Das Kreuz falsch verstehen

Ich bin dankbar, dass Stephen J. Wellum ein bei evangelikalen sehr beliebtes Buch zur Sühnetheologie gründlich gelesen hat. Seine Rezension zu The Crucifixion: Understanding the Death of Jesus Christ von Fleming Rutledge ist fair, bringt aber eklatante Schwächen zur Sprache. So deutet sie beispielsweise mit Hermann Cremer und Ernst Käsemann die Gerechtigkeit als überwiegend horizontalen Begriff und […]

Musste Jesus sterben?

Am kommenden Wochenende werde ich am ITG-Studienzentrum in Innsbruck über das christliche Sühneverständnis sprechen. Das Thema wird heute kontrovers diskutiert. Besonders der Gedanke eines stellvertretenden Sühneopfers wird häufig bestritten. Schon 1986 schrieb John Stott in seinem wahrscheinlich wichtigsten Buch Das Kreuz: „Keine Begriffe des theologischen Wortschatzes rund um das Kreuz haben mehr Kritik hervorgerufen, als ‚Genugtuung‘ und ‚Stellvertretung‘.“ […]

N.T. Wright’s: The Day the Revolution Began

Dane Ortlund hat N.T. Wrights The Day the Revolution Began: Reconsidering the Meaning of Jesus’s Crucifixion gelesen und ist deutlich kritischer als Michael Horton. Throughout the book I kept writing HOW in the margin. Wright tells us (if you’ll forgive a run-on sentence) that ‚the death of Jesus has opened up a whole new world‘ (p. 82) and […]

Versöhnung durch Sühne

In seiner Vorlesung zur Rechtfertigungslehre (aus: Dogmatik-Vorlesungen 1957–1960,  Münster: Lit Verlag, 2013, S. 150–152) eröffnete Hans Joachim Iwand den Teil zur Versöhnungslehre mit einer religionsgeschichtlichen Darstellung. Deutlich wird dabei, dass er er den alttestamentlichen Kult als Erwartung und Vorbereitung des neutestamentlichen Sühnegeschehens deutete (vgl. Röm 3,24–26). Wir gehen […] zunächst nicht vom biblischen Verständnis des Wortes […]

Gewalt im Namen Gottes?

Hier noch kurz der Hinweis auf zwei apologetische Veranstaltungen: Heute Abend spricht Dr. Christian Hofreiter (Direktor von Ravi Zacharias Ministries Deutschland) in der FEG München-Mitte um 19.30 Uhr über das Thema: „Gewalt im Namen Gottes. Intoleranz der Religionen“. Morgen, am 21. März, gibt es von 10.00 bis 17.00 Uhr am MBS-Studienzentrum in Bielefeld eine Vorlesung zu dem Thema: „Die […]

Podiumsdiskussion mit N.T. Wright

Ich habe kürzlich auf die Tagung „Der gekreuzigte Messias“ mit N.T. Wright in der Schweiz hingewiesen. Die Podiumsdiskussion der Konferenz, in der es insbesondere um die Sühnetheologie, die Überbetonung des Exil- und Exodusmotives sowie die Israelfrage geht, kann hier nachgehört werden: http://tsc.chrischona.ch/fileadmin/user_upload/mp3/ntwright/ntwright-chrischona-kreuzigung-4-podiumsdiskussion.mp3

Zornfreies Singen

Die PC (USA) ist mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern die größte presbyterianische Kirche Nordamerikas. Obwohl dem Heidelberger Katechismus, dem Zweiten Helvetischen Bekenntnis (confessio Helvetica posterior) und dem Westminster Bekenntnis verpflichtet, zeigen sich in dieser Kirche, die 1983 durch den Zusammenschluss des südlichen und des nördlichen Zweiges der Presbyterianer entstand, seit vielen Jahren liberale Tendenzen. Diese […]

Die Armut sühneloser Theologie

Wer einmal lesen möchte, wie trostlos und – anders kann man es kaum sagen – dümmlich eine Theologie ohne Sühne werden kann, wird bei der Jesus.de-Reihe „Geheimnisse des Glaubens“ (Bundes-Verlag) fündig. In der Lektion „Gott ist ungerecht – und das ist gut so“ lernen wir: Gott sitzt zwischen den Stühlen: Will er gerecht sein, könnten […]

Starb Jesus für alle?: Kommentar zum Papstbrief

Papst Benedikt XVI. hat mit Zeichnung vom 14. April 2012 einen Brief an die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz geschrieben. In diesem Brief geht er auf die angemessene Übersetzung des sogenannten „Kelchwortes“ im Hochgebet der Katholischen Messe ein. Es geht um die Frage, ob beim Abendmahl davon gesprochen werden soll, dass Jesus „für alle“ oder „für […]

Streit um christliche Kreuzestheologie

Der DLF hat einen Beitrag über die Sühneopfer-Diskussion in der EKD veröffentlicht. Zu Wort kommen unter anderem Burkhard Müller und Ulrich Eibach. Müller fordert den Abschied von der Kreuzestheologie und ist mit seinem Anliegen von N. Schneider unterstützt worden. Eibach verteidigt die Sühne als Herzstück des Glaubens. Leider wird im gesamten Beitrag die biblische Sühnetheologie […]

Das Kreuz Jesu Christi – Die Mitte des Heils

Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften IKBG/ICN wird vom 3.-5. Oktober in Goslar eine Konferenz zum Thema »Das Kreuz Jesu Christi – Die Mitte des Heils« veranstalten. Zum Kongressthema heißt es: Jesus Christus ist für die Sünden der Welt den Sühnetod gestorben und hat damit Erlösung bewirkt und den Himmel erschlossen. Dieses Wort vom Kreuz ist zentrales […]

»Nicht so einen stockfinsteren Glauben«

Der Fernsehpfarrer Burkhard Müller erklärt im Interview mit Till-Reimer Stoldt, weshalb er die traditionelle, und seiner Meinung nach perverse, Deutung des Kreuzestodes von Jesus Christus ablehnt. Wer nach 200 Jahren aufgeklärten Christentums immer noch behauptet, man müsse die Bibel wörtlich nehmen und Gott habe Jesus mit dem Foltermord am Kreuz für unsere Sünden büßen lassen, […]

Widerwärtiger Dünkel

Die Kritik an den biblischen Sühnevorstellungen ist kein neues Phänomen. Dass ein kluger Weltmensch den Kreuzestod von Jesus Christus nicht als ein Not wendendes (also notwendiges) Heilswerk deuten könne, behaupteten schließlich schon einige Widersacher des Apostels Paulus (vgl. z.B. 1Kor). Neu ist, so jedenfalls mein Eindruck, dass die Infragestellung des stellvertretenden Sühneopfers auch in den […]

Grudem über das Stellvertretende Sühneopfer, Einheit und die Warren-Piper-Debatte

Hier ein weiterer Mitschnitt aus dem Gespräch zwischen Andrian Warnock und Wayne Grudem. Diesmal unterhalten sie sich über das Sühneopfer, »Einheit und Lehre« sowie die Frage, was davon zu halten ist, dass John Piper den Pastor Rick Warren zu einer Konferenz eingeladen hat. Wayne Grudem on Atonement, Unity, Rick Warren and John Piper from Adrian […]

Warum starb Jesus?

Im Jahr 1998 hat John Piper über Röm 3,25–26 gepredigt. Diese Predigt ist ziemlich provokativ und stellt eine Theologie, die nur nach dem Menschen fragt, radikal in Frage. Diese 40 Minuten-Predigt hat das Potential, das Denken und Leben so mancher Hörer ›umzukrempeln‹. Hier ein mp3-Mitschnitt: 19980101.mp3. http://cdn.desiringgod.org/audio/events/19980101.mp3Podcast: Download

Jesus ist wahrhaftig auferstanden

Klaus-Peter Jörns spricht in seinem Interview mit dem Rheinischen Merkur (RM) aus, was viele Theologen denken: RM: Sie glauben also nicht an die leibhaftige Auferstehung Jesu Christi? Jörns: Nein. An eine so mirakulöse Geschichte kann ich nicht glauben. Alle Friedhöfe, die ich kenne, zeichnen sich dadurch aus, dass die Bestatteten dort verwest sind und nur […]

Das teure Blut des unbefleckten Lammes

In der Orientierungshilfe Aus Leidenschaft für uns der Evangelischen Kirche im Rheinland wird die Frage: »War der Tod Jesu ein Sühnopfer?« lapidar wie folgt beantwortet (S. 29–30): Die Frage lässt sich einfach beantworten: Er war es nicht. Alle äußeren Merkmale eines kultischen Opfers fehlen: Es gibt keinen Altar, keine rituelle Schlachtung, keinen Tempel, keinen Priester, […]

Das Ende von Schuld und Sühne?

Kann man Schläger oder Mörder für ihre brutalen Taten verantwortlich machen? Noch setzt die Rechtsprechung voraus, dass Kriminelle (mehr oder weniger) für ihre Taten verantwortlich sind. Hirnforscher Gerhard Roth zweifelt am Sinn des Schuldprinzips und fordert ein neues Strafrecht. Markus Schulte von Drach schreibt dazu in der Süddeutschen Zeitung: »Aus psychologischer Sicht kann man uns […]