Neues Testament

Douglas Moo liest über den Jakobusbrief

Hier die Videomitschnitte von sieben Vorlesungen zum Jakobusbrief, die der exzellente Exeget Douglas Moo am Masters Seminary gehalten hat:

Die Anmaßungen des „Jesus-Seminars“

In einem ersten Teil eines zweiteiligen Artikels beurteilt William Lane Craig die Denkvoraussetzungen und Anmaßungen des „Jesus-Seminars“  Es wird festgestellt, dass die entscheidenden Denkvoraussetzungen oder Vorannahmen, nämlich die des (i) wissenschaftlichen Naturalismus, (ii) der Priorität der apokryphischen Evangelien und (iii) der Notwendigkeit eines politisch korrekten Jesus, ungerechtfertigt sind und zu einer verdrehten Darstellung des historischen Jesus führen.

Fazit:

Glücklicherweise hat sich der Hauptstrom neutestamentlicher wissenschaftlicher Arbeit in eine völlig andere Richtung fortbewegt als der linke Randflügel, repräsentiert durch das Jesus Seminar. Vorbei sind die Tage, in denen Jesus wie eine Gestalt in der griechischen oder römischen Mythologie behandelt wurde. Vorbei sind die Tage, in denen seine Wunder als Märchen abgetan wurden, die auf Geschichten mythologischer Heldengestalten basieren. Vorbei sind die Tage, in denen sein leeres Grab und Auferstehungserscheinungen als Legenden oder Halluzinationen abgeschrieben wurden. Heute stimmt man weitgehend darin überein, dass die Evangelien wertvolle historische Quellen für das Leben Jesu darstellen und dass der richtige Kontext zu ihrem Verständnis nicht die Mythologie, sondern das palästinensische Judentum ist. Man stimmt weitgehend darin überein, dass der historische Jesus an Stelle Gottes selbst auftrat und sprach, die Ankunft des Reiches Gottes verkündete und einen Dienst der Wundertätigkeit und des Exorzismus als Zeichen dieses Reiches ausübte. Ich finde es sehr befriedigend zu sehen, dass die Bewegung neutestamentlicher wissenschaftlicher Arbeit insgesamt in die Richtung geht, das traditionelle Verständnis von Jesus, wie er in den Evangelien geschildert wird, zu bestätigen. Insbesondere hat mich meine eigene Forschungsarbeit über die Auferstehung Jesu mehr denn je überzeugt, dass es sich dabei um ein historisches Ereignis handelte, das durch Beweise verifizierbar ist. Ein Christ kann zuversichtlich sein, dass die historischen Grundlagen seines Glaubens sicher stehen. Darauf können Sie Ihr Leben setzen.

Mehr: www.reasonablefaith.org.

Thomas Schreiner über: The Righteousness of God

Vor einigen Wochen habe ich das Buch:

  • Charles Lee Irons: The Righteousness of God: A Lexical Examination of the Covenant-Faithfulness Interpretation, WUN T II, 386, Tübingen: Mohr Siebeck, 2015, ISBN: 978-3-16-153518-5, 444 S., 89,00 €

besprochen (PDF-Datei hier: Irons.pdf).

Heute ist eine Rezension von Prof. Thomas Schreiner veröffentlicht worden. Fazit:

To sum up, the gauntlet has been thrown down. Those who defend the covenant-faithfulness view of God’s righteousness must reckon with and refute Irons. He has demonstrated that the gift character of God’s righteousness is the view of most interpreters throughout church history. He has also demonstrated, with remarkable care and wonderful clarity, that such is the meaning in Paul’s writing as well. When finishing a dissertation like this, I couldn’t help but think, this should’ve been written a long time ago. But it hasn’t been tackled until now.

The notion that God’s righteousness is a gift given to us in Christ, and that our righteousness is an imputed righteousness, has been powerfully defended in this outstanding work.

Hier die Rezension des Neutestamentlers: www.thegospelcoalition.org.

Lee Irons: The Righteousness of God

Nachfolgend eine Rezension des Buches:

NewImageGemäß der Neuen Paulusperspektive (NPP) bezeichnet der Ausdruck „Gerechtigkeit Gottes“ (griech. δικαιοσύνη θεοῦ) die Bundestreue Gottes. So legt beispielsweise N.T. Wright sehr viel Wert auf diese Interpretation. In seinem Buch Justification: God’s Plan & Paul’s Vision (Downers Grove, Ill.: InterVarsity, 2009, S. 164, hier zitiert nach: N.T. Wright, Rechtfertigung: Gottes Plan und die Sicht des Paulus  Studia Oecumenica Friburgensia, Münster: Aschendorff, 2015, S. 146) schreibt er:

… wir [können] mit ganz großer Sicherheit sagen: Gottes Gerechtigkeit verweist in den Paulusbriefen wie in den Psalmen und bei Jesaja üblicherweise auf Gottes eigene Gerechtigkeit, nicht in den mittelalterlichen Bedeutungen, welche der Ausdruck iustitia Dei hervorbrachte, sondern in der alttestamentlichen und zwischentestamentlichen Bedeutung. Gemeint ist die Bundestreue Gottes, durch die und aufgrund derer Gott den Verheißungen an Abraham treu ist, den Verheißungen, durch die der eine-Plan-durch-Israel-für-die-Welt wirksam werden kann, den Verheißungen, durch die letztlich die ganze Schöpfung in die rechte Ordnung gebracht wird.

Nach Wright unterscheidet sich das biblische Konzept „Gerechtigkeit“ sehr deutlich von der westlichen Vorstellung, die seiner Meinung nach ihre Wurzeln im mittelalterlichen Denken hat. Aus diesem Grunde habe die reformatorische Theologie von Luther an im Blick auf das Gerechtigkeitsverständnis einen falschen Weg eingeschlagen. Dort habe man nämlich vorwiegend an den juridischen Kategorien des römischen Gerechtigkeitsverständnisses angeknüpft und nicht an den beziehungsorientieren Kategorien des hebräischen. Wright schreibt (N.T. Wright, Rechtfertigung, 2015, S. 158):

Wenn sich in der westlichen Kirche nicht eine lange Tradition entwickelt hätte, die a) Gottes Gerechtigkeit als iustitia Dei las, die dann b) versuchte, diesen Ausdruck mit den verschiedenen Bedeutungen von iustitia zu interpretieren, die damals verfügbar waren, und die schließlich c) dies wiederum innerhalb der Kategorien der damaligen theologischen Forschung deutete (besonders mit der Festlegung, durch den Begriff Gerechtigkeit die ganze Bandbreite der Soteriologie abzudecken, von der Gnade bis zur Herrlichkeit) – ohne all dies wäre niemand auf die Idee gekommen, die fragliche Gerechtigkeit in Röm 1,17 sei irgendetwas anderes als Gottes eigene Gerechtigkeit, die wie in einer großartigen Apokalypse vor den Augen der Welt enthüllt wird.

In seinem Buch The Righteousness of God stellt Charles Lee Irons nun genau diese Interpretation der Gerechtigkeit Gottes grundsätzlich in Frage. Das Buch geht zurück auf eine im Jahr 2011 vom Fuller Theological Seminary (Pasadena, USA) angenommene Dissertation. Betreut wurde die Arbeit von den Professoren Donald Hagner und Seyoon Kim, die übrigens beide unter dem großen Neutestamentler F.F. Bruce promovierten und sich als Experten der Paulusforschung einen Namen gemacht haben.

Im ersten Kapitel untersucht Irons die Deutungsgeschichte der Wendung „Gerechtigkeit Gottes“ bei Paulus. Obwohl keine absolute Einigkeit bestand, sieht er, angefangen bei den griechischen und lateinischen Kirchenvätern über die mittelalterlichen Kommentatoren bis hin zur protestantischen Reformation, einen allgemeinen Konsens. Dargestellt werden, um nur einige herauszugreifen, die Sichtweisen von Origenes, Augustinus, Abaelardus, Lombardus, Aquinas, Melanchthon, Bucer oder Calvin. Erwartungsgemäß wird Luthers Position ausführlicher behandelt, da seine Entdeckung der Gerechtigkeit Gottes bei der Auslösung der Reformation eine mächtige Rolle spielte. Anknüpfend an Augustinus verstand Luther Röm 1,17 (u. Röm 3,21) so, dass Gott uns Menschen seine Gerechtigkeit schenkt. Er distanzierte sich also von dem eher aristotelischen Konzept einer Gerechtigkeit, die von uns Menschen hergestellt wird. „Luther sagte, die Glaubensgerechtigkeit werde ‚Gerechtigkeit Gottes‘ genannt, da Gott sie gibt und sie im Blick auf den Mittler Christus uns Menschen als Gerechtigkeit zuteilt“ (S. 23).

Welches Spektrum umfasst der angenommene Konsens in dieser Zeitspanne? Die allgemeine Auffassung war, dass es sich um einen Normbegriff handelt und das θεοῦ als Genetiv auctorius oder objectivus zu verstehen ist, nicht aber als Genetiv subjectivus. „Der Ausdruck bezieht sich auf einen Gerechtigkeitsstatus, den Gläubige durch das Mittel des Glaubens auf der Grundlage Chrisi Sühne zugeteilt bekommen“ (S. 337).

Grunsätzliche Neuinterpretationen kamen erst im 19. Jahrhundert auf. Eine wichtige Rolle spielte Albrecht Ritschl, der Gerechtigkeit als Zweckbegriff verstand. Mit Hermann Cremer und Ernst Käsemann fügten sich später weitere Ausdeutungen ein, so dass Gerechtigkeit mehr und mehr als ein Verhältnisbegriff wahrgenommen wurde (Rudolf Bultmann verstand dagegen den Ausdruck weiterhin im Sinne einer  „von Gott geschenkten“ oder „zugesprochene Gerechtigkeit“). James Dunn und N. T. Wright knüpften an diesen Transformationen an, wenn sie schlussendlich Gerechtigkeit mit der Bundestreue identifizieren.

Nachdem Irons im zweiten Kapitel seine Methodologie offenlegt, untersucht er in den Kapiteln 3 bis 5 den Begriff „Gerechtigkeit“ im außerbiblischen Griechisch (S. 84–107), im Alten Testament (S. 108–193) und in der jüdischen Literatur einschließlich der nichtpaulischen Befunde im Neuen Testament (S. 194–271). Er kommt dabei zu dem Ergebnis – und das ist sehr interessant –, dass die Semantik des Begriffs vor allem juridisch und ethisch verstanden werden muss, obwohl sich gelegentlich eine gewisse Betonung der sprachlichen Integrität nachweisen lässt (im Sinne der Kohärenz von Gesagtem und Gesagtem oder von Gesagtem und den dazugehörigen Taten). Die behauptete Differenz zwischen einem griechischen Normkonzept und einem hebräischen Verhältniskonzept lässt sich bei dem Terminus „Gerechtigkeit“ nicht belegen (vgl. S. 338). Die Untersuchungen der alttestamentlichen Texte zeigen ebenfalls – meines Erachtens überzeugend –, dass dort Gerechtigkeit ein Normbegriff ist. Stimmt das Ergebnis, sind die Ansichten Hermann Cremers widerlegt. Das wiederum bedeutete, dass ein Hauptargument der NPP seine Überzeugungskraft verlöre. Untersuchungen der jüdischen Literatur stützen diese Auffassung zusätzlich. Denn auch dort ist „Gerechtigkeit“ kein Verhältnis-, sondern ein Normbegriff. Die Bedeutung von „Bundestreue“ lässt sich in diesem Textraum nicht belegen.

Im wichtigen sechsten Kapitel exegetisiert Charles Lee Irons endlich die paulinischen Schriften. Für die Deutungen von Kümmel und Käsemann, die für die Lesart von Gerechtigkeit als „Bundestreue“ maßgeblich geworden sind, findet er keine Bestätigung. Paulus gebraucht Gerechtigkeit im profanen Sinn oder er spricht von einer besonderen Gerechtigkeit, die von Gott stammt und die durch den Glauben empfangen wird. Damit sieht Irons im Wesentlichen die reformatorische Lesart bestätigt.

Die Auswirkungen dieser exegetischen Erträge sind – wenn sie zutreffen – gewaltig. Zwei von fünf aufgeführten Konsequenzen will ich kurz erwähnen. Einmal wird die derzeit beliebte Deutung von Gerechtigkeit als Verhältnisbegriff überwunden. Diese Bestimmung ist dann nicht mehr aufrechtzuerhalten, weil sie schlicht unwahr ist. Enthielte die Gerechtigkeit tatsächlich keine Übereinstimmung mit einer externen Norm, wäre das Verhältnis selbst die Norm. Das war die Auffassung von Ritschl. Für ihn war Gott reine Liebe, die Vorstellung, Gott könne uns Menschen Gerechtigkeit schenken, damit obsolet. Das kann so nicht mehr aufrechterhalten werden. „Gerechtigkeit“, so schreibt Irons, „ist ein Normbegriff und die Norm ist Gottes eigenes Moralgesetz, das in seiner unveränderlichen Natur als Gott in vollkommener Heiligkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit begründet ist“ (S. 340). Außerdem zeigt die Ausbeute der Untersuchung, dass die Rechtfertigungslehre des Apostels nicht zuerst von Gottes Treue gegenüber Israel oder über die Mitgliedschaft im Bund handelt. „Vielmehr geht es“, so Irons, „bei der Rechtfertigung darum, wie sündige Menschen vor dem göttlichen Gericht bestehen können“ (S. 342).

Das Buch The Righteousness of God ist anspruchsvoll und verlangt vom Leser profunde Kenntnisse der biblischen Sprachen. Wer diese beherrscht und sich für die Diskussionen rund um die NPP interessiert, wird von der Lektüre des Werkes erheblich profitieren. Indem Irons zeigt, dass der biblische Ausdruck „Gerechtigkeit“ ohne Zweifel juridische Akzentuierungen enthält und deshalb die Rettung aus der Ungerechtigkeit nur durch ein Gericht kommen kann, legt er eine fundierte Kritik am Gesamtkonzept der NPP vor.

Professor Jörg Frey ist dafür zu danken, dass er die Untersuchung in die 2. Reihe der Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament (WUNT II) aufgenommen hat und diese damit einer großen Öffentlichkeit zugänglich ist.

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Hinweis: In einer leicht gekürzten Version erschien diese Rezension zuerst in: Glauben & Denken heute 1/2015, Nr. 14, S. 62–63.

Peter O’Brien in München

Stefan Beyer hat freundlicherweise die Veranstaltung „Paulus und das Gesetz“ mit Peter O’Brien in München beschrieben.  Nachfolgend ein Bericht und Kommentar von Simon Mayer über die Vorträge des Neutestamentlers aus Sydney:

Peter O’Brien in München

Peter O’Brien, langjähriger Professor am Moore Theological College in Sydney (Australien) und Autor zahlreicher Bücher, darunter vielbeachtete Kommentare zum Epheser-, Philipper-, Kolosser-, Philemon- und Hebräerbrief, war von 21. bis 23. März zu Besuch in München.

Am Samstag hielt er am Martin Bucer Seminar eine Vorlesung, in der er die Teilnehmer unter dem Titel „Fröhliche Bürger in Gottes Königreich“ in vier Einheiten durch den Philipperbrief hindurchführte.

O Brien01In der ersten Einheit zeigte Prof. O’Brien die tiefe Verbundenheit auf, welche der Apostel Paulus für die Gemeinde in Philippi empfand: Sein Dankgebet kommt von ganzem Herzen und Gott selbst ist Zeuge für die große Zuneigung, die er für die Gläubigen hegt (Phil 1,3-8). Es ist gerade diese Zuneigung, die ihn dann dazu bringt, auch im Bittgebet für die Philipper einzustehen und um noch mehr Liebe und Erkenntnis zu beten (Phil 1,9-11). O‘Brien erklärte weiterhin, wie im Philipperbrief der ungewöhnliche Fortschritt des Evangeliums deutlich wird und Paulus sich darüber trotz seiner Gefangenschaft freut, da es ihm nicht um den eigenen Ruf, sondern ausschließlich die Ausbreitung der Herrschaft Christi geht (Phil 1,12-26).

Die zweite Einheit behandelte die Thematik eines des Evangeliums würdigen Lebensstils. Diese Aufforderung von Paulus in Phil 1,27 betrifft sowohl den Umgang mit und das Zeugnis gegenüber Außenstehenden, d.h. Nichtchristen (Phil 1,27-30), als auch den Umgang mit Geschwistern im Herrn, welcher von Einheit, Demut und Liebe geprägt sein sollte (Phil 2,1-4). Das ultimative Vorbild für solch einen Lebensstil ist Jesus Christus, der sich selbst zuerst bis zum Tod am Kreuz erniedrigte und anschließend vom Vater erhöht wurde (Phil 2,5-11). Diesem Beispiel sollen wir als Christen nachfolgen.

Das Leben des Paulus war das Hauptthema in der dritten Einheit. Nachdem O’Brien verdeutlicht hatte, dass wir uns z. B. in der Politik nach Menschen mit einem vorbildlichen, integren Lebensstil sehnen, solche Menschen jedoch leider eine Seltenheit sind, zeigte er anhand von Phil 3,1-14, wie der Apostel sein eigenes Leben sowohl als negatives als auch als positives Beispiel benutzt. Paulus genoss vor seiner Bekehrung größte Privilegien und konnte alle möglichen Errungenschaften vorweisen, dies alles war aber wertlos (Phil 3,4-6). Denn man konnte in theologischer Hinsicht nicht weiter daneben liegen als Paulus: Er vertraute auf seine eigene Gerechtigkeit aus dem Gesetz. Erst nach seiner dramatischen Lebenswende auf der Straße von Damaskus hatte er das richtige Fundament ausgemacht: Die Gerechtigkeit Gottes, die da kommt aus Glauben (Phil 3,7-9). Ausgehend von diesem Fundament konnte er nun auch die richtigen Ambitionen entwickeln: Das Vergangene – die eigene Sündhaftigkeit – hinter sich zu lassen und dem Ziel der vollständigen Gleichförmigkeit Christi nachzujagen (Phil 3,10-14).

Zuletzt behandelten wir das Dilemma unerhörter Gebete in Philipper 4. Die Aufforderung des Paulus, sich um nichts zu sorgen, sondern alles im Gebet vor Gott zu bringen (Phil 4,6), scheint auf den ersten Blick eine allzu theoretische Lösung zu sein, die nichts mit unserer Lebensrealität zu tun hat. Prof. O’Brien zeigte jedoch auf, wie der Friede, von dem Paulus in Vers 7 spricht, kein subjektives Gefühl ist, sondern der objektive Friede der Erlösung, die Christus für uns geschaffen hat. Dies ist auch der Grund für die Gewissheit, die alle Christen bezüglich ihrer zukünftigen Herrlichkeit haben dürfen – selbst wenn wir in der Gegenwart mit schlimmsten äußeren Umständen zu tun haben. Gott wird all unseren Mangel ausfüllen, nicht zwingend in materieller oder körperlicher Hinsicht, aber in geistlicher Hinsicht in Jesus Christus (Phil 4,10-20).

Am Montagabend sprach Peter O‘Brien dann noch in der FEG München-Mitte über „Paulus und das Gesetz“. Zuerst betonte er dabei sowohl die Wichtigkeit als auch die Komplexität des Themas: Es ist wichtig, da Paulus‘ Verständnis des Gesetzes eng mit seinem Verständnis des Evangeliums verbunden ist und es ist komplex, da in den neutestamentlichen Briefen scheinbar widersprüchliche Aussagen zum Gesetz gemacht werden. So bestätigt Paulus das Gesetz einerseits (Röm 3,31) und sagt anderseits, dass wir nicht mehr unter dem Gesetz stehen (Röm 6,14). Was also ist die Stellung des Christen zum Gesetz? O’Brien zeigte zuerst auf, dass wir das mosaische Gesetz immer in seinem heilsgeschichtlichen Kontext sehen müssen; es war im Alten Testament vor der Ankunft Jesu Christi gegeben worden und sein Zweck war nicht die Vermittlung von Heil, sondern die Offenbarung der Persönlichkeit Gottes und der Sündhaftigkeit aller Menschen (Röm 3,20). Dennoch wussten schon im Alten Testament Menschen um ihre Vergebung. Wie war diese Vergebung möglich? Allein dadurch, dass Jesus Christus das Gesetz in jeder Hinsicht für uns erfüllte (Mt 5,17). Gleichzeitig sind wir als Christen deshalb nicht Antinomisten – wir sind nicht gegen das Gesetz. Sondern in der Kraft des Heiligen Geistes soll das Gesetz nun auch in uns zur Erfüllung kommen (Röm 8,4). Paulus redet hierbei nicht von dem mosaischen Gesetz, sondern von dem Gesetz des Christus (Gal 6,2). Wir sind daran gebunden, weil wir auch an Christus gebunden sind. D.h. das mosaische Gesetz ist für uns als Christen nicht mehr direkt anwendbar, aber es zeigt uns Prinzipien auf, es hilft uns zu verstehen, was Gott von uns will. Die höchste Form der Erfüllung des Gesetzes ist die Liebe (Röm 13,8-10).

Wir sind dankbar für die gemeinsame Zeit mit Peter O’Brien. Er hat uns einerseits als Experte des Neuen Testaments anhand von allerlei Details aufgezeigt, dass ein tiefgründiges Studium von Gottes Wort unerlässlich ist und wir niemals am Ende desselben angelangt sein werden. Andererseits hat er durch sein sorgendes Pastorenherz immer wieder auch deutlich gemacht, welche Auswirkungen die entdeckten Wahrheiten auf unser Leben haben sollten. Man hat ihm angemerkt, dass es ihm nicht um seine eigene Ehre, sondern um Gottes Reich geht. Sein Zeugnis darüber, dass er und andere Geschwister in Sydney nicht nur regelmäßig für das Martin Bucer Seminar in München, sondern die ganze Christenheit in Deutschland beten, hat diese Tatsache unterstrichen und uns ermutigt, unserem wunderbaren Herrn treu zu sein und mit ganzem Herzen zu dienen.

Simon Mayer, Student am Martin Bucer Seminar in München

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Der Vortrag über „Paulus und das Gesetz“ kann hier mit deutscher Übersetzung (Matthias Lohmann) abgerufen werden:

Weitere Blicke auf die Neue Paulusperspektive

Hier der Hinweis auf zwei frei verfügbare Aufsätze zur „Neuen Paulusperspektive“ (NPP), die 2010 im SBJT  erschienen sind:

  • Der Aufsatz  „The New Perspektive from Paul“ von Mark A. Seifrid ist eine überarbeitete Version des Vortrags, der bereits in deutscher Sprache erschienen ist als: „Die neue Perspektive auf Paulus im Lichte der neuen Perspektive des Paulus“, Theologisches Gespräch 31 (2007), S. 75–88.
  • In dem Beitrag „Another Look at the New Perspective“ von Thomas R. Schreiner geht es um die Verteidigung der reformierten Rechtfertigungslehre im Lichte der Herausforderungen, die sich durch die NPP ergeben.

Im Jahre 2012 veröffentlichte die Zeitschrift Kerygma und Dogma (Jg. 58, S. 268–283) zudem den Aufsatz „Paulus und seine neue Perspektive“ von Mark A. Seifrid. Darin heißt es (S. 282–283):

Das Umdenken über die paulinische Rechtfertigungslehre hat auch ein Umdenken über seine Ethik mit sich gebracht, insbesondere in Bezug auf das Verhältnis zwischen Rechtfertigung und Endgericht. An dieser Stelle ist es besonders evident, dass, wie immer ihre Stärken und Schwächen geartet sein mögen, die „neue Perspektive“ auf Paulus ein Ausdruck der theologischen Fragen unserer Zeit ist. Ist es wahr, dass die Rechtfertigungsbotschaft, die die Vergebung der Sünden bringt, für die Erlösung ausreicht? Ist diese Botschaft die Botschaft des Paulus? Bereits E.P. Sanders nahm eine Unterscheidung im frühjüdischen Verständnis der Errettung vor, nämlich zwischen „Hineinkommen“ (durch Gottes erwählende Gnade) und „Darinbleiben“ (durch ein gewisses Maß an Gehorsam). Einige der bekannteren Vertreter der „neuen Perspektive“ gingen soweit zu behaupten, dass auch Paulus mit diesem Erlösungsverständnis arbeitet. Man wird zunächst aus Glauben gerechtfertigt, doch werden die eigenen Werke schlussendlich für die Errettung im Endgericht mitzählen.

Nach einem anderen Modell ist Rechtfertigung Gottes Beurteilung, dass wir wirklich Menschen sind, die Glauben haben und ihm treu sind. Es ist mehr als nur leicht ironisch, dass jene, die mit Luthers Rechtfertigungslehre aufzuräumen suchen, dem Erlösungsverständnis, das er zu reformieren suchte, wieder bemerkenswert nahe kommen! Es gibt eindeutig schwierige Texte über das Endgericht (z. B. 2Kor 5, 10; Röm 2, 12–16), die ausführlichere Diskussion verdienen, als wir ihnen hier geben können. Sicher werden sie zukünftig im Zentrum der Debatte stehen. Paulus macht es aber ziemlich deutlich, dass Gottes Rechtfertigungswerk in Christus und unsere Verbindung mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn uns durch das Endgericht hindurch zur neuen Schöpfung bringen und uns die Gabe des Geistes, d.h. neues Leben hier und jetzt verleihen (Röm 6, 4–5; 8, 1–3; Gal 6, 15). Wir werden durch das Endgericht hindurch getragen, weil wir in Jesus Christus schon das Leben jenseits des Gerichts besitzen. Doch nicht nur das, sondern das Leben, das wir durch den Glauben an Jesus Christus ergreifen, macht uns zu neuen Menschen (2 Kor 5, 17). Das Werk der Rechtfertigung Gottes in Christus reicht für christlichen Gehorsam aus und zwar ohne Ergänzungen, weil nämlich Gehorsam nur aus einem erneuerten Herzen erwachsen kann. Die „neue Perspektive auf Paulus“ hat noch immer viel von der neuen Perspektive des Paulus zu lernen!

N.T. Wright

Jason Byassee hat für CT eine Titelstory über N.T. Wright geschrieben. Es mangelt nicht an Übertreibungen und Superlativen, z.B. wenn behauptet wird, N.T. Wright sei inzwischen bedeutsamer als Rudolf Bultmann. Natürlich ist er ein Genie. Sonderlich ist folgende Beobachtung: „Wenn Wright spricht, predigt oder schreibt, sagen die Leute, dass sie Jesus sehen; und ihr Leben wird transformiert.“ Ich vermute, der Schlusssatz ist unfreiwillig offenbarend. Dort schreibt Byassee nämlich:

Das Reich Gottes ist eindeutig dasjenige, was Wright in allem, was er tut, motiviert. Und wegen Wright’s eigener Treue zum Gott des Universums; und zu seiner geliebten Kirche auf Erden, motiviert es nun noch viele weitere Menschen.

Leider kommt zu kurz, dass nicht nur D.A. Carson & Co. die Neue Paulusperspektive kritisieren, sondern sich insgesamt im Blick auf die vielen neuen Perspektiven – übrigens aus exegetischen und methodischen Gründen – Ernüchterung breitmacht.

Der Artikel ist dennoch lesenswert.

Hier: www.christianitytoday.com.

F. Avemarie: Neues Testament und frührabbinisches Judentum

Nachfolgend ein Auszug aus einer Rezension, die vollständig in der Zeitschrift Glauben & Denken heute erscheinen wird. Besprochen wird folgendes Buch:

41uWWgG3oxL SY445Im Oktober 2012 wurde Friedrich Avemarie unerwartet im Alter von nur 51 Jahren aus dem Leben gerissen. Die Nachricht von seinem Tod traf die Fachwelt wie ein Schlag. Wer immer sich für das Studium der rabbinischen Literatur oder der „Neuen Paulusperspektive“ interessierte, kam an den Beiträgen des Neutestamentlers und Judaisten nicht vorbei. Avemarie wurde 1994 in Tübingen unter Martin Hengel mit der Untersuchung „Tora und Leben“ (Tora und Leben: Untersuchungen zur Heilsbedeutung der Tora in der frühen rabbinischen Literatur, TSAJ 55, Tübingen, 1996) promoviert. Zwei Jahre nach seiner erfolgreichen Habilitation über die „Tauferzählungen“ in der Apostelgeschichte ging er 2002 an die Universität Marburg und lehrte dort für zehn Jahre. Er verknüpfte großes Interesse für die Auslegung neutestamentlicher Texte mit hervorragenden Kenntnissen der rabbinischen Literatur und leistete in seinem kurzen Leben materialreiche und maßgebende Forschungsbeiträge zum frühen rabbinischen Judentum.

Dankbarerweise haben Jörg Frey und Angela Standhartinger unter Mithilfe von Beate Herbst, der Ehefrau Avemaries, einen stattlichen Aufsatzband in der WUNT-Reihe des Mohr Siebeck Verlags publiziert. Neues Testament und frührabbinisches Judentum versammelt Beiträge zur rabbinischen Martyriumsliteratur, zur Soteriologie, zu Jesu Gleichnissen, zum historischen Hintergrund der Apostelgeschichte, zur Anthropologie, zur Israelfrage und zur paulinischen Rechtfertigungslehre.

Der Züricher Neutestamentler Jörg Frey würdigt einführend das wissenschaftliche Vermächtnis Friedrich Avemaries (S. XII – XXXIII) und führt in die Aufsatzsammlung ein. Da ich die Beiträge nicht einzeln vorstellen kann, knüpfe ich an Freys’ Ausführungen an und stelle dabei Avemaries Untersuchungen zur rabbinischen Soteriologie heraus.

Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts etablierte sich insbesondere in der angelsächsischen Paulusforschung die „New Perspective on Paul“ (NPP). Da Martin Hengel gute Kontakte zu James D. G. Dunn in Durham, einem der Väter der NPP, unterhielt, wurden in Tübingen viele Fragen rund um das neu aufkommende Paulusbild diskutiert. Avemarie greift insbesondere in seiner Dissertation die Fragestellung auf, inwiefern das Heil im frühen Judentum mit der Einhaltung der Thora verbunden war. Gelehrte wie Ferdinand Weber oder Paul Billerbeck zeichneten das Bild eines Judentums, indem der Einhaltung des Gesetzes quasi eine heilbringende Funktion zukam. Die NPP wehrte sich gegen die Darbietung einer jüdischen „Leistungsreligion“. Insbesondere E. P. Sanders sah weniger einen Gegensatz als eine Entsprechung zwischen den Rabbinen und der paulinischen Religionsstruktur. „Auf beiden Seiten identifizierte Sanders eine Struktur, der zufolge der Eingang in das Heil durch Erwählung begründet ist und der Verbleib im Heil ein bestimmtes Verhalten, d. h. ‚Werke‘, voraussetzt. Die Erwählung ist somit grundlegender als die Werke, außerdem sei die Gebotserfüllung im antiken Judentum nicht perfektionistisch verstanden worden, sondern vielmehr seien für jedes Vergehen auch Sühne und Vergebung möglich. So erscheint das gesamte Judentum zwischen Ben Sira und der Mischna ebenso wie das paulinische Denken als ‚Religion der Gnade‘“ (S. XVI).

Wenn also die Gnadenlehre des Paulus der des rabbinischen Judentums sehr weitgehend entspricht, muss zurückgefragt werden, weshalb Paulus das Judentum so scharf kritisiert hat. „Warum wendet sich Paulus so gegen die ‚Werke des Gesetzes‘, wenn diese für das Heil ohnehin nie konstitutiv waren?“ (S. XVI). Sollten die Gesetzeswerke wie Beschneidung oder Reinheits- und Speisegebote nur als Abgrenzungsbestimmungen (engl. ‚boundery markers‘) verstanden werden? Kritisierte Paulus vornehmlich das nationalistische Erwählungsbewusstsein der Juden, das Menschen aus anderen Völkern weiterhin vom Heil ausschloss? Oder hatte Paulus das Judentum schlichtweg missverstanden?

Im Horizont solcher Probleme erforschte Avemarie die Soteriologie der frühen Rabbinen. Seine Monographie „ist methodologisch und sachlich eine der bedeutendsten Arbeiten, die in deutscher Sprache zum antiken Judentum geschrieben wurden“ (S. XVII). Anders als Sanders bricht er Einzelaussagen nicht aus ihrem literarischen Kontext heraus, sondern nimmt sie in ihrem Umfeld wahr, auch dann, wenn sich Einzelaussagen nicht harmonisieren lassen. So gelang Avemarie der Nachweis, dass es im frühen Judentum keine verbindliche Soteriologie gab, sondern bei den Rabbinen unterschiedliche und sogar sich widersprechende Vorstellungen über Erwählung, Gesetz, Bund oder Gnade zu finden sind. „Neben der Forderung, alle Gebote zu halten, steht die realistische Einschätzung, dass die Israeliten dies eben nicht praktizierten und ständig der Sühne bedürften. Und sogleich besteht die Überzeugung unhinterfragt, dass jeder Mensch die Gebote Gottes erfüllen kann“ (XVIII).

Frey schreibt:

„In einem zusammenfassenden Aufsatz zur ‚optionalen Struktur der rabbinischen Soteriologie‘ hat Friedrich Avemarie die Erträge seiner Dissertation selbst knapp resümiert: Was entscheidet für die Rabbinen über das Leben, die Zugehörigkeit zur kommenden Welt? Weder das ,Vergeltungsprinzip‘ dass die Werke eines Menschen über sein Heil entscheiden (so Weber und Billerbeck), noch das ,Erwählungsprinzip‘ dass allein die Zugehörigkeit zum erwählten Volk entscheide (so Moore und Sanders), lässt sich verabsolutieren. ‚Beide Denkmuster lassen sich in der rabbinischen Literatur reichlich belegen‘, die Überordnung der einen These über die andere ist unangemessen. Den theologischen Systematisierungsversuchen entgegen steht die große Fähigkeit der Rabbinen, divergente, ja widersprechende Ansichten im Diskurs zu integrieren und gleichsam ,aspektiv‘ einander zuzuordnen. Nicht eine Position ist allein ,richtig‘, andererseits ist auch nicht alles ,gleich gültig‘ oder beliebig, sondern innerhalb bestimmter Grenzen kann beides gesagt werden. So kann der Heilsverlust von Israeliten (durch Sünde) ebenso ausgesagt werden wie der Heilsgewinn von Heiden (durch Erwählung) – was weder dem Modell von Weber und Billerbeck noch dem von Moore und Sanders entspricht“ (S. XIX).

Die Untersuchung bestätigt damit einerseits die Einsicht der NPP, dass der Apostel Paulus sehr grundlegend vom Denken seiner jüdischen Herkunft geprägt war. Zugleich ist die Annahme eines normativen palästinensischen Judentums vor oder nach dem Jahr 70 unhaltbar. Paulus stand keinem monolithischen Judentum, sondern unterschiedlichen jüdischen Traditionen gegenüber (vgl. S. XX). Noch einmal Frey:

„Die vereinfachende Sicht des zeitgenössischen Judentums unter dem Begriff ,Common Judaism‘ (Sanders), die im Grunde das ältere Modell eines normativen Judentums unter anderen Vorzeichen fortsetzt, erfasst schon die Diversität der rabbinischen Aussagen nicht hinreichend, und noch viel weniger die tiefgreifenden Differenzen zwischen den Religionsparteien zur Zeit des Zweiten Tempels, zwischen Sadduzäern und Pharisäern oder gar zwischen diesen und der sich selbst exklusiv im ,Bund‘ Gottes verstehenden Qumrangemeinde. Nur im Prisma einer simplifizierenden Religionsstruktur kann als gleichartig erscheinen, was im Detail zutiefst strittig ist. Dass die Charakterisierung auch des rabbinischen Judentums unter der einseitigen Priorisierung der Erwählung bzw. der Gnade (wie z. B. bei Sanders) so nicht zutrifft und daneben das Vergeltungsparadigma und der Gedanke von Verdienst und Lohn durchaus Vorkommen, hat Friedrich Avemarie deutlich gezeigt. Paulus trifft also, wenn er solches an einigen seiner jüdischen Zeitgenossen kritisiert, nicht ein Zerrbild, sondern einen Aspekt, der zumindest bei einigen dieser Zeitgenossen und auch bei anderen judaisierenden Jesusnachfolgern durchaus vorgekommen sein dürfte, ebenso wie bei den späteren Rabbinen“ (S. XXI).

Jörg Frey erörtert des Weiteren ausführlich Avemaries Habilitationsschrift zu den Tauferzählungen der Apostelgeschichte und der Geschichte des frühen Christentums, die wie seine Dissertation als Monographie erschienen ist (Tauferzählungen der Apostelgeschichte: Theologie und Geschichte. Tübingen. WUNDT 139, Tübingen 2002). Avemarie distanzierte sich zwar verhalten von den konservativen Thesen seines Lehrers Hengel zur Vertrauenswürdigkeit der Apostelgeschichte, wendet sich aber gegen die Tendenz, sie „als eine weithin fiktive oder romanhafte Gründungserzählung zu lesen“ (S. XXV). Auf andere Forschungsthemen Avemaries weist Frey kurz hin, in erster Linie Themen der rabbinischen Literatur, aber auch Ausarbeitungen zur Theologie des Paulus oder zur Jesusüberlieferung. Die wichtigsten Aufsätze sind im Sammelband enthalten.

Zum Buch gehören vier bisher nicht veröffentlichte Vorträge aus den Jahren 2007 bis 2011. Neben einer Gesamtbibliographie enthält es alle nützlichen Register. Der Leser wird von Avemaries weitem Horizont und seiner Beobachtungsgabe sehr profitieren. Ein empfehlenswerter Band.

Podiumsdiskussion mit N.T. Wright

Ich habe kürzlich auf die Tagung „Der gekreuzigte Messias“ mit N.T. Wright in der Schweiz hingewiesen. Die Podiumsdiskussion der Konferenz, in der es insbesondere um die Sühnetheologie, die Überbetonung des Exil- und Exodusmotives sowie die Israelfrage geht, kann hier nachgehört werden:

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