerblatt) das Existenzrecht Israels bestritten.

Ein jüdischer Staat ist eben ein Staat, der seine jüdische Identität – die nichtjüdische Bevölkerung ausgrenzend und damit den einen und universalen Gott, der für Juden und Nichtjuden in gleicher Weise da sein will, verleugnend – mit staatlicher Gewalt nach innen und nach außen sichern will. Der Glaube an Gott kann nicht durch staatliche Gewalt gesichert werden. Die Besonderheit des jüdischen Volkes mit seinen großen universalen Traditionen und ihrer Hoffnung auf Gottes Schalom für Israel und die Völker verträgt sich gerade nicht mit einer staatlichen Verfasstheit, wie sie den anderen Völkern eigen ist. Als Staat soll Israel wie die anderen Staaten sein, demokratisch und säkular. Als Volk Gottes darf es nicht wie die anderen Völker sein, hat es den Auftrag, zum Segen und zum Licht der Völker zu werden (Gen. 12,3; Jes. 42,6; 49,6). Das Dilemma des Staates Israel, zugleich ein jüdischer und ein demokratischer Staat sein zu wollen, ist die Unvereinbarkeit von jüdischem Volk und jüdischem Staat.

Der DLF hat dazu einen Bericht veröffentlicht:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/08/29/dlf_20110829_0936_b3c17c50.mp3[/podcast]

Als Empfehlung zum Thema hier der Aufsatz »Wünschet Jerusalem Glück“: Wie man zu einer angemessenen theologischen Beurteilung des Nahostkonflikts gelangt« von Gerhard Gronauer.

Gigantische Arche

150 Meter lang, 25 Meter breit, 3000 Tonnen schwer, mehrere Millionen Euro teuer: In den Niederlanden baut ein 52-Jähriger die Arche Noah nach.

Den Bau der Arche setzte er streng nach den Angaben aus dem Buch Genesis um. »300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch soll sie sein«, spricht Gott in der Bibel zu Noah. Davon ausgehend, dass eine Elle vom Ellbogen bis zur Fingerspitze reicht – etwa 50 Zentimeter -, erreicht die holländische Arche eine enorme Dimension: Sie ist 150 Meter lang, 25 Meter breit, hat vier Stockwerke und wiegt etwa 3000 Tonnen.

»Als Holz haben wir schwedische Kiefer verwendet, denn das kommt dem Zypressenholz, das Gott Noah zu verwenden auftrug, am nächsten«, sagt Hubers. Seine Arche soll natürlich auch mit Tieren bevölkert werden – aber nicht mit echten. 1600 Arten soll das Schiff aufnehmen, lebensgroß aus Plastik, hergestellt auf den Philippinen.

An Bord wird es einen Mahlstein geben, mit dem Getreide für Brot gemahlen werden kann, dazu Schlafräume, ein Theater, eine Bühne, ein Restaurant und Platz für bis zu 1500 Konferenzteilnehmer. Künstler werden die Wände mit Szenen aus der Bibel bemalen.

Hier: www.spiegel.de.

Gottes Fußsohle im Jordan-Tal?

40 Jahre lang soll die Wanderschaft der Juden gedauert haben, als sie nach der Sklaverei in Ägypten ins Heilige Land Israel gelangten und sich dort im Jordan-Tal niederließen. Ist diese biblische Geschichte wirklich wahr oder ein Mythos? Der Archäologe Adam Zertal will darauf nun eine Antwort gefunden haben.

Richard C. Schneider berichtet aus dem ARD-Studio Tel Aviv über den Professor von der Universität Haifa: www.tagesschau.de.

VD: J

Donald Wiseman (1918-2010)

wisemann.jpgDas Tyndale House hat darüber informiert, dass Professor Donald Wiseman am Dienstag heimgegangen ist. Wiseman war einer der Gelehrten, der Gottvertrauen und akademische Exzellenz auf faszinierende Weise miteinander verbinden konnte. Die evangelikale Bewegung wird ihn schmerzlich vermissen.

Hier ein Nachruf von Professor Alan Millard:

The passing of Donald Wiseman on 2nd February, 2010, marks the end of an era in the story of Tyndale House and the Tyndale Fellowship. After a year reading history at King’s College, London, W. J. Martin persuaded him that study of the biblical world and its languages would be more valuable to the church and biblical studies, so he turned to Hebrew and Assyriology. Martin had been the major stimulus in the creation of Tyndale House and Donald Wiseman saw its strategic potential. He gave much time and thought to the affairs of the House, serving as Chairman of the Biblical Research Committee, which had the initial responsibility and of the Tyndale House Council, which inherited it, from 1957 to 1986. As Chairman of that and other committees, he guided discussion with wisdom, patience and humour, ensuring sensible decisions were made. When there were doubts in UCCF (then IVF) circles about continuing financial support, he insisted that the House was providing a service which no other evangelical institution offered and had potential for much more. When problems of space for the Library arose, it was Donald who suggested the annexe which was built as The Hexagon in 1984.

He saw the priority for Tyndale House lay in biblical research, supplying positive information and arguments to oppose widely taught liberal views about Scripture. His vision was well expressed by John Stott in 1992, ‚We shall never capture the church for the truth of the gospel unless and until we can re-establish biblical scholarship, hold (and not lose) the best theological minds in every generation, and overthrow the enemies of the gospel by confronting them at their own level of scholarship‘ (Quoted by Tom Noble, Tyndale House and Fellowship, 239).

Like Martin, Donald Wiseman was a great enthusiast and encourager of others, in Britain and abroad. He chaired the Tyndale Old Testament Study Group from 1951 to 1981, taking time and trouble to find young scholars whom he could introduce to the Group so that they would know there were others who could support them in their often lonely research. The Bible is a product of the ancient Near East, so he recognized that it should be read and assessed in the light of knowledge about that world. With that in mind, aware of the value of the archaeological contexts of ancient artefacts, he set up the Tyndale Biblical Archaeology Study Group in 1958, which, although not functioning regularly in recent years, brought together linguists and archaeologists to evaluate and apply new and old discoveries to biblical studies. On his initiative papers were brought together as Notes on Some Problems in the Book of Daniel (1965) and Essays on the Patriarchal Narratives (1980) and he stimulated other publications by fellows of Tyndale House (e.g. David Tsumura, The Earth and the Waters in Genesis 1 and 2, 1989). A volume of essays by members of the Old Testament Study Group was dedicated to him in gratitude for his many years of devotion (R. S. Hess, G. J. Wenham. P. Satterthwaite, eds., He Swore an Oath (1994).

His experience and knowledge marked Donald as a major contributor to, and Editor of, the New Bible Dictionary (1962, 1982, 1996) and The Illustrated Bible Dictionary (1980). For many years he was Editor for Tyndale Old Testament Commentaries and gave his skills to a variety of other Christian publications.

Donald was always ready to help a cause he thought would be fruitful in the service of his Saviour, preaching and teaching and holding informal groups for Bible Study. The number who faced the claims of the Gospel through meeting him cannot be told, neither can the number whose lives and careers he has influenced or guided.

As one of the latter, I give thanks for his life, his service and his fellowship.

Alan Millard

VD: RB

The Meaning of the Pentateuch

419e78r2soL._SL160_.jpgWer noch ein Weihnachtsgeschenk für begeisterte Leser der 5 Bücher Mose sucht, sollte sich:

  • John H. Sailhamer: The Meaning of the Pentateuch: Revelation, Composition and Interpretation, Inter Varsity, 610 S.

genauer anschauen.

Das Buch ist noch nicht lange auf dem Mark, genießt aber schon einen exzellenten Ruf. Eugene H. Merrill schreibt:

For years John Sailhamer has been pressing toward a comprehensive work on the Pentateuch, preparing the way with such works as his The Pentateuch as Narrative and a host of periodical publications on the subject. At last the magnum opus has appeared under the title The Meaning of the Pentateuch: Revelation, Composition and Interpretation. In typical Sailhamer fashion, he has left no stones unturned in any language necessary to get to primary and secondary sources, while at the same time offering fresh insights into the biblical texts and compelling invitations to the reader to view them in more holistic and integrative ways. Careful reading of the book will inevitably call for a reexamination of the issue of the Pentateuch’s antiquity and its deliberate compositional strategy, a reassessment that will help to rehabilitate Torah as not the end product of Judaism but as the foundation of Israelite faith and practice.

Hier kann es bestellt werden:

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Jericho

Peter G. van der Veen, Gastdozent am Martin Bucer Seminar, hat für das »Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet« einen lesenswerten Artikel über Jericho geschrieben.

Hier geht es direkt zum Eintrag: www.bibelwissenschaft.de.

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